HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Indien, die Wiege der Kultur: Wo gibts in Goa die geilste Party? Sind die Strände von Cox's Bazaar in Bangladesh wirklich gut? Hier gehts um den indischen Subkontinent...

HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Orangenhaut » Dienstag 10. Juni 2014, 15:40

In den letzten Monaten kamen immer wieder Nachrichten über grausame Gruppenvergewaltigungen aus Indien zu uns. Ich möchte hier nicht darüber sprechen, ob Indien für Frauen ein sicheres Reiseland ist (persönlich würde ich das auch nach eine Reihe von Indienreisen ganz klar bejahen), sondern zu verstehen versuchen, wieso es dieses Phänomen gibt.

Ich denke, dass das Problem sehr stark mit der Rolle der Frau zusammenhängt. Frauen werden im Land generell als nicht besonders wertvoll angesehen. Das zeigt sich beispielweise in der ganzen Sexindustrie, wo viele Prostituierte in ihr Schicksal gezwungen wurden. Hier ( http://www.dw.de/indien-prostitution-in ... -2421543-1 ) gibt es einen Beitrag, der schildert, wie das Leben von den mittlerweile wohl um die drei Millionen indisischen Prostituierten aussieht (oft auch Kinder!).

Man müsste doch eigentlich erwarten, dass so etwas nicht funktioniert und dass die Frauen, früher oder später einem Freier ihr Schicksal mitteilen und der sich dann für ihre Befreiung einsetzt. Doch genau dies passiert nicht.Vermutlich, weil diese krasse Unterdrückung oder gar Versklavung von Frauen sozial akzeptiert ist. Teilweise aber wohl auch, weil die Anwerbung nicht sichtbar auf der Strasse erfolgt und die Frauen deswegen viel weniger Möglichkeiten haben, auf sich aufmerksam zu machen.

Verstärkt wird das ganze jedoch durch den kulturellen HIntergrund. Es gibt in indischen Tempeln den sogenannten Yellamma-Kult. Siehe dazu mehr hier: http://menschenhandelheute.net/2013/09/ ... bergangen/ Dort werden unberühbare Frauen mit dem Priester verheiratet und sobald sie die Pubertät erreicht haben, müssen sie den Dorfbewohnern sexuell zur Verfügung stehen. Manche Frauen werden im Tempel selber ausgebeutet, andere werden auch von Menschenhändlern in die Bordelle der nächsten Großstadt verschleppt. Dieser Kult ist zwar per Gesetz verboten, aber offenbar wegen seiner religiösen Legitimation sozial akzeptiert.

Ich denke, dass solche Tempelpraktiken mit ein Grund dafür sind, dass die Rolle der Frau so tief ist. Kennt ihr weitere Faktoren, die den Nährboden für die Frauenverachtung in Indien stellt?
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Dienstag 10. Juni 2014, 23:42

Orangenhaut hat geschrieben:... sondern zu verstehen versuchen, wieso es dieses Phänomen gibt.


Der Grund fuer Vergewaltigungen in Indien ist viel banaler:

Weltweit, ueberall, sorgt die Natur (oder Gott, wie du willst) dafuer, dass es fuer jeden Mann eine Frau gibt und fuer jede Frau einen Mann. Der Sexualtrieb kann sich demzufolge auf "natuerliche" Weise - na sagen wir mal - entladen.

In indien werden weibliche Foeten getoetet (richtig, @Orangenhaut? Ich war noch nie in Indien).

Demzufolge gibt es NICHT fuer jeden Mann eine Frau. Fuer mich (ich bin ein Mann und habe einen starken Sexualtrieb, weiss also, wovon ich rede) war es nur eine Frage der Zeit, bis es in Indien mit Vergewaltigungen losgeht.

Die Natur sucht sich ihren Weg (oder Ausweg, wie man will). Der Sexualtrieb des Mannes ist derart stark, dass er sich, wenn Frauen nicht "auf Gegenseitigkeit" zur Verfuegung stehen, seinen Weg bahnt.

Taeter sind natuerlich in der Regel die schwachen, chancenarmen Maenner. ICH wuerde in Indien keine Frau vergewaltigen "muessen", da ich intelligent, chancenreich, auch: reich, genug bin, immer eine Frau zu finden.

Anderen geht es jedoch nicht so. Tja, @Orangenhaut: und so kommt es zu Vergewaltigungen in Indien. Man soll der Natur nicht ins Handwerk pfuschen, insbesondere dann nicht, wenn es um einen so zentralen und starken Trieb wie den Sexualtrieb geht.

Solange weibliche Foeten abgetrieben werden, wird sich nichts aendern, auch nicht durch drakonischere Strafen.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon robbe » Mittwoch 11. Juni 2014, 07:22

Mattes hat geschrieben:
Orangenhaut hat geschrieben:... sondern zu verstehen versuchen, wieso es dieses Phänomen gibt.


Der Grund fuer Vergewaltigungen in Indien ist viel banaler:

Weltweit, ueberall, sorgt die Natur (oder Gott, wie du willst) dafuer, dass es fuer jeden Mann eine Frau gibt und fuer jede Frau einen Mann. Der Sexualtrieb kann sich demzufolge auf "natuerliche" Weise - na sagen wir mal - entladen.

Höchst einfache Theorie (ich frag mich ob dir die selbst eingefallen ist oder ob das jemand schlaues irgendwo mal gesagt hat), zumal selbst ein 1:1 Verhältnis von Männern und Frauen zu keiner Entladung führen würde, weil es nicht bedeutet, dass sich jeweils jeder Mann und Jede Frau finden. Du hast es ja schon angesprochen (und jeder kenn das sicher auch): cool Typen (wie du) finden reichlich Frauen und Loser finden keine. Eine viel naheliegender Theorie wäre demnach das Verhältnis zwischen coolen Typen/Frauen und Losern zu betrachten.


@Orangenhaut:
Die "Versklavung"/Unterdrückung von Frauen ist sicherlich in mehreren Kulturen sozial legitim. Kennst du zufällig Statistiken bezüglich Vergewaltigungen? Die Thematik in Indien kommt zurzeit häufig in den Medien, was ja nicht heißt, dass es in anderen Ländern nicht ähnlich schlimm ist. Ich konnte nur auf die schnelle finden, dass in Schweden die meisten Vergewaltigungen pro Kopf stattfinden. Stellt sich das Problem der Definition von Vegewaltigung, die ja in unterschiedlichem Ausmaß stattfinden kann (aus Indien kommen ja häufiger ziemlich krasse Berichte).
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Mittwoch 11. Juni 2014, 09:30

robbe hat geschrieben:....ich frag mich ob dir die selbst eingefallen ist....


kann ich gerne beantworten: ja, ist mir selbst "eingefallen". Ich weiss das zwar schon laenger; aber niedergeschrieben habe ich es originaer zum ersten Mal hier in diesem Faden, nachdem Userin Orangenhaut das Thema angesprochen hatte.

robbe hat geschrieben:Höchst einfache Theorie


Robbe, ist doch oft so: elementare Gegebenheiten haben meist ganz einfache Erklaerungen. Oder warum sonst sollte zu allen Zeiten, in allen Laendern (ausser halt in denen, wie Indien, wo man weibliche Foeten abtreibt) das Verhaeltnis Maenner - Frauen IMMER 1:1 gewesen sein, sein und auch kuenftig bleiben?

robbe hat geschrieben:Eine viel naheliegender Theorie wäre demnach das Verhältnis zwischen coolen Typen/Frauen und Losern zu betrachten.


Hab ich, ehrlich gesagt, ueberhaupt nicht verstanden. Wenn es so naheliegend ist, dann erklaere es doch bitte mal so einfach, wie ich meinen Standpunkt erklaert hatte. Interessiert mich sehr. Denn ich glaube fest daran, dass meine Auffassung richtig ist. Du willst aber anscheinend darauf hinaus, dass eine andere Auffassung "richtiger" sein koennte. Welche also?

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 11. Juni 2014, 15:47

Mir ist die Theorie von Mattes auch ein bisschen arg simpel und sie hat vor allem folgende Schwierigkeiten:

- Es gibt auch andere Länder, wo ein starker Männerüberschuss herrscht. Zum Beispiel in China, wo ja auch weibliche Föten gezielt abgetrieben werden. Trotzdem gibt es dort nicht übermässig viele Vergewaltigungen. Vietnam und Armenien haben sogar einen noch grösseren Männerüberschuss als Indien, trotzdem sind beide nicht als das Land mit den meisten Vergewaltigungen bekannt. Die Zahlen findest du übrigens hier: https://www.cia.gov/library/publication ... /2018.html

- Männerüberschuss muss auch schon aus rein logischen Gründen nicht zwingend dazu führen, dass Männer keine Frauen finden. In abgelegenen Gegenden Tibets gibt es beispielsweise Regionen, wo eine Frau zwei Männer heiraten kann. Polyandrie gibts auch anderswo.

- Wer behauptet, dass sich Männer sexuell entladen "müssen" (weil gottgewollt oder natürlich) rechtfertigt damit implizit, dass Frauen vergewaltigt werden. Ich finde das eine höchst problematische und auch Menschen verachtende Einstellung - nicht nur gegenüber Frauen, die damit auch Sexobjekte reduziert werden, sondern auch gegenüber uns Männern, die du als unkontrollierte Meute darstellst.

Ich denke, dass der Männerüberschuss zum Problem beiträgt beziehungsweise dieses verstärkt. Aber alleiniger oder auch nicht wichtigster Grund ist das ganz sicher nicht.

Was Orangenhaut schreibt leutet mir ein: eine allgemein mangelnde Wertschätzung von Frauen und durch die Religion getragene Rollenbilder wie die der Tempel-Sexsklavinnen sind sicherlich wichtige Faktoren.

Was mir in Indien stark aufgefallen ist: Frauen sind sehr geschützt. Insbesondere junge Frauen findet man nur ganz selten auf der Strasse und wenn, dann nur in Begleitung. Ich vermute, dass das nicht primär damit zusammenhängt, dass es zu gefährlich ist, sondern damit, dass die Familie ihre Mädchen sexuell isolieren wollen, damit sie später keine Einbussen auf dem Heiratsmarkt haben. (siehe dazu auch diese etwas ältere Umfrage, wonach fast zwei Drittel der Männer erwarten, dass ihre Braut noch Jungfrau ist: http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 46768.html ). Auch ich habe mich in den vier Monaten in Indien mit keiner einzigen Frau vertieft sprechen können.

Dass heisst also konkret, dass es für unverheiratete Männer sehr wenige Möglichkeiten gibt. Das erklärt wohl auch die extrem hohe Zahl von Prostituierten, die Orangenhaut oben genannt hat.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Mittwoch 11. Juni 2014, 19:38

Pantitlan hat geschrieben:- Wer behauptet, dass sich Männer sexuell entladen "müssen" (weil gottgewollt oder natürlich) rechtfertigt damit implizit, dass Frauen vergewaltigt werden. Ich finde das eine höchst problematische und auch Menschen verachtende Einstellung - nicht nur gegenüber Frauen, die damit auch Sexobjekte reduziert werden, sondern auch gegenüber uns Männern, die du als unkontrollierte Meute darstellst.



Naja, @Panti, jetzt beurteilst du meinen Standpunkt deinerseits sehr simpel. Denn an keiner Stelle habe ich was von Rechtfertigung geschrieben. Erklaert habe ich es, mehr nicht. Und wer das Zustandekommen eines Verbrechens erklaert, rechtfertigt es doch nicht. Verbrechen bleibt Verbrechen.

Ich schrieb lediglich:

Mattes hat geschrieben:Die Natur sucht sich ihren Weg (oder Ausweg, wie man will). Der Sexualtrieb des Mannes ist derart stark, dass er sich, wenn Frauen nicht "auf Gegenseitigkeit" zur Verfuegung stehen, seinen Weg bahnt.


Und was die "unkontrollierte Meute" anbelangt, von der du sprichst: Schau dir die katholischen Priester an! Das sind doch nun wirklich stark kontrollierte und sich selbst kontrollierende Maenner. Und was passiert, wenn man ihnen die Sexualpartnerinnen vorenthaelt: Sie vergewaltigen junge Maenner, tausend- und abertausendfach (oder ist es weltweit gar millionenfach?). Wenn es MessdienerINNEN gaebe, wuerden sie sicher auch die vergewaltigen. Soviel zur "unkontrollierten Meute"

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Mittwoch 11. Juni 2014, 19:47

Ach ja, und was haben die weltweiten Vergewaltigungen durch katholische Priester mit den Vergewaltigungen in Indien gemeinsam:

in beiden Faellen fehlen Frauen zum gemeinsam gewuenschten Sex.

Tja, meine Theorie ist wirklich sehr simpel. Und sie erklaert es. Umfassend.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Orangenhaut » Mittwoch 11. Juni 2014, 20:16

robbe hat geschrieben:@Orangenhaut:
Die "Versklavung"/Unterdrückung von Frauen ist sicherlich in mehreren Kulturen sozial legitim. Kennst du zufällig Statistiken bezüglich Vergewaltigungen? Die Thematik in Indien kommt zurzeit häufig in den Medien, was ja nicht heißt, dass es in anderen Ländern nicht ähnlich schlimm ist. Ich konnte nur auf die schnelle finden, dass in Schweden die meisten Vergewaltigungen pro Kopf stattfinden. Stellt sich das Problem der Definition von Vegewaltigung, die ja in unterschiedlichem Ausmaß stattfinden kann (aus Indien kommen ja häufiger ziemlich krasse Berichte).


Es gibt auf Wikipedia eine Liste: http://en.wikipedia.org/wiki/Rape_statistics

Die ist auch ganz interessant. Denn die Zahlen entsprechen überhaupt nicht den Erwartungen.

Auf 100.000 Einwohner wurden in Indien 1,8 Vergwaltigungsfälle genannt. Eine ähnliche Zahl übrigens auch in Hongkong, China und Armenien, also andere Länder mit hohem Männerüberschuss. Sehr viel höher sind diese Zahlen jedoch beispielsweise in Europa. In Schweden kommen auf die gleiche Menge Menschen rund 63 Vergewaltigungen zur Anzeige. Noch schlimmer sieht es beim traurigen Spitzenplatz ein, den Südafrika mit über 132 Anzeigen einnimmt.

Allerdings sind diese Zahlen mit grosser Vorsicht zu geniessen, da natürlich nur die gemeldeten Fälle gezählt werden. Will man die Zahlen vergleichen, muss man ein paar Punkte beachten:

1. Auf Grund unterschiedlicher Gesetzgebung werden nicht die gleichen Tatbestände verglichen. So ist zum Beispiel in Indien eine Vergewaltigung in der Ehe nur strafbar, wenn das Paar bereits in Trennung lebt. In anderen Ländern nicht einmal das.

2. Auf Grund sozialer Stigmata kommt es zu weniger Anzeigen. Wo Opfer auch wirklich als Opfer verstanden werden, ist es für Frauen vergleichsweise leicht, eine Vergewaltigung anzuzeigen. Anders in Kulturen, wo den Frauen eine Mitschuld gegeben wird. Insbesondere in islamischen Ländern herrscht der Gedanke vor, dass Frauen, die Opfer eines Sexualdelikts werden, diesen meistens selber provoziert haben. Wenn ein Opfer fürchten muss, sozial als "Hure" oder "Flitchen" geächtet zu werden, wirkt sich das sicherlich auf die Quote aus.

3. Welche Angebote gibt es für Frauen, die sexuell missbraucht werden? Oft ist es ja so, dass sich die Opfer mit einer Meldung ihre Lebensgrundlage entziehen. Ich denke etwa an die entführten Frauen, die in Indien in Bordellen missbraucht werden. Die können nicht einfach flüchten, da es keinen Ort gibt, wo sie in Sicherheit sind.
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 11. Juni 2014, 23:47

Ich denke, dass wir mit dem willkürlichen Vergleich zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche etwas vom Thema abkommen. Wer sich dafür interessiert, findet hier eine gute Übersicht der Thematik: http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_ ... hen_Kirche

Tja, meine Theorie ist wirklich sehr simpel. Und sie erklaert es. Umfassend.


Simpel ist sie. Keine Frage. Aber erklären tut deine plakative Theorie trotzdem rein gar nichts. Selbst wenn es in der katholischen Kirche statistisch signifikant mehr Fälle gebe als in anderen ähnlichen Institutionen wie beispielsweise Kinderheimen (was hier ja überhaupt nicht gegeben ist), beweist dies noch lange nicht, dass dies auf Grund eines Frauenmangels passiert ist. In Deutschland gäbe es nämlich genügend willige Frauen, die auch bereit wären, es mit einem Priester zu treiben.

Naja, @Panti, jetzt beurteilst du meinen Standpunkt deinerseits sehr simpel. Denn an keiner Stelle habe ich was von Rechtfertigung geschrieben. Erklaert habe ich es, mehr nicht. Und wer das Zustandekommen eines Verbrechens erklaert, rechtfertigt es doch nicht. Verbrechen bleibt Verbrechen.


Gut, ich will dir da nichts unterstellen, nur weil ich deine Theorie etwas undurchdacht finde. Aber ich finde schon, dass du implizit ein Verbrechen rechtfertigist, wenn du seinen Ablauf als naturgegeben bezeichnest. Das klingt so wie: "Es gibt halt zu wenige Frauen, da hat der arme Mann mit seinen aufgewühlten Hormonen keine andere Wahl als sich mit seinen Kumpels die nächste Frau zu schnappen, sie zu vergewaltigen und dabei so schwer zu verletzen, dass sie sogar stirbt. Eigentlich kann er ja gar nichts dafür." Und so ist es nun wirklich nicht.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Donnerstag 12. Juni 2014, 11:51

Pantitlan hat geschrieben:Auch ich habe mich in den vier Monaten in Indien mit keiner einzigen Frau vertieft sprechen können


Das ist doch endlich mal eine klare Ansage zum Thema Kontakte. Ich danke dir Panti!

Ok, eigentlich ist diese Mitteilung, dass in Indien Kontakte maennlicher Auslaender zu indischen Frauen nicht moeglich sind, in diesem Faden hier ja offtopic.

Ich faende es ganz toll, zu dem Thema mal ganz generell einen eigenen Faden aufzumachen. Ich tue es aber nicht, da ich ueberzeugt davon bin, dass da eh keiner antwortet.

Meine Frage seinerzeit in irgendeinem Japan-Faden, ob man KOntakte zu japanischen Frauen bekommt, ist mir auch nicht beantwortet worden (allerdings schloss ich in jenem Faden, dass da Kontakte auch nicht moeglich sind).

Also, Panti: nochmals vielen Dank. Endlich weiss ich, wieso ich um Indien zeitlebens einen grossen, grossen Bogen machte. (Danke, danke, danke Lateinamerika, dass du da komplett anders bist, hua)

@Orangenhaut: bitte entschuldige die Stoerung deines Themas; aber mein "Anfall" ist schon vorbei.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Donnerstag 12. Juni 2014, 19:25

Fuer die, die eventuell das Thema vertiefen wollen:

In der ZEIT, Printausgabe von heute (Nr. 25. vom 12.6.2014) Seite 8 ist zufaellig ein Artikel zum Thema des Fadens erschienen. Ich hab ihn gelesen; ich benote ihn allerdings mit "Thema komplett verfehlt" Ja, ja, die ZEIT ist schon lange nicht mehr, was sie frueher mal war.

Zitate:

"Was ist los mit
dem indischen Mann? Täglich werden in Indien Frauen vergewaltigt, manchmal
mit tödlichen Folgen. Lange haben die Familien aus Scham
geschwiegen, der Staat reagierte mit Gleichgültigkeit.
Das ändert sich jetzt VON JAN ROSS"

"Der gesamte öffentliche Raum ist frauenfeindlich, auf die krudeste Weise: Während
Männer überall mit der größten Ungeniertheit
urinieren, fehlt es für Frauen oft an Toiletten,
besonders in den Dörfern. Sie müssen morgens und abends ein Feld aufsuchen, um sich
zu erleichtern – eine wiederkehrende Situation
der Verletzlichkeit, in der besonders viele Vergewaltigungen geschehen."

Aha: weil also die Frauen "zum Urinieren" auf die Felder geschickt werden, werden sie oft vergewaltigt! Ja, gehts denn noch????

Welcher Fantast und Traumtaenzer der Autor allerdings ist, sieht man an seinem Schlusssatz:

"Viel hängt davon ab, ob sich die Frauen
ihrer Macht bewusst werden. Sie könnten die
Leugner und Verharmloser sexueller Gewalt
aus den Parlamenten und Ministerien vertreiben und eine Politik erzwingen, die ihre Interessen vertritt. Wenn sie es eines Tages tun,
wird Indien ein anderes Land. "

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Orangenhaut » Freitag 13. Juni 2014, 00:41

"Was ist los mit
dem indischen Mann? Täglich werden in Indien Frauen vergewaltigt, manchmal
mit tödlichen Folgen. Lange haben die Familien aus Scham
geschwiegen, der Staat reagierte mit Gleichgültigkeit.
Das ändert sich jetzt VON JAN ROSS"


Ich sehe nicht so ganz, was an diesem Zitat falsch sein soll. Der Staat reagiert tatsächlich mit Gleichgültigkeit. Vergewaltigung sei "ein soziales Verbrechen, das von Männern und Frauen abhängt", sagte der Innenminister des Bundesstaats Madhya Pradesh, Babulal Gaur. "Manchmal ist es richtig, manchmal ist es falsch." Und das sagte er nicht etwa vor zwei Jahren, bevor die Vergewaltungen überhaupt erst in die Medien kamen, sondern vor etwa zwei Wochen. Siehe hier: http://www.n-tv.de/politik/Indischer-Mi ... 70031.html Und er ist nicht der erste hochrangige Politiker, der solche verharmlosenden Aussagen von sich gegeben hat.

"Der gesamte öffentliche Raum ist frauenfeindlich, auf die krudeste Weise: Während
Männer überall mit der größten Ungeniertheit
urinieren, fehlt es für Frauen oft an Toiletten,
besonders in den Dörfern. Sie müssen morgens und abends ein Feld aufsuchen, um sich
zu erleichtern – eine wiederkehrende Situation
der Verletzlichkeit, in der besonders viele Vergewaltigungen geschehen."

Aha: weil also die Frauen "zum Urinieren" auf die Felder geschickt werden, werden sie oft vergewaltigt! Ja, gehts denn noch????


Der etwas unsinnige Teil besteht hier bestenfalls in der Gegenüberstellung von Männer und Frauen. Dass Männer überall urinieren, hängt ja genau mit einem Mangel an Toiletten zusammen. Das ist also kein Gegensatz, sondern einfach die andere Seite der Medaille.

Der Text behauptet übrigens in keiner Weise, dass Frauen vergewaltigt werden ", weil sie aufs Feld geschickt" werden. Es geht lediglich darum, dass durch mangelnde bauliche Massnahmen eine Struktur geschaffen wird, in denen Vergewaltigungen sehr leicht möglich sind. Die Frauen sind irgendwo abseits und in der Regel alleine. Wo würdest du denn als Sittenstrolch deine Opfer auflauern? Würdest du eher ins Haus einbrechen, wo noch jede Menge andere Leute wohnen, oder würdest du da doch eher die etwas sicherere Variante auf dem Feld wählen?

"Viel hängt davon ab, ob sich die Frauen
ihrer Macht bewusst werden. Sie könnten die
Leugner und Verharmloser sexueller Gewalt
aus den Parlamenten und Ministerien vertreiben und eine Politik erzwingen, die ihre Interessen vertritt. Wenn sie es eines Tages tun,
wird Indien ein anderes Land. "


Das ist zum Glück keine Fantasie. In Indien wurde das Wahlrecht für Frauen nämlich schon 1950 eingeführt. Frauen haben also tatsächlich die Möglichkeit, Druck auf die Politiker auszuüben.
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Freitag 13. Juni 2014, 01:45

Orangenhaut hat geschrieben:Der Text behauptet übrigens in keiner Weise, dass Frauen vergewaltigt werden ", weil sie aufs Feld geschickt" werden.


Ja, du hast recht, ich hab das zu oberflaechlich formuliert. Der Text behauptet natuerlich lediglich, dass Frauen oft vergewaltigt werden, weil sie auf Feldern SIND, egal nun, wie sie da hingekommen sind.

Orangenhaut hat geschrieben:Das ist zum Glück keine Fantasie. In Indien wurde das Wahlrecht für Frauen nämlich schon 1950 eingeführt. Frauen haben also tatsächlich die Möglichkeit, Druck auf die Politiker auszuüben.


Auch hier hast du wieder recht. Dass die indischen Frauen sich ihrer Macht bewusst werden, kann durchaus einmal aus dem Bereich der Fantasie heraustreten. es sind ja bisher erst 64 Jahre vergangen...

Ach ja: trotzdem bleibe ich dabei, den Autor des Artikels als Fantast und Traumtaenzer anzusehen.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Nagi82 » Samstag 14. Juni 2014, 00:56

Orangenhaut hat geschrieben:Es gibt auf Wikipedia eine Liste: http://en.wikipedia.org/wiki/Rape_statistics

Die ist auch ganz interessant. Denn die Zahlen entsprechen überhaupt nicht den Erwartungen.


Das sind echt sehr überraschende Zahlen. Deutschland hat 9,4. Indien 1,8. Damit wäre Deutschland rund fünf Mal gefährlicher für Frauen als Indien. Die Frage ist nun natürlich die Dunkelziffer: Ist die in Indien fünf Mal höher oder sogar mehr? Wie würdest du das einschätzen?
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Samstag 14. Juni 2014, 03:38

Nagi82 hat geschrieben:Das sind echt sehr überraschende Zahlen


@Nagi, Orangenhaut selbst glaubt ja bereits nicht an diese Zahlen:

Orangenhaut hat geschrieben:Allerdings sind diese Zahlen mit grosser Vorsicht zu geniessen, da natürlich nur die gemeldeten Fälle gezählt werden.


Es ist eine Verniedlichung, diese "Rape statistics" als etwas zu bezeichnen, das lediglich "mit grosser Vorsicht" zu betrachten sei. Richtiger ist es, die Zahlen schlicht als wertlos, ja als unsinnig zu bezeichnen.

Ausgerechnet Schwedische Maenner waeren danach weltweit Spitzenreiter beim Vergewaltigen einheimischer Frauen. Warum sollte in Schweden so ungeheuer viel mehr vergewaltigt werden als sonstwo auf der Welt?

Ich vermute, dass schwedische Frauen bereits eine unerwuenschte Beruehrung ihrer weiblichen Brust durch eine maennliche Hand als Vergewaltigung anzeigen. Wie gesagt, ich vermute das. Eine Statistik darueber gibt es nicht. Sie waere auch unsinnig, siehe oben.

Nach meiner Erinnerung hatte Julian Assange EINVERSTAENDLICH Geschlechtsverkehr mit einer schwedischen Frau, das heisst, die Frau wollte den Geschlechtsverkehr mit ihm. Anschliessend zeigte die Frau ihn jedoch wegen Vergewaltung an, da sie nicht damit einverstanden gewesen sei, dass Assange sein Glied ohne Praeservativ penetriert habe, was sie erst danach bemerkt habe.

Genau SO stelle ich mir schwedische Frauen vor. (Schweden meide ich 8) ).

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Ayesha » Samstag 14. Juni 2014, 11:23

Oh Gott Mattes,
wie alt bist du denn? Irgendwie klingt dein "ich bin ja so ein potenter Typ" nach einem sehr jugendlichen Alter.

Alle genannten Theorien zu den indischen Vergewaltigen halte ich für viel zu banal. Das Problem ist unglaublich komplex und hängt sowohl mit dem traditionellen Rollenmuster als auch den enormen gesellschaftlichen Umwälzungen der letzten Jahre zusammen. Die Vergewaltigungsstatistiken sind natürlich nur insoweit aussagekräftig, als das in europäischen Ländern aufgeklärte Frauen sich eher nicht scheuen eine Vergewaltigung und sexuelle Belästigung anzuzeigen (man beachte auch den Anstieg der Vergewaltigungszahlen in europäischen Ländern in den letzten Jahrzehnten, denn in den 50ern und 60ern hatten auch europäische Frauen mit einer Stigmatisierung zu rechnen, wenn sie ihre Vergewaltiger angezeigt haben und unterließen dies Vielfach). In Indien dürfte der größte Teil der Vergewaltigungen nicht zur Anzeige kommen, weil die Frauen und deren Familien mit erheblichen Problemen kämpfen müssen, wenn sie eine Vergewaltigung anzeigen (reicht von vergewaltigten Frauen werden auf der Polizeiwache belästigt, die Familie findet keinen Ehemann mehr für die Frau, die Polizei unternimmt sowieso nur was, wenn Geld fließt, das ärmere Familien nicht haben, Polizei nimmt Anzeigen nicht auf.....).

Nach meiner Erinnerung hatte Julian Assange EINVERSTAENDLICH Geschlechtsverkehr mit einer schwedischen Frau, das heisst, die Frau wollte den Geschlechtsverkehr mit ihm. Anschliessend zeigte die Frau ihn jedoch wegen Vergewaltung an, da sie nicht damit einverstanden gewesen sei, dass Assange sein Glied ohne Praeservativ penetriert habe, was sie erst danach bemerkt habe.

Genau SO stelle ich mir schwedische Frauen vor. (Schweden meide ich 8) ).
Ehrlich gesagt finde ich einige deiner Äußerungen unglaublich geschmacklos. Es gehört auch zum Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, dass eine Frau entscheiden kann, ob sie geschützten oder ungeschützten GV haben. Wenn sich ein Mann daran nicht hält, dann ist das durchaus als Verletzung dieses Rechts zu werten. Dein letzter Satz ist satzbautechnisch ziemlich falsch, was dazu führt, dass der Sinn ziemlich verloren geht: Wenn er sein Glied ohne Praeservativ penetriert hätte, dann hätte er wohl keine Anzeigen erhalten;) Im Übrigen wird Assange vorgeworfen, dass er eine der Frauen ohne Kondom penetriert hat, während sie schlief ...
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Samstag 14. Juni 2014, 14:59

Ayesha hat geschrieben:Oh Gott Mattes,
wie alt bist du denn? Irgendwie klingt dein "ich bin ja so ein potenter Typ" nach einem sehr jugendlichen Alter..


@Ayesha: "Oh Gott"? Warum hast du was gegen Jugend?

Ayesha hat geschrieben: Dein letzter Satz ist satzbautechnisch ziemlich falsch, was dazu führt, dass der Sinn ziemlich verloren geht: Wenn er sein Glied ohne Praeservativ penetriert hätte, dann hätte er wohl keine Anzeigen erhalten;) Im Übrigen wird Assange vorgeworfen, dass er eine der Frauen ohne Kondom penetriert hat, während sie schlief ...


Ich sage dir ganz ehrlich, dass ich das Wort "penetrieren" wahrscheinlich vorher noch nie in einem Forum benutzt hatte. Ich wollte aber das Wort "reinstecken" vermeiden, drum kam ich auf dieses Wort. Da ich aber unsicher war, wie es richtig zu benutzen ist (ich neigte auch zu der Formulierung, die du hier verwendest), schaute ich im Duden nach. Zum Penis fand ich nichts, aber zum Eindringen von Gegenstaenden allgemein. Und danach duerfte es wohl so sein, dass der Penis penetriert, also eindringt, oder?

Penetration (Medizin), in der Medizin das Eindringen von Gegenständen, Keimen, Tumoren, Körperteilen generell in den Körper und innerhalb des Körpers in Nachbarorgane und -regionen
https://de.wikipedia.org/wiki/Penetration


Ayesha hat geschrieben:Das Problem ist unglaublich komplex und hängt sowohl mit dem traditionellen Rollenmuster als auch den enormen gesellschaftlichen Umwälzungen der letzten Jahre zusammen.


@Ayesha, da hast du uneingeschraenkt recht: das Problem ist komplex.

Und, wie ich schon sagte, haengen die Vergewaltigen in Indien zu einem grossen Teil - auch, @Ayesha: auch - damit zusammen, dass das Gleichgewicht der Geschlechter durch willkuerliche Toetigungen weiblicher Foeten verschoben wurde. Aber das meintest du ja sicher mit "enormen gesellschaftlichen Umwaelzungen", oder?

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Ayesha » Samstag 14. Juni 2014, 15:59

@Ayesha: "Oh Gott"? Warum hast du was gegen Jugend?
Ich hab nichts gegen Jugend. Ich finde nur narzisstisches Geschwätz, das ständig auf die eigene Potenz abzielt, ziemlich peinlich und kindisch.

Ich sage dir ganz ehrlich, dass ich das Wort "penetrieren" wahrscheinlich vorher noch nie in einem Forum benutzt hatte. Ich wollte aber das Wort "reinstecken" vermeiden, drum kam ich auf dieses Wort. Da ich aber unsicher war, wie es richtig zu benutzen ist (ich neigte auch zu der Formulierung, die du hier verwendest), schaute ich im Duden nach. Zum Penis fand ich nichts, aber zum Eindringen von Gegenstaenden allgemein. Und danach duerfte es wohl so sein, dass der Penis penetriert, also eindringt, oder?

Penetration (Medizin), in der Medizin das Eindringen von Gegenständen, Keimen, Tumoren, Körperteilen generell in den Körper und innerhalb des Körpers in Nachbarorgane und -regionen
https://de.wikipedia.org/wiki/Penetration
Och Herzchen, ganz ruhig bleiben. Du musst dich doch nicht erklären. Die Bedeutung des Wortes "penetrieren" ist mir auch durchaus bekannt. Ich wollte dich nur darauf aufmerksam machen, dass es wohl ziemlich kompliziert und vielleicht auch schmerzhaft werden würde wenn er sein Glied penetriert. Darüberhinaus stört mich im Allgemeinen in welcher Art und Weise du über Frauen schreibst, die sich gegen die Verletzung ihres persönlichen Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung zur Wehr setzten, und nicht wie du das Wort "penetrieren" verwendest.

[quote]Und, wie ich schon sagte, haengen die Vergewaltigen in Indien zu einem grossen Teil - auch, @Ayesha: auch - damit zusammen, dass das Gleichgewicht der Geschlechter durch willkuerliche Toetigungen weiblicher Foeten verschoben wurde. Aber das meintest du ja sicher mit "enormen gesellschaftlichen Umwaelzungen", oder?[quote]

Och ne, fang doch nicht wieder mit diesen ollen Kamellen an. Problem= komplex. Deine Theorie= simpel und banal.

Nein, es hängt nicht mit der zahlenmäßige Ungleichheit der Geschlechter zusammen. Die verweist höchstens auf ein anderes Problem, nämlich dass die Geburt von Töchtern mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden ist, der zudem in keiner Form Gewinn für die Familie bringt (um es mal ganz pragmatisch auszudrücken), was unter anderem in Teilen der Gesellschaft dazu geführt hat, dass Frauen als minderwertig betrachtet werden.
Mit gesellschaftlichen Umwälzungen meine ich, dass die indische Gesellschaft im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwunges und der Globalisierung erheblichen Umwälzungen ausgesetzt ist, wo es zu Werte- und Normenverschiebungen kommt, die aber mit alten Traditionen und patriarchalischem Denken kollidieren. Zudem ein erhebliches soziales Gefälle, enorme Bildungsunterschiede...
Zudem ist das Phänomen ja nichts Neues, obwohl es aufgrund des medialen Interesses am Thema so wirkt, als würde in Indien plötzlich eine Welle von Vergewaltigung losgetreten. Der Unterschied ist nur, dass die Medien früher nicht berichtet haben und die ganze Thematik unter den Teppich gekehrt worden ist. Man kann es daher, auch wenn jeder Fall sehr schlimm und traurig ist, durchaus als Fortschritt werten, dass die indische Gesellschaft das Problem so langsam erkennt. Nehmen wir z.B. die kürzlich bekannt gewordenen Fälle, wo zwei Mädchen aus einer unteren Kaste vergewaltigt wurden und anschließend aufgehängt worden sind. Früher ist das mitunter genauso passiert, allerdings hat es keinen interessiert. Nun wird die Polizei, die den Fall zunächst gar nicht aufnehmen wollte, in den Medien angeprangert.
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Samstag 14. Juni 2014, 16:19

Ayesha hat geschrieben:Nein, es hängt nicht mit der zahlenmäßige Ungleichheit der Geschlechter zusammen.


Ich hab es befuerchtet, dass du dich als Frau nicht in Maenner hineindenken kannst, denen keine Frau fuer einvernehmlichen, beidseitig freiwilligen Sex zur Verfuegung steht.

Dabei hab ich versucht, es doch wirklich simpel darzustellen, welche enorm starker Trieb der Sexualtrieb der Maenner ist - und was - siehe eben Indien - passiert, wenn das zahlenmaessige Gleichgewicht der Geschlechter gestoert wird.

Aber nochmals, fuer alle andern: wenn sich der Sexualtrieb des Mannes (bei Frauen ist das anders) nicht in der von der Natur (Gott?) vorgesehenen Weise Bahn verschaffen kann, dann kommt es zu Eruptionen, siehe katholische Priester, sie indische Maenner, sie ueberhaupt benachteiligte Maenner...

Es ist halt so. Und bitte, @Panti, sag nicht, dass ich das "rechtfertige"

Wenn ich feststelle, dass ein Loewe, der Hunger hat, eine Gazelle erlegt und auffrisst, hat diese meine Festellung mit "rechtfertigen" ueberhaupt nichts zu tun, eher mit "Verstehen".

Und auch das nochmals: eine Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Das weiss ich.

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Pantitlan » Samstag 14. Juni 2014, 17:33

Mattes hat geschrieben:Nach meiner Erinnerung hatte Julian Assange EINVERSTAENDLICH Geschlechtsverkehr mit einer schwedischen Frau, das heisst, die Frau wollte den Geschlechtsverkehr mit ihm. Anschliessend zeigte die Frau ihn jedoch wegen Vergewaltung an, da sie nicht damit einverstanden gewesen sei, dass Assange sein Glied ohne Praeservativ penetriert habe, was sie erst danach bemerkt habe.


Ist etwas offtopic, aber ich denke, dass Assange kein besonders gutes Beispiel ist. Denn bei ihm ist überhaupt nicht klar, ob hier überhaupt etwas vorgefallen ist oder ob das einfach eine Kampagne war, um einen unliebsamen Feind aus der Welt zu schaffen. Kein Vorwurf ist so leicht erhoben wie der einer Vergewaltigung und gleichzeitig so schwer zu klassifizieren.

Nebenbei, wenn man deinen Penis penetriert (eher mit einer Nadel und nicht einem Kondom), dann hat dein gutes Stück ein Loch. Dein Satz war da etwas falsch, aber ich denke, es ist trotzdem klar, was du meintest.

Ayesha hat geschrieben:Mit gesellschaftlichen Umwälzungen meine ich, dass die indische Gesellschaft im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwunges und der Globalisierung erheblichen Umwälzungen ausgesetzt ist, wo es zu Werte- und Normenverschiebungen kommt, die aber mit alten Traditionen und patriarchalischem Denken kollidieren. Zudem ein erhebliches soziales Gefälle, enorme Bildungsunterschiede...


Das finde ich einen interessanten Einwand. Das würde ja bedeuten, dass sich das Problem erst in den letzten Jahren (oder Jahrzehnten) verschärft hat. Ich hege eher den Verdacht, dass das schon seit langem so ist. Wenn ich nun aber mit Frauen rede, die vor zehn oder zwanzig Jahren in Indien reisten, berichten auch die von sexuellen Belästigungen. Von welchem Zeithorizont sprichst du also, wenn du dich auf diese gesellschaftlichen Umwälzugen beziehst?

Mattes hat geschrieben:Dabei hab ich versucht, es doch wirklich simpel darzustellen, welche enorm starker Trieb der Sexualtrieb der Maenner ist - und was - siehe eben Indien - passiert, wenn das zahlenmaessige Gleichgewicht der Geschlechter gestoert wird.


Ich glaube nicht, dass hier irgend jemand bestreiten würde, dass der Sexualtrieb von Männern sehr stark sein kann. (Ich denke allerdings, dass es hier schon auch sehr grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen gibt). Und es steht ja auch ausser Frage, dass es ohne diesen Trieb überhaupt nicht zu den Vergewaltigungen kommen könnte. Trotzdem ist es so, dass mit ganz wenigen Ausnahmen Männer diesen Trieb kontrollieren können. Die Frage ist daher also, wieso tun sie das in bestimmten Fällen nicht. Welche Schranken müssen wegfallen, dass diese Selbstkontrolle nicht mehr funktioniert? Und das ist der Punkt, wo die Gesellschaft ins Spiel kommt. Welche Werte misst man der Würde und der Selbstbestimmung einer Frau bei? Wie gross ist die Gefahr, für seine Tat zur Rechenschaft gezogen zu werden?

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Samstag 14. Juni 2014, 19:31

Das nachfolgende Zitat verdient es, einfach noch einmal hervorgehoben zu werden. Da muss auch gar nichts mehr kommentieren. es ist einfach richtig...:

Pantitlan hat geschrieben:Kein Vorwurf ist so leicht erhoben wie der einer Vergewaltigung.....


Aber nun, @Panti, tun sich zwischen uns Graeben auf. Offenbar glaubst du mehr an das Gute und ich mehr an das Boese. Dein Standpunkt lautet:

Pantitlan hat geschrieben:Trotzdem ist es so, dass mit ganz wenigen Ausnahmen Männer diesen Trieb kontrollieren können.


Meinen Standpunkt erlaeutere ich mit der rhetorischen Frage "nur ganz wenige Ausnahmen?"

@Panti, in allen Laendern der Welt sind die Gefaengnisse VOLL, VOLL, VOLL mit Maennern (und Frauen), die ihren Trieb - zu klauen, zu morden, zu betruegen, zu vergewaltigen und und - NICHT beherrschten, sondern ihm freien Lauf liessen.

Und was ist der Trieb zu klauen schon gegen den Trieb zu vergewaltigen? Und dennoch wird bereits dauernd geklaut...

Pantitlan hat geschrieben:Wie gross ist die Gefahr, für seine Tat zur Rechenschaft gezogen zu werden?


..spielt, wenn der Trieb nur stark genug wird, keine Rolle mehr. Deswegen glaube ich auch keinesfalls, dass die nun in Indien geschehene Einfuehrung der Todesstrafe fuer Vergewaltigungen diese beendet. Vielleicht werden die Opfer umgekehrt nun sogar oefter anschliessend ermordet, damit sie als Zeugen ausgeschaltet sind. Fuer eine anschliessende Ermordung spricht uebigens auch, dass es eine "hoehere" Strafe als die Todestrafe eh nicht gibt. Bei einer Vergewaltigung mit anschliessendem Mord ist der Mord sozusagen "straffrei" enthalten.

Nein, nein, Indien bleibt ein elender Staat, solange das mit der Beseitigung (die katholische Kirche wuerde sagen: mit der Ermordung) ungeborener weiblicher Foeten so weiter geht...

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Ayesha » Sonntag 15. Juni 2014, 13:51

Ich hab es befuerchtet, dass du dich als Frau nicht in Maenner hineindenken kannst, denen keine Frau fuer einvernehmlichen, beidseitig freiwilligen Sex zur Verfuegung steht.

Dabei hab ich versucht, es doch wirklich simpel darzustellen, welche enorm starker Trieb der Sexualtrieb der Maenner ist - und was - siehe eben Indien - passiert, wenn das zahlenmaessige Gleichgewicht der Geschlechter gestoert wird.
Es gibt ja noch andere Möglichkeiten, diesen Trieb auszuleben und die stehen auch in Indien zur Verfügung. Rotlichtviertel gibt es in jeder indischen Kleinstadt.
Deine These ist einfach nur Quatsch und viel zu banal. Es gibt genügend verheiratete Familienväter, die zu Vergewaltigern werden. Ich bin mir sicher, dass der überwiegende Teil der Männer ihre Triebe gut im Griff hat, es müssen schon ganz andere Faktoren hinzukommen, die Männer zu Vergewaltigern werden lassen. Beispielsweise das Gefühl für seine Tat nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden - unter anderem kommt es deshalb während Kriegen zu Vergewaltigungswellen- weil ein rechtsfreier Raum entstanden ist. Und das ist im Übrigen auch in Indien ein Problem. Aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten haben Täter oftmals nicht das Gefühl, dass sie für das was sie tun, bestraft werden oder denken sogar, dass es ihr Recht ist so zu handeln. (Nicht funktionierender Polizeiapparat, u.a. durch das Kastenwesen geprägte Gesellschaften v.a. in Dörfern, Unterdrückung von Frauen, traditionelles Denken....)

Das finde ich einen interessanten Einwand. Das würde ja bedeuten, dass sich das Problem erst in den letzten Jahren (oder Jahrzehnten) verschärft hat. Ich hege eher den Verdacht, dass das schon seit langem so ist. Wenn ich nun aber mit Frauen rede, die vor zehn oder zwanzig Jahren in Indien reisten, berichten auch die von sexuellen Belästigungen. Von welchem Zeithorizont sprichst du also, wenn du dich auf diese gesellschaftlichen Umwälzugen beziehst?

Ja diese Meinung vertrete ich. Ich gehe von einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten aus. Dabei sage ich ausdrücklich: Das Problem hat sich verschärft (und eben nicht erst in den letzten 2-3 Jahren). Bedingt durch die gesellschaftliche Hierarchie in Indien, die vor einigen Jahrzehnten noch viel stärker durchgesetzt war (aber in den Dörfern auch heute noch vorhanden ist) waren Frauen aus niederen Kasten schon immer gefährdet, Opfer von Vergewaltigungen zu werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich Indien sehr stark und sehr schnell verändert. Ich würde schon fast von einem Clash of cultures sprechen, der sich in diesem Land vollzieht. Da steht ein absolut restriktive und traditionelles Frauenbild neben Frauen, die sich emanzipieren, die erfolgreich sind. (und davon gibt es inzwischen mehr als genug). Es hat ein extremer Wertewandel eingesetzt, der aber nicht konsequent ist. Mir fällt es ziemlich schwer das zu beschreiben, deshalb ein Beispiel als ich vor gut 10 Jahren zum ersten Mal nach Indien kam, waren einige meiner Freunde total traditionell eingestellt, die Mädels sind alle brav im Salwahr Kameez rumgerannt und haben versucht eine gute Hausfrau zu werden. Inzwischen haben sie studiert, arbeiten oft recht erfolgreich in ihrem Job (obwohl sie teilweise verheiratet sind), hüpfen in Jeans rum und viele Werte, die sie noch vor einigen Jahren aufs Schärfste verteidigt haben, stellen sie infrage, allerdings schwingt dennoch das traditionelle Denken mit, in dem sie erzogen worden sind, was zu Verunsicherungen führen kann. (z.B. würde mir von einer Freundin innerhalb eines Gesprächs über die Vergewaltigung in Dehli gesagt, was für ein Skandal es ist, dass so was passieren kann, dass Frauen in Indien nicht respektiert werden usw. und im nächsten Satz kommt dann so was wie "Die hätte aber nicht am Abend nur in Begleitung eines Freundes unterwegs sein dürfen). Aber es gibt ja noch viel mehr Probleme.
Da träumen viele von einem besseren Leben und sind frustriert, weil sie vom wirtschaftlichen Aufschwung, der für jeden sichtbar ist, nichts abbekommen. Es gibt eklatante Bildungslücken bei breiten Teilen der Bevölkerung. (Diese These vertritt übrigens Arundhati Roy: "Auf der anderen Seite gibt es einen solchen Kontrast zwischen Arm und Reich. Früher haben die Reichen ihren Luxus zumindest noch einigermaßen diskret gelebt. Aber jetzt wird das überall zur Schau gestellt, im Fernsehen, all dieser wahnsinnige Konsum. Und das fördert eine Art Psychose.Frauen ganz oben, in der Mitte und ganz unten werden den Preis für diese Bewusstseinsspaltung bezahlen. Vielleicht nicht so sehr in der Oberklasse. Aber sicherlich sind die Frauen der Unberührbaren einer ständigen Gewaltspirale ausgesetzt. Und junge Frauen in den Städten – wie die Studentin, die dieses schreckliche Verbrechen durchleiden musste-, diese Frauen sind sehr, sehr gefährdet angesichts der psychotischen Wut über die Zustände, die sich überall aufbaut." )

I
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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Mattes » Sonntag 15. Juni 2014, 14:58

Ayesha hat geschrieben: .......(Diese These vertritt übrigens Arundhati Roy: "......Aber sicherlich sind die Frauen der Unberührbaren einer ständigen Gewaltspirale ausgesetzt. Und junge Frauen in den Städten – wie die Studentin, die dieses schreckliche Verbrechen durchleiden musste-, diese Frauen sind sehr, sehr gefährdet angesichts der psychotischen Wut über die Zustände, die sich überall aufbaut." )


Sieh da, da bestaetigt sich ja meine These!

Arundhati Roy schreibt von einer "psychotischen Wut über die Zustände, die sich überall aufbaut."

Und was schrieb ich:

Die Natur sucht sich ihren Weg (oder Ausweg, wie man will). Der Sexualtrieb des Mannes ist derart stark, dass er sich, wenn Frauen nicht "auf Gegenseitigkeit" zur Verfuegung stehen, seinen Weg bahnt.

Durch das staendige Abtoeten weiblicher Foeten verschaerft sich immer mehr der Druck auf diese Maenner.

@Ayesha: also wenn das mal keine psychotische Wut ist, wie sie Arundhati Roy meint (obwohl ich, ehrlich gesagt, nicht weiss, ob Arundhati Roy das Problem dieses staendigen Abtreibens weiblicher Foeten bisher ueberhaupt schon thematisiert hat).

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Re: HIntergründe für Gruppenvergewaltigungen in Indien

Beitragvon Pantitlan » Sonntag 15. Juni 2014, 16:03

Sieh da, da bestaetigt sich ja meine These!

Arundhati Roy schreibt von einer "psychotischen Wut über die Zustände, die sich überall aufbaut."

Und was schrieb ich:

Die Natur sucht sich ihren Weg (oder Ausweg, wie man will). Der Sexualtrieb des Mannes ist derart stark, dass er sich, wenn Frauen nicht "auf Gegenseitigkeit" zur Verfuegung stehen, seinen Weg bahnt.


Auch wenn ich dir zustimme, das die gezielte Tötung von weiblichen Föten falsch ist, sehe ich trotzdem nicht, wo die Aussage von Roy deine These bestätigt. Deine Geilheitstheorie umfasst doch bestenfalls einen ganz kleinen Bereich dieser Wut über die psychotischen Wut.

Ich denke, wir können deine Theorie getrost als widerlegt ad Acta legen. Hier nochmals wieso sie nicht stimmt: 1.) Auch verheiratete Männer sind häufig Vergewaltiger. 2.) Vergewaltitungen geschehen häufig in einem rechtsfreien Raum wie zum Beispiel in Kriegen und zwar unabhängig vom Geschlechterverhältnis. 3.) Andere Länder mit Männerüberschuss kennen diese Problem nicht.

Es wäre schön, wenn wir uns nun wieder der eigentlichen Frage zuwenden können, nämlich welche gesellschaftliche Faktoren das Problem in den letzten Jahrzehnten verschärft haben.

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