Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Eis auf dem Kilimandscharo, Wein in Kapstadt und Löwen in der Serengeti. Ist das Afrika?

Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon Henrik223 » Dienstag 1. August 2017, 15:39

Hallo :)

ich fliege im November nach Ghana für 14 Tage. Ich habe bereits 2 Packungen (insg. 24) Malarone daheim, mein Arzt meinte er würde mir die Prophylaxe definitiv empfehlen aber es wäre an sich auch Möglich das Medikament als Standby mitzunehmen.

Nun ich war noch nie in Ostafrika aber schon mehrmals in Südostasien und hab mir während eines 4 Monatigen Aufenthalts in Indonesien auch schon das Dengue Fieber eingefangen. Was soll ich sagen, war echt unangenehm aber nach einer Woche war der Spuk vorbei.
Jetzt ist Ghana nun mal nicht SOA und Dengue nicht Malaria trotzdem bekomme ich diese Frage für mich einfach nicht geklärt.

Standby oder Prophylaxe?!
Ich meine, was machen die ganzen Langzeitaufenthalte dort? Was machen die Einheimischen? Die Schlucken mit Sicherheit keine Malarone ihr leben lang... Also kann ich nicht besser das Medikament nur als Standby mitnehmen und nicht Prophylaxen?

Oder würdet ihr sagen das Risiko ist es nicht wert?

LG Henrik
Henrik223
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 1. August 2017, 15:32

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon vts-hh » Dienstag 1. August 2017, 15:48

Hallo und willkommen!
Medizinische Ratschläge zu geben ist nicht so ganz einfach und auch riskant. Mein Rat wäre sich an einen Tropenmediziner (nicht Hausarzt) zu wenden. Die haben deutlich mehr Erfahrung und können Dir auch die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten aufzeigen, so dass Du eine Grundlage hast, auf der Du dann die für Dich beste Entscheidung treffen kannst. So denke ich zum Beispiel: je höher das Malaria Risiko je eher Prophylaxe - je geringer das Risiko je eher Standby.... hängt also auch sehr davon ab wo genau Du Dich aufhalten wirst.

vts-hh
vts-hh
Forenveteran
 
Beiträge: 220
Registriert: Mittwoch 7. November 2007, 17:52
Wohnort: hamburg

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon Henrik223 » Dienstag 1. August 2017, 15:51

War bereits bei meinem Hausarzt, welcher selber Erfahrungen in dem Bereich hat (weil er privat auch schon in Afrika war) und bei einem Tropenarzt (muss ich ja eh, wegen der Gelbfieberimpfung), der Tropenarzt war insgesamt sehr unfreundlich und meinte nur "in Ghana MUSS ich schlucken, keine Diskussion". Über meine Bedenken bezüglich Nebenwirkungen meinte er nur "ist Schwachsinn", wohl nicht der kompetenteste oder zumindest keinen guten Tag gehabt der gute :D

Ich denke mir aber halt...was machen denn dann die Menschen vor Ort?
Eine Freundin von mir ist gebürtig aus Ghana und war auch schon Oft dort, dann aber nur in Accra selbst und die hat nie irgendwas genommen. Hatte auch noch nie Malaria.
Henrik223
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 1. August 2017, 15:32

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon vts-hh » Dienstag 1. August 2017, 16:02

Weiss nicht wo Du wohnst, aber vielleicht gibt es ja noch einen anderen Tropenmediziner den Du Fragen kannst... War selber noch nie in Ghana und hab daher für diese Region keine Erfahrung. Allerdings rät das Tropeninstitut in Hamburg dringend zu einer Prophylaxe da das Risiko wohl sehr hoch ist. Die Tatsache, dass andere Leute nicht erkrankt sind .... mmh ich war auch schon mehrfach in SOA und bin nicht an Dengue Fieber erkrankt..... Was die Einheimischen betrifft: Malaria ist die häufigste Todesursache bei der Bevölkerung in Ghana....

vts-hh
vts-hh
Forenveteran
 
Beiträge: 220
Registriert: Mittwoch 7. November 2007, 17:52
Wohnort: hamburg

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon Henrik223 » Dienstag 1. August 2017, 16:11

was ich im Internet nie finde ist eine Angabe darüber wie zuverlässig der Schutz einer Prophylaxe ist.
Ich meine wenn ich mich Nachts gut mit DEET einschmiere/spray, unter Moskitonetzen schlafe etc. ist die Wahrscheinlichkeit, dass mich Nachts überhaupt eine Mücke sticht schon recht gering.
Dann muss das auch noch eine weibliche Malariamücke sein und mit Malaria infiziert sein. Das sind recht viele Faktoren.

Sollte mich dann aber eine Stechen, wie hoch ist der Schutzfaktor der Prophylaxe? wenn das einen Ausbruch zu 90% verhindert, wäre das ja recht effektiv. Bei 50% Fraglich bei 20% irgendwie sinnfrei. Ihr versteht was ich meine.
Henrik223
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 1. August 2017, 15:32

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon vts-hh » Dienstag 1. August 2017, 16:28

Durch Resistenz gibt es keinen 100% Schutz. Richtig. Kann Dir aber nu auch nicht die richtige %Zahl angeben. Aber wenn es so einfach wäre, Stiche zu vermeiden, dann wäre wohl die Todesrate bei den Einheimischen nicht so hoch.... Es ist wie mit allem: man kann Glück haben oder auch nicht. Fakt ist auch, dass es sooooo viele verschiedene Arten von Malaria gibt und man sich gar nicht gegen alle schützen kann. Man schützt sich mit einer Prophylaxe nur vor der schlimmsten Form. Nicht alle Formen der Malaria sind tödlich. Aber wie anfangs bereits gesagt: die Entscheidung kann Dir hier keiner abnehmen und wir sind auch nicht ausgebildet, medizinische Beratung zu ersetzen. Nur unsere eigene Meinung. Und ich glaube, wenn ich so lese wie die Situation in Ghana ist, würde ich wohl zu Prophylaxe greifen. Ob das nun richtig oder falsch wäre weiss ich aber nicht.

vts-hh
vts-hh
Forenveteran
 
Beiträge: 220
Registriert: Mittwoch 7. November 2007, 17:52
Wohnort: hamburg

Re: Malariaprophylaxe vs. Standby, 14 Tage Ghana

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 3. August 2017, 16:17

Du hast natürlich recht: Ein Schutz vor Stichen ist das wirksamste Mittel gegen Malaria. Wie weit das möglich ist, hängt aber sehr stark von deiner Art des Reisens ab. Wenn du dich vorwiegend in klimatisierten Räumen aufhältst, ist das Risiko geringer als wenn du irgendwo in einem Nationalpark zelten gehst.

Leute, die sich lange vor Ort aufhalten, nehmen in der Regel keine Prophylaxe, sondern Standby. Aber es gibt auch genügend Fälle von Langzeitaufenthalter, die in Hochrisikoregionen erkrankten. Und wie vts-hh schon sagte: Malaria ist in Ghana eine der wichtigsten Todesursachen bei der einheimischen Bevölkerung.

Zum Risiko zu erkranken, ergibt es logischerweise keine genauen Zahlen. Es lässt sich ja nicht genau erruieren, wenn von einer Malariamücke gestochen wurde und dank der Prophylaxe nicht erkrankte.

Mein Tropenarzt hat mir zudem erklärt, dass eine Prophylaxe nicht zwingend vor einer Infektion schützt, aber dafür sorgt, dass diese mit grosser Wahrscheinlichkeit weniger heftig verläuft. Das ist ja auch etwas wert, finde ich.

Die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Aber wenn dir zwei Ärzte relativ dringend eine Prophylaxe empfehlen, würde ich persönlich mich dran halten.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste