Lariam 1 Jahr abgelaufen-noch benutzbar?

Wir wollen hier zwar eine wirkliche medizinische Beratung nicht ersetzen, aber hier kann man sich zu gesundheitlichen Problem äussern

Lariam 1 Jahr abgelaufen-noch benutzbar?

Beitragvon weltenerforscher » Dienstag 3. Februar 2009, 10:55

Hallo zusammen!

ich fahre in drei Wochen nach Vietnam, Kambotscha und auf die Philippinen und habe gerade bemerkt, dass mein Lariam, welches ich noch von früheren Reisen besitze, schon 1 Jahr abgelaufen ist. Jetzt stehe ich natürlich vor der Frage ob ich mir ein neues Präparat kaufen soll oder ob ich mir diese Kosten ersparen kann. Ich glaube insgesamt hat das Medikament eine Haltbarkeit von 3 Jahren, also sind 1 Jahr wohl doch schon relativ viel. Was würdet ihr mir denn raten?
eine andere Frage wäre ob ihr für diese Region nicht lieber Malarone statt Lariam mitnehmen würdet wegen der angeblichen Resistenzen dort. Hat da jemand schon Erfahrung?

Freu mich über baldige Antworten, bis bald!!
Sandra
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 12:56

Hallo Sandra,

zu den Phippinen kann ich nichts sagen, aber fuer Vietnam und Kambodscha brauchst du diese Chemiebomben nicht. Was willst mit dem Zeugs? Da ist nur etwas fuer Leute, die wochenlang fernab jeder medizinischen Versorgung im Dschungel rumkrauchen. Die Gefahr, an Dengue-Fieber zu erkranken ist viel groesser als die, sich eine Malaria einzufangen. Und gegen Dengue gibt es weder eine Impfung noch eine Prophylaxe, so dass sowieso konsequenter manueller Mueckenschutz angesagt sein sollte.

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Re: Lariam 1 Jahr abgelaufen-noch benutzbar?

Beitragvon gabe » Dienstag 3. Februar 2009, 16:59

weltenerforscher hat geschrieben:Hallo zusammen!

ich fahre in drei Wochen nach Vietnam, Kambotscha und auf die Philippinen und habe gerade bemerkt, dass mein Lariam, welches ich noch von früheren Reisen besitze, schon 1 Jahr abgelaufen ist. Jetzt stehe ich natürlich vor der Frage ob ich mir ein neues Präparat kaufen soll oder ob ich mir diese Kosten ersparen kann. Ich glaube insgesamt hat das Medikament eine Haltbarkeit von 3 Jahren, also sind 1 Jahr wohl doch schon relativ viel. Was würdet ihr mir denn raten?
eine andere Frage wäre ob ihr für diese Region nicht lieber Malarone statt Lariam mitnehmen würdet wegen der angeblichen Resistenzen dort. Hat da jemand schon Erfahrung?

Freu mich über baldige Antworten, bis bald!!
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Ich bin nicht vom Fach aber soviel ich weiss bringt Malarone in Südostasien überhaupt nichts sondern man sollte Lariam dabei haben. Im Gegensatz zu Malarone würde man Lariam erst bei einem eventuellen Ausbruch der Malaria einnehmen. In Gebieten wo Lariam angewendet wird at Cathrin daher recht, dass man das nur dann wirklich dabei haben muss wenn man weit entfernt vom nächsten Spital ist und sich dort mehr als 10 Tage dort aufhält da Malaria in der Regel erst danach ausbricht. In Gebieten mit Malarone sollten die Tabletten auf alle Fälle vor der Reise nach Rezept eingenommen werden da diese Tabletten proaktiv wirken. Genaue und verbindliche Auskunft kriegst Du aber am besten beim Tropenarzt.

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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 18:36

ich fahre in drei Wochen nach Vietnam, Kambotscha und auf die Philippinen und habe gerade bemerkt, dass mein Lariam, welches ich noch von früheren Reisen besitze, schon 1 Jahr abgelaufen ist. Jetzt stehe ich natürlich vor der Frage ob ich mir ein neues Präparat kaufen soll oder ob ich mir diese Kosten ersparen kann. Ich glaube insgesamt hat das Medikament eine Haltbarkeit von 3 Jahren, also sind 1 Jahr wohl doch schon relativ viel. Was würdet ihr mir denn raten?
eine andere Frage wäre ob ihr für diese Region nicht lieber Malarone statt Lariam mitnehmen würdet wegen der angeblichen Resistenzen dort. Hat da jemand schon Erfahrung?

Kambodscha, Vietnam (bis auf die nördliche Küste und Hanoi) und die Philippinen sind Risikogebiete, für die Chemoprophylaxe empfohlen wird. Dort gibt es jedoch Mefloquin-Resistenzen, d.h. Lariam sollte man nicht nehmen, sondern Malarone oder Riamet! Ich muss meinen Vorredner also korrigieren. Siehe z.B. http://www.dtg.org/asien.html. Damit solltest Du die Chemoprophylaxe also sowieso nicht mit Lariam machen (sondern Malarone oder Riamet, wie gesagt). Die Frage hat sich also erledigt.
Aber in jedem Fall hätte ich das verfallene Lariam weggeworfen. Das Mittel ist für manche Menschen schon unangenehm genug, da sollte es schon wenigstens noch wirksam sein...

Leider wird Malarone verdammt teuer... für drei Wochen brauchst Du drei Packungen (a 50 Euro). Wie teuer Riamet ist, kann ich nicht sagen.
EDIT: Moment... für wie lange fährst Du dort hin?

Für die drei Länder werden folgende Impfungen für alle Reisenden empfohlen: Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Hepatitis A.

Gruß,
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 19:06

Alex hat geschrieben: Vietnam (bis auf die nördliche Küste und Hanoi) sind Risikogebiete, für die Chemoprophylaxe empfohlen wird.


Wer empfiehlt denn sowas? Das ist doch kompletter Unsinn. Manueller Mueckenschutz reicht volkommen aus, zumal jetzt Trockenzeit ist. Viel groesser ist die Gefahr, in Vietnam im Strassenverkehr zu Schaden zu kommen.

Viele Gruesse
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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 19:15

Wer empfiehlt denn sowas? Das ist doch kompletter Unsinn. Manueller Mueckenschutz reicht volkommen aus, zumal jetzt Trockenzeit ist. Viel groesser ist die Gefahr, in Vietnam im Strassenverkehr zu Schaden zu kommen.
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG), Weltgesundheitsorganisation (WHO)...

Das eine Risiko hat mit dem anderen Risiko wenig zu tun. Wenn man sich gegen Unfälle im Straßenverkehr impfen könnte, dann wäre das in Vietnam vielleicht auch sinnvoll. Geht nur leider nicht.

Gruß,
Alex

Zuletzt geändert von Alex am Dienstag 3. Februar 2009, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon weltenerforscher » Dienstag 3. Februar 2009, 19:15

Hallo Alex,
ich denk mal ein hohes Risiko besteht nur im Süden Vietnams bis zum 18. Breitengrad, dort bin ich ca. 2 wochen. Was ist denn eigendlich Riamet für ein Malariamittel? Wäre das billiger als Malarone?
Grüssle
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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 19:27

ich denk mal ein hohes Risiko besteht nur im Süden Vietnams bis zum 18. Breitengrad
Laut der Karte, die ich hier vor mir habe (ich kann sie leider nicht posten), ist in Vietnam fast die gesamte Fläche ein Risikogebiet. Geringes Risiko besteht in Hanoi und dessen Umgebung bis zum Meer und von dort aus hinunter bis Nha Trang, aber nur als sehr schmaler Streifen am Meer entlang. Der Großteil des Landes inklusiver aller Grenzgebiete ist Risikogebiet.

Aber ich muss mich korrigieren... habe nicht genau genug gelesen. Für die Region werden die Mittel nur als Notfalltherapie empfohlen. Daher wird auch u.a. Riamet genannt, das nur zur Notfallselbstbehandlung taugt.

Also... keine Chemoprophylaxe, sondern Standby!

Gruß,
Alex

EDIT: Habe da schon so lange nicht mehr reingeschaut. Es gibt die Unterscheidung zwischen "Risikogebieten" und "Gebieten mit hohem Risiko", wobei i.d.R. nur bei letzteren Chemoprophylaxe empfohlen wird. Sorry für die Verwirrung. Gruß
Alex
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 19:36

Alex hat geschrieben:Aber ich muss mich korrigieren... habe nicht genau genug gelesen. Für die Region werden die Mittel nur als Notfalltherapie empfohlen.


Gerade bei so einer wichtigen Sache sollte man aber sehr genau lesen.

Ein Stand By Mittel ohne vorherige Arztkonsultation einfach zu schlucken, kann lebensgefaehrlich sein. Woher weiss ich als medizinischer Laie, ob ich mich mit Malaria angesteckt habe oder mit Dengue oder mir nur durch eine zu kalt eingestellte Klimaanlage eine Grippe eingefangen habe? Deshalb bei Malariaverdacht immer zuerst zum Arzt, bevor man diese komischen Mittelchen nimmt. Ein Arzt ist ueberall in Vietnam innerhalb weniger Stunden erreichbar und der weiss mit grosser Sicherheit besser als jeder Arzt in Europa, welche Medizin zu nehmen ist. Auch deshalb macht fuer mich die Mitnahme von Malarone oder aehnlichen Sachen ueberhaupt keinen Sinn. Daran verdient sich nur die Pharmaindustrie eine goldene Nase.

Das Risiko, sich in Vietnam mit Malaria anzustecken, ist gleich NULL.

Viele Gruesse
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 20:16

Alex hat geschrieben:Geringes Risiko besteht in Hanoi und dessen Umgebung bis zum Meer und von dort aus hinunter bis Nha Trang,


In Hanoi und Umgebung besteht ueberhaupt kein Risiko. Ganz Nordvietnam, ausser einige abgelegene Bergregionen ist malariafrei. Das sagt auch die WHO. Malariafrei ist auch die Kueste. Risiko besteht in Vietnam lediglich in einigen Provinzen des Zentralen Hochlandes, wo sowieso fast nie ein Tourist hinkommt und in schwaecherer Form in einigen Gebieten des Mekong Deltas.

Leider geht es in solchen Diskussionen immer um Malaria und das Risiko von Dengue-Fieber, das seit etwa 2 Jahren in fast ganz Suedostasien immer groesser wird, wird total unterschaetzt. Im November lagen laut vietnamesischen Zeitungsberichten ueber 11.000 Patienten mit dengue-Fieber in Saigoner Krankenhaeusern, die meisten von ihnen aus dem Mekong Delta.

Hier mal die offiziellen Zahlen der WHO ueber Malariatote in Vietnam:
1990 - 3.340
1991 - 4.646
1992 - 2.632
1993 - 1.026
1994 - 504
1995 - 348
1996 - 203
1997 - 152
1998 - 183
1999 - 190
2000 - 148
2001 - 91
2002 - 50
2003 - 50
2004 - 24
2005 - 18
2006 - 41

http://www.who.int/malaria/wmr2008/malaria2008.pdf

Man sollte natuerlich nicht leichtsinnig werden, aber auch keine Panik verbreiten.

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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 20:39

Cathrin... Dein Eifer in allen Ehren, aber ich denke mir das hier nicht aus, sondern wiederhole nur, was DTG und WHO sagen. Ob das richtig oder falsch ist, wage ich nicht zu beurteilen.

Ein Stand By Mittel ohne vorherige Arztkonsultation einfach zu schlucken, kann lebensgefaehrlich sein.
Eher unwahrscheinlich, solange man sich an die Packungsbeilage hält.

Woher weiss ich als medizinischer Laie, ob ich mich mit Malaria angesteckt habe oder mit Dengue oder mir nur durch eine zu kalt eingestellte Klimaanlage eine Grippe eingefangen habe? Deshalb bei Malariaverdacht immer zuerst zum Arzt, bevor man diese komischen Mittelchen nimmt.
Standby-Medikation muss nicht notwendigerweise bedeuten, dass man das Medikament ohne Konsultation eines Arztes einnimmt... Es ist selbstverständlich sinnvoll, vor Ort einen Malariatest zu machen. Die eigentliche Medikation kann man allerdings schon selbst entsprechend der Packungsbeilage machen! Die Frage ist nur, ob man den Medikamenten traut, die man vor Ort bekommt. Ob man die Medikamente also lieber selbst mitnimmt oder darauf hofft, dass sie vor Ort erhältlich und echt sind, ist jedem selbst überlassen. Ich jedenfalls vertraue auf die gute alte europäische Pharmaindustrie.

Das Risiko, sich in Vietnam mit Malaria anzustecken, ist gleich NULL.
Wenn das so wäre, dann hieße es wohl kaum "Risikogebiet"...


Die WHO empfiehlt für Vietnam, Cambodia und die Philippinen die (höchste) Behandlungsstufe IV (http://www.who.int/ith/countries/en/index.html und http://www.who.int/ith/chapter_7_2008.pdf, Seite 151):

-----------------------------------------------
Type IV:

Malaria Risk:
(1) High risk of P. falciparum malaria, in combination with reported antimalarial drug resistance; or
(2) Moderate/low risk of P. falciparum malaria, in combination with reported high levels of drug resistance*

Type of prevention:
Mosquito bite prevention plus mefl oquine, doxycycline or atovaquone–proguanil chemoprophylaxis (select according to reported resistance pattern)

*Alternatively, when travelling to rural areas with multidrug-resistant malaria and only a very low risk of P. falciparum infection, mosquito bite prevention can be combined with stand-by emergency treatment.


EDIT:
Kambodscha: http://www.who.int/ith/countries/khm/en/
Vietnam: http://www.who.int/ith/countries/vnm/en/
Philippinen: http://www.who.int/ith/countries/phl/en/
-------------------------------------------------------------

Für die Empfehlungen des DTG wie gesagt: http://www.dtg.org/asien.html

Gruß,
Alex

Zuletzt geändert von Alex am Dienstag 3. Februar 2009, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 21:06

In Hanoi und Umgebung besteht ueberhaupt kein Risiko. Ganz Nordvietnam, ausser einige abgelegene Bergregionen ist malariafrei. Das sagt auch die WHO. Malariafrei ist auch die Kueste. Risiko besteht in Vietnam lediglich in einigen Provinzen des Zentralen Hochlandes, wo sowieso fast nie ein Tourist hinkommt und in schwaecherer Form in einigen Gebieten des Mekong Deltas.
Ich kann nur auf das verweisen, was ich bereits gesagt habe. Siehe oben.
Ich habe es auch noch einmal auf der offenen Seite des Tropenmedicus gefunden:

Risiko: ganzjährig im ganzen Land unter 1500 m, besonders in den drei zentralen Hochlandprovinzen Dak Lak, Gia Lai und Kon Tum und in den Südprovinzen Ca Mau, Bac Lieu und Tay Ninh
Kein Risiko: in den großen Stadtzentren, im Delta des Roten Flusses und an der Küste nördlich von Nha Trang

http://www.charite.de/tropenmedizin/reisemed_infoservice.htm


Hier mal die offiziellen Zahlen der WHO ueber Malariatote in Vietnam:
Der Rückgang der Todesrate bedeutet nicht, dass das Risiko einer Infektion gesunken ist... Hättest Du den Artikel auch richtig gelesen, dann wäre Dir aufgefallen, dass die gesunkene Mortalitätsrate tendenziell eher einer besseren Versorgung der Bevölkerung mit Malariamedikamenten und Expositionsschutzmitteln (Netzen etc.) und der besseren Erreichbarkeit von Kliniken etc. zurückgeführt wird.
Es ist ein falscher Schluss, zu glauben, man müsse sich deswegen nicht mehr schützen.

Leider geht es in solchen Diskussionen immer um Malaria und das Risiko von Dengue-Fieber, das seit etwa 2 Jahren in fast ganz Suedostasien immer groesser wird, wird total unterschaetzt. Im November lagen laut vietnamesischen Zeitungsberichten ueber 11.000 Patienten mit dengue-Fieber in Saigoner Krankenhaeusern, die meisten von ihnen aus dem Mekong Delta.
Gegen Dengue gibt es keine Chemoprophylaxe und es ist deutlicher schwieriger zu behandeln als Malaria (es gibt kein spezifisches Medikament). Das ist eine ganz andere Geschichte.

Gruß,
Alex

Zuletzt geändert von Alex am Dienstag 3. Februar 2009, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 21:06

Alex hat geschrieben:Die WHO empfiehlt für Vietnam... die (höchste) Behandlungsstufe IV


Hoer doch bitte mal auf, hier so einen Unsinn zu verbreiten. Damit schuerst du doch nur unnoetig Panik. Die Empfehlung der WHO gilt fuer insgesamt 9 der 64 vietnamesischen Provinzen. Und fuer vier von ihnen sogar nur zum Teil. Ich kann da beim besten Willen kein Risiko erkennen.

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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 21:12

Also ich verstehe Dich nicht. Wo soll denn das stehen? Sowohl in der Karte des Tropenmedicus wie auch folgender WHO-Information ist das gesamte Land mit Ausnahme der genannten Regionen ganzjähriges Risikogebiet.

Die Empfehlung der WHO gilt fuer insgesamt 9 der 64 vietnamesischen Provinzen. Und fuer vier von ihnen sogar nur zum Teil. Ich kann da beim besten Willen kein Risiko erkennen.

"Malaria risk—predominantly due to P. falciparum—exists in the whole country, excluding urban centres, the Red River delta, and the coastal plain areas of central Viet Nam."

"Highrisk areas are the highland areas below 1500 m south of 18°N, notably in the 4 central highlands provinces Dak Lak, Dak Nong, Gia Lai and Kon Tum, Binh Phuoc province, and the western parts of the coastal provinces, Quang Tri, Quang Nam, Ninh Thuan and Khanh Hoa. Resistance to chloroquine, sulfadoxine–pyrimethamine and mefl oquine reported."
http://www.who.int/ith/countries/vnm/en/


Gruß,
Alex

EDIT: Wieso "Panik". Gibt ein Land in den Tropen, in dem man sich nicht mit dem Thema Malaria auseinandersetzen muss?
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 21:18

Noch einmal zur Erinnerung. Nach den offiziellen Zahlen der WHO gab es im Jahre 2006 ca. 70.000 Malariaerkrankungen mit 41 Todesfaellen. Und das bei einer Bevoelkerung von 84 Millionen. Wie hoch ist denn nun das Risiko? Dagegen gibt es jedes Jahr 12.000 bis 13.000 Tote im Strassenverkehr.

excluding urban centres, the Red River delta, and the coastal plain areas of central Viet Nam.
Das sind, vom Mekong Delta einmal abgesehen, genau die Gebiete, in denen sich 99 Prozent aller Touristen aufhalten.

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Beitragvon Alex » Dienstag 3. Februar 2009, 21:24

Also langsam ärgert mich diese Diskussion aber...

Noch einmal zur Erinnerung. Nach den offiziellen Zahlen der WHO gab es im Jahre 2006 ca. 70.000 Malariaerkrankungen mit 41 Todesfaellen. Und das bei einer Bevoelkerung von 84 Millionen. Wie hoch ist denn nun das Risiko? Dagegen gibt es jedes Jahr 12.000 bis 13.000 Tote im Strassenverkehr.
Frag' mal Penguin hier im Forum, ob es toll ist, Malaria zu haben. Man stirbt heutzutage als wohlgenährter Europäer nicht mehr daran. Aber es ist ein lebenslanges, sehr unangenehmes, immer wiederkehrendes Souvenir.

Das sind, vom Mekong Delta einmal abgesehen, genau die Gebiete, in denen sich 99 Prozent der Touristen aufhalten.
Ich habe explizit die Regionen angegeben, die als Risikogebiet gekennzeichnet sind. Ob der eine oder andere Tourist/Fragesteller hier oder dort hin will, kann ich nicht prophezeien.

Gruß,
Alex

EDIT: Dir ist schon klar, dass mit "Risiko" das Risiko einer Erkrankung an Malaria gemeint ist und nicht das Risiko des Todes durch Malaria, oder?
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Beitragvon Cathrin » Dienstag 3. Februar 2009, 21:38

Alex hat geschrieben:Es ist ein falscher Schluss, zu glauben, man müsse sich deswegen nicht mehr schützen.

Das habe ich doch auch gar nicht behauptet. Aber doch nicht mit diesen Chemiebomben, die oft mehr Schaden als Nutzen im Koerper anrichten, sondern mit gutem manuellen Mueckenschutz. Die beste Vorbeugung gegen Malaria und Dengue ist, die Muecken erst gar nicht zum Stechen kommen zu lassen.

Ganz offensichtlich gehoerst du zu den Leuten, die immer das letzte Wort haben mussen, auch wenn sie die konkrete Situation vor Ort und das Land ueberhaupt nicht kennen. Hiermit ueberlasse ich dir das letzte Wort und ziehe mich aus dieser sinnlos gewordenen Diskussion zurueck.

Gute Nacht
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Beitragvon gabe » Dienstag 3. Februar 2009, 22:19

Alex hat geschrieben:
ich fahre in drei Wochen nach Vietnam, Kambotscha und auf die Philippinen und habe gerade bemerkt, dass mein Lariam, welches ich noch von früheren Reisen besitze, schon 1 Jahr abgelaufen ist. Jetzt stehe ich natürlich vor der Frage ob ich mir ein neues Präparat kaufen soll oder ob ich mir diese Kosten ersparen kann. Ich glaube insgesamt hat das Medikament eine Haltbarkeit von 3 Jahren, also sind 1 Jahr wohl doch schon relativ viel. Was würdet ihr mir denn raten?
eine andere Frage wäre ob ihr für diese Region nicht lieber Malarone statt Lariam mitnehmen würdet wegen der angeblichen Resistenzen dort. Hat da jemand schon Erfahrung?

Kambodscha, Vietnam (bis auf die nördliche Küste und Hanoi) und die Philippinen sind Risikogebiete, für die Chemoprophylaxe empfohlen wird. Dort gibt es jedoch Mefloquin-Resistenzen, d.h. Lariam sollte man nicht nehmen, sondern Malarone oder Riamet! Ich muss meinen Vorredner also korrigieren. Siehe z.B. http://www.dtg.org/asien.html. Damit solltest Du die Chemoprophylaxe also sowieso nicht mit Lariam machen (sondern Malarone oder Riamet, wie gesagt). Die Frage hat sich also erledigt.
Aber in jedem Fall hätte ich das verfallene Lariam weggeworfen. Das Mittel ist für manche Menschen schon unangenehm genug, da sollte es schon wenigstens noch wirksam sein...

Leider wird Malarone verdammt teuer... für drei Wochen brauchst Du drei Packungen (a 50 Euro). Wie teuer Riamet ist, kann ich nicht sagen.
EDIT: Moment... für wie lange fährst Du dort hin?

Für die drei Länder werden folgende Impfungen für alle Reisenden empfohlen: Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Hepatitis A.

Gruß,
Alex


Sorry, ich habe Lariam und Malarone verwechselt. Du hast selbstverständlich recht.

Das Tropeninstitut Zürich rät für Vietnam: Keine Chemoprophylaxe sondern Riamet oder Malarone zur Notfalltherapie Das ganze gilt für alle Länder in Südostasien mit der Ausnahme der Grenzgregionen in Trat (Kambodscha) & Tak (Myanmar), dort braucht man Malarone zur Chemoprophylaxe.

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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 4. Februar 2009, 04:22

Ganz offensichtlich gehoerst du zu den Leuten, die immer das letzte Wort haben mussen, auch wenn sie die konkrete Situation vor Ort und das Land ueberhaupt nicht kennen.


Das finde ich nun ein sehr unfaires und persönlich beleidigendes Argument, das zudem eigentlich eher Dich als Alex disqualifiziert.

Zitat:
Ein Stand By Mittel ohne vorherige Arztkonsultation einfach zu schlucken, kann lebensgefaehrlich sein.

Eher unwahrscheinlich, solange man sich an die Packungsbeilage hält.


Dank Pisa wissen wir ja, das viele Menschen eine Packungsbeilage gar nicht verstehen. Aber ich glaube ihr zwei redet da aneinander vorbei. Es mag ja sein, dass es nicht gut und gesund ist, Pillen zu schlucken, wenn man am Ende nur eine Erkältung hat. Aber ich möchte hier zu bedenken geben: Erstens schliesst die Mitnahme eines Medikamentes nicht aus, dass man nicht auch zum Arzt gehen kann - und jeder vernünftige Mensch würde dies wohl tun. Zweitens ist es doch auch problematisch, wenn man erkrankt ist und dann kein Medikament hat. Ob nun falsch eingenommene Medikamente oder eine unbehandelte Krankheit tödlicher ist, kann ich nicht beurteilen. Ich tippe aber einmal auf die Krankheit.

Noch einmal zur Erinnerung. Nach den offiziellen Zahlen der WHO gab es im Jahre 2006 ca. 70.000 Malariaerkrankungen mit 41 Todesfaellen. Und das bei einer Bevoelkerung von 84 Millionen. Wie hoch ist denn nun das Risiko? Dagegen gibt es jedes Jahr 12.000 bis 13.000 Tote im Strassenverkehr.


70000 erkrankte Menschen finde ich nun auch nicht gerade wenig. Und wenn wir schon mal beim Vergleich sind: Das sind rund sechs Mal mehr erkrankte Menschen als Tote im Strassenverkehr (wobei ich Deine Zahl ehrlich gesagt kaum glauben kann). All diese Menschen werden jedenfalls sicherlich keine Freude an ihrer Krankheit haben. Und hast du mal untersucht, wie viele der Erkrankten NICHT gestorben sind, weil sie ein Medikament genommen haben? Meiner Meiung spricht deine Argumentation doch eigentlich eher FüR eine Chemiekeule als dagegen.

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Beitragvon Alex » Mittwoch 4. Februar 2009, 11:35

@Sandra: Ich glaube, dass hier folgende Bemerkung noch nicht gefallen ist (das sagen wir immer dazu):
Natürlich sind wir keine medizinische Beratungsstelle. Wir geben hier nur unverbindliche Informationen. Die Konsultation eines Tropenmediziners ist oft empfehlenswert, da der Arzt die Empfehlung auf Deinen körperlichen Zustand beziehen kann.

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Beitragvon weltenerforscher » Mittwoch 4. Februar 2009, 20:16

ok, danke schon mal für die vielen Antworten. Dann werd ich jetzt auf jeden Fall schon mal mein verfallendes Lariam wegwerfen, und mich dann noch entscheiden ob ich Malarone oder noch mal Lariam besorg. Is wohl letztdenendlich bei guter Verträglichkeit von beiden ne Preisfrage, da ich denke dass die Mefloquin- Resistenzen nicht so gravierend sindund wohl doch beide Mittel wirken werden.

Grüsslies ;-)
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Beitragvon Alex » Mittwoch 4. Februar 2009, 20:26

Is wohl letztdenendlich bei guter Verträglichkeit von beiden ne Preisfrage, da ich denke dass die Mefloquin- Resistenzen nicht so gravierend sindund wohl doch beide Mittel wirken werden.
Ähhh... nein... Mefloquin (=Lariam) wird eindeutig nicht empfohlen. Das steht fest. Du müsstest also wenn dann schon Malarone oder Riamet mitnehmen, als Standby wie gesagt.
Und ansonsten solltest Du Dich an einen Arzt wenden.

Gruß,
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Beitragvon weltenerforscher » Mittwoch 4. Februar 2009, 21:07

Hat denn jemand von euch schon Erfahrung mit Riamet gemacht?? Wäre vielleicht eine billigere Alternative zu Malarone.
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Beitragvon gabe » Mittwoch 4. Februar 2009, 22:25

Wie ist das in Vietnam. Bekommt man Riamet oder Malarone nur in Hanoi und Ho Chi Minh City oder auch an anderen Orten? Eine Chemopropylaxe wird ja nicht empfohlen für Vietnam. Wenn man nicht weit von der Stadt weg ist und Riamet oder Malarone relativ schnell besorgen kann braucht man das nicht unbedingt.

Sollte man die Medikamente schon einnehmen wenn ein Verdacht auf Malaria besteht oder nur wenn der Verdacht vom Arzt bestätigt wurde?

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