Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Korea ist das letzte Reiseziel, wo man den Kalten Krieg noch so richtig spürt. Gut für die besondere Art von Erlebnisreisen.

Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Beitragvon Petra_44 » Samstag 29. Mai 2010, 19:01

Hallo Wissende,

manchmal reagiert man etwas paradox, und so hat diese neueste Drohung aus Nordkorea mich neugierig auf dieses Land gemacht und ich habe mich inzwischen informiert, ob man dorthin eigentlich reisen kann.

Offenbar kann man das tatsächlich, wenn es auch nicht billig ist. Und was ich gelesen habe, hat mich nur noch neugieriger gemacht.

Einige Fragen sind jedoch noch offen geblieben. Vielleicht kann sie mir ja hier jemand beantworten?

1. Ich würde gerne einen Laptop mitnehmen, da ich ein Reisetagebuch führen will und es so einfach schneller geht. Muss ich deswegen mit Problemen rechnen? Ist es ein Problem, wenn der Laptop eine WLAN-Funktion hat? ... Das haben ja heute praktisch alle Laptops. Aber wenn es nötig wäre, könnte ich mir auch ein uraltes Gerät auf eBay besorgen, das noch keine WLAN-Funktion hat. (Ich hatte mal vor ca. 15 Jahren so einen Laptop; ist leider inzwischen defekt.) ... Ist der zugehörige USB-Stick ein Problem?

2. Ein Fotoapparat soll natürlich auch mit. Muss ich darauf achten, dass das Gerät nicht aus Südkorea stammt, oder ist das egal? (Welche Marken kommen überhaupt aus Südkorea? Samsung?) Ist es außerdem ein Problem, wenn ich einen zweiten Fotoapparat mitnehme? So einfach stelle ich es mir nämlich nicht vor, in Nordkorea Ersatz zu bekommen, falls das Teil schlapp macht ... und das haben so elektronische Geräte leider an sich. Irgendwann funktionieren sie plötzlich nicht mehr, ohne jeden Grund.

3. Es heißt, dass bei der Ausreise alle Fotos durchgeschaut werden. Fragt man dabei explizit nach Speicherkarten? ... Da so eine Reise ja auch nicht billig ist, wollte ich nämlich im wahrsten Sinnes des Wortes "nicht alles auf eine Karte setzen" und hatte daran gedacht, lieber vier oder fünf kleinere Speicherkarten zu verwenden. Backup, weil ich der Technik misstraue.

4. Sind Stempel im Pass ein Problem? Ich weiß noch nicht genau, wann ich nach Nordkorea reisen kann. Das geht ja auch nur zu bestimmten Zeiten. Eventuell würde vorher noch eine Reise nach Israel oder in die USA erfolgen. Wenn ich die Zeit und das Geld dafür finde ...

Ach ja, noch eine Frage. Ist es ein Problem, dass mein MP3-Player eine Radiofunktion hat? (Das Teil empfängt aber nicht mal hier in Deutschland anständig. Ich halte es für ausgeschlossen, damit einen ausländischen Sender zu empfangen.)

Es würde mich freuen, wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnte.

Schöne Grüße

Petra
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Beitragvon Pantitlan » Montag 31. Mai 2010, 11:14

Momentan ist vermutlich nicht der beste Zeitpunkt für eine Reise. Deine Fragen betreffen eigentlich fast alles Unterhaltungselektronik. Ich würde mich da vielleicht ein bisschen beschränken. Selbst wenn du die Sachen mitnehmen darfst, verlierst du vielleicht viel Zeit bei der Kontrolle. Swissgabe und andere, die schon dort waren, können dir vielleicht bessere Auskunft geben.

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Beitragvon Petra_44 » Montag 31. Mai 2010, 17:50

Nun ja, was heißt "momentan"? Ich müsste eh schauen, wie eine solche Reise in meinen Zeitplan passt und dachte eher an April 2011 oder noch später. ... Ich möchte halt Nordkorea gerne sehen, so lange es noch die jetzige Regierungsform hat. Es ärgert mich nämlich ein bisschen, dass ich damals 1988 nur 3 Tage in Moskau war. Moskau ist zwar immer noch eine schöne Stadt (ich war 1996 noch mal dort), aber es ist nicht mehr dasselbe.

Mein Fotoapparat ist übrigens "Made in Malaysia", also nicht vom bösen Feind ;-) ... Der Punkt ist: Ich weiß nicht, ob's ein Problem wäre, oder ob es egal ist, wenn irgendwas "Made in Korea" ist.

Na, ich schau später nochmal nach, ob noch jemand vorbeikommt, der mir auf meine anderen Fragen eine Antwort geben kann.

Schöne Grüße

Petra
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Re: Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Beitragvon gabe » Donnerstag 3. Juni 2010, 13:12

Ich war mal im 2001 dort, leider bis jetzt nicht mehr.

Petra_44 hat geschrieben:1. Ich würde gerne einen Laptop mitnehmen, da ich ein Reisetagebuch führen will und es so einfach schneller geht. Muss ich deswegen mit Problemen rechnen? Ist es ein Problem, wenn der Laptop eine WLAN-Funktion hat? ... Das haben ja heute praktisch alle Laptops. Aber wenn es nötig wäre, könnte ich mir auch ein uraltes Gerät auf eBay besorgen, das noch keine WLAN-Funktion hat. (Ich hatte mal vor ca. 15 Jahren so einen Laptop; ist leider inzwischen defekt.) ... Ist der zugehörige USB-Stick ein Problem?
Im 2001 wars ein Problem, wie das jetzt ist weiss ich leider nicht. Ruf doch kurz auf der Botschaft in Bern oder Berlin an. Im 2001 waren die in Bern recht nett und speditiv!

Petra_44 hat geschrieben:2. Ein Fotoapparat soll natürlich auch mit. Muss ich darauf achten, dass das Gerät nicht aus Südkorea stammt, oder ist das egal? (Welche Marken kommen überhaupt aus Südkorea? Samsung?) Ist es außerdem ein Problem, wenn ich einen zweiten Fotoapparat mitnehme? So einfach stelle ich es mir nämlich nicht vor, in Nordkorea Ersatz zu bekommen, falls das Teil schlapp macht ... und das haben so elektronische Geräte leider an sich. Irgendwann funktionieren sie plötzlich nicht mehr, ohne jeden Grund.
Egal wo das herkommt. Südkoreanische Firmen lassen ja gewisse Dinge in den Sonderzonen in Nordkorea produzieren. Neben Samsung wäre noch LG aus Südkorea. In Nordkorea gibt es bestimmt KEINEN Ersatz oder sonst etwas in dieser Art.

Petra_44 hat geschrieben:3. Es heißt, dass bei der Ausreise alle Fotos durchgeschaut werden. Fragt man dabei explizit nach Speicherkarten? ... Da so eine Reise ja auch nicht billig ist, wollte ich nämlich im wahrsten Sinnes des Wortes "nicht alles auf eine Karte setzen" und hatte daran gedacht, lieber vier oder fünf kleinere Speicherkarten zu verwenden. Backup, weil ich der Technik misstraue.
Bei Touristen ist das normalerweise nicht der Fall. Bei der Einreise wurde uns lediglich die Koffer gescannt, nicht mal geöffnet. Man wurde freundlich gebeten, das Handy abzugeben.

Petra_44 hat geschrieben:4. Sind Stempel im Pass ein Problem? Ich weiß noch nicht genau, wann ich nach Nordkorea reisen kann. Das geht ja auch nur zu bestimmten Zeiten. Eventuell würde vorher noch eine Reise nach Israel oder in die USA erfolgen. Wenn ich die Zeit und das Geld dafür finde ...
Kaum. Ich war mit nordkoreanischem Stempel in Südkorea und den USA sowie umgekehrt. Die US Behörden wären vermutlich die einzigen die Ärger machen könnten. Meine Iran Visum haben sie nicht so lustig gefunden.

Petra_44 hat geschrieben:Ach ja, noch eine Frage. Ist es ein Problem, dass mein MP3-Player eine Radiofunktion hat? (Das Teil empfängt aber nicht mal hier in Deutschland anständig. Ich halte es für ausgeschlossen, damit einen ausländischen Sender zu empfangen.)
Bei normalen Touristen vermutlich nicht aber auch da würde ich die Botschaft kurz fragen.

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Beitragvon Petra_44 » Donnerstag 17. Juni 2010, 13:54

Hallo Gabe,

danke für die ausführliche Antwort. Botschaft anrufen ... auf so eine einfache Idee bin ich gar nicht gekommen! :roll:

Na jetzt muss ich eh erst einmal meine Finanzen auf Vordermann bringen. EUR 1.200,- + Einzelzimmerzuschlag + Flug nach China und Unterkunft dort. :shock: Wird nicht so ganz billig werden, fürchte ich.

Nun ja, und was die Elektronik angeht: Mein Videorecorder ist von LG, aber der muss leider zu Hause bleiben. :wink: Das Handy auch; ich ruf doch nicht von China aus mit dem Handy daheim an.

Schöne Grüße

Petra
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Beitragvon Aremonus » Freitag 18. Juni 2010, 07:58

wie lange kannst Du für 1200 Euro in Nordkorea bleiben? Was ist da alles mitinbegriffen?

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Re: Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Beitragvon Mencius95 » Donnerstag 24. Juni 2010, 12:29

1. Ich würde gerne einen Laptop mitnehmen, da ich ein Reisetagebuch führen will und es so einfach schneller geht. Muss ich deswegen mit Problemen rechnen? Ist es ein Problem, wenn der Laptop eine WLAN-Funktion hat? ...

War kein Thema bei uns. Mit WLAN kannst du eh absolut nichts anfangen in Nordkorea, also sehen die das wohl auch nicht so eng.

2. Ein Fotoapparat soll natürlich auch mit. Muss ich darauf achten, dass das Gerät nicht aus Südkorea stammt, oder ist das egal?

Kein Problem. Viel wichtiger ist, dass du genügend Batterien mitnimmst oder ein zweites Ladegerät. Ich hatte sogar für den Fall der Fälle eine Billigkamera mitgenommen, die dann auch tatsächlich zum Einsatz kam, als mich meine gute Kamera genau während des Mass Games im Stich liess!

3. Es heißt, dass bei der Ausreise alle Fotos durchgeschaut werden. Fragt man dabei explizit nach Speicherkarten? ...

Also, die Kameras muss man in der Tat nur kurz anmachen und der Grenzwächter scannt nur die ersten 20 plus Bilder durch. Mehr ist es meistens nicht. Allerdings würde es wohl auffallen, wenn du nach 8 Tagen DPRK nur 40 Bilder in der Kamera gespeichert hättest! Blöd sind die nämlich nicht!

4. Sind Stempel im Pass ein Problem? Ich weiß noch nicht genau, wann ich nach Nordkorea reisen kann. Das geht ja auch nur zu bestimmten Zeiten. Eventuell würde vorher noch eine Reise nach Israel oder in die USA erfolgen. Wenn ich die Zeit und das Geld dafür finde ...

Dazu kann ich nichts sagen. Frage am besten mal bei der Reiseagentur nach.

Gruss

Sebastian

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Beitragvon jonasf » Mittwoch 11. August 2010, 13:17

Ich glaube auch, dass man vielleicht von Nordkorea immer ein verzerrtes Bild vom westen aufgetragen bekommt! In sofern toller Plan eine Reise dort hin zu machen um mal zu sehen was wirklich sache ist.

Ich könnte mir vorstellen das die Amerikaner mehr Probleme machen als die Koreaner, wenn du mit nem Stempel auftauscht, allerdings muss er dazu erst mal auf die richtige Seite im Pass kommen, und lesen, bin mir nicht sicher ob die das überhaupt machen. Als ich in Flordia war, war das so eine Pass auf Stempel rein, pass zu 30 sekunden Geschichte, allerings vor 9/11
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Re: Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Beitragvon Indrid Cold » Sonntag 10. Juni 2012, 15:09

War letzte Woche fünf Tage in Nordkorea:

1. Notebook war kein Problem. Man fragte mich bei der Einreise, ob ich ein Internetkabel dabei hätte, ich sagte nein. Das war es auch schon. Ich musste das Notebook zwar aus dem Rucksack nehmen, aber es wurde nicht näher angeschaut. Wireless-Empfang fand ich im Hotel erwartungsgemäss nicht.

2. Dasselbe gilt für meine grosse Spiegelrefelxkamera Canon EOS 60D mit einem 24-105mm-Objektiv samt Gegenlichtblende. Er fragte, ob das GPS-fähig sei, ich verneinte (was auch stimmt). Aber angeschaut hat er die Kamera nicht.

3. Ich denke nicht, dass der Stempel und das Visum im Pass Nachteile bringen werden. Ev. wird man genauer gefragt, sollte das jemandem auffallen, aber ich denke, das ist auch schon alles. Amerikaner, die ich in Nordkorea getroffen habe, haben ihr Visum und Stempel auf ein eigenes Blatt erhalten, weil die US-Behörden das angeblich nicht gerne im US-Pass sehen.


Bei der Ausreise mit dem Zug wurde bei mir nur die grosse Reisetasche "durchsucht" bzw. ich musste sie öffnen und zeigen, was drinnen war. Rucksack, Netbook und Kamera wurden nicht eines Blickes gewürdigt. Auch bei den anderen drei Touristen nicht.

Wir haben also umsonst alle Fotos noch auf dem Netbook und USB-Sticks sowie anderen Karten zwischengespeichert.

Ich meine, Fotos kontrollieren und löschen ist nicht mehr zeitgemäss. Man kann so einfach Kopien machen bzw. Fotos wiederherstellen. Und wenn Touristen wie ich fast Tausend Fotos machen ist der Zeitaufwand zu gross.

Und am Ende vor der Grenze haben wir mit Seriefeuer nur noch belanglose Fotos vom Boden oder unseren Füssen gemacht. Das zu kontrollieren wäre für den Grenzbeamten sehr zeitaufwendig und langweilig geworden.
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Re: Nordkorea: PC, Fotoapparat, Stempel im Pass ein Problem?

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 12. Juni 2012, 07:11

Bei der Ausreise mit dem Zug wurde bei mir nur die grosse Reisetasche "durchsucht" bzw. ich musste sie öffnen und zeigen, was drinnen war. Rucksack, Netbook und Kamera wurden nicht eines Blickes gewürdigt. Auch bei den anderen drei Touristen nicht.


Das gleiche habe ich auch von einem anderen Bekannten gehört, der vor kurzem "drüben" war. Ich denke auch, dass es einfach nicht realistisch ist, die Bilder zensieren zu wollen, wenn man elektronische Geräte allgemein zulässt und die Reisenden ohnehin beim fotografieren bereits unter Kontrolle sind. Eine Micro-SD-Karte ist so klein, dass man die bei der Ausreise problemlos verstecken könnte. Sicherungskopien sind aber auf alle Fälle sinnvoll, denn es gibt ja auch noch ganz gewöhnliche technische Defekte... :)

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