Radioaktivität in Tokyo

Japan das Land der aufgehenden Sonne: hier kann man zu den unterschiedlichen Themen im asiatischen Reiseland posten.

Radioaktivität in Tokyo

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 24. März 2011, 08:53

Ich bin ziemlich verwirrt, was das Thema Radioaktivität angeht. Ich lese, dass das Trinkwasser kondamminiert ist und zahlreiche Gemüsearten die Grenzwerte überschritten haben. Aber mir ist so ganz klar, was das konkret bedeutet. Muss ich beim derzeitigen Stand der Dinge erwarten, dass ich in ein paar Jahren an Krebs strebe, wenn ich zwei Wochen in Tokyo bin. Oder spielt das gar keine Rolle bei so kurzer Zeit? Hat da jemand eine Ahnung?

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon ch-sweety » Donnerstag 24. März 2011, 09:47

So wie ich das verstanden habe, ist nur der Grenzwert für Babies und Kleinkinder von diesem radioaktiven Jod 131 überschritten.
Habe heute Morgen was gelesen, dass der Höchstwert bei 210 Becquerel pro Liter lag und der Grenzwert für Babies 100 Becquerel ist.
Nach Angaben der Behörden sei der Wert jedoch mittlerweile wieder unter den Grenzwert gesunken.
ch-sweety
Yetijäger
 
Beiträge: 116
Registriert: Freitag 2. Oktober 2009, 09:05

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 24. März 2011, 10:10

Ja, das habe ich auch gelesen. Aber das sagt mir wenig. Was beduetet es konkret, wenn ein Grenzwert überschritten wird?

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Aremonus » Donnerstag 24. März 2011, 10:49

Ich bin ziemlich verwirrt, was das Thema Radioaktivität angeht. Ich lese, dass das Trinkwasser kondamminiert ist und zahlreiche Gemüsearten die Grenzwerte überschritten haben. Aber mir ist so ganz klar, was das konkret bedeutet. Muss ich beim derzeitigen Stand der Dinge erwarten, dass ich in ein paar Jahren an Krebs strebe, wenn ich zwei Wochen in Tokyo bin. Oder spielt das gar keine Rolle bei so kurzer Zeit? Hat da jemand eine Ahnung?


Also, Panti, Du musst Dir keine Sorgen machen - Du bist etwa 20 mal schwerer als ein Baby und Dein Organismus ist voll entwickelt und weitaus grösser. Der Grenzwert ist auch willkürlich festgelegt: in der EU liegt er bei 370 Bqfür Babynahrung, also höher als in Japan.

Über die Gefährlichkeit von Strahlung lässt sich erst etwas aussagen, wenn man deren Stärke in Sievert kennt. Für einen erwachsenen Mann gilt eine Strahlungsaufnahme bis zu 50mSv / Jahr als vollkommen unbedenklich, Schäden konnten auch bei weitaus höheren Dosen noch nicht nachgewiesen werden. Erst ab einem Sievert wird es wirklich bedenklich... wichtiger ist aber eher die Spitzenbelastung (also wie viel Du in einer Stunde aufnimmst).

Da Du aber in Beijing lebst, nimmst Du ohnehin weitaus grössere Mengen an Radioaktivität durch die Luft und die Nahrung auf als wenn Du in Tokio lebst. Das Krebsrisiko wird durch die ständige Schwermetallaufnahme extrem in die Höhe gepusht... die Kohlekraftwerke verpesten die Umwelt mit viel radioaktiver Strahlung (eingeschlossenes und bei der Verbrennung freigesetztes Radon) und diveseren anderen netten Aerosolen.
Also solltest Du genügend Früchte essen, um den Effekt zu neutralisieren :D

Zuletzt geändert von Aremonus am Donnerstag 24. März 2011, 10:56, insgesamt 1-mal geändert.

QQ: 545426093
Benutzeravatar
Aremonus
Forenveteran
 
Beiträge: 844
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 15:39
Wohnort: Basel

Beitragvon ch-sweety » Donnerstag 24. März 2011, 10:54

Danke Aremonus, sowas in der Art wollte ich auch schreiben.

Hinzu kommt auch noch, dass die Halbwertszeit von Jod 131 "nur" 8 Tage beträgt, also "verschwindet" die Radioaktivität relativ schnell wieder (im Vergleich zu anderen, wo die Halbwertszeit mehrere hundert oder tausend Jahre ist).
ch-sweety
Yetijäger
 
Beiträge: 116
Registriert: Freitag 2. Oktober 2009, 09:05

Beitragvon gabe » Donnerstag 24. März 2011, 13:26

Aremonus hat geschrieben:
Ich bin ziemlich verwirrt, was das Thema Radioaktivität angeht. Ich lese, dass das Trinkwasser kondamminiert ist und zahlreiche Gemüsearten die Grenzwerte überschritten haben. Aber mir ist so ganz klar, was das konkret bedeutet. Muss ich beim derzeitigen Stand der Dinge erwarten, dass ich in ein paar Jahren an Krebs strebe, wenn ich zwei Wochen in Tokyo bin. Oder spielt das gar keine Rolle bei so kurzer Zeit? Hat da jemand eine Ahnung?


Also, Panti, Du musst Dir keine Sorgen machen - Du bist etwa 20 mal schwerer als ein Baby und Dein Organismus ist voll entwickelt und weitaus grösser. Der Grenzwert ist auch willkürlich festgelegt: in der EU liegt er bei 370 Bqfür Babynahrung, also höher als in Japan.

Über die Gefährlichkeit von Strahlung lässt sich erst etwas aussagen, wenn man deren Stärke in Sievert kennt. Für einen erwachsenen Mann gilt eine Strahlungsaufnahme bis zu 50mSv / Jahr als vollkommen unbedenklich, Schäden konnten auch bei weitaus höheren Dosen noch nicht nachgewiesen werden. Erst ab einem Sievert wird es wirklich bedenklich... wichtiger ist aber eher die Spitzenbelastung (also wie viel Du in einer Stunde aufnimmst).

Da Du aber in Beijing lebst, nimmst Du ohnehin weitaus grössere Mengen an Radioaktivität durch die Luft und die Nahrung auf als wenn Du in Tokio lebst. Das Krebsrisiko wird durch die ständige Schwermetallaufnahme extrem in die Höhe gepusht... die Kohlekraftwerke verpesten die Umwelt mit viel radioaktiver Strahlung (eingeschlossenes und bei der Verbrennung freigesetztes Radon) und diveseren anderen netten Aerosolen.
Also solltest Du genügend Früchte essen, um den Effekt zu neutralisieren :D
Diese Erklärung ist recht hilfreich und interessant geschrieben. Obwohl eignetlich eher tragisch als lustig hat mir die Erklägung mit Beijing gefallen.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach China, Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2735
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon KlaraP » Donnerstag 24. März 2011, 17:27

Hallo!

Heißt das jetzt für alle Japaner, die die iegenen Produkter verzehren, weil sie ja auch keine anderen bekommen, weil der Import jetzt nicth richtig gut funktioniert, dass die dadurch auch noch stärker belastet werden?

Grüße

Kl
KlaraP
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 13
Registriert: Donnerstag 24. März 2011, 17:15

Beitragvon gabe » Freitag 25. März 2011, 10:19

KlaraP hat geschrieben:Hallo!

Heißt das jetzt für alle Japaner, die die iegenen Produkter verzehren, weil sie ja auch keine anderen bekommen, weil der Import jetzt nicth richtig gut funktioniert, dass die dadurch auch noch stärker belastet werden?

Grüße

Kl

Ich denke nicht, dass alle Produkte höher belastet sind. Es geht vorallem um Produkte aus den Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Miyaki und allenfalls Yamagata. Die dürfen bis auf weiteres sowieso nicht mehr verkauft bzwl. exportiert werden.

Bei den anderen Produkten ist die Belastung (bis auf weiteres) kaum im Bereich wo es Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen würde.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach China, Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2735
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Pantitlan » Freitag 25. März 2011, 12:52

Aremonus hat geschrieben:Über die Gefährlichkeit von Strahlung lässt sich erst etwas aussagen, wenn man deren Stärke in Sievert kennt. Für einen erwachsenen Mann gilt eine Strahlungsaufnahme bis zu 50mSv / Jahr als vollkommen unbedenklich, Schäden konnten auch bei weitaus höheren Dosen noch nicht nachgewiesen werden. Erst ab einem Sievert wird es wirklich bedenklich... wichtiger ist aber eher die Spitzenbelastung (also wie viel Du in einer Stunde aufnimmst).


Okay, dann kommt es eher auf die Spitzenbelastung an und weniger wie viel man im Verlaufe seines Lebens ansammelt? Das heisst, einmal kurz eine hohe Menge ist schlimmer als stendig eine kleine?

Da Du aber in Beijing lebst, nimmst Du ohnehin weitaus grössere Mengen an Radioaktivität durch die Luft und die Nahrung auf als wenn Du in Tokio lebst.


Das finde ich eine interessante Behauptung. Kannst du das irgendwie mit Quellen belegen?

Nein, ich habe nicht Angst in Peking, dass mich die japanische Radioaktivität krankmacht. Ich mache mir eher Sorgen über meine Freunde in Japan - und da ich das ganze ziemlich verwirrend fand, dachte ich, dass sich hier jemand gut damit auskennt - und recht hatte ich! :)

Das Krebsrisiko wird durch die ständige Schwermetallaufnahme extrem in die Höhe gepusht


Das sind meist regionale Probleme. Wobei ich kürzlich gelesen habe, dass so viel Arsen in die Reisfelder gepumpt wird, dass der Reis für etwa 14 Millionen Menschen belastet ist.

Also solltest Du genügend Früchte essen, um den Effekt zu neutralisieren :D


Ich esse nur Schweizer Import-Schoggi. Alles anderen traue ich nicht über den Weg... :)

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Aremonus » Freitag 25. März 2011, 17:03

Okay, dann kommt es eher auf die Spitzenbelastung an und weniger wie viel man im Verlaufe seines Lebens ansammelt? Das heisst, einmal kurz eine hohe Menge ist schlimmer als stendig eine kleine?


Da keine verlässlichen empirischen Studien (ausser über extrem hohe Belastungen) hierrüber vorliegen, kann ich nur meine Theorie dazu äussern...
Der Körper ist in der Lage, Schäden im Erbgut (die ja das eigentliche langfristige Problem beim Strahlung sind) selbständig zu reparieren - und das macht der auch ständig. Meine Theorie: Ist aber die Strahlenbelastung kurzfristig hoch, kann es sein, dass in der Zelle kein Backup mehr vorhanden ist und das Erbgut nachhaltig geschädigt wird: die Folge: die Zelle stirbt oder wird zu einer Krebszelle. Demnach wäre eine kurzfristige Spitzendosis schlimmer als eine langfristige Belastung.
Aber wenn man verstrahlt ist, merkt man das recht krass: in Japan wurden gerade eben ein paar Arbeiter (2?) verstrahlt und die werden jetzt mal ein paar Tage mit Durchfall auf der Toilette verbringen dürfen...

Andererseits gibt es eine empirische Quelle, die zeigt, dass eine langfristige Bestrahlung durchaus auch langfristige Schäden verursachen kann: Piloten. Diese haben im Alter ein höheres Krebsrisiko als die meisten anderen Berufsgruppen. Natürlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier auch andere Faktoren (Austrocknung, Essen, ...) eine Rolle spielen. Aber die Strahlung wird sicherlich einen Einfluss haben.

Die genaue radioaktive Bestrahlung durch die Luft in Beijing konnte ich nicht ermitteln - ich würde auch daran zweifeln, ob die Daten von der Regierung korrekt wären. Und ausländische Regierungen können nicht mit Kampfjets über Beijing fliegen und messen^^
Aber die Partikel-Bestrahlung durch die Luft ist ohnehin fast überall (ausser ganz nah am Reaktor) so tief, dass sie niemandem schadet (ausser vielleicht im Himalaya..., aber da hab' ich keine Daten). Und die Strahlung des Reaktors nimmt ohnehin exponentiell zur Distanz ab.

Bedenklicher ist natürlich die chinesische Nahrungsmittelsicherheit -es gelangt auch hier bei weitem nicht alles an die Öffentlichkeit, weswegen Du wohl selber die Strahlung Deines Essens messen müsstest :)
Die fischreiche Nahrung in Japan ist krebsmässig ja auch eine ziemliche Hypothek...

Um Deine Freunde in Tokio musst Du Dich schon nicht sorgen, solange das AKW nicht eine echte radioaktive Wolke ausstösst.


Ich sorge mich eher um die Situation in der Schweiz: vermutlich wird jetzt der Bau neuer AKWs vollständig blockiert und die alten (ineffizienteren und millionen Fach gefährlicheren) Typen bleiben noch 50 Jahre am Netz. :roll:

Ich esse nur Schweizer Import-Schogg


Na dann droht aber die Diabetes, die andere Krebsrisiken in die Höhe pusht (Darmkrebs, Pankreaskrebs... ).

QQ: 545426093
Benutzeravatar
Aremonus
Forenveteran
 
Beiträge: 844
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 15:39
Wohnort: Basel

Beitragvon Pantitlan » Montag 28. März 2011, 05:58

http://www.focus.de/panorama/welt/tsuna ... 12781.html

Messfehler? Da hat wohl jemand einfach mit den Nullstellen Problemen. Finde aber auch 100.000 Mal höhere Werte recht übel klingend. Liegt das daran, dass der Wert normalerweise so tief ist oder dass er nun so hoch ist?

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon gabe » Montag 28. März 2011, 08:38

Pantitlan hat geschrieben:http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-in-japan/japan-messfehler-im-atomkraftwerk-fukushima-sorgt-fuer-verwirrung-_aid_612781.html

Messfehler? Da hat wohl jemand einfach mit den Nullstellen Problemen. Finde aber auch 100.000 Mal höhere Werte recht übel klingend. Liegt das daran, dass der Wert normalerweise so tief ist oder dass er nun so hoch ist?


Das Problem ist wohl, dass das für uns Leien überhaupt nicht relevant ist da wir diese Zahlen vermutlich sowieso falsch interpretieren. Das ganze ist ja doch recht komplex und die verschiedenen Angaben mit Strahlenbelastung total verwirrend. Gewisse Werte können ja ums tausendfache ansteigen und sind nicht lebensbedrohlich und andere schon.

Es ist aber wohl klar, dass sich Tepco nicht besonders beliebt macht. Die einzigen dies freut sind wohl die Grünen.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach China, Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2735
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Aremonus » Montag 28. März 2011, 08:42

Da hat wohl jemand einfach mit den Nullstellen Problemen. Finde aber auch 100.000 Mal höhere Werte recht übel klingend. Liegt das daran, dass der Wert normalerweise so tief ist oder dass er nun so hoch ist?


Sowohl als auch. Die Basiswerte sind in der Tat sehr tief, (im Mikrosievertbereich), während die Werte beim Reaktor natürlich extrem hoch (möglicherweise sogar im Sievert-bereich) sein dürften. Man weiss halt nicht genau, wo gemessen wurde - wenn es nicht innerhalb der innersten Hülle war, dürfte die Strahlung im Normalbereich gar im Nanosievertbereich /h liegen - da wäre dann das 100.000 Fache nicht mehr viel. Aber Angesichts der Tatsache, dass diverse Arbeiter bereits durch so stark verseuchtes Gebiet gingen, dass sie innert Minuten mehrere Sievert (!) abbekommen haben, lässt diese 100.000 ohnehin wenig glaubwürdig erscheinen. Irgendwo kommt doch auch diese Strahlung her und angesichts der kurzen Halbwertszeit von Jod 131 kann sie nicht allzu alt sein.

Zu dem Kernreaktor hingehen würde ich auf jedenfall nicht mehr... das wäre unverantwortlich.

Entweder machen die Jungs von Tepco jetzt reinen Tisch und legen alle Fakten auf den Tisch oder sie begraben die ganze Sache unter Sand und Beton, wie man das in Chernobyl gemacht hat. Das derzeitige Verhalten des Unternehmens und der japanischen Regierung mag zwar eine Massenpanik verhindern, verhindert aber auch einen intelligenten Diskurs, da alles nur noch auf Mutmassungen basiert. Auch der internationalen Atomindustrie und letzlich sich selber leistet Tepco so einen Bärendienst.

QQ: 545426093
Benutzeravatar
Aremonus
Forenveteran
 
Beiträge: 844
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 15:39
Wohnort: Basel

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 31. März 2011, 09:14

Ich finde übrigens beim Thema Radioaktivität in Japan noch andere Punkt verwirrend. Zum Beispiel das verstrahlte Schiff, das scheinbar eine bedeutend höhere Strahlenmenge abbekommen hat, als es bei der Distanz hätte haben sollen. Auch lese ich hier und da, dass zum Beispiel das Meer stärker belastet ist, als es mit dem offiziellen Zahlen sein sollte. Und dann kommt noch diese Frage um eine Ausweitung der Evakuierungszone auf 40 Kilometer, gegen die sich Japan stemmt.

Werden hier vielleicht bewusst Zahlen schöngerechnet oder gar gefälscht, damit alles nicht so tragisch aussieht?

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Aremonus » Donnerstag 31. März 2011, 09:51

Werden hier vielleicht bewusst Zahlen schöngerechnet oder gar gefälscht, damit alles nicht so tragisch aussieht?


Entweder das - oder die Gegenseite (namentlich Greenpeace) übertreibt einmal wieder.
Hinzu kommt noch, dass sich die Strahlung nicht homogen in alle Richtungen ausbreitet - in der Luft gibt es Wind, im Meer Strömungen und auf dem Land kleine Bäche bei Niederschlägen, sodass man natürlich schon ganz andere Zahlen bekommt, wenn man anderswo misst.

Ich trau' weder den Daten der einen noch der anderen Seite - jeder möchte sich politisch und anderweitig profilieren, die Interessenslagen sind zu verschieden.
Das schlimme ist, dass Tepco so eine grottenschlechte Informationspolitik betreibt - dass die Medien übertreiben, ist ja normal, aber Tepco sollte unbedingt mit der ganzen Wahrheit herausrücken. Und nicht einfach stattdessen darüber reden, wie sie das AKW mit 'ner Plane abdecken könnten -.-

Den Evakuationsradius auf 40 Kilometer auszuweiten halte ich aber (auf Grund der derzeit vorliegenden Informationen) für eine gute Idee. Sicherheit geht vor.

QQ: 545426093
Benutzeravatar
Aremonus
Forenveteran
 
Beiträge: 844
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 15:39
Wohnort: Basel

Beitragvon Pantitlan » Freitag 8. April 2011, 07:31

Ich habe hier eine schöne Zusammenfassung gefunden, welche Auswirkungen Stahlung auf den Körper hat usw.

http://www.focus.de/panorama/welt/tsuna ... 08685.html

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8140
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon PanSe » Freitag 8. April 2011, 07:42

Hier findet man stündliche Messungen der Radioaktivität in Tokyo.

http://ftp.jaist.ac.jp/pub/emergency/mo ... le.do.html

hier die Werte der Schweiz:

https://www.naz.ch/de/aktuell/tagesmittelwerte.shtml

Strahlenbelastung (06.04.2011)
im Aargau: 91nSv/h
in Davos: 141nSv/h
in Tokyo: 86nSv/h
PanSe
Yetijäger
 
Beiträge: 115
Registriert: Donnerstag 14. Mai 2009, 12:30
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Aremonus » Freitag 8. April 2011, 12:20

oh nein, und ich muss heute durchs Aargau fahren!!!!!!!!!!

QQ: 545426093
Benutzeravatar
Aremonus
Forenveteran
 
Beiträge: 844
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 15:39
Wohnort: Basel

Beitragvon oleg » Freitag 8. April 2011, 12:23

sieht doch eigentlich ganz gut aus - steht also nix meiner Reise nach Japan entgegen.
ich hab ja nicht vor in Fukushima meinen Urlaub zu machen.

Danke für die Infos
oleg
Yetijäger
 
Beiträge: 122
Registriert: Donnerstag 2. Dezember 2010, 16:32

Beitragvon PanSe » Freitag 8. April 2011, 12:26

Aremonus hat geschrieben:oh nein, und ich muss heute durchs Aargau fahren!!!!!!!!!!


Pass auf! :lol:

@oleg: Wann gehst du?
PanSe
Yetijäger
 
Beiträge: 115
Registriert: Donnerstag 14. Mai 2009, 12:30
Wohnort: Schweiz

Beitragvon oleg » Samstag 9. April 2011, 00:56

6.6 bis 15.6 - An/Abflug ist Tokio Haneda
oleg
Yetijäger
 
Beiträge: 122
Registriert: Donnerstag 2. Dezember 2010, 16:32

Beitragvon jochengee80 » Donnerstag 4. August 2011, 22:34

Ich muss mich auch nochmal mit dem Thema befassen, ich fliege zwar demnächst eigentlich nicht nach Japan aber das interessiert mich. Sehr interessante Links hier zu der ganzen Geschichte. Danke fürs reinstellen. :)
jochengee80
Holidayresort-Guru
 
Beiträge: 12
Registriert: Montag 4. Juli 2011, 21:46


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste