Mugabes Wohnhaus wird Touristenattraktion

Eis auf dem Kilimandscharo, Wein in Kapstadt und Löwen in der Serengeti. Ist das Afrika?

Mugabes Wohnhaus wird Touristenattraktion

Beitragvon Pantitlan » Montag 29. Oktober 2012, 08:35

Simbabwe will nun offenbar den Tourismus wieder fördern und den sogenannten Township-Tourismus übernehmen, der in Südafrika recht gut funktioniert. Dort wurde das Haus von Nelson Mandela mit viel Erfolg auf die klassische Tourenroute gesetzt. Dies soll nun scheinbar auch in Simbabwe kopiert und das Geburtshaus von Robert Mugabe in die Township-Touren aufgenommen werden.

Ich bin mir allerdings nciht so ganz sicher, ob das Konzept aufgeht. Während Mandela in der westlichen Welt den Ruf eines treuen Widerstandskämpfer gegen ein Unrechtsregime geniesst, wird Mugabe in aller Regel selber mit Tyrannei und unnötigem Blutvergiessen assoziert. Ob es da also viele Besucher gibt, die Mugabe genügend ehren, um zu seinem Haus zu pilgern, ist meiner Einschätzung nach mehr als zweifelhaft. Gut für der Tourismus des Landes ist da vermutlich, dass hauptsächlich chinesische Besucher ins Land gelangen.

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Re: Mugabes Wohnhaus wird Touristenattraktion

Beitragvon Dimi3 » Montag 7. Januar 2013, 00:01

Ich bin überhaupt nicht begeistert, vom Townshiptourismus welcher in Südafrika, und besonders nach Soweto bei Johannesburg, fuss gefasst hat. Es erinnert mich übertrieben gesagt etwas an Safaris. Nur dass man in diesem Fall Menschen in ihrem Elend zusieht und fotografiert. Vor knapp 100 Jahren wurden in diversen Zoos und Zirkussen sogenante "Lippenneger" (verzeiht den Ausdruck) zur Schau gestellt, was meines Erachtens ähnlich Voyeuristisch ist.

Aber zurück zum Thema.
Als ich Simabwe besuchte, hatte ich nicht den Eindruck, dass das Land erstens, grosse Touristenmassen anzieht und zweitens, diese überhaupt bewältigen können. Eigentlich schade, wo dies doch ein so schönes Land ist. Deshalb finde ich es etwas kurios, dass nun Mugabes Wohnhaus vermarktet wird, da diese Leute welche das Land als Touristen besuchen wohl nicht jene sind, welche auch auf solche Touren gehen. Ich würde jedenfalls keinen Rappen bezahlen um Robert Mugabes Geburtshaus zu besichtigen. Das Argument des Voyeurismus kann ich in diesem Fall nicht bringen, da in Simbabwe wohl sehr wenig ohne die Genehmigung Mugabes oder seiner Beamten läuft. Er wird da wohl seine Finger im Spiel haben.
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Re: Mugabes Wohnhaus wird Touristenattraktion

Beitragvon vts-hh » Dienstag 5. Februar 2013, 17:19

Ich bin mir gar nicht mal so sicher, dass das nicht funktioniert. Menschen haben schon immer einen Drang gehabt, sich Makaberes anzusehen, solange sie nicht selbst betroffen sind. Jetzt ist zwar ein Haus an sich nicht gerade makaber, aber es könnte in etwa den gleichen Effekt haben.

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