Weltreiseforum Foren-Übersicht
Weltreiseforum Foren-Übersicht Login Registrieren FAQ Mitgliederliste Suchen

Weltreiseforum Foren-Übersicht » Reisephilosophie, Smalltalk und Gott und die Welt » Interkulturelle Ehen halten länger - dank rassist. Gesetze
Neues Thema eröffnen  Neue Antwort erstellen Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Interkulturelle Ehen halten länger - dank rassist. Gesetze
BeitragVerfasst am: Di 03. Jul. 2007; 23:00 Antworten mit Zitat
Pantitlan
Site Admin
Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 4212
Wohnort: Beijing (Basel)




Ich habe gerade gelesen, dass interkulturelle Ehen im Schnitt etwa drei Jahre länger halten als Ehen zwischen Schweizern. Das stand in der Migros-Zeitung von dieser Woche. Nicht stand aber, wieso das so ist. Was vermutet ihr da? Ich könnte mir vorstellen, dass Leute, die so viel (ihr eigenes Land) aufgegen haben sich in einer Krise auch mehr Mühe geben. Dazu kommen wohl auch noch die Schweizer Rassistengesetze, die sogar noch verschärft werden soll. Zur Zeit ist gerade eine Debatte, ob die Verjährung von "Scheinehe" von 5 auf 7 Jahre verlängert wird, zudem müssen Ehepaare aus unterschiedlichen Ländern neu zwingend zusammenleben, Schweizer Paare allerdings nicht. Dies alles unter dem "Kampf gegen Scheinehen".

Meiner Meinung nach geht es allerdings niemanden was an, ob ich mit meiner Frau in einer Wohnung lebe oder in zwei verschiedenen. Und was ist wenn ich ein Ferienhaus habe und dort regelmässig alleine zum Angeln gehe? Muss ich dann fürchten, dass meine Frau ausgewiesen wird? Und diese Verjährung: Momentan muss ein Paar fünf Jahre verheiratet sein, bis der Partner den Pass bekommen kann. Scheiden sie sich, muss der Partner auch dann fürchten, das Staatsbürgerrecht aberkannt zu bekommen und ausgewiesen zu werden, wenn sie sich neu bis zu 12 Jahren nach der Eheschliessung scheiden. Aber wer einmal so lange in einem Land gelebt hast, ist dort zu Hause, egal ob die Ehe tatsächlich zum Schein geführt wurde oder nicht. Und lässt es sich mit den Vorstellungen von Menschenrechten verbinden, dass sich ein Paar nur unter Androhung von weitreichenden Sanktionen trennen darf?

Ich finde das eine grosse Schweinerei, wie hier unter dem Deckmantel von Scheinehe eine beschämende ausländerfeindliche Politik betrieben wird.

_________________
www.zipr.ch/oliboli
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 06:44 Antworten mit Zitat
Fabyian
Traveller
Anmeldungsdatum: 27.08.2005
Beiträge: 74
Wohnort: Beijing




Ich wollte hier schon einen Thread mit dem Namen "Visum fuer Deutschland" im China Forum posten, aber ich finde, mein Beitrag passt auch hier gut hin.

Da wird ja noch einiges auf uns zukommen. Die Gesetze in der Schweiz unterscheiden sich diesbezueglich bestimmt nicht so gravierend von den deutschen. Ich werde mit meiner Frau bald das erste Mal nach Deutschland reisen. Wir sind zwar verheiratet und das ist auch anerkannt, aber da ich keinen Wohnsitz in Deutschland habe, gilt das Familienzusammenfuehrungsrecht nicht und meine Frau braucht ein Touristenvisum. Dafuer noetig sind u.a. eine Auslandskrankenversicherung, ein Rueckflugticket und Nachweis von finanziellen Sicherheiten. Zusaetzlich ist eine Einladung, bzw eine Buergschaft aus Deutschland erforderlich. Ich finde das eine Frechheit. Unter gewissen Umstaenden koennen zwar Ausnahmen gemacht werden, so wohl auch in unserem Fall, aber es bleibt weiterhin reichlich schikanierender Papierkram. Was soll das alles? Wir, mit unseren europaeischen Paessen, kommen fast ueberall unbehelligt hin, aber wenn die mal zu uns wollen, dann gibt's gnadenlos Beschraenkungen.

Bin ja zuversichtlich, dass sich das mal aendern wird... oder wird auch die Reisefreiheit im Rahmen globaler Sicherheit still und leise beschnitten?

Fragt sich

Fabian

der das mal loswerden wollte, auch wenn es gar keine Antwort auf Pantitlans Beitrag ist... Rolling Eyes Laughing

_________________
Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um etwas Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 09:06 Antworten mit Zitat
Pantitlan
Site Admin
Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 4212
Wohnort: Beijing (Basel)




Naja, ich habe während meines Beitrags ja auch das Thema gewechselt... Smile

Das klingt echt noch recht erschreckend, was du da schreibst. Kannst denn nicht einfach du voran gehen und wieder Wohnsitz in Deutschland nehmen und deine Frau kommt einfach ein paar Wochen später nach? Spielt ja keine Rolle, wenn ihr ein bisschen weniger zusammensein könnt, wegen der Freuden der Bürokratie - schliesslich habt ihr ja auch drei Jahre länger Zeit, bis ihr euch scheidet! Hm...

Ich denke, die Reisefreiheit wird nicht eingeschränkt, nur die Bewegungsfreiheit. Das ist etwa so wie in Nordkorea: Wer genügend Devisen ins Land bringt, darf es sich anschauen, aber wehe man spricht mit einem Einheimischen. Bei uns ist das Prinzip ein bisschen ähnlich: Das Geld von den Touristen möchten wir schon gerne nehmen, aber wehe sie nehmen uns die wundervollen Arbeitsplätze weg, die sowieso keiner will.

Das betrifft aber nicht nur die Schweiz und Europa, sondern ist auch in vielen anderen Ländern so: USA oder Australien riegeln auch ab. Thailand verschärft andauernd die Visasituation, damit Touristen bleiben können, möglichst nicht aber dort arbeiten. Dabei denke ich, dass man hier durchaus weltweit ein bisschen offener sein könnte. Ich bin mir nämlich sicher, dass es genügend Schweizer und Europäer gibt, die viel lieber im Ausland arbeiten würden als hier auch wenn der Lohn (und notabena auch die Lebenshaltungskosten) etwas niedriger sind.

_________________
www.zipr.ch/oliboli
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 15:00 Antworten mit Zitat
cora
Touristenfallenentschärfer
Anmeldungsdatum: 01.02.2007
Beiträge: 131
Wohnort: Luzern




Ich hab den Artikel auch gelesen und es erstaunte mich schon ein bisschen dass die Scheidungsrate bei binationalen Paaren tiefer liegt als bei Schweizer Paaren.

Mein Mann ist auch Ausländer und wir erlebten/erleben auch immer wieder so "Sachen" mit den Behörden wo wir drauf verzichten könnten Rolling Eyes Was mich einfach aufregt ist dass es EU Bürger relativ leicht haben im Vergleich zu aussereuropäischen Ausländern.

Ich weiss auch dass es viele Scheinehen und Kriminelle gibt und bin auch absolut dafür dass man da den Riegel vorschiebt. Nur leider trifft es oft die falschen die kontrolliert werden und den wahren "Tätern" geschieht nichts.

Das reisen ist auch schwierig, mein Mann braucht für jedes Land ein Visum und das braucht immer viel Zeit und nerven bis es dann endlich klappt, oder auch nicht Crying or Very sad

Aber ich denke mich jedes Paar hat so seine Probleme, wir haben dafür andere Probleme nicht die andere Paare haben.

_________________
Kein Ereignis ist vollkommen, erst die Erinnerung macht es dazu.
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 16:15 Antworten mit Zitat
Fabyian
Traveller
Anmeldungsdatum: 27.08.2005
Beiträge: 74
Wohnort: Beijing




Ja Pantitlan, vorfliegen und einen Wohnsitz melden waere eine Moeglichkeit, aber diesesmal wollen wir ja gar nicht in Berlin bleiben, sondern nach ein paar Wochen weiter nach Peking fliegen und dann erstmal da wohnen. Ein kleines Problem ist halt, dass wir schon einen Sonderfall bieten. Bei der Botschaft in Chile kennen die sich mit deutsch-chinesischen Paaren nicht so aus. Wir haben dort und bei der Deutschen Botschaft in China schon sehr unterschiedliche Informationen gekriegt. Und das nervt am meisten. Warum koennen zustaendige Behoerden einem nicht klipp und klar sagen, was man braucht? Aber nein, man muss doch immer nochmal hin und dieses noch und jenes noch... Ich weiss ja, wir werden nach Deutschland kommen, nur der Weg ist ebend aus Papier. Aber um ehrlich zu sein: das gehoert halt zu den Reisevorbereitungen dazu und ist ja irgendwie auch spannend.
Ungerecht finde ich nur, dass ich fuer zB China ohne weiteres ein Visum kriege. Da prueft keiner meinen finanziellen Status, mein Privatleben und meinen Arbeitsvertrag. Ich hab auch gelesen, dass Mischehen in Deutschland wieder mehr geprueft werden sollen. Wieweit das stimmt und wie genau das aussehen wird, weiss ich nicht, aber ich werd's ja vielleicht erleben.

Bin ja mal gespannt, wie sich diese Angelegenheiten in der Zukunft im Rahmen der Globalisierung zu Gunsten der normalen Menschen aendern werden! Aber ich habe ja die Befuerchtung, dass persoenliche Freiheit Stueck fuer Stueck reduziert wird...

_________________
Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um etwas Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 19:41 Antworten mit Zitat
Aremonus
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 07.10.2005
Beiträge: 619
Wohnort: Basel




naja, china kennt ja auch keinen sozialstaat - wenn du dort hin gehst und auf der Strasse angefahren wirst und ins krankenhaus musst, ist das dein Problem - kannst du zahlen, wirst du behandelt - wenn nicht, dann nicht (oder höchstens unzureichend):

Ich hab' mich schon fast an das doofe Visumzeug gewöhnt - die Leute in der Schweizerbotschaft in Beijing kennen mich schon ("was, DU schon wieder??!" musste ich mir schon anhören^^) und drücken manchmal auch ein Auge zu.

Was mich persönlich besonders Ärgert ist, dass ich mit meiner Freundin die Schweiz nicht verlassen kann, obwohl sie ein Visum hat. Wäre zu gern mal mit ihr nach Spanien oder Italien ans Meer gegangen....

Dass binationale Ehen länger halten, wundert mich nicht.
1. Muss man durch vielmehr durch, bis man heiraten kann; wenns nur eine Romanze ist, ist das der Aufwand nicht wert.
2. Gibt es keine Affekt-heiraten und Not-heiraten (gibt es bei uns in Europa noch, auch wenns keiner wahrhaben will. Wer eine Frau schwängert, hat diese auch zu heiraten, und zwar noch bevor man ihren bauch sieht - zumindest auf dem Lande ist das so.)
3. Müssen sich die Partner vielmehr füreinander aufopfern (wie bereits gesagt) und mann muss sich gut verstehen.
4. Ist das ganze einfach auch natürlich: je unterschiedlicher die Gen-Stämme eines Paares, desto gesünder das Kind - deswegen ziehen sich Gegensätze auch an^^
5. Haben Scheidungen viel weiterreichende Konsequenzen als bei Mmononationalen Ehen. Ein Partner wird u.U. aus dem Land ausgewiesen, das Kind fällt auch innerhalb der Familie in einen interkulturellen Röstigraben, verlässt der eine Partner das Land, verliert das Kind einen Elternteil (jedes 2. Wochenende ist bei 10'000 Km distanz nichts^^).


Für mich als Katholik sind Scheidungen ohnehin in den meisten Fällen etwas verwerfliches und immer ein verlorene rKampf - aber das muss jedes Paar für sich und seine eigene Situation entscheiden.

_________________
QQ: 545426093
Mein Blog über China, insbesondere Sprache und Gesellschaft (Englisch)
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden MSN Messenger

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 21:23 Antworten mit Zitat
Pantitlan
Site Admin
Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 4212
Wohnort: Beijing (Basel)




Zitat:
2. Gibt es keine Affekt-heiraten und Not-heiraten (gibt es bei uns in Europa noch, auch wenns keiner wahrhaben will. Wer eine Frau schwängert, hat diese auch zu heiraten, und zwar noch bevor man ihren bauch sieht - zumindest auf dem Lande ist das so.)



Ich glaube, dass das so nicht stimmt, denn: 1. Heiraten muss ja sowieso niemand, egal, ob er eine Schweizerin oder eine Afrikanerin schwängert. Die Frage ist daher wohl eher, welche Einstellung der Mann dazu hat. 2. Affektheiraten werden doch durch dieses System total begünstigt. Während Schweizer Pärchen die Zeit haben, sich ein paar Monate oder Jahre zu überlegen, ob sie wirklich zusammenpassen, steht für internationale Paare in der Regel nur die Frage im Raum: Wollen wirs blind versuchen oder nicht? Denn einfach so mal ein paar Jahre zusammenleben geht bei unseren Rassistengesetzen nicht.

Aber was mir einleuchtet ist, dass die ganze Behördenscheisse einen zusammenschweisst und dass die Frauen und Männer eben aus strukturellen Zwängen heraus gar keine Möglichkeit haben, ihren Partner zu verlassen - neu auch nicht mehr für eine gewisse Zeit, um die Ehe zu retten. Denn man muss ja unbedingt zusammenleben.

_________________
www.zipr.ch/oliboli
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen

BeitragVerfasst am: Mi 04. Jul. 2007; 21:40 Antworten mit Zitat
Aremonus
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 07.10.2005
Beiträge: 619
Wohnort: Basel




naja, ein Mann muss nicht heiraten, wenn er das mit seinem Gewissen vereinbaren kann - aber eine Frau sollte schon verheiratet sein, wenn man ihren Bauch sieht, sonst verliert sie ihr Gesicht und es entstehen merkwürdige Gerüchte (naja, ich leb' halt auch in nem Achthunderseelenkaff).

_________________
QQ: 545426093
Mein Blog über China, insbesondere Sprache und Gesellschaft (Englisch)
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden MSN Messenger

BeitragVerfasst am: Do 05. Jul. 2007; 14:36 Antworten mit Zitat
cora
Touristenfallenentschärfer
Anmeldungsdatum: 01.02.2007
Beiträge: 131
Wohnort: Luzern




[quote="Pantitlan"]
Zitat:
2.
Ich glaube, dass das so nicht stimmt, denn: 1. Heiraten muss ja sowieso niemand, egal, ob er eine Schweizerin oder eine Afrikanerin schwängert. Die Frage ist daher wohl eher, welche Einstellung der Mann dazu hat. 2. Affektheiraten werden doch durch dieses System total begünstigt. Während Schweizer Pärchen die Zeit haben, sich ein paar Monate oder Jahre zu überlegen, ob sie wirklich zusammenpassen, steht für internationale Paare in der Regel nur die Frage im Raum: Wollen wirs blind versuchen oder nicht? Denn einfach so mal ein paar Jahre zusammenleben geht bei unseren Rassistengesetzen nicht.

Aber was mir einleuchtet ist, dass die ganze Behördenscheisse einen zusammenschweisst und dass die Frauen und Männer eben aus strukturellen Zwängen heraus gar keine Möglichkeit haben, ihren Partner zu verlassen - neu auch nicht mehr für eine gewisse Zeit, um die Ehe zu retten. Denn man muss ja unbedingt zusammenleben.


Ja so ist es, man muss sich meist ziemlich schnell entscheiden ist es was ernstes und wir bleiben zusammen, oder wir lassen es. Ausgenommen man hat das nötige Kleingeld um jahrelang eine Fernbeziehung zu fähren wo man dann jeweils vom einen Kontinent zum andern fliegt.

_________________
Kein Ereignis ist vollkommen, erst die Erinnerung macht es dazu.
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden

Interkulturelle Ehen halten länger - dank rassist. Gesetze
 Weltreiseforum Foren-Übersicht » Reisephilosophie, Smalltalk und Gott und die Welt
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 1  

  
  
 Neues Thema eröffnen  Neue Antwort erstellen  


Google
 
Web weltreiseforum.com

Hier sind weitere Links im Reiseforum:
Redaktionelle Seiten für Reisevorbereitungen, Reisezubehör, Reiseberichte von Forenmitgliedern, Nachrichten rund ums Reisen (NEU)

    Powered by phpBB 2.0.11 © 2001-2004 phpBB Group. phpBB Skin by Vjacheslav Trushkin.