Überfall in Kirgistan

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Überfall in Kirgistan

Beitragvon zurken » Sonntag 14. August 2011, 13:13

Ein deutsches Paar ist in Kirgistan überfallen worden. Sie schliefen in ihrem Wohnmobil. Habs im Blog beschrieben. Trotzdem bleibt Kirgistan ein sicheres Land zum Wildcampen. Die beiden haben m.E. zwei Fehler gemacht: Man darf nicht direkt an einer Straße stehen und das Auto nachts möglichst nicht verlassen, um evtl. schnell losfahren zu können.

Gibts eigentlich in Reiseführern Tipps zur Schlafplatzsuche? Ich glaube, da steht nur drin, obs in dem jeweiligen Land erlaubt ist oder nicht.
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Beitragvon Pantitlan » Sonntag 14. August 2011, 17:49

Das klingt nicht nach einer tollen Erfahrung. Aber wie kann das Paar denn überfallen worden sein, wenn es gar nicht im Wohnmobil war?

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Beitragvon zurken » Montag 15. August 2011, 09:37

Doch, sie schliefen drinnen, es klopfte, und er ist ausgestiegen, weil er dachte, die Jungs kommen in freundlicher Absicht....
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Re: Krimi in KGz

Beitragvon framo » Montag 23. Juni 2014, 12:47

Hallo miteinand,
zurken hat geschrieben:Ein deutsches Paar ist in Kirgistan überfallen worden. Sie schliefen in ihrem Wohnmobil. Trotzdem bleibt Kirgistan ein sicheres Land zum Wildcampen.
Ueberfallen und sicher in einem Satz - interessant ...





zurken hat geschrieben:Doch, sie schliefen drinnen, es klopfte, und er ist ausgestiegen, weil er dachte, die Jungs kommen in freundlicher Absicht....
die Jungs haetten den Wagen nach wenigem Geklopfe auch so aufgebrochen, aber es anzunehmen, dass Nachts 3-5 Maenner in guter Absicht :shock: , das wuerde ich nicht einmal bei Frauen annehmen :mrgreen:





P.S. bin z.z. in KGz - wer Fragen hat - her damit.
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Re: Überfall in Kirgistan

Beitragvon Surfy » Dienstag 24. Juni 2014, 08:32

zurken hat geschrieben:Ein deutsches Paar ist in Kirgistan überfallen worden. Sie schliefen in ihrem Wohnmobil. Habs im Blog beschrieben. Trotzdem bleibt Kirgistan ein sicheres Land zum Wildcampen. Die beiden haben m.E. zwei Fehler gemacht: Man darf nicht direkt an einer Straße stehen und das Auto nachts möglichst nicht verlassen, um evtl. schnell losfahren zu können.

Gibts eigentlich in Reiseführern Tipps zur Schlafplatzsuche? Ich glaube, da steht nur drin, obs in dem jeweiligen Land erlaubt ist oder nicht.


In welchem Blog hast Du es denn beschrieben, ein Link wäre für uns Mitleser sicher hilfreich.

Wer abseits einer Campsite/Campingplatz/Stellplatz steht - tut immer gut daran nicht sichtbar zu stehen. Wer des Nachts ans Auto klopft - ist niemals der Gutmensch der Kaffee & Brötchen bringt. Das bedeutet immer Ärger. Sei es durch Ordnunghüter, oder schlimmeres.

Entweder man ist Schnellstart-fähig oder Schlagfertig (damit meine ich nicht gewalttätig) - oder aber es wird eng...

Wer klopft um einen Überfall zu machen, hat schon die Absicht dazu. "Ihn" davon abzubringen braucht kreative Ansätze. Bei klopfen gibt es sicher noch mehr Spielraum als wenn zum aufwecken ein Fenster eingeschlagen wird.

Wie radikal ist derjenige draussen? Wenn einer mit dem Gewehr ans Fenster klopft sind sämtliche "Vorbereitungen" inkl. eingeübten Schnellstart nicht ungefährtlich - blöderweise sieht man das in der Nacht nicht.

Die beste Vorsorge ist daher das versteckte wild campieren, was auch ein unbeobachtetes abzweigen/abfahren von der Strasse beinhaltet.

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Re: Überfall in Kirgistan

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 24. Juni 2014, 13:54

Entweder man ist Schnellstart-fähig oder Schlagfertig (damit meine ich nicht gewalttätig) - oder aber es wird eng...


Wie habt ihr das bei eurer Afrikareise gehandhabt, Surfy? Ihr habt ja einfach im hinteren Teil des Autos übernachtet, wenn ich das bei dir auf dem Blog richtig gesehen hab.

Ansonsten denke ich, dass ein Schnellstart je nach Art der Einrichtung gar nicht so leicht ist. Beispielsweise bei einem Dachzelt: Da kommst du nicht ungesehen in die Kabine. Daher frage ich mich, was du da als "schlagwertig" konkret vorschlafen würdest. Die eigene Kalashnikov hat man als Tourist ja in der Regel nicht dabei... :)

Unter dem Aspekt der Sicherheit ist vermutlich eine Lastwagenlösung keine schlechte Sache wie sie diese beiden hier haben: http://weltreiseforum.com/blog/im-lastw ... -die-welt/ Da die Fenster sehr hoch liegen, ist es nahezu unmöglich, auf diese Weise ins Fahrzeug zu gelangen.

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Re: Überfall in Kirgistan

Beitragvon Surfy » Donnerstag 3. Juli 2014, 21:05

Pantitlan hat geschrieben:
Entweder man ist Schnellstart-fähig oder Schlagfertig (damit meine ich nicht gewalttätig) - oder aber es wird eng...


Wie habt ihr das bei eurer Afrikareise gehandhabt, Surfy? Ihr habt ja einfach im hinteren Teil des Autos übernachtet, wenn ich das bei dir auf dem Blog richtig gesehen hab.

Ansonsten denke ich, dass ein Schnellstart je nach Art der Einrichtung gar nicht so leicht ist. Beispielsweise bei einem Dachzelt: Da kommst du nicht ungesehen in die Kabine. Daher frage ich mich, was du da als "schlagfertig" konkret vorschlagen würdest. Die eigene Kalashnikov hat man als Tourist ja in der Regel nicht dabei... :)


Am besten führt man sich die eigene Verletzlichkeit vor Augen - und akzeptiert sie als solches – oder man bleibt vielleicht besser zuhause.

Versuche dir einfach mehrere Szenarien eines nächtlichen Überfalls vorzustellen. Gegen welches Szenario kann man sich schützen, ohne selber eine Waffe mit sich zu führen?

Angenommen mehrere gewaltbereite Bewaffnete mit Kalaschnikow oder anderen Schnellfeuerwaffen überfallen Dich in der Nacht – dann hilft Dir kein LKW Expeditionsmobil, keine Schnellstart-Option, keine eigene Waffe.

Auch gewaltbereite Bewaffnete mit Pistolen ausgerüstet – schiessen die Angreifer einem in jeder Lösung (ausser eines gepanzerten Fahrzeuges) einem auch im LKW ein Loch in den Kopf, bevor man einen Gang eingelegt hat.

Wollen zwei Männer mit Stöcken und Messer bewaffnet schlafende Reisenden im Fahrzeug überfallen – sind gewaltbereit und schlagen erstmal die Fahrerscheibe ein und steigen so ins Fahrzeug. Ausser man ist aktives Mitglied einer Spezialeinheit (oder bewaffnet) – wird man so geweckt – dem nicht viel entgegenzusetzen haben.

Kommen nun 2-3 angetrunkene jugendliche die relativ halbherzig vorgehen, DANN hilft die Notstart-Option, da hilft der LKW, das Innenschlafen im Geländewagen gegenüber dem Dachzelt. Dann hilft auch die Folierung der Scheiben um einem ein paar Sekunden mehr Luft zu verschaffen. Da helfen Umbau Massnahmen mit denen man "die da draussen" erschrecken kann.

Wer des Nachts an die Fahrzeugtüre klopft, ohne gleich Fakten zu schaffen wie Fenster- einschlagen oder in die Luft schiessen, der weiss wohl selber noch nicht in welche Richtung der Besuch geht, oder muss Geräusche vermeiden..

Da kann man durch schlagfertiges auftreten diejenigen von ihrem Vorhaben abbringen, angefangen von davonfahren, selber angreifen, krach machen, den Überraschungsmoment nutzen, oder zusammen einen Wein trinken. Egal was man tut, man sollte es mit voller Konsequenz machen, sonst verbessert man die Situation sicherlich nicht...

Das Risiko dass die Gewaltbereitschaft des Angreifers vorhanden ist, wird aber auch hier immer gegeben sein. Ob und wie derjenige der klopft bewaffnet ist, wird sich in der Regel in der Dunkelheit nicht schnell genug erkennen können. Frechheit kann siegen oder zu tödlichen Schüssen führen. Ob man einfach aufgibt, oder das Risiko auf sich nimmt – „up to you“. Nicht jeder gewaltbereite der Nachts einen Überfall startet, nimmt auch einen Mord in Kauf - sollte man vielleicht auf der anderen Seite der Gleichung auch berücksichtigen.

Will damit nur skizzieren dass man sich für einen nächtlichen Besuch nicht wirklich absichern kann, mit vernünftigen Mitteln. Genau so geht es einem auch in der eigenen Wohnung zuhause in Europa. Es gibt Einbrecher die in bewohnte Wohnungen und Häuser einbrechen, Pincodes erpressen, Wertsachen mitnehmen, die Bewohner misshandeln.

Pro 100`000 Einwohner ist es meist eine überschaubare Anzahl von Einbrüchen, genau wie auch bei den Reisenden mit dem eigenen Fahrzeug. Wenn man seinen Wildcamp Stellplatz gut wählt, dann weis niemand dass man da ist :wink:

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Re: Überfall in Kirgistan

Beitragvon sandsturm » Freitag 4. Juli 2014, 12:48

Wenn man seinen Wildcamp Stellplatz gut wählt, dann weis niemand dass man da ist


Ich denke auch, dass dies von all den genannten Punkten hier die wichtigste Sicherheitsdevise ist: Sich am besten unter dem Radar halten.

Das gilt ja nicht nur fürs Campen, auch sonst werden Reisende leichter eine Zielscheibe, wenn man ihre Schwäche erkennt.

Ich habe gelesen, dass die meisten nächtlichen Überfälle in Bischkek passieren, nachdem jemand angetrunken eine Bar verlassen hat. Ich weiss nicht, ob das stimmt. Aber ich denke mal, dass potentielle Übeltäter lieber jemanden ausrauben, der nicht mehr so ganz bei sich ist, als jemand, der sich allenfalls wehren kann.

Wer des Nachts an die Fahrzeugtüre klopft, ohne gleich Fakten zu schaffen wie Fenster- einschlagen oder in die Luft schiessen, der weiss wohl selber noch nicht in welche Richtung der Besuch geht, oder muss Geräusche vermeiden..


Das Problem ist, dass nicht jedes nächtliche Klopfen ein Überfall sein muss. Ein Bekannter von mir zeltete mal im Iran und wurde in der Nacht unsanft geweckt. Um ihn herum standen etwa fünf bewaffnete Leute, in der Erzählung mit den Waffen am Anschlag. Die Situation löste sich bald darauf, denn es war eine Spezieleinheit der Polizei, die einen Schmuggler suchte. In diesem konkreten Fall wäre ein Schnellstart sicherlich eine sehr viel gefährlichere Lösung gewesen, als die Türe aufzumachen. Und stell dir vor, er hätte gar auf die Polizei geschossen? Gut möglich, dass er mir dann diese Geschichte nicht mehr hätte erzählen können.

Ich war nie in so einer Situation, aber ich denke, dass man sich im Zwefelsfall besser kooperativ verhält. Vielleicht ist es naiv, aber ich glaube, dass Einbrecher und Überfallende andere nur zum Selbstschutz verletzen. Also sobald sie sich bedroht fühlen. Wer gibt, was er hat und nicht versucht, den Heldn zu spielen, der wird zwar etwas Besitz verlieren, der oft auch versichert ist, aber in den meisten Fällen glimpflich davonkommen.

Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
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