Routenplanung für zweite Kamboschareise

Französischkurs in den ehemaligen französischen Kolonien (Laos, Vietnam und Kambodscha) gefällig? Oder doch lieber auf der Road to Mandalay pilgern und ein Beer Lao trinken?

Routenplanung für zweite Kamboschareise

Beitragvon chrisli » Donnerstag 17. Januar 2013, 14:33

Hallo zusammen,

ich möchte im Frühling für zwei Wochen nach Kambodscha. Ich war vor etwa fünf Jahren schon einmal auf einer Südostasienreise dort und hab Angkor und Pnom Pen schon mitgenommen. Da muss ich also nicht mehr unbedingt hin.

Nun bin ich auf der Suche nach einer guten Route. Ich habe mir in etwa folgendes vorgestellt:

- Ankunft in Pnom Pen
- Kompong Cham (hier soll es viele historische Pagoden und eine tolle Landschaft geben)
- Kratie (um die Delfine im Irrawady zu sehen)
- Safari in Mondulkiri
- In Ratanakiri in Vulkanseen schwimmen
- zurück

Das wäre also eine Route vor allem in die abgelesenen Regionen im Nordwesten.

War mal jemand von euch dort und hat mir da besondere Tipps, was ich hier vergessen habe?

Wie sieht es mit der Sicherheitslage aus? Ist diese Route in zwei Wochen machbar?

Gruss,
Chris
chrisli
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Re: Routenplanung für zweite Kamboschareise

Beitragvon Indrid Cold » Sonntag 3. Februar 2013, 19:29

Zwei Wochen sind eher knapp, sollte aber trotzdem ausreichen.
Sicherheitslage kein Problem würde ich meinen, so lang du auf den Pfaden usw. bleibst.

Ich war im Dezember 2009 in allen diesen Orten und es hat Spass gemacht. Senmonorom (Mondulkiri) und Banlung (Ratanakiri) waren ganz nett, aber jetzt nicht extrem überwältigend. Wenn man ev. weiter weg von den Provinzhauptstädten reist sieht man vielleicht desto mehr spannende Sachen. Trekking in Banlung war bei uns damals einfach etwas durch einen normalen Wald laufen.

Tipps (bedenke, die Infos sind von 2009):

Kompong Cham:
Falls du nicht selber auf Entdeckungstour gehen möchtest, kannst du mal beim Mekong Crossing vorbei schauen. Joe, ein Amerikaner, führt die Beiz und er hat einen kambodschanischen Freund, der gutes Englisch und auch französisch spricht: Mr. Vannat (Mail-Adresse und Telefonnummer hätte ich dir, falls du Interesse hast). Er fährt einen alten US-Jeep und zeigt dir ein paar Pagoden, dann eine stillgelegte Flugpiste inkl. Sonnenuntergang mit Heimfahrt durch ein “Rotlichtviertel“ (ein paar Holzhütten am Strassenrand) zurück nach Kompong Cham. Er hätte mich sogar nach Hause eingeladen zum Volleyball spielen mit seinen Kids, ich habe aber abgelehnt (hätte ich aber eigentlich machen sollen). Mr. Vannat wird sogar im einen oder anderen Reiseführer erwähnt. Ich war nur einen ganzen Tag in Kompong Cham. Damals zahlte ich im Phnom Pros Hotel ca. 13 Dollar für eine Nacht.

Fotos:
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Senmonorom:
Die Fahrt dorthin dauert von Kompong Cham etwa einen ganzen Tag. Wir waren damals mit einem Minivan unterwegs. Neben mir sass ca. sieben Stunden lang ein Huhn und es war unbequem, weil im Auto auch Güter gelagert waren. Neben einigen Einheimischen war ein Paar aus Deutschland im Wagen. Wir wählten ein Hotel etwas ausserhalb des Zentrums, das Arun Reah 2 Guest House. Für fünf Dollar hatten wir geniale Bungalows. Jedoch war hier nicht so viel los und nachts war es wegen der dunklen und kaputten rot staubenden Strassen nicht so einfach, ins Zentrum zu gehen. Das Restaurant war etwas unsauber (nicht das Essen, eher der Boden), weil die Einheimischen nachts hier immer noch Party machen (für die Einheimischen). Das Pich Kiri G.H. würde ich nächstes Mal wählen, das soll sehr gut sein.

Ich besuchte lediglich zwei Wasserfälle (ein Tagesausflug) mit Hilfe eines Motorradfahrers. Bis zum grossen Bousra Wasserfall dauert die Fahrt auf extrem schlechter Strasse (ab und zu Schlaglöcher) ca. eineinhalb Stunden. Dort badete ich. Ich hatte Glück, denn eine grosse Touristengruppe war gerade einige Minuten vorher abgefahren. Im Wasser können sich immer noch Bomben befinden (das Warnschild hatte ich nicht gesehen). Der Senmonorom-Wasserfall (im Reiseführer ev. als Sihanouk Wasserfall bezeichnet) ist viel kleiner und näher am Zentrum.

Nachts und morgens ist es hier extrem kühl, da es hoch in den Bergen ist.

Fotos:
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Kratie:
Start des Busses in Senmonorom um 8 Uhr, Ankunft in Kratie um 11.30 Uhr. Ich übernachtete dort im Udom Sambath Hotel für sieben Dollar. Ich war noch immer mit den deutschen zusammen und wir teilten uns ein Tuk Tuk um zum Bootsableger zu fahren. Die Fahrt dort hin dauerte ca. 30 Minuten und war wunderschön. Mein Tipp: Nimm ein Fahrrad! Auf dem Fluss konnte ich wirklich die Delfine sehen, aber sie springen nicht aus dem Wasser, sondern kommen nur kurz Luft holen. Schwer zu fotografieren, aber ich habe es trotzdem geschafft.
Auf dem Weg dort hin passiert man einen kleinen Hügel namens Phnom Sambok. Hier kann man sich Höllenbilder anschauen um zu lernen, dass im Buddhismus nicht alles so friedlich ist. Von hier aus hat man auch einen schönen Blick auf den Mekong (Sonneuntergang).
Das Hotel U-Hong 2 Guest House empfehle ich auch, es ist etwas traveller-mässig eingerichtet, hat aber nur sehr wenige Zimmer (vier, um genau zu sein). Ich zahlte fünf Dollar.

Mit der Fähre kann man die Insel Koh Trong erreichen und dann per Fahrrad erkunden, eine gute Idee für einen zweiten Tag in Kratie oder am Vormittag, und am Nachmittag die Delfine, wenn man nur einen Tag bleiben möchte.

Fotos:
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Banlung:
Die Fahrt nach Kratie startete erst nach 13 Uhr. Wir erreichten Banlung (sehr schlechte Strassen damals) um kurz nach 19.00 Uhr. Es war ein Schrottbus.
In der Tree Top Eco Lodge kostete eine Nacht nur fünf Dollar und man hatte sehr geile Räume und was noch viel besser war: Ein offener auf einer Terrasse gelegenen Restaurant/Begegnungszone. Mit gratis WiFi. Man traf so abends viele Reisende und rundum war alles schwarz weil es wenig öffentliche Beleuchtung gab.

Am ersten Tag mieteten wir (ich traf auch hier wieder Leute) Motorradtaxis und fuhren nach Wunsei (ca. eineinhalb Stunden, viele Schlaglöcher, kein Erbarmen der Fahrer). Danach eine Stunde Bootsfahrt. Den Tonle San entlang. Bis zum Taphuandorf Kachon.

Ein local guide erklärte uns alles, wir sahen den Friedhof mit den Holzstatuen und dann den ganzen Weg zurück. Abends bist du voller Staub von den Staubpisten.

Die zwei nächsten Tage: Zweitägiges Trekking mit einer Übernachtung. Etwas laufen durch Gegend und normalen Wald. Keine Tiere, kein Dschungel. Ab und zu mussten wir über Holzstämme u. ä. über Flüsse. In einem kleinen Bächlein fiel ich natürlich rein mit dem ganzen Zeug. In US-Militärhängematten schliefen wir dann in der Nacht im Wald. Glühwürmchen waren dort und die beiden Gudies hatten auch etwas Schnaps da. Man konnte auch baden. War ganz nett. Der Rückweg war eigentlich derselbe, einfach immer ein paar Meter vom Weg entfernt um uns nicht zu zeigen, dass es eben derselbe Weg war.

Fotos:
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Phnom Penh:
Bus startete in Kratie um 7 Uhr und man erreichte Phnom Penh um 14 Uhr. Ich wohnte damals bei einer NGO-Angestellten im schicken Viertel der Botschaften. Was man anschauen kann ist die Riverside, das Tuol Sleng Museum sowie die Killing Fields (ein Tag). Königspalast sowie Wat Phom sowie das Apsara Art Association für einen zweiten oder sogar dritten Tag. Im Apsara Art Association lernen Kinder den traditionellen Tanz, aber auch Sprachen. Finanziert durch Spenden. Die Kids kommen aus armen Verhältnissen. Im Child Safe Center kann man sich übrigens auch über Kinderhilfe informieren/spenden. Ehemalige Kinder von der Strasse führen ein eigenes Restaurant, das Friends-Restaurant.

Im Mekong Palace an der Riverfront zahlte ich 18 Dollar die Nacht.

Ich hatte übrigens hier einen in der DDR ausgebildeten deutschsprachigen Motorradtaxifahrer namens Sarin. Falls es ihn noch gibt, hätte ich auch seine Nummer.

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Ich hoffe, das bringt dich etwas weiter.
Indrid Cold
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Re: Routenplanung für zweite Kamboschareise

Beitragvon chrisli » Dienstag 10. Juni 2014, 01:56

Vielen Dank für die Tipps. Ich hab damals ganz vergessen mich zu bedanken... Kambodscha war super. Kann ich echt nur empfehlen.
chrisli
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