Japanurlaub 2011

Japan das Land der aufgehenden Sonne: hier kann man zu den unterschiedlichen Themen im asiatischen Reiseland posten.

Beitragvon Gaijin » Dienstag 15. Februar 2011, 13:42

Hi,
also Anfang Juni ist es schon warn ca. 25 im Schnitt. Es müsste gehen. Schlimmer ist es es Ende Juli/Anfang August.

Alles rund um die Japan Reise: http://www.go-japan.de
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Beitragvon Zeldalugia » Freitag 18. Februar 2011, 13:15

naja, wir haben jetzt geschaft für anfang mai 18 tage was zu buchen :)
danke :)
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Beitragvon oleg » Sonntag 3. April 2011, 12:22

tja da nun mal mein Urlaub in greifbare Nähe (6-15.Juni) rückt muss ich mich mit der unausweichlichen Frage beschäftigen: fliegen oder stornieren.

wie würdet ihr euch verhalten? ich persönlich schätze die Situation eigentlich ganz gut ein, da ich ich vorhatte 4-5 Tage in Tokio zu verbringen und dann in den Süden zu fahren und nur für den Rückflug wieder nach Tokio.

wie schätzt ihr die Situation ein.

mfg
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Beitragvon Aremonus » Sonntag 3. April 2011, 14:31

Ich würde fliegen - Tokio ist immer noch weitweg vom AKW und Angesichts der sehr kurzen Verweildauer ist ein Aufenthalt vollkommen unbedenklich.
Seit dem Unglück erreichte die Strahlung in Tokio noch nie gefährliche Werte - die höchsten bisher in Tokio (in grosser Höhe) gemessenen Strahlenwerte sin 0,2 Mikrosievert pro Stunde - für die Strahlenkrankheit bräuchte man rund 1.000.000 mal mehr Strahlung. Auf Grund betrug die Strahlung in Tokio 0,05 Mikrosievert pro Stunde - das ist zwar viel für das sehr tief gelegene Tokio, aber immernoch unbedenklich. Zum Vergleich: im Deutschen Mittelgebirge liegt die natürliche Strahlung bei etwa 0,17 Mikrosievert pro Stunde (also fast soviel wie der Rekordwert in Tokio!).

Daher würde ich mir keine ernsthaften Sorgen wegen ein paar Tagen in Tokio machen.
Die Strahlenbelastung durch den Flug ist viel, viel höher!

Natürlich bleibt das Restrisiko einer nuklearen Explosion des MOX-Reaktors - da wird einfach zu schlecht kommuniziert. Dieses Risiko (und ob es heute überhaupt noch existiert) kann ich nicht einschätzen - vielleicht weiss jemand dazu mehr?

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Beitragvon Zeldalugia » Sonntag 3. April 2011, 22:31

Nervensäge wieder hier ;)

Ja? Fliegen wäre theoretisch "schlimmer"?

Ich frage mich auch ganze Zeit was mit meinem Freund und mir passieren soll, weil angeblich können wir unseren Flug nicht stornieren (sogar nicht für Geld) - Aeroflots Bedinungen sagte Expedia <_<

Denn unsere Reise sollte anfang Mai bis 19. Mai gehen, Osaka und Tokio.

Denn das auswärtige Amt empfiehlt es vorerst nicht:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laend ... _node.html
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Beitragvon Pantitlan » Montag 4. April 2011, 08:49

Die Strahlenbelastung durch den Flug ist viel, viel höher!


Das macht die Situation ja nicht besser! Dann bist du gleich doppelt verstrahlt...!

Wie stark die aktuelle Strahlengefahr tatsächlich ist, finde ich schwer abzuschätzen. Es kommen ja verschiedene Sachen zusammen: Belastetes Wasser, Gemüse, Milche, Fische, welche vor dem Kraft durchgeschwommen sind. Dazu kommt die potentielle Gefahr, dass die Situation mit einer erneuten Explosion schlimmer wird. Höchstwahrscheinlich ist es unproblematisch, aber eine hundertprozentige Sicherheit hast du nicht.

Ein viel realeres Problem beim Reisen ist der akute Strommangel. Meine Freunde erzählten mir, dass noch immer hier und da der Strom ausgeschaltet wird. Zudem fahren scheinbar manche Ubahnlinien noch immer nicht oder nicht immer und viele Geschäfte sind geschlossen oder gehen früher zu. Shibuya ohne Leuchtreklamen zu sehen ist allerdings vielleicht auch ein Erlebnis für sich. :)

Ich warte noch mit meiner nächsten Japanreise, die ich zum Glück noch nicht bebucht habe. Bei einem totalverlust des Flugpreises würde ich allerdings eher fliegen. Du kannst ja bei deiner Planung die Gegend um Tokyo eher meiden und andere Regionen im Westen erkunden.

Mein neuer China-Reiseblog.
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Beitragvon ch-sweety » Montag 4. April 2011, 11:17

ihr könnt ja beide noch etwas abwarten bevor ihr die Reiseplanung macht, bis Mai/Juni ändert sich die Situation ja vielleicht nochmal...

Ich würde dann aber Tokyo (ausser für An- und Abreise) je nach Situation meiden und mich mehr auf den Süden konzentrieren.

Ich würde euch Osaka, Kyoto, Hiroshima und Miyajima (sehr schöne Insel vor Hiroshima) empfehlen. Und von Hiroshima aus ist dann auch noch ein Abstecher z.B. nach Fukuoka oder Beppu möglich...
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Beitragvon oleg » Montag 4. April 2011, 13:41

Bei einem totalverlust des Flugpreises würde ich allerdings eher fliegen. Du kannst ja bei deiner Planung die Gegend um Tokyo eher meiden und andere Regionen im Westen erkunden.

Totalverlust nicht - aber ich bekomm nur 250€ von 600€ wieder - kommt also auf fast selbe wie Totalverlust hinaus (ich werd mal nachfragen bis wann ich mit dieser Kondition stornieren kann).
ich wollte in Tokyo eh die ganzen Sehenswürdigkeiten besuchen (Paläste, Schrein, Gärten, Museen, ...) da ist Strom hoffe ich eher Nebensache.

Ich würde euch Osaka, Kyoto, Hiroshima und Miyajima (sehr schöne Insel vor Hiroshima) empfehlen. Und von Hiroshima aus ist dann auch noch ein Abstecher z.B. nach Fukuoka oder Beppu möglich...

wahrscheinlich mach ich das auch so - 1-2 Tage in Tokyo, das lass ich mir nicht entgehen und dann in den Süden/Westen.

Juni ist nun schon bald und ich muss Hotels buchen und die ganze Reiseroute (Zug,U-Bahn,Bus) langsam planen.
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Beitragvon PanSe » Montag 4. April 2011, 13:50

Werde im Juli ja hingehen und meiner Freundin Japan zeigen. Aufenthalt ohne Tokyo kommt für mich nicht in Frage. Hotel für die ersten drei und letzte zwei Tage ist schon gebucht. Sie schiebt jetzt ein wenig Krise wegen verstrahltem Essen in Tokyo. Weiss nicht, ob man sich darüber jetzt solche Sorgen machen muss.

Danach gehts dann weiter Richtung Süden/Westen.

Ich mache mir momentan keine Gedanken über die Reise, bis Juli geht noch viel Wasser den Rhein runter. :)
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Beitragvon gabe » Dienstag 5. April 2011, 08:52

PanSe hat geschrieben:Werde im Juli ja hingehen und meiner Freundin Japan zeigen. Aufenthalt ohne Tokyo kommt für mich nicht in Frage. Hotel für die ersten drei und letzte zwei Tage ist schon gebucht. Sie schiebt jetzt ein wenig Krise wegen verstrahltem Essen in Tokyo. Weiss nicht, ob man sich darüber jetzt solche Sorgen machen muss.

Danach gehts dann weiter Richtung Süden/Westen.

Ich mache mir momentan keine Gedanken über die Reise, bis Juli geht noch viel Wasser den Rhein runter. :)

Das sehen die meisten leider nicht so locker wie du. Ob es Sinn macht im Juli Tokyo zu bereisen kann man noch nicht abschätzen. Ich selber gehe auch gerne nach Tokyo, würde es aber locker mit Osaka, Kyoto oder einer anderen Stadt ersetzen sofern es noch kritisch sein sollte.

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Beitragvon PanSe » Dienstag 5. April 2011, 09:43

gabe hat geschrieben:
PanSe hat geschrieben:Werde im Juli ja hingehen und meiner Freundin Japan zeigen. Aufenthalt ohne Tokyo kommt für mich nicht in Frage. Hotel für die ersten drei und letzte zwei Tage ist schon gebucht. Sie schiebt jetzt ein wenig Krise wegen verstrahltem Essen in Tokyo. Weiss nicht, ob man sich darüber jetzt solche Sorgen machen muss.

Danach gehts dann weiter Richtung Süden/Westen.

Ich mache mir momentan keine Gedanken über die Reise, bis Juli geht noch viel Wasser den Rhein runter. :)

Das sehen die meisten leider nicht so locker wie du. Ob es Sinn macht im Juli Tokyo zu bereisen kann man noch nicht abschätzen. Ich selber gehe auch gerne nach Tokyo, würde es aber locker mit Osaka, Kyoto oder einer anderen Stadt ersetzen sofern es noch kritisch sein sollte.


Ist klar, ich werde dann vor der Reise emotionslos anhand von Fakten entscheiden obs was wird oder nicht. Gesunder Menschenverstand halt.
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Beitragvon SuseK » Montag 11. April 2011, 16:44

Aktuell sieht es aber nicht so aus, als würde es noch schlimmer werden.
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Beitragvon PanSe » Montag 11. April 2011, 16:51

SuseK hat geschrieben:Aktuell sieht es aber nicht so aus, als würde es noch schlimmer werden.


Glaube ich auch nicht, die Strahlungswerte in Tokyo sind zwar leicht erhöht (für die geografische Lage) - diese sind aber überhaupt nicht bedenklich bzw. zum Teil tiefer als in manchen Gebieten hier in der Schweiz.

Hier noch ein interessanter Beitrag:

Montag, 11.4.:

Heute mal wieder was zu Fukushima. Die Evakuierungszone um den Reaktor soll ja von 20 auf 30 km erweitert werden. Kann man machen, der Grenzwert fuer die zulaessige Jahresstrahlendosis wurde ja auf 20 MilliSievert runtergesetzt. Nicht wenig, aber trotzdem ein fuer die Gesundheit noch ungefahrlicher Wert, Piloten und Stewardessen kriegen ja aehnliches ab. So ab 100 MilliSievert pro Jahr soll man ja erste Effekte auf die Krebssterlichkleit nachweisen koennen. Rauchen Piloten eigentlich noch? Erinnere mich an so alte Zigarettereklamen aus den 50er und 60er Jahren, da waren oft auch Piloten mit dabei. Aber ok, zurueck zum Thema, ich vermute mal, dass die Evakuierung in dieser Randzone nur zeitweise sein wird, vielleicht ein bis drei Monate. Aber, was macht denn nun die deutsche Botschaft, die ist ja von Tokyo nach Osaka gefluechtet. Gehen die jetzt nach Fukuoka oder gleich nach Okinawa?

Aus dem Reisehinweis des Auswaertigen Amtes fuer alle Deutschen in Japan:

"Das Auswärtige Amt warnt aufgrund der weiterhin instabilen Lage in den Kernkraftwerken in Fukushima vor Aufenthalten im Krisengebiet im Nordosten der Insel Honshu (Präfekturen Fukushima, Miyagi, Niigata, Yamagata) (Teilreisewarnung)."

Eigentlich haette es fuer die Fukushima Prefaektur gereicht. Und wer sollte da hinwollen? Etwa Rettungskraefte? Die sind doch schon Mitte Maerz wieder abgehauen (THW...). Journalisten? Auch nicht, die berichten ja wie der Herr Hetkaemper von der ARD aus Osaka. Bleiben noch die stahlharten Nuklearleute uebrig (IAEA oder AREVA) sowie die Leute von Greenpeace, die da auch mit ihren Geigerzaehlern rumlaufen.
Insgesamt ist dieser Hinweis sehr fraglich, in etwa von der Qualitaet der Reisewarnungen "Terrorgefahr" die immer mal wieder vom US-Aussenministerium fuer ganz Europa rausgegeben werden. Da regen sich dann auch alle drueber auf, etwa Hoteliers und Andenkenverkaeufer, und das zu recht.

Aber weiter im Text von der Webseite der deutschen Botschaft in Tokyo:

"Das Auswärtige Amt rät weiterhin von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen auch in den Großraum Toyko/Yokohama (Region Kanto: Tokyo, Kanagawa, Saitama, Chiba, Gunma, Ibaraki, Tochigi) ab. Aus radiologischer Sicht ist ein Aufenthalt im Großraum Tokyo/Yokohama derzeit unbedenklich."

Aha, also unbedenklich, was auch sonst, sonst muesste man naemlich auch von Reisen in etliche Gebiete in Deutschland abraten, vermutlich koennte man sich nur im Norden, etwa in Hamburg oder Bremen aufhalten siehe hier: http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0302235432 oder hier, vom Bundesamt fuer Strahlenschutz: http://odlinfo.bfs.de/
Als Bespiel Berlin, 1 MilliSievert pro Jahr, das entspricht bei 8760 Stunden pro Jahr etwa 0.1 mikroSievert pro Stunde, also 100 nanoSievert pro Stunde, so wie zur Zeit in Tokyo. Zum Vergleich: http://www.bousai.ne.jp/eng/index.html , fuer Beta- und Gamma Strahlung Sievert (Sv) gleich Gray (Gy). Und wer es lieber von unabhaengigier Seite haben will: http://www.rdtn.org/
Gut zu sehen, in Teilen der Fukushima Prefaektur ziemlich hohe Werte, entsprechend bis zu 300 MilliSievert/Jahr. Ein Jahr lang sollte man sich dort also nicht aufhalten, das ist nicht gesund, ist in etwa das, was die Astronauten in der ISS abkriegen. Aber auch die fallen nicht sofort tot um.
Aber warum soll man dann nicht nach Tokyo oder Yokohama?

"Aufgrund der höheren Strahlenempfindlichkeit sollten Kinder und Jugendliche einen Aufenthalt in diesem Raum derzeit jedoch vermeiden."

Nochmal, die derzeiten Strahlenwerte im Grossraum Tokyo geben keinen Anlass fuer so eine Empfehlung. Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich das aendert, nicht bei den derzeitigen Windverhaeltnissen und bei der derzeitigen Lage am Reaktor.

"Bei Aufenthalten im Großraum Tokyo/Yokohama sollten wegen der weiter bestehenden Unsicherheiten um die Kernkraftwerke in Fukushima die Verhaltenshinweise und Empfehlungen der japanischen Behörden unbedingt befolgt werden und auch generell Vorkehrungen für den Fall einer Verschlechterung der Situation getroffen werden."

Das ist ja nun ok, dagegen ist nichts zu sagen. Aber ich glaube kaum, dass die japanischen Behoerden empfehlen, den Grossraum Tokyo zu meiden, eher schon den Grossraum Berlin.
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Beitragvon gabe » Dienstag 12. April 2011, 10:04

PanSe hat geschrieben:
SuseK hat geschrieben:Aktuell sieht es aber nicht so aus, als würde es noch schlimmer werden.


Glaube ich auch nicht, die Strahlungswerte in Tokyo sind zwar leicht erhöht (für die geografische Lage) - diese sind aber überhaupt nicht bedenklich bzw. zum Teil tiefer als in manchen Gebieten hier in der Schweiz.

Hier noch ein interessanter Beitrag:

Montag, 11.4.:

Heute mal wieder was zu Fukushima. Die Evakuierungszone um den Reaktor soll ja von 20 auf 30 km erweitert werden. Kann man machen, der Grenzwert fuer die zulaessige Jahresstrahlendosis wurde ja auf 20 MilliSievert runtergesetzt. Nicht wenig, aber trotzdem ein fuer die Gesundheit noch ungefahrlicher Wert, Piloten und Stewardessen kriegen ja aehnliches ab. So ab 100 MilliSievert pro Jahr soll man ja erste Effekte auf die Krebssterlichkleit nachweisen koennen. Rauchen Piloten eigentlich noch? Erinnere mich an so alte Zigarettereklamen aus den 50er und 60er Jahren, da waren oft auch Piloten mit dabei. Aber ok, zurueck zum Thema, ich vermute mal, dass die Evakuierung in dieser Randzone nur zeitweise sein wird, vielleicht ein bis drei Monate. Aber, was macht denn nun die deutsche Botschaft, die ist ja von Tokyo nach Osaka gefluechtet. Gehen die jetzt nach Fukuoka oder gleich nach Okinawa?

Aus dem Reisehinweis des Auswaertigen Amtes fuer alle Deutschen in Japan:

"Das Auswärtige Amt warnt aufgrund der weiterhin instabilen Lage in den Kernkraftwerken in Fukushima vor Aufenthalten im Krisengebiet im Nordosten der Insel Honshu (Präfekturen Fukushima, Miyagi, Niigata, Yamagata) (Teilreisewarnung)."

Eigentlich haette es fuer die Fukushima Prefaektur gereicht. Und wer sollte da hinwollen? Etwa Rettungskraefte? Die sind doch schon Mitte Maerz wieder abgehauen (THW...). Journalisten? Auch nicht, die berichten ja wie der Herr Hetkaemper von der ARD aus Osaka. Bleiben noch die stahlharten Nuklearleute uebrig (IAEA oder AREVA) sowie die Leute von Greenpeace, die da auch mit ihren Geigerzaehlern rumlaufen.
Insgesamt ist dieser Hinweis sehr fraglich, in etwa von der Qualitaet der Reisewarnungen "Terrorgefahr" die immer mal wieder vom US-Aussenministerium fuer ganz Europa rausgegeben werden. Da regen sich dann auch alle drueber auf, etwa Hoteliers und Andenkenverkaeufer, und das zu recht.

Aber weiter im Text von der Webseite der deutschen Botschaft in Tokyo:

"Das Auswärtige Amt rät weiterhin von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen auch in den Großraum Toyko/Yokohama (Region Kanto: Tokyo, Kanagawa, Saitama, Chiba, Gunma, Ibaraki, Tochigi) ab. Aus radiologischer Sicht ist ein Aufenthalt im Großraum Tokyo/Yokohama derzeit unbedenklich."

Aha, also unbedenklich, was auch sonst, sonst muesste man naemlich auch von Reisen in etliche Gebiete in Deutschland abraten, vermutlich koennte man sich nur im Norden, etwa in Hamburg oder Bremen aufhalten siehe hier: http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0302235432 oder hier, vom Bundesamt fuer Strahlenschutz: http://odlinfo.bfs.de/
Als Bespiel Berlin, 1 MilliSievert pro Jahr, das entspricht bei 8760 Stunden pro Jahr etwa 0.1 mikroSievert pro Stunde, also 100 nanoSievert pro Stunde, so wie zur Zeit in Tokyo. Zum Vergleich: http://www.bousai.ne.jp/eng/index.html , fuer Beta- und Gamma Strahlung Sievert (Sv) gleich Gray (Gy). Und wer es lieber von unabhaengigier Seite haben will: http://www.rdtn.org/
Gut zu sehen, in Teilen der Fukushima Prefaektur ziemlich hohe Werte, entsprechend bis zu 300 MilliSievert/Jahr. Ein Jahr lang sollte man sich dort also nicht aufhalten, das ist nicht gesund, ist in etwa das, was die Astronauten in der ISS abkriegen. Aber auch die fallen nicht sofort tot um.
Aber warum soll man dann nicht nach Tokyo oder Yokohama?

"Aufgrund der höheren Strahlenempfindlichkeit sollten Kinder und Jugendliche einen Aufenthalt in diesem Raum derzeit jedoch vermeiden."

Nochmal, die derzeiten Strahlenwerte im Grossraum Tokyo geben keinen Anlass fuer so eine Empfehlung. Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich das aendert, nicht bei den derzeitigen Windverhaeltnissen und bei der derzeitigen Lage am Reaktor.

"Bei Aufenthalten im Großraum Tokyo/Yokohama sollten wegen der weiter bestehenden Unsicherheiten um die Kernkraftwerke in Fukushima die Verhaltenshinweise und Empfehlungen der japanischen Behörden unbedingt befolgt werden und auch generell Vorkehrungen für den Fall einer Verschlechterung der Situation getroffen werden."

Das ist ja nun ok, dagegen ist nichts zu sagen. Aber ich glaube kaum, dass die japanischen Behoerden empfehlen, den Grossraum Tokyo zu meiden, eher schon den Grossraum Berlin.


Ich habe vermutlich noch nie so viele passende Punkte zu diesem Thema gelesen!

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Beitragvon PanSe » Dienstag 12. April 2011, 14:03

gabe hat geschrieben:Ich habe vermutlich noch nie so viele passende Punkte zu diesem Thema gelesen!


In der Tat. Ein deutscher Physiker - der in Japan lebt - äussert sich regelmässig zum Thema:

http://www.native-tours.org/forum/viewt ... 1&start=30

Sehr interessant nachzulesen.

Edit:

Das hier ist auch noch sehr empfehlenswert:

http://www.jaif.or.jp/english/news_imag ... 77390P.pdf
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Beitragvon oleg » Dienstag 12. April 2011, 17:02

klingt alles richtig gut - ich hab mich auch dank euch und dem Prof. entschieden: ich fliege und bleibe 4 Tage erstmals in Tokyo und dann die restlichen 4 Tage ab nach Osaka und vllt. 1-2 Städte die dazwischen liegen(die man besuchen sollte). und am letzten Tag zurück nach Tokyo - vllt. mit Übernachten oder auch nicht (hängt den Zugverbindungen ab - Flug geht um 08:30 ab Haneda) und dann zurück über Bejing nach Frankfurt.

danke euch allen !!!

was jetzt für die weitere Planung wichtig ist:
1. was kann ich besuchen auf dem Weg von Tokyo nach Osaka?
2. ist ein einfaches Ticket von Tokyo nach Osaka sicherlich günstiger als ein Rail Pass
3. was sollte ich sonst noch beachten?


da wie schon öfters angemerkt von mir bin ich kompletter Japanneuling deshalb: bitte jegliche Kritik zur Zeitaufteilung gern schreiben und natürlich alle Vorschläger was sehenswert ist und was man machen muss/sollte.

mfg oleg

p.s: das einzige was mir immer noch Sorgen bereitet ist Bejing - brauch ich ein Visum oder nicht? Laut der Dt. Botschaft nicht da es ein Transit ist und ich ja den Flughafen nicht verlassen will. Aber so wie ich das sehe ist alles ok -> http://www.china-embassy.org/eng/hzqz/zgqz/t84242.htm + http://www.passportvisasexpress.com/china_transit_visa.xml
also lass ich mich überraschen ^.^
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Beitragvon Aremonus » Dienstag 12. April 2011, 17:49

p.s: das einzige was mir immer noch Sorgen bereitet ist Bejing - brauch ich ein Visum oder nicht? Laut der Dt. Botschaft nicht da es ein Transit ist und ich ja den Flughafen nicht verlassen will. Aber so wie ich das sehe ist alles ok -> http://www.china-embassy.org/eng/hzqz/zgqz/t84242.htm + http://www.passportvisasexpress.com/chi ... t_visa.xml
also lass ich mich überraschen ^.^


Nein, Du wirst nicht in China einreisen und brauchst daher kein Visum.

Aber Beijing ist dennoch eine Reise wert - falls Du also einen längeren Zwischenstopp hast, kannst Du ja die Stadt anschauen gehen (und brauchst dann natürlich ein Visum).

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Beitragvon oleg » Mittwoch 13. April 2011, 06:41

Aber Beijing ist dennoch eine Reise wert - falls Du also einen längeren Zwischenstopp hast, kannst Du ja die Stadt anschauen gehen (und brauchst dann natürlich ein Visum).


20min sowohl Hin- als auch beim Rückflug. hoffma dass es zum Umsteigen reicht :?
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Beitragvon Aremonus » Mittwoch 13. April 2011, 09:58

20min sowohl Hin- als auch beim Rückflug. hoffma dass es zum Umsteigen reicht Confused


Dir wahrscheinlich schon. Aber Deinem Koffer...nun ja, nimm das Wichtigste im Handgepäck mit^^

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Beitragvon PanSe » Donnerstag 14. April 2011, 17:15

Donnerstag, 14.4.:

Hmm, eigentlich wusste ich ja nicht so richtig, ueber was ich heute schreiben sollte. Aber da habe ich einen Artikel auf FAZ.net gefunden: "Betriebsunfall im Maschinenraum", von Dietmar Dath
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441 ... ntent.html
, und der ist dann doch ein paar "boese" Kommentare wert.

"Ob wir - drei Wochen nach dem schwersten Erdbeben ... und dem schlimmsten Reaktorunglück seit Tschernobyl - wirklich fliegen sollten, war noch Stunden vor dem Frankfurter Check-in ungewiss."

Faengt ja schon "gut" an. Warum bleibt er nicht einfach zuhause?

"Wenn einem jemand lieb ist ... und der kurz vor einem vereinbarten Treffen einen schrecklichen Unfall erleidet, sagt man dann ab oder fährt man ans Krankenbett? ... Was, wenn das Dach aufs Gästebett fällt, die Nahrung vergiftet ist, der Regen strahlt?"

"Wir unterrichten uns bei deutschen Ämtern und japanischen Freunden ... dann fällt die Entscheidung, nicht unbeklommen. ... mit einigen Mikrogramm Jod versorgt ... Essen aus dem Meer weisen wir in Japan zurück, Milch und blättriges Grünzeug verschmähen wir, Vorsicht lässt uns genügend Angenehmes, von Yakitori-Spießchen ... fischsudfreien Okonomiyaki-Pfannkuchen ..."

Ich moechte dem "Kerl" am liebsten einen Arschtritt verpassen, der wird in Japan mit seiner Ueberangst von einem Fettnapf in den anderen treten. Man koennte meinen, er waere in einer mongolischen Nomadenjurte zu Besuch, und muesse nun irgendwie (das Beste fuer den Gast...) das Schafsauge beim Essen ablehnen. Oder, hat seine weibliche Begleitung Panik geschoben?
Und um mal bei dem Analogon des Krankenbettes zu bleiben, was die gemacht haben, ist jemanden, der mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, zu besuchen und ihm dann mit Gesichtsmaske und keimfreien Handschuhen entgegenzutreten.

"Das Wasser, ... trinken ... Zähne putzen, ist aus Gerolstein oder den Vereinigten Staaten..."

Mann mann mann, einfach unglaublich.... Warum laesst er es nicht sogar vom Mond kommen, da soll es ja eventuell auch Eis in tiefen Kratern geben? Oder war es der Mars? Kann uebrigens gut sein, dass das Wasser aus Gerolstein oder aus den USA staerker radioaktiv belastet ist als das Trinkwasser in Tokyo oder Fukushima oder sonstwo in Japan, wird halt aus dem Gestein, durch das das Wasser fliesst, ausgewaschen. Und - ob es Grenzwerte fuer die radioaktive Belastung von Mineralwasser gibt, weiss ich nicht, kann gut sein, dass da die Grenzwerte sogar hoeher liegen als wie bei Trinkwasser. Ein ehemaliger Kollege von mir hatte mal einen Fernsehbericht gesehen, in dem von radioaktiver Belastung von Mineralwasser die Rede war und dass es da halt Unterschiede bei verschiedenen Marken gaebe. Er hat sich dann meinen Geigerzaehler ausgeliehen und mal gemessen. Hatte wegen der kleinen Zaehlrate lange gedauert, aber er hat dann tatsaechlich Unterschiede gesehen.

Interessant auch ein Leserkommentar zu dem Bericht:
" .... Ihre Betrachtungen sind wohltuend differenziert und ab der üblichen Paranoia. ..."

Tja, irgendwie wenn das nicht alles Paranoia ist, was ist es dann? Ueberangst?
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Beitragvon gabe » Dienstag 19. April 2011, 08:44

oleg hat geschrieben:
Aber Beijing ist dennoch eine Reise wert - falls Du also einen längeren Zwischenstopp hast, kannst Du ja die Stadt anschauen gehen (und brauchst dann natürlich ein Visum).


20min sowohl Hin- als auch beim Rückflug. hoffma dass es zum Umsteigen reicht :?

20 Minuten Umsteige Zeit am Flughafen von Beijing? Hier stimmt doch was nicht ...

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Beitragvon oleg » Dienstag 19. April 2011, 09:18

recht hast du...wollt gerad den EditButton drücken :oops:
richtig heißt es natürlich 2:00 Stunden Zeit.

so - heut mal die Hotels buchen und vllt. auch 1x Couchsurfing und 1x Kapsel Hotel wenns klappt.
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Beitragvon Zeldalugia » Dienstag 19. April 2011, 19:11

oleg hat geschrieben:recht hast du...wollt gerad den EditButton drücken :oops:
richtig heißt es natürlich 2:00 Stunden Zeit.

so - heut mal die Hotels buchen und vllt. auch 1x Couchsurfing und 1x Kapsel Hotel wenns klappt.


würde expedia empfehlen, hab da bisher am günstigen was holen können.
oder über die seiten direkt.
bei expedia musst du nur fürs hotel zahlen, wenn du stornierst ^^ überall noch an die anbieter selbst <-<


Hab gstern nun auch alles fertig gebucht. Hab immernoch etwas angst. Aber wir konnten den Flug nicht stornieren und bevor wir Geld für nichts rausschmeißen :( fliegen wir.

Ich frage mich aber auch ganze Zeit welche Tickets sich rentieren würden xD
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Beitragvon oleg » Mittwoch 20. April 2011, 02:25

die Preise haben in der letzten Zeit stark angezogen. ich hab es ne Woche vor dem beben für ~600€ bekommen jetzt kosten die ~800€.
stornieren kann ich bis 72 Stunden vor den Flug mit den selben Konditionen wie jetzt, deshalb bin ich da entspannt, notfalls kann ich es für ~40% stornieren.

@Zeldalugia
wann fliegt ihr?
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