Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

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Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon Pantitlan » Dienstag 23. Juni 2009, 05:09

Ich habe mir gestern den Film Hostel angeschaut und da er mit Reisen im weitestens Sinne zu tun hat, will ich hier dazu eine Diskussion starten. Im Film geht es um drei Backpacker, die unter dem Versprechen, dass es dort schöne und leichte Frauen gibt, nach Osteuropa gelockt, wo sie allerdings entführt werden. Sie finden sich dann wieder als ein Opfer von reichen Sadisten, die viel dafür bezahlen, dass sie jemanden foltern und umbringen dürfen. Dem Helden der Erzählung gelingt die Flucht.

Meine Gefühle zum Film sind ein bisschen ambivalent. Die teilweise sehr ekligen Szenen sind schon ein bisschen hart an der Grenze des Zumutbaren. Etwa wenn der Held ein raushängendes Auge abschneiden muss oder mit der Motorsäge zwei Finger abgetrennt werden. Es spritzt viel Filmblut, für meinen Geschmack zu viel.

Trotzdem finde ich die Grundidee interessant: Nämlich, dass es einen Club gibt, wo Irre ihrer Leidenschaft nachgehen können. Ich fand den Film insgesamt auch recht spannend und vor allem optisch mit sehr guten Kamaraaufnahmen gefilmt. Bemängeln würde ich allerdings, dass die Charaktere ziemlich leer bleiben. Wieso die Leute so handeln, das ist in der Regel nicht so wirklich nachvollziehbar. Ein bisschen weniger Gewalt und ein bisschen mehr Psychologie - dann wäre dieser Film wirklich sehr gut.

Hat ihn sonst jemand gesehen und eine Meinung dazu?

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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Ide

Beitragvon Boracay » Dienstag 23. Juni 2009, 11:06

Filme in denen Verhaltensweisen mit Psychphaten erklärt werden schaue ich mir generell nicht an.
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Beitragvon sandsturm » Dienstag 23. Juni 2009, 14:31

Es geht hier ja eigentlich genau darum, dass die Verhaltensweisen der Nichtpsychophaten erklärt werden. Mal ne kleine Frage: Wenn du Dir keine Filme mit Psychophaten anschaust, bleibt denn eigentlich noch was übrig ausser schmalzige Hollywoodromanzen?

Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
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Beitragvon Boracay » Dienstag 23. Juni 2009, 22:03

sandsturm hat geschrieben:Es geht hier ja eigentlich genau darum, dass die Verhaltensweisen der Nichtpsychophaten erklärt werden. Mal ne kleine Frage: Wenn du Dir keine Filme mit Psychophaten anschaust, bleibt denn eigentlich noch was übrig ausser schmalzige Hollywoodromanzen?


Kriegsfilme
Thriller (wobei ich da auch keine politischen Verschwörungen anschaue)
Abenteuerfilme
Komödien
Weltuntergangszeugs (kein Schrott ala Day After Tomorrow)

Vor allem schaue ich aber Dokus (dann eben nicht im Kino bzw. auf dem Kino mit dem .to hintendran).
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Beitragvon Lionel » Mittwoch 24. Juni 2009, 08:02

sandsturm hat geschrieben:Mal ne kleine Frage: Wenn du Dir keine Filme mit Psychophaten anschaust, bleibt denn eigentlich noch was übrig ausser schmalzige Hollywoodromanzen?


Es wäre traurig, wenn es nicht andere Filme als Psycho und Hollywoodromanzen gäbe! Ich kann nämlich genau mit diesen Genres überhaupt nichts anfangen und schaue trotzdem von Zeit zu Zeit ein Film.

Eine Auswahl hat Boracay schon gegeben.

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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 24. Juni 2009, 08:24

Naja, kommt ein bisschen darauf an, wie weit man den Begriff Psycho fasst. Wenn ein Bösewicht beim James Bond oder Die Hard oder was auch immer versucht die Welt zu terrorisieren, dann ist der ja eigentlich auch genauso ein Psycho. Und gerade bei Kriegsfilmen gibt es doch besonders viele Psychos, oder? Ich denke da zum Beispiel an die tragische Figur von John Rambo, der vor allem im ersten Film psychologisch recht fein gezeichnet, ein Psychowrack nach dem Vietnamkrieg ist.

Ich finde, wenn man alle Filme ausschliesst, bei denen die Hauptdarsteller eine gewisse psychische interessante und etwas anormale Konstellation haben, dann verpasst man viele gute Filme.

Aber um noch einmal auf den Film "Hostel" zurückzukommen: Der hat eigentlich nichts mit Psycho zu tun. Wir haben einfach ein Setting, das in seiner Form etwas krass (aber eigentlich eine kritische Anspielung auf eine extrem materialistische Gesellschaft ist). Wieso diese reichen Sadisten ihre Opfer quälen, also das Psychoelement des Filmes, bleibt eigentlich ziemlich aussen vor. Meine Kritik am Film wäre also im Gegenteil, dass er zu wenig "Psycho" und zu viel Action ist.

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Beitragvon MarianTravel » Donnerstag 2. Juli 2009, 16:13

hostel würde ich auch niemanden weiterempfehlen!!!
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Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 2. Juli 2009, 16:36

Wieso nicht?

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Beitragvon MarianTravel » Dienstag 7. Juli 2009, 14:35

weil es einfach nur sinnloses abgemetzel ist, ohne einer richtigen Geschichte dahinter!! Okay, eine Geschichte gibt es schon.. aber die ist platt wie sonst was!!! also für mich nicht sehenswert!!! Da gibt es deutlich bessere Horrorfilme mit mehr Tiefe!!! :wink:
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Beitragvon Aremonus » Dienstag 7. Juli 2009, 17:48

Habe den Film zwar noch nicht gesehn (reizt mich jetzt ehrlich gesagt story-mässig nicht so wahnsinnig), möchte mich aber nochmal zum Psychothema äussern.

Ein stückweit sind wir ja fast alle Psychopathen, keiner ist "normal". In Europa und Amerika gibt es ja noch eine gewisse Moral, aber die ist in China schon ganz anders. Nach gängiger europäischer Definition wären fast alle Chinesen Psychopathen - z.B. wenn man sich hier die ganzen Minderwertigkeitskomplexe anschaut, die hier herumwandeln...

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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 8. Juli 2009, 03:56

Da gibt es deutlich bessere Horrorfilme mit mehr Tiefe!!


Diese Ansicht teile ich nicht so unbedingt. Ich finde die Story eigentlich vom Grundgerüst her sehr gut und durchaus mit einer gesellschaftskritischen Tiefe versehen, wie man sie bei Horrorfilmen selten sieht. Nur die Psychologie kommt viel zu kurz.

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Beitragvon Ruthy » Mittwoch 2. März 2011, 18:12

aber die ist platt wie sonst was!!! also für mich nicht sehenswert!!! Da gibt es deutlich bessere Horrorfilme mit mehr Tiefe!!!


Hallo an Alle,
bin relativ neu hier, wollte aber dazu mal mein Statement abgeben.
Einerseits ist die Story platt und einfach vorher sehbar aber andererseits wer sagt denn, dass solche Gemetzel nicht ähnlich genauso stattfinden irgendwo auf der Welt?
Ich fand es erschreckend zu sehen, wie man sich so etwas ausdenken kann.
Aber in den ganzen brutalen Shooter Onlinegames gehts auch nicht gerade nett zu. Mit Waffen und Bomben werden die Gegner regelrecht zermetzelt.

Keiner ist gezwungen sich solche Filme anzuschauen, aber hin und wieder gefallen solche Psychofilme auch

Zuletzt geändert von Ruthy am Mittwoch 5. September 2012, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Leprechaun » Freitag 2. März 2012, 13:21

Ich bin eigentlich kein Freund von solchen puren Metzelfilmen. Filmre mit Schießereien oder großen Schlachten sind gar kein Problem, aber Folterfilme... Ne. Genausowenig Horrofilme - einfach weil ich sowas nicht gut vertrage und mir nicht vorstellen will, dass es wirklich solche Menschen gibt. (Allein die Tatsache, dass Drehbuchautoren auf solche Ideen kommen finde ich erschreckend. Bzw ich eigentlich nix gegen Tarantino Filme habe...) Aber so ist der Mensch halt.

Ich habe mir den Film vor ein, zwei Monaten "zwangsweise" mit Freunden angeschaut - meinen Film wollte keiner sehen.
Und ich muss irgendwo zustimmen, dass die Story echt platt ist und man sicher mehr hätte rausholen können.
Ich glaube, du suchst mehr nach Psychothrillern, wenn ich das so richtig verstehe. Die interessieren mich zum Beispiel auch wieder mehr, als Filme a la Hostel.

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Beitragvon Pantitlan » Freitag 2. März 2012, 16:25

ich eigentlich nix gegen Tarantino Filme habe


Wenn ich mich richtig erinnere, war Tarantino am zweiten Teil irgendwie beteiligt.

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Beitragvon Leprechaun » Montag 5. März 2012, 11:10

Pantitlan hat geschrieben:
ich eigentlich nix gegen Tarantino Filme habe


Wenn ich mich richtig erinnere, war Tarantino am zweiten Teil irgendwie beteiligt.


Beim Ersten war er auch schon der Produzent. ;-)

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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon Anelia » Mittwoch 4. April 2012, 10:25

Ich muss sagen, dass ich bei Hostel auch die Grundidee ganz interessant fand und mir vorstellen könnte, dass es das auch so irgendwo gibt (also zumindest, dass man für viel Geld so ziemlich alles mit bestimmten Menschen anstellen darf, was man will). Allerdings war der Film eben nachher nur noch darauf ausgerichtet möglichst eklige Szenen zu zeigen und das find ich dann immer nicht so toll. Nicht weil ich das nicht sehen kann sondern weil solche Filme einfach nur noch ne Aneinanderreihung ekliger Szenen ohne große Handlung sind.
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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon Weltreiser » Montag 1. Oktober 2012, 17:35

Ich muss sagen, dass ich den Film nicht deshalb schlecht fand, weil er so viel Brutalität zeigte, sondern, weil der Film irgendwann einfach langweilig wurde. Einen guten Horrorfilm macht in meinen Augen aus, dass man nicht die ganze Spannung enthüllt, dass man irgendetwas Übernatürliches darin hat oder zumindest, dass die Charaktere eine gewisse Tiefe besitzen - Hostel konnte nichts davon gewährleisten.
Deswegen ist mein Fazit, dass der Film zwar nicht komplett schlecht ist, aber als Aneinanderreihung von Gewaltszenen ohne tieferen Sinn dahinter, irgendwann zu stumpf wird, um zu begeistern.
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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon KonstiW » Donnerstag 4. Oktober 2012, 15:19

Ich fand Hostel eigentlich ziemlich gut, schlägt so ein bischen in die Kerbe von SAW als Psychothriller. Den Gedanken, dass es sowas wirklich gibt, hatten sicher viele Menschen, und in "The Human Centipede 2" macht man sich genau dieses Szenario als Geschichte zu nutze - das ist wirklich nichts für schwache Nerven!
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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon Traveler38 » Donnerstag 11. Oktober 2012, 18:12

Ich habe den Film Hostel vor einiger Zeit schon gesehen. Ich fand ihn ziemlich krass. Ich stimme dem auch zu:Wer weiß wirklich was auf der Welt so abgeht.Ich meine es gibt ja schon genug schreckliche Dinge auf dieser Welt.
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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon asyr » Mittwoch 17. Oktober 2012, 00:17

ohne Frage ist der Film völlig sinnloses Gemetzel ohne jeglichen Wert.

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Re: Der Film "Hostel" - Gewaltexzess oder gute Idee?

Beitragvon am1 » Mittwoch 17. Oktober 2012, 10:59

gute idee :!: nur mittlerweile ein wenig ausgelutscht... :D
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