Trampen bis Japen (Ohne viel Geld)

Japan das Land der aufgehenden Sonne: hier kann man zu den unterschiedlichen Themen im asiatischen Reiseland posten.

Trampen bis Japen (Ohne viel Geld)

Beitragvon Jason » Freitag 6. Mai 2011, 17:17

Hallo (Mein erster Beitrag)
Ich bin zufällig auf dieses Forum gestoßen, als ich auf der Suche nach Tipps bzw. Möglichkeiten nach Japan zu Trampen.
Gleich vorweg; Ich bin Schüler und werde dieses Jahr mein Abitur auf einem weiterführenden Gymnasium meistern. Als Schüler hab ich auch nicht gerade so viel Geld zur Verfügung. Doch möchte ich, bevor ich zum Studieren gehe, eine größere Reise machen. Japan ist dabei mein Ziel.
Ich habe eine sehr verrückte Idee bzw. ein sehr verrücktes Unterfangen, ohne (viel) Geld bis nach Japan zu kommen.
Natürlich könnte ich mir einen günstigen Flug suchen und dort direkt hinfliegen, allerdings lässt mich die Idee nicht mehr los „zu Fuß“ dorthin zu kommen um einfach die Länder, die zwischen Deutschland und Japan liegen, kennen zu lernen.
Es soll kein Urlaub werden. Ich weiß dass das nicht leicht wird oder unmöglich(?), nur hab ich das Gefühl, dass ich das für mich machen muss.
Ich will das nicht auf mich nehmen um vor meinen Freunden zu prahlen, das wäre denke ich mal sehr dumm. Zumal ich weiß dass ich akzeptiert werde und Freunde sind, die mir bei Seite stehen.
Ich will das eher machen um die Menschen zu verstehen oder auch mich, da bin ich mir noch nicht sicher.

Nun zu meiner eigentlichen Frage, nach diesem Einführungstext:
Ist das überhaupt zu realisieren?
Wie kann ich so eine Reise am besten Planen?
Was muss ich beachten?
Was brauche ich in meinem Rucksack? Und was brauch ich für ein Rucksack :-)?
Reichen meine sehr guten Englischkenntnisse aus (Ich bin halber Engländer), oder sollte ich vllt. vorher die wichtigsten Fragen wie „Hallo, könnten Sie mich ein Stück mitnehmen?“ auf Russisch, Chinesisch, etc. vorher Lernen?

Auf die Schnelle fällt mir grad nicht mehr Fragen ein. Ich wäre um weitere Tipps sehr dankbar.
Ich hoffe, ihr könnt es einigermaßen lesen und sich nicht zu viele Fehler eingeschlichen haben ;-).
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Beitragvon Pantitlan » Samstag 7. Mai 2011, 05:39

Vorweg zum Geld: Fliegen ist ganz ohne Zweifel eine viel günstigere Variante, wenn es darum geht nach Japan zu reisen. Je nach Route kosten all die Visa schon fast so viel wie ein Flug - und dann hast du noch nichts gegessen.

Ich bin nun nicht ganz sicher, was du meinst: Heisst Trampen für dich per Autostopp oder zu Fuss unterwegs zu sein? Beides ist möglich. Es gibt einen Deutschen, der von Peking nach Xinjiang gelaufen ist. Aber zu Fuss könntest du das eine oder andere Problem bei der Immigration bekommen. Zum Beispiel wenn du Turkmenistan in 5 Tagen durchqueren musst, ist das zu Fuss natürlich nicht möglich.

Autostopp wäre vermutlich einfacher. Aber hier musst du beachten, dass du dich nach Europa mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit am Benzinpreis beteiligen musst. Das wäre dann nicht mehr ganz gratis, sondern würde in etwa dem Preis der Busse entsprechen.

Eine oft gewählte Option ist eine Fahrradreise, was ich mir an deiner Stelle auch einmal überlegen würde. Ich habe das selber nie gemacht. Aber die Leute, die ich getroffen habe, waren davon begeistert. hier eine kleine Inspiration.

Du kannst auch etwas klassischer mit Bussen und Zügen unterwegs sein. Das ist dann gar kein Problem mehr.

Bei der Planung solltest du dir die Route überlegen. Eine Option würde durch Osteuropa nach Russland führen und dann irgendwo bei Vladivostok gibts (oder gab) es eine Fähre nach Nordjapan. Dann gibt es eine mittlere Route durch die -stan-Länder (Anreise über Osteuropa oder Türkei und Iran), dann entlang der Seidenstrasse nach China. Via Korea kannst du mit der Fähre nach Südjapan. Eine dritte Route würde dich ganz durch den Süden führen via Türkei, Iran, Pakistan (hier könntest du via Karakorum auf Route zwei abzweigen), Indien, Südostasien und von hier zum Beispiel über Hongkong und Taiwan nach Okinawa und von dort aus Japan aufrollen. Meine Meinung dazu: Route 1 ist vermutlich die langweiligste wenn du endlose Waldspaziergänge nicht der ultimative Kick für dich sind. Da würde ich mir allenfalls überlegen mit der Transsib auf dieser Route in einer oder zwei Wochen zurückzukehren. Route 2 ist kulturell sehr interessant und lässt sich auch durchgehend auf dem Boden zurücklegen. Route 3 wirst du vermutlich an der einen oder anderen Stelle fliegen müssen.

Für die Reise wirst du keine Sprachen lernen müssen, weil das ganz einfach unrealistisch ist. Nimm lieber ein Phrasebook mit und versuche dann mit den Leute irgendwie zu kommunizieren. Das geht schon. In China können viele junge Leute recht gut Englisch. In Zentralasien ist russisch die erste Fremdsprache. Hier solltest du auf alle Fälle die kyrillische Schrift lernen. Das ist aber einfach.

Um die Packliste würde ich mich erst ganz am Schluss kümmern, wenn du weisst, wie du reist und wo du reist.

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Beitragvon robbe » Samstag 7. Mai 2011, 08:13

Ich nehme an, du willst dann aber von Japan aus zurückfliegen oder?
Falls das der Fall ist, wird der Rückflug plus die "Fuß"reise sehr vermutlich teurer als Hin- und Rückflug.
Die Idee finde ich selbst sehr schön, würde ich auch gern machen. Aber billiger ist es wohl nicht (nur die Reise-/Transportkosten) betrachtet. Wenn du nicht nur durch Russland willst, brauchst du mind. 2 Visa (Russland, China). Und ich denke du willst auch noch woanders hin. Da musst du dich genau informieren wegen Visagebühren für die Transitländer.

Wie gesagt eine schöne Idee, macht bestimmt viel Spass. Dass es billiger ist bezweifel ich.

"Wie kann ich so eine Reise am besten Planen?"
In Foren nach Individuallreisenden für jedes einzelne Land suchen und dich dann wegen Transport genau erkundigen. Gute Informationen findest du vermutlich eher in Foren anstatt in irgendwelchen Berichten (bzw. gute Bericht zu finden wird eventuell schwierig).
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Beitragvon Jason » Samstag 7. Mai 2011, 09:30

Danke schon mal für die schnelle Antwort. Und das so früh am Morgen :-)

Das der Hinflug günstiger sein wird, also zu Fuß dorthin zu kommen, war mir vorher schon klar.
Bei Opodo.de hab ich schon Flüge gefunden für 390€ (Hinflug).
Ich gehe gerade nebenher Arbeiten um das finanzieren zu können. Zugegeben, die Visa pro Land hab ich nicht beachtet.
Was meint ihr was so eine Reise kosten wird? Und wie lange wird es brauchen nach Japan so zu kommen (je nach vorgeschlagene route)? Ich dachte so, 4 Monate?
Wie ist das Reisen mit Bus/Zug? Kann ich da einfach mal aussteigen für 1-2 Tage und dann einfach den nächsten nehmen?
Was bekomme ich mit Bus/Zug zu sehen?

Pantitlan
Was für mich Trampen heißt? Hmm.
Ich nehme an, beide von dir genannte Punkte. Zu Fuß und per Anhalter.
Nachdem du aber meinst das es jenseits Europa etwas kosten wird, mit anderen im Auto mit zu fahren, werde ich dann wohl früher oder später auf Bus/Zug ausweichen.
Das mit dem Fahrrad hört sich auch ganz Interessant an. Den Link werde ich mir mal durchlesen und genauere Infos mal besorgen.

Robbe
Ja, von Japan werde ich dann nach Deutschland zurück Fliegen.
Ich dachte mir schon dass das um einiges Teurer wird, nur ist die Erfahrung, die ich dabei hoffentlich Sammele, den Aufpreis wert. Nicht zu vergessen das ich so die Möglichkeit hab in „kürzester“ Zeit verschieden Kulturen kennen zu lernen.
Ich möchte eben die Koste, die für so eine Reise von Nöten sind, so niedrig wie möglich halten.
Ich werde deinem Rat mal folgen und mich über die Länder, die in den vorgeschlagenen Routen von Pantitlan sind, in Foren erkundigen.

Mal ne Frage; Wie sieht das mit Internet aus?
Nicht das ich darauf nicht verzichten kann.
Mein Vater meinte das ich eine Bloggerseite machen könnte/sollte und so Familie und Freunde einfach auf dem Laufenden zu halten, wo ich mich gerade befinde etc.
Wo er Recht hat sind dann vermutlich die Kosten fürs Telefonieren, dass wenn ich jeden anrufen würde, jene Kosten höher sein werden als wenn ich einmal Pauschal etwas auf eine Internetseite schreibe.

Wenn ich mal dann in Japan angekommen bin, kann ich da einfach so Arbeiten so für 2 Monate? So eine Art „Work and Travel“ durch Japan?

Zuletzt geändert von Jason am Samstag 7. Mai 2011, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Boracay » Samstag 7. Mai 2011, 13:56

Jason hat geschrieben:Wie ist das Reisen mit Bus/Zug? Kann ich da einfach mal aussteigen für 1-2 Tage und dann einfach den nächsten nehmen?


Klar, nur was willst du in der russischen Provinz? Da kann kein Mensch auch nur ein einziges Wort Englisch, überall gibt es rech agressive Hunde und günstig ist es auch nicht.
Wenn du Stoppen möchtest, dann in den Städten.

Was bekomme ich mit Bus/Zug zu sehen?


Endlos viel Taiga, die genau 5 Minuten interessant ist.

Wenn ich mal dann in Japan angekommen bin, kann ich da einfach so Arbeiten so für 2 Monate? So eine Art „Work and Travel“ durch Japan?


Ja, das geht. Allerdings solltest du die Landessprache etwas beherrschen sonst ist es schwierig einen Job zu finden.
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Beitragvon Indiana Goof » Samstag 7. Mai 2011, 16:09

Boracay hat geschrieben:
Was bekomme ich mit Bus/Zug zu sehen?


Endlos viel Taiga, die genau 5 Minuten interessant ist.


Sorry, ich muss jetzt hier mal ein wenig offtopic werden:

@Boracay: Sag mal, du hast mir ja in dem anderen Thread bezüglich der Frachtschiffreise noch nicht geantwortet. Und jetzt lese ich hier im Grunde genommen eine ähnliche Aussage von dir - nämlich, dass in deinen Augen etwas schnell langweilig werden kann. Im anderen Thread sprachst du davon, dass mehrtägiger Blick aufs Meer langweilig wird, hier ist es die Taiga.
Ich wiederhole meine Frage aus dem anderen Thread: Warum hast du solche Vorurteile und welche Erfahrungen hast du diesbezüglich gemacht?

Dem Fragesteller geht es ja darum, mehr kennen zu lernen, als nur die Flughäfen Frankfurt und Tokio. Er will offensichtlich wissen, was noch dazwischen liegt, was ich persönlich sehr gut finde. Dem Manne kann geholfen werden, denn dazwischen liegen gut 10.000 Kilometer Erdoberfläche, auf der eine ganze Menge passieren kann. Er wird interessante Menschen treffen, in blöde Situationen geraten in denen ihm freundliche Einheimische helfen, er wird vielleicht Zug fahren und dabei vor lauter Gesprächen (oder was man dafür hält) gar keine Zeit haben, sich die Taiga anzuschauen, er wird vielleicht auch mal für gewisse Zeit zur Ruhe kommen, sich eventuell einen mp3-Player in die Ohren stopfen und den Ausblick genießen - wer weiß.

Aber jedes Mal zu behaupten, es wäre langweilig zwischen Abfahrts- und Zielort finde ich reichlich seltsam. Der Spruch ist zwar total abgedroschen, aber er trifft es immer wieder: Der Weg ist das Ziel. Und wenn ich Jason richtig verstanden habe, dann ist es auch das, worum es ihm geht (unabhängig davon, ob er es zeitlich und finanziell durchführen kann).

Übrigens: Für mich hat das Ein- und Aussteigen in bzw. aus einem Flugzeug nicht mehr viel mit Reisen zu tun. Es ist bloß ein komfortabler Weg, einen anderen Punkt dieser Erde zu besichtigen. Reisen bedeutet für mich aber auch das Erleben unterwegs zu sein. Und dazu gehören nunmal auch stundenlange Blicke auf Wald oder Meer. Gerade in dieser schnelllebigen Gesellschaft sollte man sich darauf mal wieder ein wenig zurückbesinnen.
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Beitragvon Pantitlan » Sonntag 8. Mai 2011, 05:13

Ein- und Aussteigen: Es ist ja nicht so, dass du ein durchgehendes Ticket von Deutschland nach Tokyo kaufen würdest. Du kannst ja auch immer jeweils einen Zug oder Bus nehmen, der nur gerade in die nächste Stadt führt. Da bist du dann sehr frei bei der Route und den Terminen.

Langweile: Ich glaube Boracays Aussage bezog sich auf die Sibirienroute. Ich bin einmal drei Wochen lang durch den Norden Australiens gefahren und sah immer nur die gleiche Landschaft und traf kaum Leute. Das fand ich die langweiligste Reise meines Lebens. Die Transsib stelle ich mir ähnlich vor. Aber eben: Es sind ja auch andere Routen denkbar.

Kosten: Das variiert natürlich extrem. Leute, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, im Zelt schlafen und selber kochen geben kaum was aus. Hier kannst du zum Beispiel einmal Bine hier im Forum nach ihrem Budget fragen. Sie ist von der Schweiz nach Laos geradelt. Die Kosten hängen von den bereisten Ländern ab, wobei man meiner Meinung nach mit 20 bis 30 Euro pro Tag überall durchkommt. Wo es teurer ist, gibt es mehr Jugendherbergen und Massenschlafsäle. An solchen Orten isst du dann halt nicht jeden Tag im Restaurant, sondern kauft auch mal was im Supermarkt ein. Bei etwa vier Monaten über die mittlere Route (denn vier Monate nur in Sibrien wirst du nicht verbringen wollen) kannst du daher mit etwa 25 Euro x 120 Tagen = 3000 Euro rechnen. Dazu kommen dann noch Visagebühren und der Flug. Das wäre eine Berechnung für eine vier Monate dauernde Anreise NACH Japan und nicht eine Reise IN Japen.

Internet: Gibt es in jedem Land. Wenn du magst, kannst du dir ein kleines Netbook zulegen. Das ist ideal für unterwegs und ab einer gewissen Reiselänge rechnet sich die Investition, da du ja nciht ins Internetafe musst, sondern die diversen Hotspots verwenden kannst.

Work und Travel: Hier gibt es relativ strenge Bestimmungen bei Alter, Nationalität und der Anzahl der vergebenen Visa. Erkundige dich vorher. Zur Wahrscheinlichkeit eine Stelle zu finden: Eher schwer. Die japanische Wirtschaft darbt schon seit Jahren und auch Japan haben Probleme, etwas zu finden. Ich würde mal nicht all zu sehr damit rechnen.

In Foren nach Individuallreisenden für jedes einzelne Land suchen und dich dann wegen Transport genau erkundigen


Du kannst auch hier konkrete Fragen in den einzelnen Länderposts stellen. Am besten pro Frage ein Thema mit einem aussagekräftigen Titel. Da sind die Chancen am höchsten, dass du was findest.

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Beitragvon Jason » Dienstag 10. Mai 2011, 15:05

Falls es jemand Interessiert oder jemand zufällig die Postings hier im Forum stößt;

Ich bin auf dass hier, während meinen Recherchen gestoßen:

Man kann ein so genanntes "Working-Holiday-Visum" für Japan beantragen. Kostenlos.
Dieser ist für 18-25 Jährige (in Ausnahmen bis 30 Jahre) und man kann ein Jahr lang in Japan legal Arbeiten gehen, bzw. jede Tätigkeit ausführen.
Es gibt allerdings noch andere Kriterien die erfüllt werden sollten, wie genug Finanzielle mittel, etc.

Ausführlicher steht das nochmal im Link:
http://www.de.emb-japan.go.jp/Konsular/ ... rbeit.html


Falls das hier auf der Seite schon irgendwo erwähnt wird, tut mir leid. Hab ich beim überfliegen dann übersehen.

Grüße
Jason
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Beitragvon Pantitlan » Dienstag 10. Mai 2011, 15:23

ich dachte, dass du hier:

Wenn ich mal dann in Japan angekommen bin, kann ich da einfach so Arbeiten so für 2 Monate? So eine Art „Work and Travel“ durch Japan?


bereits von diesem Visum gesprochen hast.

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Beitragvon Jason » Dienstag 10. Mai 2011, 15:39

Nicht direkt.
Ich war mir nicht sicher ob man in Japan so ein Visum beantragen kann, wie für die klassischen Work and Travel Länder wie USA, Neuseeland, etc.

Das man für Japan ein "Working Holiday Visum" beantragen kann, ist relativ neu, zumind. so wie ich das bisher entnehmen konnte.

Für Japan gibt es noch keine Organisation, die den Work & Travel - Aufenthalt dort organisiert, wie es in den üblichen Work and Travel - Länder der Fall ist.
Man muss also selber die Sachen planen.
Jason
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Beitragvon Boracay » Dienstag 10. Mai 2011, 17:40

Indiana Goof hat geschrieben:@Boracay: Sag mal, du hast mir ja in dem anderen Thread bezüglich der Frachtschiffreise noch nicht geantwortet. Und jetzt lese ich hier im Grunde genommen eine ähnliche Aussage von dir - nämlich, dass in deinen Augen etwas schnell langweilig werden kann. Im anderen Thread sprachst du davon, dass mehrtägiger Blick aufs Meer langweilig wird, hier ist es die Taiga.


Eine sich mäßig ändernde Landschaft ist eben nicht gerade das was einem den Mund offen stehen lässt. Noch viel weniger tut das Wasser.
Ich persönlich finde Autobahnfahrten kotzlangweilig. Egal ob diese in China, Südostasien oder in D A CH sind. Mit dem Zug ist es ähnlich. Findest du es spannend mit dem ICE in Deutschland rumzufahren? Also ich nicht. Und da ist die Landschaft abwechslungsreicher als in Sibirien.

Dem Fragesteller geht es ja darum, mehr kennen zu lernen, als nur die Flughäfen Frankfurt und Tokio. Er will offensichtlich wissen, was noch dazwischen liegt, was ich persönlich sehr gut finde.


Dann würde ich persönlich eine Strecke ala Italien, Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, China, Japan wählen. Aber das ist seine Sache. Sicherlich ist auch Russland ganz reizvoll, die Zugfahrt durch Sibirien als solche aber sicherlich nicht. Hier würde ich es machen wie die Russe auf langen Zugfahrten - sich endlos besaufen.

und dabei vor lauter Gesprächen


Nur wenn man russisch kann, den Englisch spricht dort exakt gar niemand.

Übrigens: Für mich hat das Ein- und Aussteigen in bzw. aus einem Flugzeug nicht mehr viel mit Reisen zu tun


Man kommt wesentlich schneller an den Ort an den man eigentlich möchte, ohne das man endlose kotzlangweile Touren auf sich nehmen muss. Wenn du eine Fahrt von München nach Berlin spannend findest, dann kannst du das ja, die meisten Leute sehen das aber anders. Für mich sind 11 Stunden Flug schon nur unter dem massiven Einsatz von Drogen auszuhalten.
Ich nehme manchmal ein paar Leute mit dem Auto auf längeren Strecken mit. Begeistert von so einer langen Tour war bisher noch keiner.
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Beitragvon Indiana Goof » Dienstag 10. Mai 2011, 19:45

Versteh' mich bitte nicht falsch. Ich will sicherlich keinen Streit vom Zaun brechen, jeder hat andere Vorlieben. Aber deine Argumente klingen nicht nur sehr nach Vorurteil, sondern sind es teilweise auch.
Ich habe ja letztens schon meinen Frachtschiffreisebericht verlinkt, meinen Transsibbericht aus dem letzten Jahr findet man auch unter www.dieweltenbummler.de.

Nur gerade das ist es doch, was das Reisen an sich aus macht: Auch mal auf Sprachprobleme zu treffen und diese halt zu lösen. Es sind doch auch die kleinen Erlebnisse unterwegs, die eine Reise besonders betonen oder unterstreichen - an die man sich noch Jahre später gerne zurückerinnert. Man lacht vielleicht mit der Babuschka, obwohl beide aneinander vorbeireden oder beobachtet einfach nur mal die Menschen, wie sie dort leben und arbeiten.

Ganz nebenbei ist es schlicht falsch zu sagen, dass dort jeder nur Russisch spricht. Ebenso falsch ist es zu behaupten, dass die Landschaft in Deutschland (auf einer ICE-Fahrt) abwechslungsreicher ist als die Landschaft an der Transsib-Strecke.
Sei mir nicht böse, aber ich bin zwei Mal mit dem Zug durch Russland und habe zwei Frachtschiffreisen hinter mir - daher kann ich deine Aussagen einfach nicht so unkommentiert stehen lassen.

Wie gesagt, jedem steht es frei eine Meinung zu haben. Aber pauschalisierende Falschaussagen und Beschreibungen wie "kotzlangweilig" sind nicht konstruktiv. Ich stelle meine Frage daher nochmal: Aus welchen Erfahrungen leitest du deine Meinung (im speziellen Fall Frachtschiff und Transsib) ab? Nur vom Hörensagen bzw. der Vorstellungskraft oder durch eigene, fundierte Erfahrungen?
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Beitragvon Boracay » Dienstag 10. Mai 2011, 21:56

Indiana Goof hat geschrieben:Ganz nebenbei ist es schlicht falsch zu sagen, dass dort jeder nur Russisch spricht.


Also ich bin beruflich des öfteren in GUS Staaten gewesen und muss sagen: Mit Englisch kommt man da meist keinen Meter weit.

Ebenso falsch ist es zu behaupten, dass die Landschaft in Deutschland (auf einer ICE-Fahrt) abwechslungsreicher ist als die Landschaft an der Transsib-Strecke.


Also da wechselt zumindest die Landschaft alle halbe Stunde.

im speziellen Fall Frachtschiff


Muss ich schon mal mit einem Frachtschiff gefahren sein um zu wissen wie Wasser aussieht? Ne 24h Fähre ist schon grausam, mehr würde ich mir auch gegen Cash nicht antun.
Wenn einen allerdings Technik und Schiffsleben interessiert ist das bestimmt eine nette, wenn auch teure Sache. Gleiches gilt natürlich auch für Eisenbahnfans bei der Transsib.

und Transsib) ab?


Keine. Nur Dienstreisen nach Russland welches nicht unbedingt zu meinen Lieblingsländern gehört.
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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 11. Mai 2011, 06:33

Macht doch für diesen Streit ein eigenes Thema auf, wenn es da noch mehr zu diskutieren gibt. Aber eigentlich ist die Sache ja klar: Erstens sind genannte Reisen auf Grund mangelnder Abwechlung in der Landschaft nicht jedermanns Sache - und müssen dies ja auch nicht sein. Zweitens gibt es andere Dinge als Landschaften, welche man interessant finden kann wie zum Beispiel die Arbeitsabläufe auf einem Schiff oder die Begegnungen in einem Zug. Drittens neigt Boracay ein bisschen zu übertrieben pauschalisienden Formulierungen, die zwar meistens etwas an sich haben aber in der Regel in ihrer Totalität falsch sind. Beispiel: Die Aussage "Jeder spricht nur russisch" ist schon falsch, sobald eine einzige Person Turkisch spricht. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es in Kirgistan und in St. Petersburg, den einzigen Orten der ehemaligen Sowjetunion, die ich besucht habe, nicht so unwahrscheinlich schwer ist, jemanden zu finden, der Englisch spricht. Selbst in kleineren Dörfern.

Keine. Nur Dienstreisen nach Russland welches nicht unbedingt zu meinen Lieblingsländern gehört.


Ich bin ja auch nicht so ein Russlandfan. Aber ich finde, von Dienstreisen auf touristische Reisen zu schliessen doch etwas verwegen. Das Geschäftsleben funktioniert meist doch etwas anders.

@Jason:

Ich war mir nicht sicher ob man in Japan so ein Visum beantragen kann, wie für die klassischen Work and Travel Länder wie USA, Neuseeland, etc.


Das Visum musst du natürlich vor der Reise in Deutschland beantragen.

Das man für Japan ein "Working Holiday Visum" beantragen kann, ist relativ neu, zumind. so wie ich das bisher entnehmen konnte.


Das ist nicht sehr neu. Ich habe mich schon vor mehr als fünf Jahren darüber geärgert, dass es das Visum nur für Deutsche gibt und nicht für Schweizer, als ich das auch gerne gemacht hätte.

Du musst deine Arbeit selbst finden. Ich schätze, dass dies eher schwer wird ohne Japanischkenntnisse. Dazu kommt, dass die bereits angeschlagene Wirtschaft durch das Erdbeben noch einmal einen weiteren Dämpfer bekommen hat. Ich würde an deiner Stelle auf alle Fälle schauen, dass du genügend Finanzen hast, dass du im Notfall auch ohne Arbeit ein paar Monate in Japan bleiben kannst. Das ist auch gar nicht so teuer. Du kannst dich zum Beispiel in Tokyo in einem Gaijin-House einquartieren. Das kostet dich dann so etwa 400 Euro pro Monat in einem Mehrbettschlafzimmer oder etwa 600 in einem eigenen Zimmer in einer WG. Die bekanntesten Gaijin-Houses gibts bei Sakura. Aber die sind nicht gemischt. Das heisst, es wohnen dort ausschliesslich Ausländer. Bei privat vermittelten WGs kannst du auch mit Japanern zusammenleben, was sicherlich spannender ist.

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Beitragvon Indiana Goof » Mittwoch 11. Mai 2011, 09:36

Boracay hat geschrieben:Muss ich schon mal mit einem Frachtschiff gefahren sein um zu wissen wie Wasser aussieht?


Mit diesem Argument brauche ich auch nicht mehr in die Schweiz zu fahren - ich weiß ja, wie die Alpen aussehen. :roll:

Alles andere hat Pantitlan schon richtig gesagt. Vielleicht mache ich mal beizeiten einen Thread zu dem Thema auf.
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Beitragvon Sissy Hankshaw » Samstag 7. Januar 2012, 19:52

Hallo ihr Lieben (Streithaehne),

habe das Thema hier über meine Recherche zu einer aehnlichen Tour gefunden und mich dann hier registriert.

Auch ich plane solch eine Tour, auch per Autostop (wobei auch noch andere Routen auf anderen Kontinenten im Gespraech sind).

Aber prinzipiell habe ich als Endziel Süd-Ost-Asien im Blick.

Hat der Thread-Starter denn die Reise angetreten? Und wie ist es ihm ergangen bzw. wie ergeht es ihm nun?

Liebe Grüsse,

Sissy.
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Beitragvon Lara_2011 » Mittwoch 11. Januar 2012, 14:08

Na dann viel Glück! Ich denke nicht dass du sonderlich weit kommen wirst!?
Wie lange soll dieser Trip denn dauern? Sprichst du denn auch überhaupt die Sprachen, der Länder durch die du reisen willst?
Also das ist wirklich ein Unterfangen!!! Naja, aber vielleicht funktioniert es ja!?
Was sagen denn deine Eltern dazu? Also ich wurde mein Kind nicht auf so eine Reise schicken?!
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Beitragvon robbe » Mittwoch 11. Januar 2012, 21:01

Was du brauchst: Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, du solltest sympatisch und dich sehr gut freundlich, nett und offen präsentieren können = du musst kommunikativ sein (auch ohne die Sprache zu sprechen). Ein Wörterbuch oder Sprachkentnisse sind auch hilfreich, dann klappt das Trampen.
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Beitragvon sandsturm » Mittwoch 11. Januar 2012, 21:47

Viele machen solche Reisen und die wenigten sprechen alle Sprachen. Ich sehe da überhaupt kein Problem.

Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
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Beitragvon Sissy Hankshaw » Donnerstag 12. Januar 2012, 11:19

@Lara
Ich bin bereits über 20.000 Km (5.000 Km Argentinien, Balkan 5.000 Km und sonst ) getrampt, sehe da auch tendentiell kein Problem. Überall wo es Verkehr gibt, ist Trampen auch möglich.
Warst du schonmal im Nahen Osten? Oder überhaupt schonmal trampen?

Ich spreche Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Guarani, Englisch. Irgendwas davon sollte immer helfen und wenn nicht wird das halt anders geregelt.

edit: Meine Eltern werden begeistert sein. Habe meiner Mutter letztens angekündigt, dass ich vielleicht per Anhalter über den Atlantik fahre, da hatte sie Angst. Die neue Ankündigung wird sie vielleicht ein bisschen schocken, aber prinzipiell ist das ja Ansichtssache was für ein Menschenbild/ Kinderbild man hat.


@Robbe
Kein Problem, bin ich alles, habe ich alles ;-)
Sehe da, wie bereits geschrieben, auch kein Problem beim Ablegen dieser Tour. Das grösste Problem ist tatsaechlich das mentale. Sich immer wieder auf andere, neue Situationen einstellen ist eine Kunst. Und genau deswegen sage ich ja auch, dass das Trampen eine Kunst ist.

@Sandsturm
Vielen Dank, habe mir auch schon ein paar Radfahrer-Foren mit Reisen nach Indien und weiter durchgelesen. Ich sehe da kein Problem.
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Beitragvon worldtrip » Freitag 3. Februar 2012, 10:15

Je größer die Länder (bzw je mehr Einwohner), desto weniger werden dort Fremdsprachen verstanden. Das gilt besonders für Russland und China. Und zwar besonders außerhalb der Städte, wo das Trampen ja dann hauptsächlich stattfinden soll.

Die kyrillische Schrift ist essentiell wichtig aber eigentlich muss man mindestens russische Grundkenntnisse haben oder sich mit jemandem zusammentun, der russisch spricht. Ähnlich, bzw eher noch schwieriger ist es im ländlichen China. Ich kann einigermaßen Chinesisch und fand es immer noch recht schwer abseits der ausgetretenen Pfade. In den Städten findet man schon eher Leute mit Englischkenntnissen, vor allem jüngere Leute. Aber niemals an Fahrkartenschaltern oder so.

Abwechslungsreicher ist sicherlich die Route durch den nahen Osten, allerdings birgt die vielleicht auch mehr Gefahren, da es dort einige Krisenherde gibt.

Die Idee ist aber an sich Klasse, hatte in Nepal einen Japaner kennengelernt, der es witzigerweise genau umgekehrt gemacht hat, also ohne Flieger von Japan nach Europa (Spanien). Hat er auch hinbekommen. Route über China, Indien, Pakistan.

Wenn du los ziehst, dann veröffentliche hier mal den Link zu deinem Blog, bin neugierig.

schöne Grüße
Holger

Der Trip unseres Lebens
www.tripumdiewelt.de
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Beitragvon Pantitlan » Freitag 3. Februar 2012, 10:40

Die viel genannten Verständigungsprobleme in China kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ausser Taxifahrern finde ich zum Beispiel in Peking kaum jemand, der nicht akzepables Englisch spricht. Gilt auch für die anderen Grossstädte. Fahrkarten kaufen ist kein PRoblem: Man schreibt einfach Datum und Zugnummer auf. Und wenn es dann Probleme gibt, kann meistens jemand in der Schlange Englisch und ist auch bereit zu helfen.

Autostop ist in China nicht so das Wahre. Ich habe das mehrmals versucht und teilweise verlangen die dann den doppelten Preis eines Taxis, um dich mitzunehmen. Gratis nahm mich nie jemand mit.

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Beitragvon Sissy Hankshaw » Freitag 10. Februar 2012, 04:28

@Holger

Wieso gehst du davon aus, dass ich einen Blog schreiben werde?
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Beitragvon Pantitlan » Freitag 10. Februar 2012, 05:50

Wenn Du Lust hast, einen Blog zu schreiben, kann ich dir hier auf dem Weltreiseforum kostenlos einen Blog anbieten. Du kannst hier, anders als bei umdiewelt und Co, auch deine eigene Webung einbinden und was verdienen. Das ist mir egal. Ich bräuchte einfach eine sehr prominente Verlinkung auf den Forenbereich. Zum Beispiel in der Navigaionsleiste.

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