Trampen in Japan

Japan das Land der aufgehenden Sonne: hier kann man zu den unterschiedlichen Themen im asiatischen Reiseland posten.

Trampen in Japan

Beitragvon Altes-Forum » Donnerstag 16. September 2004, 03:51

Erika
Beitrag vom Freitag, November 7, 2003 @ 16:21

Konichi wa Oliver-san

Ich gratuliere dir herzlich zu deiner Homepage. Sieht toll aus! Es freut mich, dass es dir in Japan gefallen hat. Ich werde naechsten Maerz fuer 10 Monate nach Japan gehen. Drei Monate werde ich mit einer Freundin reisen gehen. Wir hatten eigentlich vor, die meiste Zeit zu Trampen (Shinkansen ist zu teuer), doch dein Bericht hat mich ein bisschen verunsichert. Ist es wirklich so schwer, jemanden zu finden, von dem man mitgenommen wird?

Viele Gruesse
Erika




Pantitlan
Beitrag vom Freitag, November 7, 2003 @ 16:25

Liebe Erika

Die Berichte zum Trampen sind ausgesprochen unterschiedlich. Meine bisherige Bilanz ist: Honshu ist schwieriger, Hokkaido am einfachsten. Wochentage sind besser als Wochenende. Huebsche, westliche Frauen (ich weiss nicht, wie Du aussiehst) haben es leichter als zersauste westliche Maenner (also etwa so wie ich).

Wenn Du viel Zeit hast, ist trampen in den abgelegeneren Gegenden vermutlich gut moeglich. Aber so zwischen den Zentren wirst du wohl schon eher auch Busse und Zuege nehmen muessen. Uebrigens: Regionalzuege sind viel billiger als Shinkansen. Dennoch: Japan ist das teuerste Reiseland der Welt. Auch wenn Du versuchst billig wegzukommen: Essen und Unterkuenfte brauchst Du trotzdem und Du wirst wohl nicht immer von Leuten eingeladen. Sprich ich rechne fuer Deinen Trip mindestens mit 10-15 Tausend Franken. Es sei denn, Du hast Beziehungen, die dir Dinge wirklich viel billiger machen. Nur damit Du keine boesen Ueberraschungen bekommst. Aber vermutlich
weisst Du das ja auch...

Liebe Gruesse,
Oliver




kita
Beitrag vom Montag, November 10, 2003 @ 18:34

Hallöchen,

ja das mit dem Trampen ist so eine Sache. Ich denke, Glück spielt da eine grosse Rolle. Auf jeden Fall würde ich das Trampen nicht mit in deinen Reisebudget-Plan mit einbeziehen. Sonst könntest du wirklich enttäuscht sein, wenn's nicht so gut klappt.
Ein paar Tips gibt's dennoch. Am besten, du verwendest kein Schild mit deinem Ziel, denn das verunsichert die Leute eher. Zum Beispiel wollte ich einmal Trampen, und ein Typ hielt an, der zuerst mal sprachlos/ratlos war. Als ich ihn dann mehrmals fragte, ob er denn in meine Richtung wolle, stammelte er nur, er wolle viel weiter über meine Destination hinaus. War ein wenig umständlcih ihm klar zu machen, dass das ja ABSOLUT kein Problem sei, er müsse nur mal kurz in miner Stadt halten. Scheinbar rechnen die Leute sehr damit, dass sie dir noch weiter helfen müssen..
Natürlich, wie Oliver schon sagte, um so ländlicher die Gegend ist, umso einfacher ist es. (Um die Grosstädte kurven ständig nur Kurzstreckenpendler herum..)
Und dass du eine Frau bist, macht's sicher erheblich einfacher.
Ausserdem musst du darauf achten, ob du günstig stehst. Dass heisst, nicht zu knapp oder zu weit von der Ausfahrt einer Strasse entfernt. Sodass der Fahrer noch bremsen kann, aber auch weiss, dass du in die selbe Richtung willst. (Aber das ist anderswo ja genauso.)

Viel Glück!





Oliver
Beitrag vom Samstag, November 15, 2003 @ 20:19

wobei das mit der Richtung manchmal ein bisschen mühsam ist. Manchmal gibt es nur eine Auffahrt für beide Richtungen. Die Strasse trennt sich dann erst nach dem Ort, wo man bezahlen muss. Das heisst, die Leute können nicht wissen, wo Du genau hinwillst.

Ich war ja in Kyoto und wollte Richtung Norden. Alle, die angehalten haben, fuhren aber Richtung Osaka. Aber ich teile Kita Einschätzung wegen der Schilder: bei mir hat fast niemand angehalten, als ich das Schild mit Tokyo hingehalten habe. Ich glaube, einfach Daumen raus und warten ist erfolgreicher. Wenn Du mal mit den Leuten sprichst, wird dann wohl auch klarer, bis wo sie dich mitnehmen können, auch wenn es in eine andere richtung geht.

Übrigens die Auto, die mich mitnahmen, hatten alle GPS. Da finden sie dann auch leicht heraus, wo es eine passende Raststette (michi no eki) gibt, wo Du dann das Auto wechseln kannst...




kita
Beitrag vom Samstag, November 22, 2003 @ 13:31

Mir ist da noch was in den Sinn gekommen! Da gibt es doch ein Buch von William Ferguson, "Hokkaido Highway Blues". Da trampt er von Kap Sata nach Kap Soya, also vom südlichsten Punkt Japans (wenn wir die Okinawa-Inseln ausser Acht lassen - die eignen sich zum Trampen nur sehr gering) bis in den Norden. Mal abgesehen davon, dass es urkomisch ist, gibt das sicher auch noch den ein oder anderen Einblick.




Pantitlan
Beitrag vom Samstag, November 22, 2003 @ 13:40

oh, das Buch klingt interessant... Da muss ich mir vielleicht einmal ansehen... vielen Dank für den Tipp!
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