Reisen mit Wohnmobil durch Czech Republik und Polen

Das Reich der ehemaligen Kommunisten

Reisen mit Wohnmobil durch Czech Republik und Polen

Beitragvon JennyAK49 » Dienstag 17. Februar 2009, 09:03

Eine amerikanische Freundin will im Mai/Juni mit Familie (Ehemann, Schwager & 3 Kinder, 10 j. und junger) eine Europareise machen. Niemand in der Familie spricht eine Fremdsprache. Die Familie wird ein Wohnmobil mieten. Eine Strecke die sie fahren will ist von Venedig nach Krakau. Gibt es Gefahren oder Risiken auf dieser strecke, die durch Österreich, die Tschechische Republik und möglicherweise Slovakia führt? Sind die Strassen gut genug für ein Wohnmobil? Ist was an den "Geschichten", dass in Polen man möglicherweise beraubt werden kann als Reisender? Ich mache mir Sorgen um meine ambitionierte Freundin.

Jenny, dankbar für gute Hinweise
JennyAK49
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Beitragvon Indiana Goof » Dienstag 17. Februar 2009, 11:24

Hallo Jenny,

na dann will ich dir mal von diesem gefährlichen Land berichten, in dem ich mich sehr gut auskenne:

Nachdem ich viele Jahre lange unter großen Gefahren mit meinem Wohnmobil nach Polen reiste, um meine dortige Freundin zu besuchen, habe ich mich entschlossen, sie von dort heraus zu holen, weil ich es einfach unverantwortlich finde, dass sie dort lebt. Heute lebt sie bei mir in Deutschland und wir besuchen nur noch zwei bis dreimal im Jahr ihre Verwandten. Dabei kommen wir uns immer so vor wie amerikanische GI's in Bagdad....

So, und jetzt im Ernst. Entschuldige bitte meinen ironischen Beitrag, aber es ist immer wieder faszinierend, was für eine Angst manche Menschen vor Polen haben. Du solltest dir wirklich keine Sorgen um diese Familie machen, wenn sie auch nur annähernd auf die üblichen Gepflogenheiten achtet. Das bedeutet, keine Wertsachen im Auto liegen lassen und in Menschenmengen gut auf seine Geldbörse etc. aufpassen. Das gilt aber auch für Tschechien, die Slowakei, Österreich und vor allem für Venedig. Tschechien und Slowakei sind ebenfalls wunderbare Länder für Wohnmobiltouren. Lediglich in Polen sind die Straßenverhältnisse teilweise auf Grund des starken Transitverkehrs durch die Lkw's etwas schwierig. D.h. es gibt tiefe Spurrillen, aber viele Straßen sind in Bau oder wurden in den letzten Jahren modernisiert und sind besser als so manche deutsche Straße.

Übernachten können sie in allen drei Ländern gut und günstig auf den zahlreichen Campingplätzen oder in Polen auf den "Pole Namiotowe". Letzteres sind private Biwakplätze, manchmal unbewacht, manchmal auch auf Privatgrundstücken von Hausbesitzern, die direkt nebenan wohnen.
Parken kann man in fast jeder größeren Stadt auf bewachten Parkplätzen. Geld bekommt man überall an Automaten oder in Wechselstuben und Diesel heißt in Polen "On". Für die tschechischen und slowakischen Autobahnen wird eine Vignette fällig, die an allen Grenzübergängen und Tankstellen zu kaufen ist.

Und jetzt noch ein paar Fakten: Die Autodiebstähle in Polen waren in den 90er Jahren tatsächlich sehr hoch. Seit dem Jahr 2000 haben die Diebstähle aber massiv nachgelassen, wie mir eine Statistik der polnischen Polizei mal zeigte. Heute ist die Diebstahlgefahr in Polen in etwa so hoch wie in Deutschland (also vermutlich geringer als in Südfrankreich oder Italien!)

So, ich hoffe, ich konnte dir ein wenig die Angst nehmen. Polen ist ein ausgesprochen schönes und freundliches Land. Gefahren hast du aber überall, ich persönlich würde mir aber mit dem Wohnmobil in Italien oder Südspanien größere Sorgen machen.

Viele Grüße
Micha
Indiana Goof
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Beitragvon vts-hh » Mittwoch 18. Februar 2009, 13:28

Im Grossen und Ganzen gebe ich Indiana Goof Recht. Allerdings sollten sich Deine Freunde darauf gefasst machen, dass es vor allem in Polen sehr schwer sein wird jemanden zu finden, der englisch spricht. (habe sogar erlebt, dass in etwas besseren Hotels in Warschau an der Rezeption niemand zu finden war, der englisch spricht...) In der CZ kann man Glück haben, aber auch hier sollte man sich darauf einstellen mit Händen und Füssen zu reden. Aber möglich ist das schon, da die Leute sich erfahrungsgemäss trotzdem Mühe geben. Auf jeden Fall sollten sie nicht "einfach auf englisch darauflosplappern" (was auch unhöflich wäre)...

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