Höhenkrankheit (insb. Cuzco)

Wir wollen hier zwar eine wirkliche medizinische Beratung nicht ersetzen, aber hier kann man sich zu gesundheitlichen Problem äussern

Höhenkrankheit (insb. Cuzco)

Beitragvon Annemariechen25 » Montag 25. August 2008, 17:52

Hallihallo....

so hätte da noch eine kleine Frage zur Höhenkrankheit.
Wir landen am Mo in Lima und fliegen Di morgens direkt nach Cusco. Dort möchten wir uns dann ein paar Tage an die Höhe gewöhnen.

Man sollte sich zwar pö apö an die Höhe gewöhnen ( 2000 auf 3000 etc), leider ging das von unserer Tourplanung nicht anders, dass wir direkt auf 3000 meter höhe landen.

Hat jemand Erfahrung damit? wie lange braucht man um sich an die Höhe zu gewöhnen?

Danke schön!
Liebe Grüße
anne
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Beitragvon Alex » Montag 25. August 2008, 21:45

Das ist leider ein übliches Problem. Manche spüren gar nichts, manche bekommen aber auch Probleme (von Kopfschmerzen bis Sehstörungen).
Guter Gesundheit und Fitness zu sein bedeutet auch nicht, dass man deswegen weniger anfällig für die Höhenkrankheit ist.

Im Prinzip kann man nur abwarten, wie eure Körper reagieren. Auf jeden Fall viel Wasser trinken (4-6 Liter, auch wenn man nicht durstig ist), kein Alkohol.

Gruß,
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Beitragvon Pantitlan » Dienstag 26. August 2008, 03:13

Cusco liegt ja nicht soo wahnsinnig hoch. Das ist etwa 3400 Meter. Machu Pichu sogar ein bisschen tiefer. Wenn ihr Euch ein paar ruhige Tage gebt am Anfang sollte das nicht so schlimm sein.

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Beitragvon Rastlos » Dienstag 26. August 2008, 15:43

Pantitlan hat geschrieben:Cusco liegt ja nicht soo wahnsinnig hoch. Das ist etwa 3400 Meter.

Die Höhe reicht aber allemal, um so manchen für ein paar Tage lahm zu legen :lol:

Alex hat das wichtigste eigentlich schon gesagt und auch der Tipp von Pantitlan ist Gold wert (keine übermäßige Anstrengung in den ersten paar Tagen). Wenn Ihr Euch daran haltet, dann bleibt Ihr hoffentlich von der Höhenkrankheit verschont - eine Garantie gibt es allerdings nicht.

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Beitragvon stephan » Dienstag 26. August 2008, 18:15

Ab 3000 Meter wirds schon knifflig, wenn man ungeübt UND empfindlich ist. Im "Normalfall" (keine Gebrechen, durchschnittlich jung/alt) merkt man fast nichts, wenn man sich kaum (oder nur waagrecht) bewegt. Aber wehe, man strengt sich an oder muss bergauf gehen. Das ist nicht zu unterschätzen.

Das hat übrigens kaum mit körperlicher Fitness im herkömmlichen Sinn zu tun. Die Vorsichts-/Gewöhnungsmaßnahmen gelten für einen Marathonläufer genauso.
Und OB man "empfindlich" auf Höhe reagiert, merkt man erst, wenn man oben ist. :D
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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 27. August 2008, 02:49

Dass die Luft dünner ist, merken alle. Man kommt schneller aus der Puste. Aber das ist ja noch nicht die Höhenkrankheit.

Die akute Höhenkrankheit (im Englischen als Altitude sickness oder acute mountain sickness oder abgek. AMS bezeichnet) ist ein Symptomkomplex, der etwa 6-12 Stunden nach Aufstieg in Höhen von meist über 2500 m auftritt und unbehandelt bis zum Tod führen kann.

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Beitragvon Alex » Mittwoch 27. August 2008, 09:36

Ab 3000 Meter wirds schon knifflig, wenn man ungeübt UND empfindlich ist. Im "Normalfall" (keine Gebrechen, durchschnittlich jung/alt) merkt man fast nichts, wenn man sich kaum (oder nur waagrecht) bewegt. Aber wehe, man strengt sich an oder muss bergauf gehen. Das ist nicht zu unterschätzen.

Das hat übrigens kaum mit körperlicher Fitness im herkömmlichen Sinn zu tun. Die Vorsichts-/Gewöhnungsmaßnahmen gelten für einen Marathonläufer genauso.
Und OB man "empfindlich" auf Höhe reagiert, merkt man erst, wenn man oben ist.

Ja... ich glaube auch, dass Stephan da verschiedene Dinge vermischt. Er redet von Kurzatmigkeit, hier geht es aber um die Höhenkrankheit!

Gruß,
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Beitragvon stephan » Mittwoch 27. August 2008, 18:36

Ich vermische nichts, tschuldigung, wenn das so rüberkommt. Die "Kurzatmigkeit" ist eines der Alarmzeichen.

Meinen ersten Ätna-Aufstieg damals musste ich 100 Meter unterm Gipfel abbrechen, weil bei meinem Begleiter zur Kurzatmigkeit die anderen Symptome dazukamen (Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen).
Das Ohrensausen kennt auch meine Frau seit unserem letzten Aufstieg.

Es ist ratsam und am gesündesten, bei Auftreten der Kurzatmigkeit hellwach zu sein und sich kritisch zu beobachten.
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Beitragvon Alex » Mittwoch 27. August 2008, 19:08

Kurzatmigkeit ist ganz sicher kein "Alarmzeichen", da man durch die dünnere Luft automatisch kurzatmiger wird (besonders wenn man nicht so fit ist). Das heißt erstmal gar nichts.

Meinen ersten Ätna-Aufstieg damals musste ich 100 Meter unterm Gipfel abbrechen, weil bei meinem Begleiter zur Kurzatmigkeit die anderen Symptome dazukamen (Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen).
Das Ohrensausen kennt auch meine Frau seit unserem letzten Aufstieg.
Tatsächlich? :-)
Ohne euch zu nahe treten zu wollen... aber das klingt eher nach mangelnder Fitness. Schon bei kurzzeitigem Aufenthalt in nur 3000m (ihr seid ja bergauf gewandert) die Höhenkrankheit zu bekommen, ist doch sehr früh. Aber gut... das Ohrensausen wäre natürlich ein Symptom.

Das Problem von Cuzco ist aber ein viel größeres, weil man schon auf 3400m landet und dort auch verbleibt.

Gruß,
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Beitragvon stephan » Mittwoch 27. August 2008, 19:32

Alex hat geschrieben:Kurzatmigkeit ist ganz sicher kein "Alarmzeichen", da man durch die dünnere Luft automatisch kurzatmiger wird (besonders wenn man nicht so fit ist). Das heißt erstmal gar nichts.


Wenn der relativ ungeübte 08/15-Bergwanderer (zu denen ich mich, aber auch die TO zähle) diese schon ignoriert, halte ich das für gefährlich.

Tatsächlich? :-)
Ohne euch zu nahe treten zu wollen... aber das klingt eher nach mangelnder Fitness.

Aber du weißt es nicht, oder?

Schon bei kurzzeitigem Aufenthalt in nur 3000m (ihr seid ja bergauf gewandert) die Höhenkrankheit zu bekommen, ist doch sehr früh. Aber gut... das Ohrensausen wäre natürlich ein Symptom.

Ich finde deine Aussagen, die du hier lesbar für alle "Anfänger/ungeübte" schreibst, sehr grenzwertig. Unterm Strich ist deine Aussage doch:
Kopfschmerzen, Ohrensausen, Kurzatmigkeit, 1 Tag auf über 3000 Meter macht überhaupt nichts, alles kein Problem und keine Symptome für Höhenkrankheit. Einfach weiterlaufen!
Die medizinische Literatur, und vermutlich auch die seriöse Bergsteigerliteratur, sagen da was anderes.

Irgendwie steht das in starkem Kontrast zu deinem ersten Beitrag hier im Thread, den ich der potentiellen Gefahren als angemessen und gut erachte.
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Beitragvon Alex » Mittwoch 27. August 2008, 19:50

Vielleicht definieren wir "Kurzatmigkeit" einfach unterschiedlich. Aber Kurzatmigkeit ist per se erstmal eine natürliche Folge der dünnen Luft in größeren Höhen. Das muss in diesem Sinne erstmal kein Anzeichen wirklicher Höhenkrankheit (in problematischem Ausmaße) sein. Daher braucht man sich auch nicht schon wegen Kurzatmigkeit Sorgen um die eigene Gesundheit machen.

Ich bin tastsächlich sehr dafür, Symptome Ernst zu nehmen. Ohrensausen und Kopfschmerzen würde ich schon ernst nehmen. Aber Panik würde ich deswegen nicht schieben, wenn ich doch sowieso gleich wieder absteige. Gerade auch wenn es nur um eine Höhe von 3000 Metern geht...


Ich finde deine Aussagen, die du hier lesbar für alle "Anfänger/ungeübte" schreibst, sehr grenzwertig. Unterm Strich ist deine Aussage doch:
Kopfschmerzen, Ohrensausen, Kurzatmigkeit, 1 Tag auf über 3000 Meter macht überhaupt nichts, alles kein Problem und keine Symptome für Höhenkrankheit. Einfach weiterlaufen!
Die medizinische Literatur, und vermutlich auch die seriöse Bergsteigerliteratur, sagen da was anderes.

So habe ich das nicht gesagt. Bei Kopfschmerzen und Ohrensausen sollte man sich schon überlegen, ob man weiter bergan läuft. Ich würde das aber nicht gleich der Höhenkrankheit zuschreiben, wenn es nur um eine Höhe von 3200 Metern (und das war ja nur der höchste Punkt) geht. Man steigt auf und direkt wieder ab. Wieso "1 Tag"? Man bleibt ja nicht den ganzen Tag auf 3000m. Echte Komplikationen der Höhenkrankheit sind da eher unwahrscheinlich.

Gruß,
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Beitragvon stephan » Mittwoch 27. August 2008, 20:59

So kann ich dir zustimmen, natürlich ist alleine das kurzatmigsein nicht zwingend ein Todesurteil. :D

Das mit dem "1 Tag" bezog sich auf dein
Schon bei kurzzeitigem Aufenthalt in nur 3000m (ihr seid ja bergauf gewandert) die Höhenkrankheit zu bekommen, ist doch sehr früh

Ich bin kein Arzt und lasse mich gerne belehren, aber mich würde überraschen, wenn bei 1-tägigem Aufenthalt keine Höhenkrankheit auftreten könnte.
wenn es nur um eine Höhe von 3200 Metern (und das war ja nur der höchste Punkt) geht. Man steigt auf und direkt wieder ab. Wieso "1 Tag"? Man bleibt ja nicht den ganzen Tag auf 3000m.

OK, definiere "Tag"...:D wir wahren zum Beispiel keine 24 Stunden dort oben, aber schon um die 8-10 Stunden um die 3000 Meter, und das auch mal an 2 tagen hintereinander. Da steigt man nicht einfach hoch, rammt sein Kreuz in die Asche und geht wieder runter, das wäre dort Frevel :lol: . Da gibt es so viel zu sehen, wenn man sich für Geologie interessiert.
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Beitragvon Alex » Mittwoch 27. August 2008, 22:28

Na gut... wie auch immer. Trotz allem klingt es für mich eher nach Anzeichen von Überanstrengung. Allerdings stimme ich Dir zu, dass man allen körperlichen Warnzeichen ausreichend Ausmerksamkeit schenken sollte.

Die akute Höhenkrankheit (im Englischen als Altitude sickness oder acute mountain sickness oder abgek. AMS bezeichnet) ist ein Symptomkomplex, der etwa 6-12 Stunden nach Aufstieg in Höhen von meist über 2500 m auftritt und unbehandelt bis zum Tod führen kann.
http://de.wikipedia.org/wiki/Akute_H%C3%B6henkrankheit


Die Empfehlungen zum Thema Höhenkrankheit beziehen sich fast ausschließlich auf längere Aufenthalte in größeren Höhen und nicht auf Tagestouren mit anschließender Rückkehr in geringer Höhe.

Prävention

Vor der Höhenkrankheit kann man sich schützen. Die einfachste und sicherste Prophylaxe ist ein langsamer Aufstieg. Allerdings wird dies von den wenigsten Bergwanderern in die Tat umgesetzt, schreibt das Auswärtige Amt. Dabei sind die Regeln einfach. In Höhen über 2500 Meter sollte man pro Tag maximal 300 bis 500 Höhenmeter überwinden, über 3000 Meter maximal 250 bis 300 Meter (jeweils gerechnet vom Schlafplatz). Während des Tages ist ein Aufstieg in höhere Lagen unbedenklich, wenn am Abend die Höhe des Schlafplatzes entsprechend niedriger gewählt wird.
http://www.bergsteigen.at/de/bericht.aspx?ID=92

Siehe auch: http://dgk.de/gesundheit/fitness-sport/hoehenkrankheit.html

Gruß,
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Beitragvon Rastlos » Donnerstag 28. August 2008, 09:50

Alex hat geschrieben:Allerdings stimme ich Dir zu, dass man allen körperlichen Warnzeichen ausreichend Ausmerksamkeit schenken sollte.

Die Empfehlungen zum Thema Höhenkrankheit beziehen sich fast ausschließlich auf längere Aufenthalte in größeren Höhen und nicht auf Tagestouren mit anschließender Rückkehr in geringer Höhe.

Ihr sagt im Grunde genommen beide das gleiche :D

Meine Meinung dazu:

1. Ja, bei JEDEM Anzeichen (und da zählt auch schon "Kurzatmigkeit", Erschöpfungsgefühl etc. dazu) sollte man aufmerksam auf seinen Körper hören und bei Zunahme der Beschwerden auf jeden Fall wieder absteigen.
Natürlich führt generell dünnere Luft zu Kurzatmigkeit bzw. Konditionsproblemen und man muss selbst als geübter Wanderer viel öfter Pause machen (unter Umständen sogar alle paar Schritte). Jedoch kann man dieses Gefühl eigentlich sehr gut von Atembeschwerden im Zuge der Höhenkrankheit unterscheiden. Übetreibt man jedoch die Anstrengungen selbst bei einer "normalen" Kurzatmigkeit, kann dies zu ernsthaften konditionellen und auch körperlichen Problemen führen. Wer will schon total erschöpft und ausgelaugt auf 4.000 m liegen bleiben :wink:

2. Anzeichen der Höhenkrankheit können schon nach sehr kurzer Zeit auftreten (wenigen Stunden). Ingnoriert man diese und fährt mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten fort, dann kann dies zu schweren Folgen führen (sogar bis zum Tod).

3. Auch ein Aufenthalt von mehreren Tagen in gewisser Höhe ist keine Garantie dafür, dass sich die Höhenkrankheit legt. Unter Umständen liegt man für die gesamte Zeit flach und erholt sich dann in windeseile, wenn man in tiefere Regionen kommt.

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