Antibiotika auf Reisen

Wir wollen hier zwar eine wirkliche medizinische Beratung nicht ersetzen, aber hier kann man sich zu gesundheitlichen Problem äussern

Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Milchbubi » Freitag 11. März 2005, 09:05

Nehmt ihr irgendwelche Breitbandantibiotika auf Reisen mit? Nicht in allen Laendern sind diese Medikamente immer leicht erhaeltlich, daher kann das unter Umstaenden schon sinnvoll sein. Wie bekommt ihr sie denn? Geben Aerzte ein Rezept auf Vorrat, wenn man es gut erklaeren kann? Hat jemand damit Erfahrungen?
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reiseinfiziert

Beitragvon redberta » Dienstag 28. Juni 2005, 12:38

in einer gut ausgerüsteten reiseapo sollte meiner meinung nach kein breitbandanitbiotika fehlen.ich hatte bisher keine probleme meine ärzte von der notwendigkeit zu überzeugen, wenngleich ich auch ein wenig betteln musste und meistens wurden mir die tabletten nicht auf rezept ausgestellt (sondern als probepackung unterm tisch gegeben). hatte aber neulich einen super arzt, der selber ständig seinen rucksack packt und der mir als malariaprophylaxe ein antibiotikum ( doxicyclin) verschrieben hat. problem:in deutschland als malariamittel nicht zugelassen.in vielen anderen ländern ist das wohl ein gängiges malariamittel... hatte dementsprechend probleme, meinen jahresvorrat an antibiotika in der apotheke zu erklären..
:wink:
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Beitragvon Franky09 » Mittwoch 11. März 2009, 16:13

also ich nehme auch immer Antibiotika mit in den Urlaub. Man weiß ja nie. Vor allem Klimaumschwünge machen viel anfälliger für Mittelohr- oder Halsentzündungen, usw. So ist man auf jeden Fal lauf der sicheren Seite, falls man wirklich krank wird.
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Beitragvon Rastlos » Freitag 13. März 2009, 11:11

redberta hat geschrieben:hatte dementsprechend probleme, meinen jahresvorrat an antibiotika in der apotheke zu erklären.. :wink:

Franky09 hat geschrieben:Vor allem Klimaumschwünge machen viel anfälliger für Mittelohr- oder Halsentzündungen, usw. So ist man auf jeden Fal lauf der sicheren Seite, falls man wirklich krank wird.

Also ersteinmal sollte man ganz klar unterscheiden, WOHIN man überhaupt reist, denn in sehr vielen Ländern ist es gar kein Problem im Fall der Fälle ein Antibitokum zu bekommen.

Ansonsten kann ich über obige Aussagen leider nur den Kopf schütteln. Ihr solltet Euch mal mit der Thematik der Breitbandantibiotika etwas intensiver beschäftigen, um auch mal die Gefahren vom übermäßigen Einsatz (vor allem bei unnötigen Behandlung!) zu realisieren.

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Beitragvon Lionel » Freitag 13. März 2009, 12:56

Ich finde das auch ziemlich bedenklich, wie sorglos hier einige über ihren Antibiotika-Umgang schreiben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikaresistenz

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Beitragvon vts-hh » Samstag 14. März 2009, 20:59

Dieser sorglose Umgang mit Antibiotika begegnet mir immer wieder... Immer häufiger höre ich z.B. von Leuten,dass sie sich vorsichtshalber Antibiotika mit in den Urlaub nehmen. In Thailand habe ich erlebt, dass eigentlich jeder, der sich "mal nicht wohl fühlt, oder mal etwas Fieber hat", sofort (ohne Diagnose!!!) irgendwoher Antibiotika bekommt. Bezüglich der bereits angesprochenen Resistenz finde ich das absolut bedenklich.

Ich habe Verständnis dafür, dass jemand, der weiss, dass er zum Beispiel anfällig für Mittelohrentzündung ist (die definitiv nur mit Antibiotika zu behandeln ist), sich von seinem Arzt Medikamente mitgeben lässt. Aber eben nur in speziellen Fällen, wo man davon ausgehen kann, dass der Betroffene die Symptome aus Erfahrung genau kennt und die Gefahr einer Fehldiagnose gegen Null geht. -- Dies soll nur ein Beispiel sein dafür, dass es bestimmt Fälle gibt, wo eine Vorsorge angebracht ist.

Aber ich frage mich ganz ernsthaft, wie ein Arzt eigentlich dazu kommt, diese Medikamente ohne Indikation zu verschreiben?!? Das Ergebnis ist, dass "Hammer" eingenommen werden, statt sich mit einer Erkältung einfach mal 2 Tage ins Bett zu legen... Und hinterherr wundern sich alle, warum im Ernstfall plötzlich nichts mehr hilft....

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Beitragvon Boracay » Sonntag 15. März 2009, 16:39

vts-hh hat geschrieben:Aber ich frage mich ganz ernsthaft, wie ein Arzt eigentlich dazu kommt, diese Medikamente ohne Indikation zu verschreiben?!?


Wenn du ihm sagst dass du es für Notfälle auf Reisen benötigst, sollte es kein Problem darstellen.
Ich würde mir nie im Leben in einem Land, in dem bei Medikamenten so abartig abgezockt wird wie in Deutschland, Antibiotika kaufen. Ist im Ausland billiger und auch meist ohne Rezept erhältlich.

Selbst in absoluten dritte Welt Ländern gibt es Ramschläden die auch Breitbandantibiotika verkaufen, einen Sinn sich sowas in Deutschland, zu den hiesigen Mondpreisen zuzulegen, sehe ich nicht.
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Beitragvon bine » Sonntag 15. März 2009, 20:33

Ich war schon 2 mal für ein paar Monate unterwegs und hab beide male von einem Arzt ein Rezept für Antibiotika bekommen in der Schweiz aber nur nachdem ich erklärt habe wie ich reisen werde. Allerdings habe ich die nie nehmen müssen. Auch als ich für 2 Tage 40 grad Fieber hatte bin ich nicht auf die Idee gekommen. Ich habe sie nur dabei falls ich mal in der Pampa bin und mehrere Tage Durchfall haben sollte und ich am Ende meiner Kräfte sein sollte.
Das nächste mal werde ich mir unterwegs Antibiotika besorgen, da man sie wie Boracay sagt in anderen Ländern ohne Rezept an jeder Ecke bekommt für wenig Geld.
Leider habe ich die Erfahrung gemacht dass dies ein Standartmedikament ist. Als ich im Iran mal wegen einem lästigen Husten zum Arzt ging hab ich gleich Antibiotika bekommen, sonst noch ne Spritze und eine Infusion. :roll:
Ich warte lieber ab und nehme meine eigenen Medikamente und wenn diese nicht nützen kann man immer noch einen Arzt aufsuchen oder härtere Medikamente nehmen.
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Re: Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Pumpernickel » Freitag 5. April 2013, 19:15

Ich würde auch unbedingt ABs mit in die Reiseapotheke packen, allein schon wegen Zecken (s. hier: topic10816.html)

Meine Erfahrung bzw. die meiner Freundin: Gerade Frauen bekommen durch Antibiotika leicht eine Pilzinfektion, weil die ABs nicht nur die "bösen", sondern auch die "guten" Bakterien abtöten. Meine Freundin hatte - nach leidiger Erfahrung - deswegen neben ABs auch immer Kapseln mit "guten" Batkerien dabei (gibt's in der Apotheke, einfach fragen).

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Re: Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Petite Etoile » Donnerstag 25. April 2013, 12:57

Also ich habe mit einem Arzt in Frankreich einmal so negative Erfahrungen gemacht, dass ich auf jeden Fall jetzt immer ein Antibiotikum für alle Fälle dabei habe, egal, wohin ich fahre. Zwar nehme ich es nie leichtfertig und bringe es in den meisten Fällen auch wieder mit, wo es dann nach Verfallsdatum in der Apotheke entsorgt wird. Aber besagter Arzt wollte mich - als Touristin - vorher zur einer Blutabnahme in einem Centre d'Analyse Medicale drängen, die zu genaueren Bestimmung des Bakterientypus wohl vor einer Verschreibung immer durchgeführt wird. Der Horror! Konnte mich zum Glück weigern und habe es trotzdem bekommen, da ich eine akute Mandelentzündung hatte. Aber den Stress möchte ich ehrlich gesagt nie wieder haben.

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Re: Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Shopgirl_66 » Donnerstag 25. April 2013, 14:56

Wieso ist das ein "Horror", wenn Blut abgenommen werden soll??? Für den Arzt bist du im übrigen in erster Linie Patientin, keine Touristin ... Ich persönlich wäre entsetzt, wenn mir ein Arzt sagen würde: Ich untersuche Sie nur zur Hälfte, weil sie ja Touristin sind ... :shock:
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Re: Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Petite Etoile » Freitag 26. April 2013, 16:16

Also ehrlich gesagt stehe ich da so grundsätzlich gar nicht drauf (*Panikattacken allein schon beim Gedanken daran*) und im Urlaub in anderen Ländern schon drei Mal nicht. Soll ich denn dann auch noch ein bis zwei Tage auf die Analyseergebnisse warten, bis meine Erkältung richtig schlimm und der ganze restliche Urlaub ruiniert ist?

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Re: Antibiotika auf Reisen

Beitragvon Pantitlan » Samstag 27. April 2013, 07:28

Ich kann Etoile schon auch verstehen. Ich war einmal in einem Krankenhaus in Kambodscha, weil ich Fieber hatte und man mir gesagt hatte, dass ich mich bei hohem Fieber auf Malaria testen lassen sollte.

Also bin ich dorthin gegangen. Alles sah ziemlich schmudelig aus und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass die Hygiene dort nicht so gross geschrieben wird. Ich hatte plötzlich mehr Angst davor, mir eine Krankheit dort aufzulesen, als wirklich Malaria zu haben.

Als dann der Arzt kam, schaute er mich ein bisschen an und meinte dann einfach: Wir können schon eine Blutuntersuchung machen, wenn Sie das wollen. Aber ich bin mir sicher, dass Sie einfach erkältet sind. Gehen Sie am besten einfach heim und ruhen sich aus. Patienten mit Malaria sehen anders aus.

Nach zwei Tagen war ich wieder fit...

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