Visum abgelehnt wegen Fleck im Pass

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Visum abgelehnt wegen Fleck im Pass

Beitragvon flowtrav » Samstag 19. Juli 2008, 01:21

hallo ihr,

ich habe ein visum für einen Monat Aufenthalt in Russland beantragt.
Wir haben schon alles gebucht gehabt, reise, aufenthalt etc.
unsere reise ist sehr spontan entstanden und deshalb hab ich erst heute am Abreisetag das visum abholen können.

Ein sehr unangenehm und unfreundlicher Mitarbeiter erklärte mir dann, dass es eine Unverschämtheit von mir ist, mir zu trauen einen solchen Pass vorzulegen, und das mein Pass und ich eine "zutiefste verachtung und beleidigung der russischen Behörden ist" und deswegen mein Visum abgelehnt wurde.

Konkret: mein pass ist mir einmal runtergefallen und ein wenig nass geworden, worauf hin er sich auf einer seite etwas verfärbt hat. jedoch ist alles noch gut leserlich.

Kann es angehen, dass wegen einen solchen schwachsinnigen Grund mir meine Einreise und somit mein Urlaub versaut werden darf. kann es angehen, das ein einzelner Mensch in einem Amt das recht hat wegen unsympathie mich des Landes zu verweisen. ???

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht??
was denkt ihr davon??
hat jemand eine idee was ich dagegen machen kann. Mein Urlaub ist so oder so ins Wasser gefallen aber ich würde gerne rechtlich dagegen vorgehen, oder jedenfalls das in der Presse groß machen. hat jemand kontakte oder ideen wie ich das geschickt anstellen könnte???
bitte helft mir
thomas
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Beitragvon Pantitlan » Samstag 19. Juli 2008, 05:11

Die Regeln, nach welchen Visa abgelehnt werden oder nicht, sind im russischen Recht. Du müsstest Dich also mit einem russischen Anwalt zusammenschliessen. Ich denke allerdings, dass das vermutlich nicht so leicht ist, hier etwas zu erreichen. Ich kann mir vorstellen (weiss es aber nicht), dass es so eine Klausel gibt, wonach die Botschaften das Recht haben, das Visum sogar ohne Angabe von Gründen zu verweigern. Aergerlich ist und bleibt die Sache trotzdem. Und Russland hat dadurch natürlich auch einen Imageschaden als Reiseland. Solche Sachen sprechen sich rum, wenn sie häufiger passieren. Vor allem auch in Internetforen wie diesem, wo sich Reisende auch gerne informieren.

Presse ist vermutlich nicht ganz leicht. Ich wüsste auf Anhieb kein Magazin oder Blatt, welches sich für solche Geschichten interessiert. Vielleicht wenn sich mehr Leute mit solchen Erfahrungen finden, dann wäre es etwas für ein Reisemagazin. Oder halt in zwei Jahren, wenn die Winterspiele in Russland sind. Dann werden die Medien vermutlich jeden Schnippsel nehmen, um Russland zu zerreissen...

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Beitragvon Michael18 » Samstag 19. Juli 2008, 17:44

Mein Beileid, das ist ja echt ärgerlich. Ich hoffe das mir sowas nie passiert .. da fühlt man sich irgendwie der Willkür ausgesetzt. Hattest du denn wenigstens eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen? Dass du zumindest die Kosten wieder reinholen kannst?
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Beitragvon zurken » Samstag 19. Juli 2008, 22:40

Mir wurde schon mehrmals von Visa-Diensten gesagt, dass jedes Land Visaanträge ohne Angabe von Gründen ablehnen kann. Ich empfehle, neuen Pass machen lassen und nochmal versuchen.

Ich würde übrigens nie eine Reise buchen, ohne vorher das Visum in der Tasche zu haben - bzw. wenn man die bucht, werden die Visa doch vom Veranstalter besorgt, wieso nicht bei dir?
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Beitragvon stephan » Sonntag 20. Juli 2008, 09:29

Das Problem ist, dass du beim Visaantrag für Russland das genaue Datum der Ein- und Ausreise sowie theoretisch auch dein Hotel (sogenannte "touristische Referenz") angeben musst. Für mich hat das was von Zockerei. :lol:

Letztere kann man aber bei der Visum-Centrale
http://www.visum-centrale.de/

gleich mitbestellen. Für mich vom Prinzip her irgendwie dubios, aber nichts anderes erwarte ich von Russland.
Bleibt nur noch der Nervenkitzel beim Flug: gibt es den noch, wenn ich mein Visum nach 4 Wochen endlich erhalte? :twisted:
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Beitragvon zurken » Sonntag 20. Juli 2008, 21:21

machen leider auch alle Ex-Sowjet-Republiken so: das Datum der Ein- und Ausreise muss man vorher festlegen. Man kann natürlich später einreisen, aber dann verkürzt sich halt entsprechend der Aufenthalt. Da ich über Land anreise, muss ich schon hier die ganze Tour im voraus planen. Letztes Jahr haben wir mal ausprobiert, die Visa unterwegs zu besorgen, mache ich nicht nochmal, sehr nervig!
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Re: Visum abgelehnt wegen Fleck im Pass

Beitragvon abacus » Dienstag 22. Juli 2008, 09:14

flowtrav hat geschrieben:unsere reise ist sehr spontan entstanden

keine Gute Voraussetzung für eine Reise in den Osten

flowtrav hat geschrieben:Kann es angehen, dass wegen einen solchen schwachsinnigen Grund mir meine Einreise und somit mein Urlaub versaut werden darf.

Ja!

flowtrav hat geschrieben:kann es angehen, das ein einzelner Mensch in einem Amt das recht hat wegen unsympathie mich des Landes zu verweisen. ???

Er hat dich nicht verwiesen, er hat dich nur nicht reingelassen. UNd ja, er hat dieses Recht.

flowtrav hat geschrieben:Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht??

Nein

flowtrav hat geschrieben:was denkt ihr davon??

Du meinst wohl, du hättest irgendwelche Rechte oder Ansprüche in Russland? Wie kommst du zu dieser Annahme? Vielleicht wollen die einfach keine Leute, die meinen sie hätten auf etwas ein Anrecht und die dann rumstänkern. Warum sollten sie dir ein Visum erteilen?

flowtrav hat geschrieben:hat jemand eine idee was ich dagegen machen kann.

Immer ganz lieb zu den Beamten sein :)
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Beitragvon Pantitlan » Dienstag 22. Juli 2008, 09:40

flowtrav hat folgendes geschrieben:
was denkt ihr davon??

Du meinst wohl, du hättest irgendwelche Rechte oder Ansprüche in Russland? Wie kommst du zu dieser Annahme? Vielleicht wollen die einfach keine Leute, die meinen sie hätten auf etwas ein Anrecht und die dann rumstänkern. Warum sollten sie dir ein Visum erteilen?


Nun gut, so einfach ist es nun auch wieder nicht. Die Visavergabe sollte schon nicht blosse Willkür sein. Nicht nur, weil das letztlich dem Reiseland Russland schadet, sondern auch weil das den Prinzipien einer Rechtsstaatlichkeit widerspricht. Wer den Bedingungen entspricht, sollte das Visum auch bekommen. Das ist gewissermassen ein moralischer Imperativ, der meiner Meinung auch dann gelten sollte, wenn gewisse Länder ihre Willkür hinter dem Recht verstecken versuchen.

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Beitragvon abacus » Dienstag 22. Juli 2008, 16:44

Russland - Reiseland - Rechtsstaat?

Russland hat kein Interesse an Touristen, die stellen nur blöde Fragen oder wollen hinter die Kulissen schauen. Ein Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus nicht.

An Rechtstaatlichkeit hat keiner was verdient, ergo keiner Interesse. Das sagt man zwar nicht ganz so offen, aber genau deshalb hat man Angst davor, dass Touries genauer hinschauen.

Also macht man es ihnen so schwer/teuer wie möglich: Einladung, extra Krankenversicherung, Visum, Registrierung, Riesengeschiss bei Einfuhr mit eigenem Fahrzeug. Das hält die meisten komplett ab oder sie reisen zumindest in einer leichter zu kontrollierenden Gruppe.

Außerdem hats ein Russe auch nicht so leicht ein Visum für den Westen zu bekommen, also spielt hier der Nationalstolz mit, weshalb sollte es dann für den Wessi einfacher sein.

Pantitlan hat geschrieben:Die Visavergabe sollte schon nicht blosse Willkür sein ... moralischer Imperativ

sollte - aber so schön heile ist die Welt nicht. Obs überhaupt eine Übersetzung für "moralischer Imperativ" ins russische gibt bezweifle ich, und wenn doch, dann weis garantiert kein Beamter was das bedeutet.

Als Antragsteller bist du der Bittsteller. Auf Knieen verneigst du dich vor dem Konsul, du willst was von ihm, was nur er dir geben kann. Ist er gnädig, bekommst du ein Visum. Aber manchmal muss er sich selbst einfach seine Macht demonstrieren, und einfach so aus der Laune heraus wird ein Antrag abgelehnt. Für den Konsul ist das ein herrliches Gefühl der Macht, das er so lange geniest, bis ihm zu Hause seine Frau wie der das Nudelholz überhaut.

Und genauso agiert jeder Zöllner oder Polizist ... je nach Laune, da hilft nur ergebener Sanftmut, alles andere ist kontraproduktiv.

Grüße
sven
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Beitragvon Pantitlan » Dienstag 22. Juli 2008, 17:04

abacus hat geschrieben: Ein Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus nicht.


Hätte aber Potential, ein Wirtschaftsfaktor zu werden. Aber du hast natürlich schon recht, mit dem was du sagst. Nicht ohne Grund habe ich den "moralischen Imperativ" in einen Konjunktivsatz gestellt... :)

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Beitragvon abacus » Mittwoch 23. Juli 2008, 09:11

Pantitlan hat geschrieben:Hätte aber Potential, ein Wirtschaftsfaktor zu werden.


manche Regionen zweifellos (z.B. Schwarzmeerküste/Kaukasus, goldener Ring), aber die Förderung von Öl und Gas ist wesentlich ergiebiger und macht weniger Aufsehens im Land ... schon klar, dass da auch mal ne Pipeline nicht ganz dicht ist und bissl Öl rausleckt, aber das stört nicht, solange nicht so ein blöder Touri ein Bild macht und es dann zu Hause veröffentlicht ... somit bleibt von offizieller Seite aus das Interesse am Tourismus, inbesondere am Individualtourismus, sehr beschränkt.

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Beitragvon zurken » Mittwoch 23. Juli 2008, 14:07

abacus: du sagst es wie es ist, ich wollte es ihm, dem Fragesteller, nicht so sagen, weil ich dachte, hat eh keinen Sinn, der läuft trotzdem zum Rechtsanwalt, und der wird ihm schon sagen, was Sache ist :D
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Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 23. Juli 2008, 14:34

muss man eigentlich ein abgelehntes Visum bezahlen?

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Beitragvon zurken » Mittwoch 23. Juli 2008, 22:15

Die dt. Botschaft in Bishkek hat das z.B. so gemacht mit meiner Freundin: bei Antragsabgabe kassiert und gleich dabei gesagt, dass sie bei Nichterteilung nix zurück kriegt. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, habe ich meine Visa vorher bezahlt oder erst bei Abholung?
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Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 24. Juli 2008, 05:34

Das ist dann ja die ideale Lösung: Man hat die Visagebühren, aber nicht die nervenden Touris...

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Beitragvon Leftwing » Donnerstag 24. Juli 2008, 10:04

Ich nehme mal an es gibt das Geld nciht zurück, ist ja eine Bearbeitungsgebühr und der Antrag wird bearbeitet ob man nun das Visum bekommt oder nicht.

Finde es auch ziemlich nervtötend wenn ein Visum aus solchen kleinlichen Grübnden nicht bewilligt wird, alle die zutreffenden Erklärungsversuche hin oder her. Es ist aber richtig dass unsere Behörden da keineswegs besser und logischer sind.

Beispiel: eine Kollegin hat einen Marrokanischen Freundund hat ein Jahr in Marokko gelebt. Nun ist sie in der Schweiz und will ihm natürlich mal alles hier zeigen. Er bekommt aber kein Visum für die Schweiz "wegen Heiratsgefahr" - er würde aber ein Heiratsvisum bekommen. No comment...
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Beitragvon zurken » Donnerstag 24. Juli 2008, 14:40

Aber ein Heiratsvisum kann auch abgelehnt werden: Verdacht auf Scheinehe. In dem Fall hat ein türkischer Kollege die Frau (aus Dagistan!) geschwängert, dann musste die Botschaft das Visum erteilen. Das heißt, das war der einzige Grund, warum die ein Kind in die Welt gesetzt haben.
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Beitragvon Leftwing » Donnerstag 24. Juli 2008, 17:38

Ja sicher kann ein Heiratsvisum abgelehnt werdem, der Irrwitz in dem Fall ist aber, dass ein normales Visum nicht ausgestellt wird wegen Heiratsgefahr...ist ja ein Scherz...
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Beitragvon zurken » Donnerstag 24. Juli 2008, 23:08

war in meinem Fall wahrscheinlich auch der Grund, warum meine kirgisische Freundin kein Visum bekommen hat, dummerweise ist kurz vorher ihr Mann gestorben, da lag der Verdacht nahe, dass sie nun mich heiraten und in Deutschland bleiben will. Sie sollte aber echt nur für einen Besuch herkommen, aber wie soll die Botschaft das wissen?
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Beitragvon abacus » Freitag 25. Juli 2008, 12:33

zurken hat geschrieben:aber wie soll die Botschaft das wissen?


:lol: vielleicht haben sie deinem Blogg das Kapitel über Usbekistan gelesen :lol:
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Beitragvon zurken » Freitag 25. Juli 2008, 20:23

genau an sowas hatte ich auch gedacht, nämlich dass die nach so Personen, die eine Einladung dahin schicken, einfach mal googlen, in meinem Fall hätten sie dann alles erfahren, samt "künstlerischen" Fotos von ihr, der Visa-Antragstellerin :D
Man hat sie ja auch gefragt, ob sie Sex mit mir habe, sie hat gesagt, nee, der wär ihr zu alt dafür, auch das hätten sie im Internet nachlesen können....
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Beitragvon Monrise » Freitag 29. August 2008, 20:32

Die Ablehnung eines Visa ohne Angabe von Gründen ist nicht so ungewöhnlich, das deutsche Recht sieht das für die deutschen Botschaften im Ausland ebenfalls so vor.

www.reiseberichte-mongolei.de - Reiseberichte aus 22 Jahren Mongolei"erfahrung"
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