Malaria

Wir wollen hier zwar eine wirkliche medizinische Beratung nicht ersetzen, aber hier kann man sich zu gesundheitlichen Problem äussern

Beitragvon Alex » Montag 28. Juli 2008, 22:59

Meine Antwort hier kann keinen ärztlichen Rat ersetzen, und ich bin auch kein Arzt. Am Besten fragst Du noch einmal bei einem Tropenarzt nach. Warum fragst Du nicht dort nach?

also soweist ich weis keine resistens, hab nichts gehört oder gefunden.
Welche Region?

also eigentlich wäre, jetzt so gesehen man will die bestmögliche absicherung, man holt sich lariam oder doxycyclin und nimmt die als prophylaxe und hat dann noch malarone dabei falls es dann doch zur infektion kommt.
wäre das zu viel für den körper.
Wenn Du Lariam als Prophylaxe nimmst, wirst Du mit ziemlicher Sicherheit (99,5% oder so) keine Malaria bekommen (solange in der Region keine Resistenzen existieren). Und wenn, dann nimmst Du Lariam. Ich weiß nicht, ob man die Mittel zusammen nehmen sollte. Das ist eine Frage für einen Arzt (oder Apotheker).

wenn ich jetzt nur mlarone moitnehme, wieviele packungen soll ich mitnehmen.
also die ärzting hat gemeint wenn ich die packung mit 12 tabletten als behandlung bei verdacht einnehme, wären das 4 stück am tag und das würde dann reichen bis cih wieder daheim bin, falls eine nachbehandlung nötig ist. oder ist immer eine nachbehandlung nötig???
Das fragst Du bitte einen Arzt!

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 29. Juli 2008, 03:42

Da Malariamedikamente rezeptpflichtig sind, wirst du nicht um einen Arztbesuch herum kommen, es sei denn, du kaufst irgendwo im Internet die Medikamente aus zweiter Hand. Das ist aber nicht nur verboten (was ja eigentlich noch das kleinere Problem ist), sondern du begibst dich damit auch auf ein gefährliches Pflaster, da du nicht weisst, ob die Pillen noch was taugen.

Bin auch kein Arzt. Ich glaube aber, wenn Du Prophylaxe nimmst, brauchst du kein Notfallmedikament. Wenn du wirklich erkrankst, wird das langsamer und weniger schwer passieren. Wie es allerdings im Fall von Resistenzen aussieht, weiss ich nicht. Wenn aber Resistenzen bekannt sind, wird die ein seriöser Arzt wohl dieses Medikament verschreiben, zu dem es eben noch keine Resistenzen gibt.

PS: Ich bin ja eigentlich nicht so pingelig, aber darf ich Dich bitten, die Postings nochmals durchzulesen, bevor du sie losschickst? Bei so vielen Tippfehlern ist es schwer, den Inhalt wirklich zu verstehen.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8107
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Elfi » Dienstag 29. Juli 2008, 13:05

wegen Tippfehler sorry, werd ich mich bessern,
wegen Schreibfehlern, bin hoffnungsloser Fall, bin da ganz schlecht :(

einen Tropenazt werde ich auf jeden fall noch mal aufsuchen. obwohl ich ja schon bei der Arztin bei der Gelbfieberimpfstelle war.

Malaron würde ich mir sowieso von Arzt holen. keine Frage.

wegen der Resistenz, ich gehe an die Elfenbeinküste. weis da jemand was?
ansonsten frag ich noch mal den Tropenarzt.

und bei einer Apoteke hab ich auch schon nachgefrag, extra so eine die auf Reisen spezielisiert ist und die haben mir auch keine befriedigende Antwort geben könne. vielleicht stell ich die falschen fragen :roll: , oder solche die sie nicht verstehen.


ist Lariam nicht rezeptpflichtig?

klar das ihr alle keine ärzte seid, aber ich finde die drücken sich immer so komisch aus, das ich dazu dann immer gerne Erfahrungen von anderen noch einhole.

lg
Elfi
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 11
Registriert: Sonntag 27. Juli 2008, 19:16

Beitragvon Alex » Dienstag 29. Juli 2008, 13:47

Ist Lariam nicht rezeptpflichtig?
Alle wirksamen Malariamittel (Lariam, Malarone, evtl. Doxycyclin) sind verschreibungspflichtig/rezeptpflichtig. Diskussionen über die Wahl zwischen diesen Mitteln hatten wir hier bereits. Alles weitere musst Du mit einem Tropenarzt besprechen.

wegen der Resistenz, ich gehe an die Elfenbeinküste. weis da jemand was?
ansonsten frag ich noch mal den Tropenarzt.
Solange Du kein Chloroquin nimmst... aber das wird in Deutschland sowieso schon lange nicht mehr verschrieben.

Reiseimpfempfehlungen für die Elfenbeinküste sind übrigens:
Diphtherie, Gelbfieber, Hepatitis A, Poliomyelitis, Tetanus, Typhus
Also fang besser schon mal an mit den Impfungen...

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Dienstag 29. Juli 2008, 15:50

Alex hat geschrieben:Meines Empfehlung: auch bei kleinen Fieberschüben nicht zögern, das Zeug auch zu nehmen!

:shock: Leute, bitte sehr vorsichtig mit solchen Tipps sein und erst recht bei der Durchführung!
Ich rate DRINGEND von einer Eigendiagnose und der Einnahme von Standby-Mitteln ab, wenn es auch anders geht. Die Standby-Mittel zur akuten Eigenbehandlung sind ausschließlich für Reisen/Gegenden gedacht, die schon eher Expeditionscharakter haben und man sich weit ab von jeglicher medizinischer Versorgung befindet - das trifft nur bei sehr wenigen Travellern zu!
Wenn man innerhalb von 24-48 Stunden einen Arzt aufsuchen kann, dann sollte man dies auch tunlichst tun und dort sein Blut auf Malaria prüfen lassen. Erst dann sollte eine entsprechende Behandlung durch den Arzt erfolgen. Jeder Dschungeldoktor in solchen Gebieten weiss besser als jeder Tropenmediziner hier in Deutschland Bescheid, welches Mittel am besten für die Region geeignet ist (Stichwort Resistenz).

Wenn in betreffenden Gebieten obendrein auch noch Denguefieber vorkommt (ähnliche Krankheitssymptome!), dann kann die Einnahme eines Standy-Mittels die Identifizierung dieses Erregers unter Umständen verschleiern und ein Arzt womöglich noch die völlig falsche Therapie einleiten.
Noch kurz ein Hinweis bzgl. Dengue: Bei Reisen in Gebiete mit Dengue darf auf gar keinen Fall Aspirin eingenommen werden. Bei solchen Reisen sollte sich ausschließlich Paracetamol in der Reiseapotheke befinden!


Man sollte bei der Überlegung bzgl. Malaria ein paar wichtige Punkte beachten:

1. WO soll es überhaupt hingehen - und damit meine ich nicht pauschal das Land sondern schon speziell die Region.
Leider empfehlen viele Reisemediziner auch für "normale Strandurlauber" eine Prophylaxe nur weil es irgendwo im Land Malariagebiete gibt. Dadurch pumpen sich extrem viele Urlauber völlig unnötig mit den Medikamenten voll und fördern so eine Resistenzbildung des Erregers. Egal, die Kasse des Arztes freut es :lol:

2. WIELANGE bin ich in einem solchen Gebiet. Bei einem recht kurzen Aufenthalt von wenigen Tagen ist eine Prophylaxe eher unsinnig.

3. WIE reise ich durch entsprechendes Gebiet - Unterschied zwischen Backpacking mit Expeditionscharakter und Rundreise.

4. WANN reise ich überhaupt ins Land. Bei manchen Ländern geht das Malariarisiko z.B. während der Trockenzeit gegen Null.

5. WELCHE Art von Malaria kommt überhaupt in den Gebieten vor.


Ich möchte hier nur mal die Alternative ohne Prophylaxe aufzeigen:

- Konsequenter Mückenschutz über die gesamte Aufenthaltsdauer in Malariagebieten, d.h. lange Kleidung und gutes Mückenschutzmittel. DAS ist immer noch der beste Schutz!!
- Zimmer mit Moskitonetz und/oder AC wählen.
- Malaria hat eine Inkubationszeit von ca. 7 Tagen, d.h. eventuelle Symptome treten erst nach dieser Zeit auf. Bei irgendwelchen Krankheitserscheinungen (egal welcher Art!) sofort zum Arzt gehen und Blut auf Malaria/Dengue prüfen lassen. Im Falle einer Erkrankung wird eine entsprechende Behandlung eingeleitet.

Zuletzt geändert von Rastlos am Dienstag 29. Juli 2008, 18:16, insgesamt 2-mal geändert.

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Rastlos » Dienstag 29. Juli 2008, 15:53

Elfi hat geschrieben:klar hast recht auf den rat der ärzte verlassen, nur das problem ist, das jeder was anderes/abweichendes sagt.

Und das wird auch leider immer so bleiben - selbst bei den Tropenmedizinern :lol:
Du musst selber entscheiden, wie seriös und vertrauenswürdig Dein Arzt ist, aber ich persönlich habe lange suchen müssen, bis ich einen wirklich guten gefunden habe. Viel schauen leider nur einfach mal kurz im schlauen Buch für das betreffende Land nach und empfehlen ohne weiteres alle dort aufgelisteten Massnahmen.
Ein seriöser Tropenarzt quetscht Dich aus und fragt nach der Art der Reise, den Stationen, Deinen Vorhaben etc. und stimmt darauf die Behandlung ab. Er gibt auch für viele andere möglichen Krankheiten entsprechende Verhaltenshinweise und erklärt einem mögliche Symptome.

Elfi hat geschrieben:also eigentlich wäre, jetzt so gesehen man will die bestmögliche absicherung, man holt sich lariam oder doxycyclin und nimmt die als prophylaxe und hat dann noch malarone dabei falls es dann doch zur infektion kommt.

:shock: :shock: :shock:
Bitte komm nicht auf die Idee, dass auch wirklich zu tun. Keinesfalls sollte man die verschiedenen Medikamante miteinander einfach so (also ohne ärztliche Aufsicht) kombinieren.
Die Nebenwirkungen von einem der Mittel kann unter UMständen schon übel genug sein :wink: Doxycyclin z.B. kann zur Hautsensibiliserung bzgl. Sonnenstrahlen führen und ist daher für Regionen in Äquatornähe ungeeignet.

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Alex » Dienstag 29. Juli 2008, 16:16

Ich rate DRINGEND von einer Eigendiagnose und der Einnahme von Standby-Mitteln ab, wenn es auch anders geht. Die Standby-Mittel zur akuten Eigenbehandlung sind ausschließlich für Reisen/Gegenden gedacht, die schon eher Expeditionscharakter haben und man sich weit ab von jeglicher medizinischer Versorgung befindet - das trifft nur bei sehr wenigen Travellern zu!
Du hast Recht. Habe es gelöscht, um Missverständnisse zu vermeiden. Was ich meinte war: Auch bei kleinen Fieberschüben sicherheitshalber den Arzt aufsuchen!
Aber das Malariamittel solltest Du DABEI HABEN und nicht vor Ort kaufen!


1. WO soll es überhaupt hingehen - und damit meine ich nicht pauschal das Land sondern schon speziell die Region.
Leider empfehlen viele Reisemediziner auch für "normale Strandurlauber" eine Prophylaxe nur weil es irgendwo im Land Malariagebiete gibt. Dadurch pumpen sich extrem viele Urlauber völlig unnötig mit den Medikamenten voll und fördern so eine Resistenzbildung des Erregers. Egal, die Kasse des Arztes freut es Laughing

2. WIELANGE bin ich in einem solchen Gebiet. Bei einem recht kurzen Aufenthalt von wenigen Tagen ist eine Prophylaxe eher unsinnig.

3. WIE reise ich durch entsprechendes Gebiet - Unterschied zwischen Backpacking mit Expeditionscharakter und Rundreise.
Das ist selbstverständlich. Die Isla Margarita gehört zu Venezuela, trotzdem braucht man da keine Malariaprophylaxe. Es geht hier für Elfi aber um die Elfenbeinküste (2 Monate). Für die gesamte Elfenbeinküste wird (grundsätzlich) eine Prophylaxe empfohlen.


Ich möchte hier nur mal die Alternative ohne Prophylaxe aufzeigen:

- Konsequenter Mückenschutz über die gesamte Aufenthaltsdauer in Malariagebieten, d.h. lange Kleidung und gutes Mückenschutzmittel. DAS ist immer noch der beste Schutz!!
- Zimmer mit Moskitonetz und/oder AC wählen.
- Malaria hat eine Inkubationszeit von ca. 7 Tagen, d.h. eventuelle Symptome treten erst nach dieser Zeit auf. Bei irgendwelchen Krankheitserscheinungen (egal welcher Art!) sofort zum Arzt gehen und Blut auf Malaria/Dengue prüfen lassen. Im Falle einer Erkrankung wird eine entsprechende Behandlung eingeleitet.
Tut mir leid. Aber: NEIN! Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) ist KEINE "Alternative", sondern sollte das Grundverhalten darstellen. Es ersetzt aber die chemische Malariaprophylaxe nicht!!! Ich bezweifle zwar, dass Du das so gemeint hast, aber missverstanden werden soll es hier auch nicht. Moskitonetze und guter Mückenschutz sind sehr wichtig.


Bitte komm nicht auf die Idee, dass auch wirklich zu tun. Keinesfalls sollte man die verschiedenen Medikamante miteinander einfach so (also ohne ärztliche Aufsicht) kombinieren.
Die Nebenwirkungen von einem der Mittel kann unter UMständen schon übel genug sein
Wenn man Doxycyclin (das ist ein übliches Breitbandantibiotikum) als Prophylaxe nimmt, hat man keine andere Wahl, als bei Malaria eines der anderen Mittel zu nehmen. Doxycyclin kann man nur zur Prophylaxe verwenden. Inwieweit da Wechselwirkungen auftreten, kann Dir ein guter Apotheker (kein Arzt) sagen. Grundsätzlich muss man bei der Kombination verschiedener Mittel natürlich vorsichtig sein. Unter Umständen wird ein Mittel in Kombination mit einem anderen wirkungslos.


Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Dienstag 29. Juli 2008, 18:15

Ich hatte bei meiner Auflistung oben übrigens den Punkt "Wann" vergessen und nun nachträglich eingefügt.
Was ich bislang zum Thema Malaria gesagt habe gilt allgemein und nicht für den speziellen Fall von Elfi.

Alex hat geschrieben:Aber das Malariamittel solltest Du DABEI HABEN und nicht vor Ort kaufen!

Ja und Nein :wink:

JA, wenn man weiss, dass man sich für längere Zeit weitab einer medizinischen Versorgung aufhält. Dann ist ein Standby-Mittel mitzuführen, dass man natürlich besser schon zu Hause besorgt.

JA, wenn man auf eine Prophylaxe nicht verzichten will.

NEIN, wenn die beiden anderen Punkte nicht zutreffen, denn dann bekommt man im Fall der Fälle vom Arzt das wirklich für die entsprechende Gegend am besten geeignete Mittel verabreicht. In Malariagebieten kennt sich wirklich jeder Dschungel-Doc damit aus und hat die Medikamente vorrätig.

Alex hat geschrieben:Tut mir leid. Aber: NEIN! Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) ist KEINE "Alternative", sondern sollte das Grundverhalten darstellen. Es ersetzt aber die chemische Malariaprophylaxe nicht!!! Ich bezweifle zwar, dass Du das so gemeint hast, aber missverstanden werden soll es hier auch nicht. Moskitonetze und guter Mückenschutz sind sehr wichtig.

Absolut richtig, guter präventiver Mückenschutz ersetz die Chemie nicht!

Allerdings macht sie bei konsequenter Anwendung in vielen Gebieten die chemische Keule aber auch unnötig. Hier gibt es natürlich viele Meinungen und letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden :wink:
Nur ein paar Anmerkungen dazu:
1. Wenn man nicht gestochen werden kann, dann braucht man sich um Malaria und andere von Mücken übertragende Krankheiten keine Sorgen machen.
2. Malariaprophylaxen bieten leider keinen 100%igen Schutz - in gewissen Gebieten auf Grund von Resistenz sogar nur 60%
3. Viele Reisende setzen leider eine Prophylaxe mit einer Impfung gleich und glauben tatsächlich, dass sie für die Dauer der Einnahme absolut immun sind.
4. Leider trifft man immer wieder auf Leute, die sich wegen der Prophylaxe so sehr in Sicherheit wiegen, dass sie dadurch komplett den eigentlichen Mückenschutz vernachlässigen!

Wenn man die eventuellen Nebenwirkungen in Kauf nehemen möchte, dann bietet selbstverstänlich die Kombination aus gutem Mücknschutz und einer Prophylaxe den besten Schutz!

Zuletzt geändert von Rastlos am Dienstag 29. Juli 2008, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Rastlos » Dienstag 29. Juli 2008, 18:26

So, nun aber mal zum ganz speziellen Fall von Elfi :wink:

Ich persönlich verzichte wenn es geht auf eine Malariaprophylaxe, aber im vorliegenden Fall würde auch ich mich für eine Einnahme entscheiden (so wie ich es auch für Sao Tome & Principe getan habe).

Das Risiko an der Elfenbeinküste ist ganzjährig und landesweit hoch - zur Regenzeit sogar extrem hoch. Zusätzlich kommt dort zu über 90% die lebensgefährliche Variante "Malaria tropica" vor!!

Die liebe Elfi muss sich aber nicht nur in der Dämmerung um einen sehr guten Mückenschutz bemühen, sondern auch tagsüber, denn es kommt landesweit auch Dengue vor. Deswegen MUSS vor jedem Verdacht auf Malaria ein Bluttest gemacht werden, um Dengue auszuschließen!!!
Aus diesem Grund auch bitte kein Standby-Mittel selber einnehmen oder Aspirin gegen Kopfschmerzen etc. verwenden.

Ich weiss nicht wieviel Erfahrung Elfi mit tropischen Ländern hat, deswegen sollte sie sich auf jeden Fall auch mit dem Thema Lassa-Fieber, Cholera und anderen Infektionskrankheiten befassen :wink:
Generell sollte sie sehr penibel auf die hygienischen Bedingungen von Wasser, Speisen und getränken achten!

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Alex » Dienstag 29. Juli 2008, 18:35

NEIN, wenn die beiden anderen Punkte nicht zutreffen, denn dann bekommt man im Fall der Fälle vom Arzt das wirklich für die entsprechende Gegend am besten geeignete Mittel verabreicht. In Malariagebieten kennt sich wirklich jeder Dschungel-Doc damit aus und hat die Medikamente vorrätig.
Das halte ich für irrelevant. Es gibt nur drei wirksame Mittel (Artemether/Lumefantrin alias Riamet, Atovaquon/Proguanil alias Malarone und Mefloquin alias Lariam) zur Notfall-Behandlung.
http://www.dtg.org/16.html
Solange man sich nicht in Südostasien aufhält, sind alle drei Mittel ähnlich wirksam. Ein "Dschungel-Doc" könnte Dir möglicherweise noch Chloroquin geben, was leider vielerorts kaum noch Wirkung hat (und daher in Europa auch gar nicht mehr verschrieben wird). Gerade in Afrika wird Chloroquin ständig gegeben, weil es sehr billig ist. Andere Medikament werden vielleicht gar nicht vorhanden sein, denn die sind im Gegensatz zu Chloroquin ziemlich teuer. Ich kann daher nur mit Nachdruck empfehlen, selbst ein Malariamittel bereitzuhalten.


Allerdings macht sie bei konsequenter Anwendung in vielen Gebieten die chemische Keule aber auch unnötig. Hier gibt es natürlich viele Meinungen und letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden
Kein Mückenmittel wirkt einhundertprozentig. Ein Mückennetz kann ein Loch haben. Auf chemische Prophylaxe in Hochrisikogebieten zu verzichten ist grob fahrlässig.


Die liebe Elfi muss sich aber nicht nur in der Dämmerung um einen sehr guten Mückenschutz bemühen, sondern auch tagsüber, denn es kommt landesweit auch Dengue vor.
Expositionsprophlaxe ist sehr wichtig.

Generell sollte sie sehr penibel auf die hygienischen Bedingungen von Wasser, Speisen und getränken achten!
Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken (am Besten auch Zähneputzen), nicht barfuß laufen (Würmer).

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Dienstag 29. Juli 2008, 19:10

Alex hat geschrieben:Solange man sich nicht in Südostasien aufhält, sind alle drei Mittel ähnlich wirksam.

Meines Wissens nach gibt es starke regionale Unterschiede in der Wirksamkeit - als bestes Mittel (vor allem wegen der geringen Nebenwirkungen) wird aber wohl Riamet angesehen.

Alex hat geschrieben:Gerade in Afrika wird Chloroquin ständig gegeben, weil es sehr billig ist. Andere Medikament werden vielleicht gar nicht vorhanden sein, denn die sind im Gegensatz zu Chloroquin ziemlich teuer.

Meistens wird es aber nur bei der einheimischen Bevölkerung verabreicht. Ausländer und Touristen bekommen in den meisten Fällen die teureren Medikamente - notfalls vom nächsten Krankenhaus.

Alex hat geschrieben:Ich kann daher nur mit Nachdruck empfehlen, selbst ein Malariamittel bereitzuhalten.

OK, da gehen unsere Meinungen eben auseinander.
Man sollte meiner Meinung nach diese Entscheidung immer von den Bedingungen des Reiselandes abhängig machen. Ich kenne Leute, die sogar nach Thailand immer brav ihre Mittelchen mitschleppen, dabei ist dieses Land bestens damit ausgerüstet :roll:

Einzig die Angst vor Arzneimittelfälschungen würde ich hier noch als Grund nachvollziehen können.

Alex hat geschrieben:Auf chemische Prophylaxe in Hochrisikogebieten zu verzichten ist grob fahrlässig.

Da sind wir uns ja einig, deswegen auch mein Rat PRO Prophylaxe :wink:

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Elfi » Dienstag 29. Juli 2008, 23:29

Rastlos hat geschrieben:So, nun aber mal zum ganz speziellen Fall von Elfi :wink:

Ich persönlich verzichte wenn es geht auf eine Malariaprophylaxe, aber im vorliegenden Fall würde auch ich mich für eine Einnahme entscheiden (so wie ich es auch für Sao Tome & Principe getan habe).

Das Risiko an der Elfenbeinküste ist ganzjährig und landesweit hoch - zur Regenzeit sogar extrem hoch. Zusätzlich kommt dort zu über 90% die lebensgefährliche Variante "Malaria tropica" vor!!

Die liebe Elfi muss sich aber nicht nur in der Dämmerung um einen sehr guten Mückenschutz bemühen, sondern auch tagsüber, denn es kommt landesweit auch Dengue vor. Deswegen MUSS vor jedem Verdacht auf Malaria ein Bluttest gemacht werden, um Dengue auszuschließen!!!
Aus diesem Grund auch bitte kein Standby-Mittel selber einnehmen oder Aspirin gegen Kopfschmerzen etc. verwenden.

Ich weiss nicht wieviel Erfahrung Elfi mit tropischen Ländern hat, deswegen sollte sie sich auf jeden Fall auch mit dem Thema Lassa-Fieber, Cholera und anderen Infektionskrankheiten befassen :wink:
Generell sollte sie sehr penibel auf die hygienischen Bedingungen von Wasser, Speisen und getränken achten!



danke schön für die ausführung.

leider hab ich so wenig wenig Erfahrung wie es nur geht, nämlich gar keine :wink:
ist meine erste Reise in ein tropisches Land, deshalb auch das nachhaken.

hab schon ganz fleisig alles zusammen gesucht was ich nur finden konnte (so bin ich auch auf dieses forum gestoßen).
z.B. wegen wasser und was man so essen sollte und nicht sollte.
Lassa-Fieber ist noch nicht aufgetaucht in meiner Recherche soweit ich mich errinnern kann. wenn jemand ne gute Infoseite kennt nur her damit.

öffter hab ich jetzt auch schon gelesen das man nicht barfuss rumlaufen, soll. warum? alex schrieb würmer. ok und was sind das für welche und was machen die.

das mit aspirin merk ich mir, nehme nur paracetamol mit. Frage: warum eigentlich?


Also das mit den Moskitonetzen und der langen Kleidung, und der ganze anderen nicht medikamentalen Maßnahmen werde ich natürlich befolgen.
Elfi
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 11
Registriert: Sonntag 27. Juli 2008, 19:16

Beitragvon Alex » Mittwoch 30. Juli 2008, 00:11

Hier bitte nur Fragen zur Malaria. Für andere Themen (Hakenwürmer, Lassa) bitte ein anderes Thema aufmachen.


Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Mittwoch 30. Juli 2008, 16:49

Alex hat geschrieben:Hier bitte nur Fragen zur Malaria. Für andere Themen (Hakenwürmer, Lassa) bitte ein anderes Thema aufmachen.

@Elfi
Neues Thema findest Du unter:
http://www.traveltalk.weltreiseforum.com/ftopic10411.html

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon weltenerforscher » Donnerstag 2. Oktober 2008, 17:07

hey,
ich reis von mitte februar für 7-8 wochen mitm rucksack durch Nordthailand, laos, evtl. ganz vietnam und Südchina. jetzt bin ich mir aber noch nicht ganz sicher ob ich nur ein malariamedikament als notfallpräparat mitnemen soll oder aber als prophylaxe. was meint ihr dazu? Und für Thailand wär dann wegen den resistenzien bei lariam wohl malarone besser, oder?
grüssle
weltenerforscher
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 15
Registriert: Sonntag 27. Januar 2008, 13:14

Beitragvon Alex » Donnerstag 2. Oktober 2008, 17:25

Malarone kann man nur bis 28 Tage lang als Prophylaxe genommen werden. Nur Doxycyclin kann man länger als vier Wochen zur Prophylaxe nehmen. Im Gegensatz zu Malarone funktioniert Doxycyclin allerdings nicht als Standyby-Medikation!
Leider dürfen Tropenärzte in Deutschland Doxycyclin nicht als Malariamittel verschreiben.

Lasse Dich am besten von einem Tropenarzt beraten:
http://www.dtg.org/aerzte.html

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Donnerstag 2. Oktober 2008, 17:57

Alex hat geschrieben:Leider dürfen Tropenärzte in Deutschland Doxycyclin nicht als Malariamittel verschreiben.

Das hat auch einen guten Grund, denn Doxycyclin ist ein Breitband-Antibiotikum, dass in Deutschland gar nicht als Malaria-Prophylxe zugelassen ist. Und mal ganz ehrlich, wer ernsthaft für eine längere Zeit seinem Körper ein solches Antibiotikum zumuten will, der kann doch nicht Herr seiner Sinne sein :wink:

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Rastlos » Donnerstag 2. Oktober 2008, 18:03

weltenerforscher hat geschrieben:hey,
ich reis von mitte februar für 7-8 wochen mitm rucksack durch Nordthailand, laos, evtl. ganz vietnam und Südchina. jetzt bin ich mir aber noch nicht ganz sicher ob ich nur ein malariamedikament als notfallpräparat mitnemen soll oder aber als prophylaxe. was meint ihr dazu? Und für Thailand wär dann wegen den resistenzien bei lariam wohl malarone besser, oder?
grüssle

Zum Thema Standby-Mittel:
Wenn die medizinische Versorgung in meinem Land gut ist - und das ist sie eigentlich in allen von Dir genannten - dann ist ein Standby-Mittel absolut überflüssig. Diese MIttel sind nur für eine Notfallmedikation gedacht, wenn man bei Auftreten der Krankheitssymptome innerhlb der nächsten 1-2 Tage keinen Arzt aufsuchen kann (Expeditionscharakter!).
Bitte NIEMALS eine Eigendiagnose durchführen und auf Verdacht ein Standby-Mittel einnehmen. Ein Laie kann unmöglich den Unterschied zwischen Malaria und einer anderen Erkrankung (z.B. Dengue) mit ähnlichen Symptomen erkennen. Bei Verdacht auf Malaria also bitte immer zuerst einen Arzt aufsuchen und einen Bluttest machen lassen, denn erst danach kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden!

Zum Thema Prophylaxe:
Im Grunde genommen muss das natürlich jeder für sich selber entscheiden, aber es gibt eine Menge Gründe, die gegen eine Einnahme sprechen (Resistenz, Nebenwirkungen, falsches Sicherheitsgefühl etc.).
Da in den von Dir genannten Gebieten auch Dengue auftreten kann, musst Du eh eine sehr gute Mückenprävention durchführen (Moskitonetz oder Zimmer mit AC, Mückenschutzmittel, lange Kleidung etc.). Damit schützt Du Dich auch schon automatisch gegen Malaria :wink:

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 2. Oktober 2008, 18:05

Meines Wissens nach braucht man für diese Gegend überhaupt keine Prophylaxe, sondern einfach ein Notfallmedikament, da Malaria dort relativ selten vorkommt. So habe ich das in der Region immer gehandhabt. Aber ob die Infos noch aktuell sind, kann ich leider nicht sagen. Daher schliessliche ich mich dem Rat von Alex an, im Zweifelsfalle den Tropenarzt fragen.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8107
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon weltenerforscher » Donnerstag 2. Oktober 2008, 18:19

ja ich hatte auch vor in den nächsten wochen mal zum tropeninstitut zu fahrn. nur kann man ja auch nicht immer den ärzten trauen, viele verschreiben dann einfach ein produkt um sich abzusichern obwohl eigendlich überflüssig. deshalb find ich auch immer ratschläge von bereits "erfahrenen" sehr sinnvoll.
eigendlich dacht ich immer dass vor allem in vietnam und thailand eine prophylaxe zu empfehlen ist. aber kann man denn auch malarone als notfallpräparat mitnehmen?
weltenerforscher
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 15
Registriert: Sonntag 27. Januar 2008, 13:14

Beitragvon Alex » Donnerstag 2. Oktober 2008, 23:12

Das hat auch einen guten Grund, denn Doxycyclin ist ein Breitband-Antibiotikum, dass in Deutschland gar nicht als Malaria-Prophylxe zugelassen ist. Und mal ganz ehrlich, wer ernsthaft für eine längere Zeit seinem Körper ein solches Antibiotikum zumuten will, der kann doch nicht Herr seiner Sinne sein
Ja. Natürlich verschreiben Ärzte Doxycyclin nicht, weil es nicht zugelassen ist. Das ist doch klar. Aber von der Nebenwirkungs-Seite sind die anderen verfügbaren Mittel auch nicht besser. Natürlich muss man bedenken, dass man sich damit Resistenzen gegen Doxycyclin anzüchtet. Aber das ist eben der Preis. Von "nicht Herr der Sinne" kann da keine Rede sein. Immerhin empfiehlt die WHO Doxycyclin neben den anderen bekannten Mitteln auch zur Malariaprophylaxe.

nur kann man ja auch nicht immer den ärzten trauen, viele verschreiben dann einfach ein produkt um sich abzusichern obwohl eigendlich überflüssig. deshalb find ich auch immer ratschläge von bereits "erfahrenen" sehr sinnvoll.
Dem muss ich aber leider doch widersprechen. Wir können Dir hier Tipps geben. Aber im Zweifel solltest Du Dich auf jeden Fall auf den Rat des Tropenarztes verlassen. Ein richtiger Tropenarzt wird Dir genau das empfehlen, was die Deutsche Tropengesellschaft empfiehlt. Für jede Region, Reiseart und oft abhängig von der Jahreszeit gibt es allgemeine Empfehlungen, die Du Dir zu Herzen nehmen solltest. Allein das zählt, und nicht die "Erfahrungen" von irgendwelchen Reisenden, die angeben, dies und das getan zu haben, und "nicht krank geworden" zu sein.

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Freitag 3. Oktober 2008, 10:42

Alex hat geschrieben:Aber von der Nebenwirkungs-Seite sind die anderen verfügbaren Mittel auch nicht besser. Natürlich muss man bedenken, dass man sich damit Resistenzen gegen Doxycyclin anzüchtet. Aber das ist eben der Preis. Von "nicht Herr der Sinne" kann da keine Rede sein. Immerhin empfiehlt die WHO Doxycyclin neben den anderen bekannten Mitteln auch zur Malariaprophylaxe.

Natürlich sind die Nebenwirkungen der anderen Prophylaxen nicht außer Acht zu lassen, weswegen ich das auch immer wieder als Grund gegen eine Prophylaxe anspreche.
Aber die möglichen "Nebenwirkungen" eines Breitband-Antibiotikums kannst Du doch nicht allen ernstes mit denen eines speziellen Medikamentes vergleichen. Während die anderen Malariamedikamente (teilweise erhebliche) körperliche Symptome hervorrufen können, hat die Einnahme eines Antibiotikums über längere Zeit (der Fragesteller spricht von 7-8 Wochen) unter Umständen eine Resistenzbildung des eigenen Körpers auf Antibiotika zur Folge. Und was, wenn die Doxycyclin-Anwender mal irgendwann auf Grund einer Krankheit auf ein wirksames Antibiotikum angewiesen sind? Tja, dann heisst es unter Umständen "Pech gehabt" :wink:

Wenn überhaupt sollte Doxycyclin daher nur für eine kurzzeitige Malaria-Anwendung eingenommen werden.

Alex hat geschrieben:Wir können Dir hier Tipps geben. Aber im Zweifel solltest Du Dich auf jeden Fall auf den Rat des Tropenarztes verlassen. Ein richtiger Tropenarzt wird Dir genau das empfehlen, was die Deutsche Tropengesellschaft empfiehlt. Für jede Region, Reiseart und oft abhängig von der Jahreszeit gibt es allgemeine Empfehlungen, die Du Dir zu Herzen nehmen solltest. Allein das zählt, und nicht die "Erfahrungen" von irgendwelchen Reisenden, die angeben, dies und das getan zu haben, und "nicht krank geworden" zu sein.

Da kann ich Dir natürlich nur absolut zustimmen!
Jedoch trotzdem mit einer kleinen Einschränkung, denn leider ist es in Deutschland gar nicht so einfach einen fähigen Mediziner zu finden - auch sog. Tropenärzte machen es sich leider oftmals viel zu einfach.
Dies ist eine Erfahrung, die ich selber schon häufig machen musste und die auch anderen Travellern schon oft passiert ist.
Es ist nunmal wirklich so, dass die Mediziner in betroffenden Gebieten sich wesentlich besser mit der Materie auskennen, als unsere Ärzte zu Hause am Schreibtisch :wink:


Ein wirklich guter Arzt in Deutschland hinterfragt alles nötige bzgl. der Reise, um eine optimale Malariaberatung geben zu können. Dazu gehören vor alle folgende Punkte, die ich auch schon ein paar Beiträge vorher aufgezählt hatte:

1. WO soll es überhaupt hingehen - und damit meine ich nicht pauschal das Land sondern schon speziell die Region.
Leider empfehlen viele Reisemediziner auch für "normale Strandurlauber" eine Prophylaxe nur weil es irgendwo im Land Malariagebiete gibt. Dadurch pumpen sich extrem viele Urlauber völlig unnötig mit den Medikamenten voll und fördern so eine Resistenzbildung des Erregers. Egal, die Kasse des Arztes freut es.

2. WIELANGE bin ich in einem solchen Gebiet. Bei einem recht kurzen Aufenthalt von wenigen Tagen ist eine Prophylaxe eher unsinnig.

3. WIE reise ich durch entsprechendes Gebiet - Unterschied zwischen Backpacking mit Expeditionscharakter und Rundreise.

4. WANN reise ich überhaupt ins Land. Bei manchen Ländern geht das Malariarisiko z.B. während der Trockenzeit gegen Null.

5. WELCHE Art von Malaria kommt überhaupt in den Gebieten vor. Bei nur sehr geringem Vorkommen der gefährlichen Malaria tropica ist eine Prophylaxe eher unsinnig.

6. WIE ist die medizinische Versorgung im Zielland. Bei sehr guter medizinischer Versorgung ist z.B. ein Standby-Mittel absolut überflüssig.

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

Beitragvon Alex » Freitag 3. Oktober 2008, 14:43

Natürlich sind die Nebenwirkungen der anderen Prophylaxen nicht außer Acht zu lassen, weswegen ich das auch immer wieder als Grund gegen eine Prophylaxe anspreche.
Aber die möglichen "Nebenwirkungen" eines Breitband-Antibiotikums kannst Du doch nicht allen ernstes mit denen eines speziellen Medikamentes vergleichen. Während die anderen Malariamedikamente (teilweise erhebliche) körperliche Symptome hervorrufen können, hat die Einnahme eines Antibiotikums über längere Zeit (der Fragesteller spricht von 7-8 Wochen) unter Umständen eine Resistenzbildung des eigenen Körpers auf Antibiotika zur Folge. Und was, wenn die Doxycyclin-Anwender mal irgendwann auf Grund einer Krankheit auf ein wirksames Antibiotikum angewiesen sind? Tja, dann heisst es unter Umständen "Pech gehabt
Das ist so nicht richtig. Es entwickeln sich langfristig Resistenzen gegen Doxycyclin allein. Es gibt aber auch einige andere Antibiotika, und es werden auch immer wieder neue entwickelt.

Die genauen Reiseumstände sind sehr wichtig. Ein guter Tropenarzt wird Dich nicht nur nach dem Reiseziel fragen, sondern auch nach den von Rastlos genannten Punkten.

Gruß,
Alex
Alex
Forenveteran
 
Beiträge: 2058
Registriert: Samstag 19. Februar 2005, 19:40
Wohnort: Deutschland

Beitragvon Rastlos » Sonntag 5. Oktober 2008, 10:52

Alex hat geschrieben:Das ist so nicht richtig. Es entwickeln sich langfristig Resistenzen gegen Doxycyclin allein.

Hast Du dafür eine Quellenangabe? So viel ich weiss, können sich Resistenzen gegen ALLE Tetracycline entwickeln und nicht nur gegen Doxycyclin.
Nach Cephalosporinen und Penicillien sind Tetracycline übrigens derzeit die meistgebrauchten Antibiotika, von daher wäre es gar nicht erfreulich, wenn man dagegen eine Resistenz entwickelt.

Alex hat geschrieben:Es gibt aber auch einige andere Antibiotika, und es werden auch immer wieder neue entwickelt.

Alex, ich schätze ganz ehrlich Deinen Sachverstand bei der bisherigen Diskussion, aber Du willst das Thema der steigenden Antibiotikaresistenzen doch nicht wirklich verharmlosen, oder?!
Antibiotikaresistenz ist ein wachsendes Problem und daher sollten gerade Breitbandantibiotika nur gezielt und so selten wie möglich verwendet werden!!
"Im Jahr 2005 infizierten sich rund drei Millionen Europäer mit Keimen, die gegen bekannte Antibiotika resistent sind – 50.000 von ihnen starben daran" (Quelle).

Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de
Benutzeravatar
Rastlos
Forenveteran
 
Beiträge: 269
Registriert: Dienstag 29. Juli 2008, 09:08
Wohnort: Münster

VorherigeNächste

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast