Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Eis auf dem Kilimandscharo, Wein in Kapstadt und Löwen in der Serengeti. Ist das Afrika?

Re: Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 17. Juni 2014, 15:08

Ein Glas Nutella für 10 Euro in Benin, oder für 13 Euro in Kongo. Ob das teuer ist kann jeder selber entscheiden, man muss auch keine Produkte kaufen die nur für Diplomaten und die reiche Oberschicht im Sortiment ist. In Namibia, Botswana und Südafrika erschienen uns die Lebensmittelpreise jedenfalls als recht annehmbar.


Wichtiger Punkt für einen Schokoholic wie mich... :)

Aber Nutella ist ja auch sonst im aussereuropäischen Ausland teuer. In China kostet ein kleines Glas (ich glaube 200 ml) etwa 5 Euro. Ist halt Importware. Umgekehrt sind ja auch in Europa importierte Früchte um ein Vielfaches teurer als im Ursprungsland. Ich denk da zum Beispiel an kaum bezahlbare Durian oder grüne Papaya.

Beim Thema Gorilla-Tracking - zugegeben - das sind Mondpreise. Aber die 500-1000 USD muss man ja auch nicht ausgeben, wenn es einem das Geld nicht wert ist.


Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja bei diesen Preisen nicht nur darum, Touristen abzuzocken, sondern auch darum, die Zahl der Besucher auf einem niedrigen Niveau zu halten. Klar würde ich gerne Gorialla knuddeln und nichts dafür zahlen. Aber wenn das jeder tun könnte, dann ist das für die Gorillas nicht besonders toll. Von mir aus müsste die Selektion nicht unbedingt über den hohen Preis erfolgen, sondern über eine sozial gerechtere Art und Weise. Aber dass eine Selektion stattfindet, halte ich schon für sinnvoll.

Ähnlich ist die Situation bei Besuchen der Antarktis. Dort ist es ja auch so, dass nur eine bestimmte Zahl von Touristen das Festland betreten darf. Entsprechend teuer sind dann die Permits.

Das Reisen im südlichen Afrika ist aus europäischer Sicht recht preiswert, wäre da unser etwas konträres Fazit :wink:


Was du als preiswert empfindest, kann jemand anderes als überrissen empfinden. Ich denke, das hängt sehr stark von der Erwartungshaltung ab. Vielleicht könntest du so grob sagen, was du auf deiner langen Reise ausgegeben hast?

Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde: Ich habe mir vor ein paar Jahren einmal den Lonely Planet für ganz Afrika gekauft. Und dort gab es natürlich auch Preisbeispiele. Dabei wurde für einige Länder ein Tagesbudget von 30 Dollar angeben, in einigen anderen 50 bis zu 100.

Vorne bei der Routenplanung gab es jedoch auch einen Vorschlag für eine einjährige Route mit dem Auto. Ich erinnere mich nicht mehr so ganz, wo sie durchführte. Aber was ich noch genau weiss: Beim Budget stand darunter "10 Dollar pro Tag"! Das hat mich überrascht. Und auch wenn die Ausgabe inzwischen sechs oder sieben Jahre alt ist und die Zahl wohl in der neueren Edition angepasst wurde, scheint es doch so zu sein, dass man als Overlander massiv weniger ausgibt, als jemand, der zwei Wochen Ferien macht. Das hast du ja eigentlich auch mit deinem Beitrag bestätigt.

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Re: Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Beitragvon Surfy » Mittwoch 18. Juni 2014, 07:09

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja bei diesen Preisen nicht nur darum, Touristen abzuzocken, sondern auch darum, die Zahl der Besucher auf einem niedrigen Niveau zu halten. Klar würde ich gerne Gorialla knuddeln und nichts dafür zahlen. Aber wenn das jeder tun könnte, dann ist das für die Gorillas nicht besonders toll. Von mir aus müsste die Selektion nicht unbedingt über den hohen Preis erfolgen, sondern über eine sozial gerechtere Art und Weise. Aber dass eine Selektion stattfindet, halte ich schon für sinnvoll.


Wir haben uns schon vor dem Start darauf geeinigt, dass uns das Gorilla Tracking nicht diesen Betrag wert ist. Wir haben Videos von touristen gesehen die es gemacht haben, Blogbeiträge, TV-Dokumentationen - und für uns entschieden das das so für uns ausreicht - ohne persönlich auch noch 2-3m daneben stehen zu müssen.

Eigentlich dient das ganze nicht nur dazu, die Anzahl an Touristen zu begrenzen - sondern auch die Gorillas selber zu beschützen, vor dem Ausrotten zu bewahren. Habe unlängst ein Video einer Afrika-Reise vorgestellt, welches kurz und eindrücklich ist: http://www.4x4tripping.com/2013/10/crui ... frica.html Das wir Selbstfahr-Touristen Bushmeat am Strassenrand sehen ist wohl schon bekannt - aber auch grössere Affen als Nahrungsquelle zu sehen und die Art der Zubereitung ist schon recht knackig.

Was du als preiswert empfindest, kann jemand anderes als überrissen empfinden. Ich denke, das hängt sehr stark von der Erwartungshaltung ab. Vielleicht könntest du so grob sagen, was du auf deiner langen Reise ausgegeben hast?

Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde: Ich habe mir vor ein paar Jahren einmal den Lonely Planet für ganz Afrika gekauft. Und dort gab es natürlich auch Preisbeispiele. Dabei wurde für einige Länder ein Tagesbudget von 30 Dollar angeben, in einigen anderen 50 bis zu 100.


Wenn das Fahrzeug gut ausgerüstet ist, die Stromversorgung über Solarzellen erfolgen kann (der Motor braucht nicht jeden Tag laufen, oder Landstrom vorhanden sein (Lodge/Campingplatz), man über Warmwasser & Dusche verfügt, eine bequemes Bett bzw Matratze verbaut wurde - dann braucht man eigentlich keine Infrastruktur mehr - und die Ausgaben reduzieren sich auf Lebensmittel-Einkäufe und Wartungskosten, da man ansonsten an den schönsten Plätzen wild campieren kann.

30 Euro pro Tag klingen für Lebensmittel alleine nach einem recht grandiosen Budget, da kann man sich noch reichlich Sundowners mixen am Abend. Sich schönen frischen Fisch am Strand kaufen etc. Sobald man fährt und Sprit verbraucht, die Reifen abnutzt, Wartungskosten generiert - sieht die Rechnung natürlich schnell anders aus. Wer langsam reist kann damit gut hinkommen.

Die Kosten einer Transafrika-Reise wie wir sie gemacht haben sind vorgegeben durch Spritkosten, Visa-Gebühren und das Verschiffen am Ende. Die Dauer der Reise hingegen spielt aufgrund der günstigen Lebensmittel - wenn man sich das Essen selber zubereitet - fast keine Rolle. Wir haben für ca 200 Euro Lebensmittel gekauft, während unserer Reise, hatten aber natürlich auch gewisse Vorräte dabei.

Die Visagebühren liegen bei ca 1500 CHF pro Person. Der Diesel Treibstoff kostet durchschnittlich ca 1.08 CHF pro Liter. Die Fähre von Barcelona nach Tanger kostet 600 CHF. Carnet de Passages, Internationaler Führerschein, Impungen, Zweitpässe, Einschreiben da kann man auch nochmals 1200 CHF ansetzen für 2 Personen. Wenn man nur bis nach Südafrika fährt, kommt das Verschiffen des Fahrzeuges und der Heimflug dazu.

Der Rest liegt ja schon an dem Reisenden selber. Wieviele Sehenswürdigkeiten möchte man sehen, wie oft will man ins Hotel, wie oft geht man Essen? Wie oft braucht man den Motor (und damit Sprit).

Die Ausgaben sind also etwas recht individuelles. Und es immer die frage wie gründlich man die realen Kosten erfassen möchte. Wer in jungen jahren reist kann auch entgangene Einnahmen und Renten-Einzahlungen mit hinein rechnen. Dann wöre noch das Fahrzeug welches angeschafft, eventuell noch ausgerüstet werden muss, sich während der Reise und den hinzu kommenden Kilometern entwertet. Versicherungen für das Fahrzeug, zusätzliche Krankenversicherungen etc - viele Möglichkeiten die Kosten nach oben zu treiben, über die "up to you" Schiene...

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Re: Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 18. Juni 2014, 15:56

30 Euro pro Tag klingen für Lebensmittel alleine nach einem recht grandiosen Budget, da kann man sich noch reichlich Sundowners mixen am Abend. Sich schönen frischen Fisch am Strand kaufen etc. Sobald man fährt und Sprit verbraucht, die Reifen abnutzt, Wartungskosten generiert - sieht die Rechnung natürlich schnell anders aus. Wer langsam reist kann damit gut hinkommen.


Nein, diese 30 Dollar pro Tag sind natürlich nicht für Lebensmittel alleine, sondern für den ganzen Lebensunterhalt einschliessich Transport und günstigen Hotels. Sprich: Was man als Backpacker in den Ländern braucht, wenn man relativ günstig reist. Wie gesagt: Die Ausgabe ist etwa 5-6 Jahre alt. Das heisst, die Preise können höher sein und mittlerweile ist ja auch der Dollar viel weniger wert. Und natürlich beziehen sich diese 30 Dollar nur auf wenige Länder. Ich glaube Ethiopien, Eritrea, Malawi, Madagskar, Mali, Burkino Faso. Vielleicht auch noch das eine oder andere Land mehr, das ich nicht mehr weiss.

Das was du schilderst, würde dann aber auch erklären, wieso das Tagesbudget bei einer langen Transafrikareise doch relativ niedrig ist.

Die Ausgaben sind also etwas recht individuelles. Und es immer die frage wie gründlich man die realen Kosten erfassen möchte. Wer in jungen jahren reist kann auch entgangene Einnahmen und Renten-Einzahlungen mit hinein rechnen. Dann wöre noch das Fahrzeug welches angeschafft, eventuell noch ausgerüstet werden muss, sich während der Reise und den hinzu kommenden Kilometern entwertet. Versicherungen für das Fahrzeug, zusätzliche Krankenversicherungen etc - viele Möglichkeiten die Kosten nach oben zu treiben, über die "up to you" Schiene...


Da hast du natürlich recht. Deswegen habe ich ja auch ganz konkret nach deinen Erfahrungen gefragt. Mir ist schon klar, dass ich auf der gleichen Route und in der gleichen Zeitdauer andere Schwerpunkt setzen würde. Trotzdem gibt es einen Anhaltspunkt. Aber wenn dir du das nicht beziffern willst oder du auch keine einigermassen genaue Abrechnung gemacht hast, dann ist das natürlich kein Problem. Interessiert mich halt einfach, weil so eine Afrikadurchquerung eben auch in meinem Hinterkopf steckt... :)

Grundsätzlich denke ich, man sollte da lediglich die echten Kosten erfassen, die bei einer solchen Reise entstehen im Vergleich dazu, dass man ohne Verdienst zu hause bleiben würde. Die Verluste durch mangelnde Rentenbeiträge und so weiter muss dann jeder selber reinrechnen. Ebenso würde ich den Wertverlust des Autos nicht einbeziehen, da dies wiederum stark davon abhängt, ob du einen 30-jährigen Jeep hast oder einen ganz neuen Range Rover.

Habe unlängst ein Video einer Afrika-Reise vorgestellt, welches kurz und eindrücklich ist: http://www.4x4tripping.com/2013/10/crui ... frica.html Das wir Selbstfahr-Touristen Bushmeat am Strassenrand sehen ist wohl schon bekannt - aber auch grössere Affen als Nahrungsquelle zu sehen und die Art der Zubereitung ist schon recht knackig.


Cooles Video. Ich fand vor allem die Bilder spannend, die zeigten, wo man da alles so durchfahren muss: Tiefe Flüsse, Schlamm, Sandwüsten... Krasse Sache.

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Re: Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Beitragvon Willmaldo » Donnerstag 11. September 2014, 11:54

Das hört sich für eine Safari Reise Afrika vielleicht komisch an, aber aus eigener Erfahrung kann ich nur raten, sich über die Reisetour mit den Wetter- bzw. Temperaturverhältnissen gut zu informieren. Ich habe mal über Aufsafari.de eine Rundreise Tansania gebucht. Der Reiseveranstalter hat zwar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei der Bergwanderung auf den Kilimanjaro die Übernachtung in Zelten erfolgt, was ja eigentlich logisch ist, und dass es nachts auch recht kalt ist, aber irgendwie habe ich das großzügig überlesen. Wenn ich das nächste Mal eine Tansania Reise mit Bergbesteigung mache, dann werde ich mit Sicherheit die Reiseinformationen besser lesen.
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Re: Safari Tansania Sansibar: Gibt es eine Nebensaison?

Beitragvon joschi0846 » Freitag 12. September 2014, 07:26

Eine Zeltübernachtung bei einer Besteigung des Mt. Kilimanjaro ist nicht "logisch", denn es gibt verschiedene Routen. Bei der Marangu-Version übernachtet man in Berghütten.
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