Malaria

Wir wollen hier zwar eine wirkliche medizinische Beratung nicht ersetzen, aber hier kann man sich zu gesundheitlichen Problem äussern

Beitragvon Alex » Sonntag 5. Oktober 2008, 13:12

Hast Du dafür eine Quellenangabe? So viel ich weiss, können sich Resistenzen gegen ALLE Tetracycline entwickeln und nicht nur gegen Doxycyclin.
Nach Cephalosporinen und Penicillien sind Tetracycline übrigens derzeit die meistgebrauchten Antibiotika, von daher wäre es gar nicht erfreulich, wenn man dagegen eine Resistenz entwickelt.

Die WHO und die DTG führen Doxycyclin unter den empfohlenen Malariamedikamenten (zur Prophylaxe) auf. Die Wirksamkeit ist wohl nicht so gut wie bei Malarone und Lariam, und gibt auch ein paar Nebenwirkungen. Vielleicht bekommt man auch Resistenzen gegen Doxycyclin. Das kann sein. "Tetracycline's primary use is for the treatment of acne vulgaris and rosacea." (Wikipedia). Bei dem heutigen Anwendungsbereich sind Resistenzen wohl zu verschmerzen. Insbesondere, wenn man bedenkt, welch schwere Krankheit Malaria ist.

Das perfekte Medikament gibt es nun mal nicht. Aber solange WHO und DTG das Medikament empfehlen, vertraue ich auf diesen Sachverstand.


"Im Jahr 2005 infizierten sich rund drei Millionen Europäer mit Keimen, die gegen bekannte Antibiotika resistent sind – 50.000 von ihnen starben daran"
"Each year many international travellers fall ill with malaria while visiting countries
where the disease is endemic, and well over 10 000 are reported to fall ill after
returning home. Due to underreporting, the real fi gure may be as high as 30 000.
" (WHO 2008: International travel and health). Und das sind nur "international travellers". "500 million become severely ill with malaria every year and more than 1 million die from the effects of the disease" (WHO website).
Bei der allgemeinen Forderung, Antibiotika möglichst sparsam zu verwenden, geht es meist eher darum, dass man sich nicht bei jeder minimalen Entzündung ein Antibiotikum aufträgt oder bei jeder kleinen Erkältung ein Breitbandantibiotikum schluckt. Hier geht es aber um Malaria und nicht um einen kleinen Schnupfen.

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Beitragvon Rastlos » Sonntag 5. Oktober 2008, 19:02

Alex hat geschrieben:Die WHO und die DTG führen Doxycyclin unter den empfohlenen Malariamedikamenten (zur Prophylaxe) auf. Die Wirksamkeit ist wohl nicht so gut wie bei Malarone und Lariam, und gibt auch ein paar Nebenwirkungen.

Ja, Mittel ganz frei von jeglichen Nebenwirkungen gibt es natürlich nicht. Es muss natürlich im Endeffekt schon jeder selber entscheiden, welche Nebenwirkungen er sich bzw. seinem Körper zumuten möchte. Ich weise im Fall Doxycyclin aber immer wieder bewusst auf das (kleine) Risiko der Antibiotika-Resistenz hin, weil dies nämlich nur den allerwenigsten Nutzern tatsächlich bewusst ist.
Ich persönlich würde, wenn überhaupt, auf eines der anderen Mittel zurückgreifen.

Alex hat geschrieben:Vielleicht bekommt man auch Resistenzen gegen Doxycyclin. Das kann sein. "Tetracycline's primary use is for the treatment of acne vulgaris and rosacea." (Wikipedia). Bei dem heutigen Anwendungsbereich sind Resistenzen wohl zu verschmerzen.

Nun, ich meinte schon die Gruppe der Tetracycline (Tetracyclin, Chlortetracyclin , Oxytetracyclin , Demeclocyclin , Doxycyclin, Minocyclin ) und nicht nur Tetracycline im spezillen. Deren Anwendungsbereich ist schon etwas größer :wink:

Alex hat geschrieben:Insbesondere, wenn man bedenkt, welch schwere Krankheit Malaria ist.

Ich hoffe, es hat hier nicht den Anschein als wenn ich Malaria verharmlosen möchte, denn das will ich auf gar keinen Fall. Aber gerade deshalb sollten sich auch Touristen Ihrer Verwantwortung gegenüber der lokalen Bevölkerung bewusst sein (Stichwot Resistenzen; s.u.)

Alex hat geschrieben:Und das sind nur "international travellers". "500 million become severely ill with malaria every year and more than 1 million die from the effects of the disease" (WHO website).

Mir ist natürlich bewusst, wieviele Menschen jedes Jahr auf der Welt an Malaria erkranken und sterben.
Wir befinden uns hier aber in einem Reiseforum und daher sollte man auch nicht vergessen, wer von den meisten Malariainfektionen und -todesfällen betroffen ist - die einheimische Bevölkerung! Gründe dafür sind vielschichtig, aber auch der übermäßige Gebrauch von Malariaprophylaxen bei Touristen führt zu Resistenzen der Erreger und dadurch auch teilweise zu erschwerten Behandlungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung.
Bei der globalen Bekämpfung der Malaria wird seit neuestem vor allem auf flächendeckende Prävention der betroffenden Bevölkerung gesetzt. Durch eine erhöhte Produktion von Moskitonetzen soll bis 2010 eine Versorgung von 80 Prozent der weltweiten Bevölkerung mit Netzen erzielt werden. Erste Erfolge im Kampf gegen die Malaria sind in einigen Gebieten dadurch schon zu beobachten.

Alex hat geschrieben:Bei der allgemeinen Forderung, Antibiotika möglichst sparsam zu verwenden, geht es meist eher darum, dass man sich nicht bei jeder minimalen Entzündung ein Antibiotikum aufträgt oder bei jeder kleinen Erkältung ein Breitbandantibiotikum schluckt.

Sehe ich anders. Die (eventuell auch noch völlig unnötige) Verwendung eines Breitbandantibiotikums für einen längeren Zeitraum als Malariaprophylaxe - obwohl es andere Mittel auf dem Markt gibt - halte persönlich sogar für gravierender als die kurzzeitige Verwendung.

Das es bei vielen Leuten aber inzwischen eine Art "Volkssport" ist, sich bei jeder Kleinigkeiten mit irgendeinem Zeug vollzupumpen, ist wieder eine Thema für sich :wink:

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Beitragvon Alex » Sonntag 5. Oktober 2008, 19:21

Nun, ich meinte schon die Gruppe der Tetracycline (Tetracyclin, Chlortetracyclin , Oxytetracyclin , Demeclocyclin , Doxycyclin, Minocyclin ) und nicht nur Tetracycline im spezillen. Deren Anwendungsbereich ist schon etwas größer
Keine Ahnung. Würde mich auch mal interessieren.
Bis jetzt musste ich noch nicht für mehr als 30 Tage in ein Malariagebiet. Aber ich verlasse mich dann auf die WHO, die DTG und meinen Tropenarzt. Und wenn die mir Doxycyclin empfehlen, dann würde ich Doxycyclin auch in Betracht ziehen. Allerdings würde ich persönlich immer noch zu Lariam neigen, weil die Einnahme von Doxycyclin zu einer erhöhten UV-Empfindlichkeit führt und ich keine spürbaren Nebenwirkungen mit Lariam hatte (ist aber schon länger her, Malarone ist ansonsten erste Wahl für Kurzreisen).

Wir befinden uns hier aber in einem Reiseforum und daher sollte man auch nicht vergessen, wer von den meisten Malariainfektionen und -todesfällen betroffen ist - die einheimische Bevölkerung! Gründe dafür sind vielschichtig, aber auch der übermäßige Gebrauch von Malariaprophylaxen bei Touristen führt zu Resistenzen der Erreger und dadurch auch teilweise zu erschwerten Behandlungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung.
Der "übermäßige Gebrauch von Malariaprohylaxen bei Touristen"??? Die lokale Bevölkerung ist in vielen tropischen Reiseregionen nun mal zu arm für eine Malariaprophylaxe. Das ist aber kein Grund für Touristen, auf den Schutz ihrer Gesundheit zu verzichten. Damit wäre niemandem geholfen.

Sehe ich anders. Die (eventuell auch noch völlig unnötige) Verwendung eines Breitbandantibiotikums für einen längeren Zeitraum als Malariaprophylaxe - obwohl es andere Mittel auf dem Markt gibt - halte persönlich sogar für gravierender als die kurzzeitige Verwendung.
Welche? Da gibt es defacto nur noch Mefloquin (Lariam), das für viele aufgrund der Nebenwirkungen nicht in Frage zu kommen scheint. Chloroquin kann man weltweit kaum noch verwenden (Resistenzen). Atovaquon/Proguanil (Malarone) kann man nicht länger als 28 Tage nehmen.

Gruß,
Alex

EDIT: Ich glaube gehört zu haben, dass das Risiko einer Resistenzbildung von Bakterien durch die lange Einnahme von Doxycyclin gering ist, sofern die tägliche Dosis richtig eingenommen wird.
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Beitragvon Rastlos » Montag 6. Oktober 2008, 09:56

Alex hat geschrieben:Der "übermäßige Gebrauch von Malariaprohylaxen bei Touristen"??? Die lokale Bevölkerung ist in vielen tropischen Reiseregionen nun mal zu arm für eine Malariaprophylaxe. Das ist aber kein Grund für Touristen, auf den Schutz ihrer Gesundheit zu verzichten. Damit wäre niemandem geholfen.

Ich glaube Du hast mich da etwas mißverstanden.
Natürlich ist die lokale Bevölkerung meistens finanziell nicht in der Lage sich Malariaprophylaxe zu besorgen. Es würde ja auch eh keinen Sinn machen, sich das Zeug monatelang einzuwerfen.
Nichts desto trotz werden für die Behandlung von Malariafällen hauptsächlich Medikamente verwendet (gilt jetzt natürlich nicht für Doxycyclin), die auch als Prophylaxen im Umlauf sind. Durch den übermäßigen und oftmals leider auch völlig unnötigen Gebrauch der Prophylaxen durch die Touristen kommt es aber zur Resistenzbildung der Erreger und dadurch auch zwangsläufig zu erschwerten Behandlungsmöglichkeiten für die betroffene Bevölkerung (und auch von Touristen mit Malaria!). Und genau dieser Folge und ihrer "Verantwortung" gegenüber der lokalen Bevölkerung sollte sich die Touristen bewusst sein. Deswegen sollte nun natürlich niemand auf einen Schutz verzichten wenn dieser unabdingbar ist, aber es sollten eben auch nicht fahrlässig und unnötig Prophylaxen verwendet werden - und das ist leider bei vielen Touristen der Fall.

Alex hat geschrieben:Welche? Da gibt es defacto nur noch Mefloquin (Lariam), das für viele aufgrund der Nebenwirkungen nicht in Frage zu kommen scheint. Chloroquin kann man weltweit kaum noch verwenden (Resistenzen). Atovaquon/Proguanil (Malarone) kann man nicht länger als 28 Tage nehmen.

Genau die von Dir genannten - natürlich inkl. der von Dir genannten Probleme :wink:
Sind in meinen Augen immer noch besser als ein Antibiotikum, ist aber eben meine persönliche Meinung. In den allermeisten Fällen ist auch die Einnahme über einen Zeitraum von 28 Tagen unnötig.

Alex hat geschrieben:Ich glaube gehört zu haben, dass das Risiko einer Resistenzbildung von Bakterien durch die lange Einnahme von Doxycyclin gering ist, sofern die tägliche Dosis richtig eingenommen wird.

Ja, das Risiko ist natürlich gering - genauso wie manche Nebenwirkungen der anderen Mittel. Aber es besteht eben trotzdem :wink:

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Beitragvon Pantitlan » Montag 6. Oktober 2008, 10:18

Ich habe hier ein Verständisproblem. Rastlos, Du schreibst:

Durch den übermäßigen und oftmals leider auch völlig unnötigen Gebrauch der Prophylaxen durch die Touristen kommt es aber zur Resistenzbildung der Erreger und dadurch auch zwangsläufig zu erschwerten Behandlungsmöglichkeiten für die betroffene Bevölkerung


Unnötig wäre die Prophylaxe etwa dann, wenn man zum Beispiel in Peru nur in die Anden geht und nicht in den Amazonas. In den hohen Lagen gibt es ja keine Mücken. Nehmen wir also diesen Fall, können sich dann überhaupt Resistenzen bilden? Ich dachte, Resistenzen gibt es, wenn jemand erkrankt und das Virus in dem erkrankten Körper mutiert. Doch genau das könnte ja dort, wo Prophylaxe wirklich unnötig ist, gar nicht geschehen. Im Gegenteil: Je nötiger eine Prophylaxe ist, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer Resistenzenbildung. Oder wo liegt mein Denkfehler?

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Beitragvon Rastlos » Montag 6. Oktober 2008, 10:57

Pantitlan hat geschrieben:Im Gegenteil: Je nötiger eine Prophylaxe ist, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer Resistenzenbildung. Oder wo liegt mein Denkfehler?

Im Grunde genommen hast Du da keinen Denkfehler. In Gebieten in denen es überhaupt keine Malaria gibt, wird es natürlich auch nicht zu Resistenzen kommen können und in Gebieten mit starkem Malariavorkommen ist die Wahrscheinlichkeit für Resistenzen am höchsten. Es gibt aber nicht nur schwarz und weiss :wink:

Jedoch können z.B. Reisende (Touristen wie Einheimische), die sich nur kurz in einem Malariagebiet aufhalten den Erreger eine zeitlang mit sich rum tragen und dadurch weiter verbreiten - auch in Gebiete, in denen Malaria noch nicht verbeitet war bzw. in denen es noch keine Resistenz gab. Das führt nicht von heute auf morgen auf eine Resistenzverbreitung, aber im Laufe der Jahre macht es sich definitv bemerkbar - so wie in der Vergangenheit eben auch schon. Aus diesem Grund müssen ja immer wieder neue und vor allem teurere Medikamente entwickelt werden.

"Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) empfiehlt vor allem auf den Mückenschutz zu achten, und nur dann vorbeugend Medikamente einzunehmen, wenn in Ihrem Urlaubsgebiet und der gewünschten Reisezeit sehr häufig Infektionen auftreten. Denn in den letzten Jahren ist das Plasmodium falciparum, der Erreger der gefährlichen Malaria tropica, immer unempfindlicher gegen die bestehenden Malaria-Medikamente geworden, weil diese in der Vergangenheit zu häufig eingesetzt wurden. Damit sich die Resistenzen nicht ausbreiten, setzt man Malaria-Medikamente zur Vorbeugung heute kritischer ein als früher. Für viele Reiseziele reicht es aus, für den tatsächlichen Krankheitsfall ein Medikament zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Therapie) dabei zu haben." (Quelle)

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Beitragvon Rastlos » Montag 6. Oktober 2008, 10:59

In Zusammenhang Malaria/Antibiotikaresistenz mal eben ein aktueller Artikel: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/590/186003/

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Beitragvon Alex » Montag 6. Oktober 2008, 11:50

Die Resistenzbildung der Plasmodien gegen Malariamedikamente ist aber schon wieder ein ganz anderes Thema. Wir sprachen ja ursprünglich von der Bildung antibiotikaresistenter Bakterien im eigenen Körper durch die unkontrollierte Einnahme von Antibiotika.

Genau die von Dir genannten - natürlich inkl. der von Dir genannten Probleme Wink
Sind in meinen Augen immer noch besser als ein Antibiotikum, ist aber eben meine persönliche Meinung. In den allermeisten Fällen ist auch die Einnahme über einen Zeitraum von 28 Tagen unnötig.
Vielleicht reden wir da aneinander vorbei, und sind uns wahrscheinlicher einiger als gedacht. Ich würde Doxycyclin auch nicht für eine Kurzreise nehmen. Da würde ich Malarone nehmen (naja... klar... sofern es nicht nach Südostasien geht).
Aber bei längeren Aufenthalten gibt es nur noch Lariam und Doxycyclin...
Und Standby-Medikation ist immer ein gewisses Risiko, weil der erste Fieberschub schon mal relativ schwach ausfallen kann. Wenn man dem nicht die angemessene Aufmerksamkeit schenkt (wenn man gerade sowieso viel um die Ohren hat etc.), dann ist es schon zu spät.

Für viele Reiseziele reicht es aus, für den tatsächlichen Krankheitsfall ein Medikament zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Therapie) dabei zu haben.
Klar. Aber wer tut sich auch unnötigerweise eine Malariaprophylaxe an, wenn sie für eine bestimmte Region nicht empfohlen ist? Gut... das würde ich persönlich als "unnötig" bezeichnen.
Aber trotzdem würde ich es niemanden vorwerfen. Eine Prophylaxe ist eine gewisse Sicherheit, die man sich mit gewissen gesundheitlichen Kosten erkauft. Es ist nicht unmoralisch, wenn man selbst bei geringem Risiko eine Prophylaxe nimmt, denn es geschieht in der Absicht, die eigene Gesundheit zu schützen. Natürlich entsteht möglicherweise auch anderen Menschen ein gewisser Schaden. Aber der ist nicht zu messen und individuell sehr gering, und kann daher dem individuellen "Mitverursacher" auch nicht wirklich angelastet werden (sowas fällt für mich unter Lebensrisiko). Grenzwertig wird die Sache für mich erst, wenn Leute bei einer Kurzreise Doxycyclin nehmen, weil ihnen Malarone zu teuer ist.

Jedoch können z.B. Reisende (Touristen wie Einheimische), die sich nur kurz in einem Malariagebiet aufhalten den Erreger eine zeitlang mit sich rum tragen und dadurch weiter verbreiten - auch in Gebiete, in denen Malaria noch nicht verbeitet war bzw. in denen es noch keine Resistenz gab. Das führt nicht von heute auf morgen auf eine Resistenzverbreitung, aber im Laufe der Jahre macht es sich definitv bemerkbar - so wie in der Vergangenheit eben auch schon. Aus diesem Grund müssen ja immer wieder neue und vor allem teurere Medikamente entwickelt werden.
Naja... das sind eben unerwünschte, unvermeidbare Nebeneffekte, die naturgemäß mit Prophylaxe und erhöhter menschlicher Mobilität einhergehen. Würde niemand reisen, müssten vielleicht weniger teure Medikamente entwickelt werden. Aber der (menschliche und kommerzielle) Nutzen für Fremde und Einheimische durch Reisen (von Fremden wie Einheimischen) ist viel größer als die Kosten neuer Medikamente.
So ist das Leben. Alles hat seine negativen externen Effekte.

Selbst bei sparsamer Nutzung haben sich irgendwann Resistenzen gegen Malariamedikamente durchgesetzt. Durch den starken Reiseverkehr hat sich die Lebensdauer von Medikamenten natürlich verringert. Man kann (und sollte) den Prozess aber nur verlangsamen, aber nicht verhindern. Im Fall von Malaria kann man den Prozess durch bessere Mückenkontrolle (auch u.U. Giftkeule) und Mückennetze über dem Bett verlangsamen. Und das sollte natürlich auch jeder für sich so machen. Die Chemoprophylaxe sollte eigentlich nur die letzte Barriere sein. Expositionsprophylaxe ist das Minimum.

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Beitragvon Rastlos » Montag 6. Oktober 2008, 13:19

Alex hat geschrieben:Die Resistenzbildung der Plasmodien gegen Malariamedikamente ist aber schon wieder ein ganz anderes Thema. Wir sprachen ja ursprünglich von der Bildung antibiotikaresistenter Bakterien im eigenen Körper durch die unkontrollierte Einnahme von Antibiotika.

Ja, wir switchen ein klein wenig hin und her :oops: :wink:

Alex hat geschrieben:Vielleicht reden wir da aneinander vorbei, und sind uns wahrscheinlicher einiger als gedacht.

Höchstwahrscheinlich ja :D

Alex hat geschrieben:Und Standby-Medikation ist immer ein gewisses Risiko, weil der erste Fieberschub schon mal relativ schwach ausfallen kann. Wenn man dem nicht die angemessene Aufmerksamkeit schenkt (wenn man gerade sowieso viel um die Ohren hat etc.), dann ist es schon zu spät.

Was ich vom Thema Eigendiagnose halte habe ich ja schon bereits geschrieben.
Natürlich ist man gerade was auftretende Krankheitssymptome betrifft in der Eigenverantwortung und -pflicht. Wer da nicht zum Arzt geht ist selber schuld. Wenn man den ersten Fieberschub aber nicht beachtet, dann hilft einem auch das mitgeschleppte Standby nicht weiter.

Alex hat geschrieben:Klar. Aber wer tut sich auch unnötigerweise eine Malariaprophylaxe an, wenn sie für eine bestimmte Region nicht empfohlen ist? Gut... das würde ich persönlich als "unnötig" bezeichnen.

Wenn Du wüsstest :D
Achte mal im Urlaub oder bei Gesprächen von anderen Reisenden zu diesem Thema darauf. Verwendete Malariaprohylaxen während der Trockenzeit, bei verschwindend geringem Risiko oder Strandaufenthalt etc. sind leider absolut keine Seltenheit.
Leider ist dies aber in 99% der Fälle eine mangelnde Beratung seitens irgendwelcher (Pseudo-)Tropenmediziner. Welche Punkte bei einer guten Beratung alle zur Sprache kommen sollten hatte ich ja bereits weiter oben aufgelistet. Wenn der Arzt bei Berücksichtigung aller Punkte immer noch eine Prophylaxe empfiehlt, dann hat das (hoffentlich) Hand und Fuss.

Alex hat geschrieben:Aber trotzdem würde ich es niemanden vorwerfen. Eine Prophylaxe ist eine gewisse Sicherheit, die man sich mit gewissen gesundheitlichen Kosten erkauft. Es ist nicht unmoralisch, wenn man selbst bei geringem Risiko eine Prophylaxe nimmt, denn es geschieht in der Absicht, die eigene Gesundheit zu schützen.

Ich werfe das auch sicherlich niemandem vor. Ich betone ja auch immer wieder, dass die Entscheidung pro/contra Prophylaxe jeder für sich selber entscheiden muss.
Ich finde es aber trotzdem auch sehr wichtig, den Leuten mal Probleme/Konsequenzen bzgl. Propyhlaxe aufzuzeigen, damit ein paar mehr Punkte bei der Entscheidungsfindung mit einfließen :wink:

Alex hat geschrieben:Naja... das sind eben unerwünschte, unvermeidbare Nebeneffekte, die naturgemäß mit Prophylaxe und erhöhter menschlicher Mobilität einhergehen. Würde niemand reisen, müssten vielleicht weniger teure Medikamente entwickelt werden.

Da stimme ich Dir zu. Eine Resistenz würde auch ohne Touristen irgendwann auftreten.

Alex hat geschrieben:Aber der (menschliche und kommerzielle) Nutzen für Fremde und Einheimische durch Reisen (von Fremden wie Einheimischen) ist viel größer als die Kosten neuer Medikamente.

Das erklär mal einem armen Reisbauern, der kein Geld für die teureren Medikamente hat. Nein, der Nutzen durch Touristen ist definitiv nicht höher, denn dafür verdienen viel zu wenig Einheimische tatsächlich am Tourismus.

Alex hat geschrieben:Selbst bei sparsamer Nutzung haben sich irgendwann Resistenzen gegen Malariamedikamente durchgesetzt. Durch den starken Reiseverkehr hat sich die Lebensdauer von Medikamenten natürlich verringert. Man kann (und sollte) den Prozess aber nur verlangsamen, aber nicht verhindern.

Ja, man kann eine Resistenz natürlich nicht aufhalten, aber wie Du schon selber sagst immerhin verlangsamen - und das teilweise sehr deutlich.

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Beitragvon Alex » Montag 6. Oktober 2008, 13:50

Vielleicht reden wir da aneinander vorbei, und sind uns wahrscheinlicher einiger als gedacht.

Höchstwahrscheinlich ja
Da muss ich jetzt aber mal ganz klar widersprechen! ;-)


Was ich vom Thema Eigendiagnose halte habe ich ja schon bereits geschrieben.
Natürlich ist man gerade was auftretende Krankheitssymptome betrifft in der Eigenverantwortung und -pflicht. Wer da nicht zum Arzt geht ist selber schuld. Wenn man den ersten Fieberschub aber nicht beachtet, dann hilft einem auch das mitgeschleppte Standby nicht weiter.
Ich weiß es nicht genau. Aber ich habe gehört, dass der erste Fieberschub schon mal sehr schwach sein kann. In manchen Lebenslagen kann man das vielleicht falsch einschätzen. Aber ich denke auch, dass man in einem Risikogebiet immer mit Malaria rechnen sollte.


Das erklär mal einem armen Reisbauern, der kein Geld für die teureren Medikamente hat. Nein, der Nutzen durch Touristen ist definitiv nicht höher, denn dafür verdienen viel zu wenig Einheimische tatsächlich am Tourismus.
Naja... ich sagte "der (menschliche und kommerzielle) Nutzen für Fremde und Einheimische durch Reisen (von Fremden wie Einheimischen)". Ich spreche auch nicht nur vom Tourismus, sondern von Reisen/Mobilität im Allgemeinen, also auch z.B. von inländischen Reisen Einheimischer.
Davon mal abgesehen. Ohne die Kaufkraft der Touristen (bzw. früher der wirtschaftlichen Bedeutung der Kolonialbeamten) wären die Malariamedikamente niemals entwickelt worden... und der "arme Reisbauer" wäre noch schlechter dran. Von der Seite sollte man es auch mal betrachten.


Achte mal im Urlaub oder bei Gesprächen von anderen Reisenden zu diesem Thema darauf. Verwendete Malariaprohylaxen während der Trockenzeit, bei verschwindend geringem Risiko oder Strandaufenthalt etc. sind leider absolut keine Seltenheit.
Leider ist dies aber in 99% der Fälle eine mangelnde Beratung seitens irgendwelcher (Pseudo-)Tropenmediziner. Welche Punkte bei einer guten Beratung alle zur Sprache kommen sollten hatte ich ja bereits weiter oben aufgelistet. Wenn der Arzt bei Berücksichtigung aller Punkte immer noch eine Prophylaxe empfiehlt, dann hat das (hoffentlich) Hand und Fuss.
Wenn ein Reisender ausreichend über die Gefahren informiert ist, und sich bei allgemein geringer Gefährdung trotzdem für eine Prophylaxe entscheidet (obwohl der Arzt das nicht für erforderlich hält), dann muss das akzeptiert werden. Das hängt nun man von der persönlichen Risikowahrnehmung ab. Aber eine gute Beratung ist natürlich Voraussetzung für eine solche Entscheidung.

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Beitragvon Rastlos » Montag 6. Oktober 2008, 14:04

Alex hat geschrieben:Ich weiß es nicht genau. Aber ich habe gehört, dass der erste Fieberschub schon mal sehr schwach sein kann. In manchen Lebenslagen kann man das vielleicht falsch einschätzen.

Z.T. kann sich Malaria auch durch andere Symptome als Fieber äußern.
Als Laie kann man es eh überhaupt nicht einschätzen, deswegen sollte man auch im Fall der Fälle immer zuerst einen Arzt aufsuchen und einen Bluttest machen lassen (lieber 10mal zu oft als einmal zu wenig!)

Alex hat geschrieben:Aber ich denke auch, dass man in einem Risikogebiet immer mit Malaria rechnen sollte.

Ja, das sollte man natürlich immer!
Aber auch hier bitte die Inkubationszeit nicht außer Acht lassen (ca. 12 Tage bei Malaria tropica), d.h. wenn ich gerade erst im Malariagebiet angekommen bin und bereits nach ein paar Tagen Fieber bekomme, dann kann es nunmal keine Malaria sein. Das gleiche gilt für auftretende Symptome Wochen nach Reiserückkehr - ab zum Arzt und darauf hinweisen, dass man in einem Malariagebiet war!

Alex hat geschrieben:Davon mal abgesehen. Ohne die Kaufkraft der Touristen (bzw. früher der wirtschaftlichen Bedeutung der Kolonialbeamten) wären die Malariamedikamente niemals entwickelt worden... und der "arme Reisbauer" wäre noch schlechter dran. Von der Seite sollte man es auch mal betrachten.

** Grübel **

Alex hat geschrieben:Wenn ein Reisender ausreichend über die Gefahren informiert ist, und sich bei allgemein geringer Gefährdung trotzdem für eine Prophylaxe entscheidet (obwohl der Arzt das nicht für erforderlich hält), dann muss das akzeptiert werden. Das hängt nun man von der persönlichen Risikowahrnehmung ab.

Yepp

Alex hat geschrieben:Aber eine gute Beratung ist natürlich Voraussetzung für eine solche Entscheidung.

Und genau da hapert es eben leider viel zu oft, denn in vielen Fällen ist es nämlich genau so, dass der Arzt eine Prophylaxe empfiehlt, obwohl diese unnötig wäre. :( Natürlich verständlich, wenn der Patient dann auf Nummer sicher gehen will und diesem Rat folgt (der dem Arzt wieder ein wenig Geld in die Taschen spült).

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Beitragvon Pantitlan » Montag 6. Oktober 2008, 16:16

Rastlos hat geschrieben:
Alex hat geschrieben:Ich weiß es nicht genau. Aber ich habe gehört, dass der erste Fieberschub schon mal sehr schwach sein kann. In manchen Lebenslagen kann man das vielleicht falsch einschätzen.

Z.T. kann sich Malaria auch durch andere Symptome als Fieber äußern.
Als Laie kann man es eh überhaupt nicht einschätzen, deswegen sollte man auch im Fall der Fälle immer zuerst einen Arzt aufsuchen und einen Bluttest machen lassen (lieber 10mal zu oft als einmal zu wenig!)


Ich hatte einmal hohes Fieber in Kambodscha. Ich bin dann ins Krankenhaus gegangen und wollte einen Bluttest machen. Der Arzt sah mich an und meinte: "Sie haben ziemlich sicher kein Malaria", es war alles so schmutzig und schmudelig in diesem Krankenhaus, dass ich mich entschlossen habe, den Test doch nicht zu machen, sondern den nächsten Bus nach Thailand zu nehmen. War eine schreckliche Reise, aber ich wusste dann: Der Arzt hatte recht gehabt.

Will damit nur sagen: Ich war nahe daran, das Medikament zu nehmen, ohne mich von einem Arzt zu untersuchen lassen. Ja, ich weiss: Genau das ist dumm! Aber manchmal ist man in Situationen, wo man irgendwie nicht klar entscheidet. Das ist allerdings ein bisschen ein anderes Thema.

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Beitragvon Alex » Montag 6. Oktober 2008, 16:45

Ich hatte einmal hohes Fieber in Kambodscha. Ich bin dann ins Krankenhaus gegangen und wollte einen Bluttest machen. Der Arzt sah mich an und meinte: "Sie haben ziemlich sicher kein Malaria", es war alles so schmutzig und schmudelig in diesem Krankenhaus, dass ich mich entschlossen habe, den Test doch nicht zu machen, sondern den nächsten Bus nach Thailand zu nehmen. War eine schreckliche Reise, aber ich wusste dann: Der Arzt hatte recht gehabt.
Übel. Und er hat Dich nur angesehen und dann gesagt, Du hättest sicher keine Malaria?
Die Entscheidung, mir in dem schmuddeligen Krankenhaus kein Blut abnehmen zu lassen, hätte ich aber wohl auch gefällt!

Gruß,
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Beitragvon Pantitlan » Montag 6. Oktober 2008, 16:51

Alex hat geschrieben:Übel. Und er hat Dich nur angesehen und dann gesagt, Du hättest sicher keine Malaria?
Die Entscheidung, mir in dem schmuddeligen Krankenhaus kein Blut abnehmen zu lassen, hätte ich aber wohl auch gefällt!


Ja. Er meinte allerdings auch: Er könne mir schon Blut nehmen, wenn ich darauf bestehe, aber es sei ziemlich sicher unnötig. Und als ich ein bisschen skeptisch war, hat er mich ein bisschen genauer angesehen und mit gesagt, dass ich bei einem Zahn eine Entzündung habe. Keine Ahnung, ob das wirklich seine grossartige Erfahrung war oder...

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Beitragvon Alex » Donnerstag 9. Oktober 2008, 12:40

Zum Thema Doxycylin ist auch der gerade erschienene Atlas zu resistenten Krankheitserregern und Antibiotikaverbrauch für Deutschland interessant:

http://idw-online.de/pages/de/news282171

bzw. für den Atlas im PDF-Format:
http://www.p-e-g.org/econtext/germap2008

Ich halte die Einnahme von Doxycyclin zur Malariaprophylaxe allerdings nicht für ein Beispiel problematischer Verschreibungs- und Einnahmepraktiken bei Antibiotika. Vielmehr problematisch ist die häufige Verschreibung von Antibiotika bei normalen Erkältungen der eigentlich unproblematischen Art und Ähnlichem.


Gruß,
Alex
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Beitragvon epsilon5 » Freitag 10. Oktober 2008, 19:27

Hallo zusammen
Heute wird Antibiotika generell zu häufig und viel schwerwiegender falsch (zu kurz) angewannt.
Ich muss Rastlos ein bischen wiedersprechen.
Durch den übermäßigen und oftmals leider auch völlig unnötigen Gebrauch der Prophylaxen durch die Touristen kommt es aber zur Resistenzbildung der Erreger und dadurch auch zwangsläufig zu erschwerten Behandlungsmöglichkeiten für die betroffene Bevölkerung

In der Dritten Welt" werden Medikamente oft Stückweise verkauft was zwangsäufig zu resistenzen führt.Selbst im augeklärten Europa ist der Anteil jener die wen sie sich besser fühlen die Einnahme der restlichen Tabletten schleifen lässt zu hoch.
Auch der Gebrauch in der Landwirtschaft wird immer noch unterschäzt und ferharmlost.
gruss
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Beitragvon Alex » Freitag 10. Oktober 2008, 19:40

Ok. Ich habe das hier leider schon etwas befördert. Aber hier bitte nur Beiträge zum Thema MALARIA.

Gruß,
Alex
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Beitragvon Kaffirahm » Dienstag 14. Oktober 2008, 07:31

Epsilon5 sieht dies völlig richtig. Wieviele Kilo Malaria Medikamente wohl alleine in der Schweiz unangetastet im Mülleimer verschwinden? Ja im Mülleimer! Weil aus Bequemlichkeit kaum zurück in die Apotheke gebracht wird? Wieviel % mögen dies wohl sein? 90% oder nahe der 100% der Malariapackungen, die ungeöffnet verschwinden?

Gewinner des Ganzen sind in erster Linie die Pharmaimternehmen und die verschreibenden und Provision kassierenden Ärzten in ihren Praxen. Nirgens wird schneller der Rezeptblock gezückt als dort. ( In manchen Kantonen bekommt der Patient gleich in der Praxis ausgewählte Produkte in die Hand gedrückt. )

Das ist nunmal Fakt.


P.S.
Ich habe 10 Jahre in der Pharmeindustrie gearbeitet, bis mich dieses menschenverachtende Business einfach nur noch ankotzte. ( Sorry für die Wortwahl, aber alles andere wäre geschönt was meine Gefühle damals angingen ). Wenn du arm wie eine Kirchenmaus bist, haste keine Chance auf lebensnotwendige Medikamente. In vielen Ländern, dieser Welt reicht es noch nicht mal um den Kampf gegen Malaria aufzunehmen........

Der Filz aus Pharma, Ärzten machen damit Millionen.
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Beitragvon sandsturm » Dienstag 14. Oktober 2008, 08:10

Also erstmals scheint du Epsilon falsch verstanden zu haben: Er schrieb, dass es unter anderem zu Resistenzen kommt, weil eben die Leute die Medikamentation zu früh absetzen. Also ZU WENIG Medikamente nehmen. Die Frage, ob man nun die Medizin wegwirft oder zurück bringt, ist zwar auch interessant - aber mit Resistenzenbildung (also dem Thema hier) hat das gar nichts zu tun.

Und dass Aerzte und Pharmaunternehmen an Medikamenten verdienen ist ein notwendiges uebel. Die Alternative wäre, dass wir gar keine Medikamente hätten - und da gönne ich den Pharmaunternehmen lieber ein bisschen Abzocke.

Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
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Beitragvon Alex » Dienstag 14. Oktober 2008, 11:25

In manchen Kantonen bekommt der Patient gleich in der Praxis ausgewählte Produkte in die Hand gedrückt.
Das gibt es auch in Deutschland. Die Ärzte bekommen Kofferraumladungen (und das ist keine Metapher) von "Probepackungen" von den Pharmaunternehmen, die damit die Marktpräsenz ihrer Produkte erhöhen wollen. Das ist übrigens illegal (für den Arzt, nicht den Patienten).

Gruß,
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Beitragvon Kaffirahm » Dienstag 14. Oktober 2008, 17:47

Einfach weggeschmissene Medikamente führen auch zu Resisdenzen.


......und als ein bisschen Abzocke würde ich dies auch nicht definieren wollen.
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Beitragvon Pantitlan » Dienstag 14. Oktober 2008, 18:02

Kaffirahm hat geschrieben:Einfach weggeschmissene Medikamente führen auch zu Resisdenzen.


Wieso?

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Beitragvon Alex » Dienstag 14. Oktober 2008, 18:12

Ja im Mülleimer! Weil aus Bequemlichkeit kaum zurück in die Apotheke gebracht wird?
Viele Medikamente sind unter bestimmten Umständen leicht verderblich. Für Medikamente gilt daher kein Rückgaberecht. Zurückgegebene Medikamente entsorgen Apotheken als Sondermüll.

Wieviel % mögen dies wohl sein? 90% oder nahe der 100% der Malariapackungen, die ungeöffnet verschwinden?
Unwahrscheinlich. Weißt Du wieviel eine Packung Malarone kostet? Wer kauft sich schon für 70 Euro prophylaktisch eine Packung Malarone und lässt sie dann im Schrank liegen?

Gewinner des Ganzen sind in erster Linie die Pharmaimternehmen und die verschreibenden und Provision kassierenden Ärzten in ihren Praxen.
Dürfen Ärzte Provisionen für verschriebene Medikamente nehmen?

Einfach weggeschmissene Medikamente führen auch zu Resisdenzen.
Hä?

Gruß,
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Beitragvon Kaffirahm » Dienstag 14. Oktober 2008, 23:56

Unwahrscheinlich. Weißt Du wieviel eine Packung Malarone kostet? Wer kauft sich schon für 70 Euro prophylaktisch eine Packung Malarone und lässt sie dann im Schrank liegen?



Und dann frisst der die einfach mal prophylaktisch weil 70 Euro gekostet, aber gar nicht erkrankt? :roll:




Dürfen Ärzte Provisionen für verschriebene Medikamente nehmen?


Nein. Das nennt sich dann Weiterbildungseminar in Rio de Janeiro inkl Unkostenrückerstatung.



Zurückgegebene Medikamente entsorgen Apotheken als Sondermüll.


Damit hast du das Hä? eigentlich schon beantwortet.
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