Höhere Visumsgebühren für Mongolei

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Höhere Visumsgebühren für Mongolei

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 5. Februar 2008, 21:45

Schon seit letztem Oktober gelten neue Preise für die Visa in die Mongolei:

Ein Touristenvisum für einen Monat und eine Einreise kostet neu 60 Euro.
Ein Touristenvisum für je einen Monat und zwei Einreisen kostet neu 90 Euro.

Wer länger als ein Monat im Land bleiben will, wird kräftig zur Kasse geboten. Die Preise für jeweils mehrere Einreisen sind:

100 Euro für 90 Tage, 180 Tage kosten 130 Euro und ein ganzes Jahr schlägt mit 180 Euro zu buche.

Ich finde diese Preise doch ein bisschen happig. Waren die denn auch früher schon so hoch? In dem Artikel stand eben nicht, wie teuer das früher war.

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Beitragvon Monrise » Mittwoch 6. Februar 2008, 22:18

Finde ich nicht als das große Problem, denn Mongolei ist nun mal insgesamt sehr teuer, geht beim Flug los, der in der Regel 900 bis 1000 Euro kostet, geht über Hotels und Restaurants, die auch nicht billig sind und endet beim Sprit mit fast einen Euro für den Liter. Also 60 Euro sind dort auch nichts.

Man muss aber zum Beispiel im Vergleich zu einem Chinavisum zu Gute halten, dass man nicht mehr bezahlen muss als die Gebühr, denn alles läuft ohne einen Visadienst ab, man steckt den Pass in einen Briefumschlag und bekommt ihn visiert zurück.

Insgesamt entspricht das aber der von der Politik vorgegebenen Entwicklungsrichtlinie für die Tourismuswirtschaft im Land, man will die Einnahmen nicht über eine Erhöhung der Touristenzahlen steigern, sondern über höhere Erlöse. Ist irgendwo auch richtig, denn in den zwei Sommermonaten ist die Infrasturktur oft total überlastet, darüber hinaus gibt es ein paar Wochen in denen es so plätschert und 8 Monate lang lässt sich kein Schwein dort blicken, ist ein echtes Problem.

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Beitragvon Monrise » Donnerstag 7. Februar 2008, 19:47

Noch ein Nachsatz dazu, es steckt vermutlich auch ein Stückchen politisches Kalkül dahinter. In den letzten zwei, drei Jahren ist es Mongolen immer schwerer gemacht worden ein Visum für Deutschland zu erhalten, die deutsche Botschaft dort geht äußerst restriktiv vor und die Gebühren sind sehr hoch, nicht nur für das Visum, sondern auch die Kosten für allemöglichen Beglaubigungen und Dinge die sonst noch verlangt werden.
Man bekommt beipielsweise selbst bei einem abgelehnten Antrag, was ja dort oft der Fall ist, die volle Visagebühr berechnet.

Insgesamt ist die Stimmung in der mongolischen Öffentlichkeit sehr schlecht, wenn es um die deutsche Botschaft in Ulaanbaatar geht und Mongolen sind nun mal sehr stolz, deshalb ist das auch sicher eine Form der diplomatischen Retourkutsche gewesen.

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Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 7. Februar 2008, 20:49

Nur gibt es doch schon einen wichtigen Unterschied: Die Mongolei braucht den Tourismus als wichtige Devisenquellen. Für Deutschland ist das weniger wichtig und die Sorge, dass Touristen illegal einwandern, ist in Deutschland wohl zurecht grösser als umgekehrt. Das weiss auch das deutsche Aussenministerium. Deswegen ist es meiner Meinung nach ein bisschen fraglich, ob solche Retourkutschen eine grosse politische Wirkung haben.

Die Mongolei will also möglichst viel Geld aus möglichst wenig Leuten heraus holen? Wenn das mal nicht schief geht!

Noch ein Nachtrag zum chinesischen Visum: Das kann man auch selber organisieren. Man muss einfach persönlich vorbei gehen.

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Beitragvon Monrise » Donnerstag 7. Februar 2008, 22:04

Naja Mongolen sind sehr stolz und die sehen das sicher nicht so, die wollen in jeder Beziehung als gleichberechtigter Partner gesehen werden. Es sind ja auch die Leute, die sich dort diskriminiert sehen, die als Touristen oder Geschäftsleute dort wegen eines Visum vor den Kopf gestoßen werden, wenn es jemanden betreffen würde, der hier was anderes vorhätte, der würde ja nicht damit in die Öffentlichkeit gehen. Davon abgesehen gibt es nur wenige Mongolen die hier aus anderen Gründen einreisen wollten, es gibt kein Asyl für Mongolen und arbeiten kann man als Mongole in Korea beispielsweise wesentlich einfacher.

Was das Interesse an Touristen betrifft, der Tourismus ist eigentlich keine wirklich bedeutsame Einahmequelle in der Mongolei, da sind Bodenschätze und Bergbau eine ganz ander Kategorie und es entstehen da auch nur relativ wenige Ganzjahresarbeitsplätze, das meiste sind so Ferienjobs, wie gesagt 2 Monate Saison.
Innerhalb der Reisekunden wiederum sind die Japaner und Koreaner die bedeutende Klientel, mit 200 000 im Jahr sind sie 20 mal soviel vetreten wie die Deutschen und um harte Zahlen zu nehmen, sie setzen durchschnittlich so um die 200 USD am Tag um, Europäer nicht mal 40 Prozent davon.
Das weis man natürlich alles in den Ministerien und deshalb denke ich schon, man hat die Erhöhung der Gebühr für Deutsche, Amerikaner benötigen zum Beispiel überhaupt kein Visum, auch aus der Richtung ein bissel gezielt patziert. Vordem kostete das Visum 35 Euro und ich denke man geht auch in der Mongolei davon aus, wer hinfahren will bezahlt einfach auch 60 Euro, ich glaube auch nicht, dass eine Reiseentscheidung für eine zwei bis dreitausend Euro Reise an 25 Euro mehr scheitert.

Das mit dem Chinavsium trifft natürlich nur für die zu, die bei einem Konsulat wohnen, ich bespielsweise muss dazu immer noch mal vierzig Euro an einen Visadienst bezahlen, der nichts anderes macht als meine Unterlagen an das Konsulat mit seinem Kopfbogen weiterschickt, die Mongolen bestehen nicht auf diesem Unsinn.
:?:

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Beitragvon Monrise » Samstag 16. Februar 2008, 18:23

Noch einen Hinweis zum Eingangsbeitrag, die angegebenen Beträge für Visa über 30 Tage sind im Prinzip richtig, aber es sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Visa über 30 Tage in der Mongolei eigentlich keine Touristenvisa mehr sind und in der Regel nur unter Vorliegen bestimmter Voraussetzungen erteilt werden. Man kann sie auch nicht bei der mongolischen Botschaft in Deutschland erhalten, sonndern nur im Außenministerium in Ulaanbaatar.
Man sollte sich, wenn nicht unbedingt notwendig, auf die 30 Tage beschränken, denn die Verlängerung eines 30 Tage Visums in der Mongolei bedeutet etliche Bearbeitungszeit und lange Warteschlangen bei den Behörden und es muss dann nochmal für jeden Tag der Verlängerung eine Gebühr bezahlt werden. Eine Verlängerung um beispielsweise drei oder vier Tage lohnt überhaupt nicht, weil man allein diese Zeit schon dafür auf Behörden verlieren kann.

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