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 | Völkermord an den Armeniern 1915 |  |
Verfasst am: Mi 15. Sep. 2004; 20:15 |
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| Altes-Forum |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
| Beiträge: 236 |
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Pantitlan
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 11, 2003 @ 06:19
Ich werde wohl zu diesen Thema meine Abschlussarbeit schreiben. Ich fände es spannend, darüber ein paar Meinungen zu hören...
Pantitlan
Mittwoch, Dezember 17, 2003 @ 06:09
Wurde übrigens gestern vom Nationalrat historisch anerkannt, nachdem sich Armenierorganisationen schon seit Jahrzehnten erfolglos gegen die türkischen Geschichtsglätterer gewehrt haben... spannend, nicht?
Lionel
Beitrag vom Mittwoch, Dezember 17, 2003 @ 08:25
Ich muss gestehen, dass ich vom Völkermord von 1915 gerademal wusste, dass es ihn gab. Es wird wohl den meisten hier so gehen.
Sorry, dass ich nicht weiterhelfen kann.
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, Dezember 21, 2003 @ 14:29
Immerhin das. Das ist ja nicht selbstverständlich.
Leftwing
Beitrag vom Dienstag, Januar 13, 2004 @ 12:06
Ich weiss auch nicht besonders detailiert Bescheid. Das es ihn gab weiss ich, das Hitler gemeint hat "Bei den Armeniern hat auch niemand gesagt" weiss ich, der Hintergrund des Genozids ist mir auch ein bisschen bekannt (Unterstützung der Armenier durch Russland, Konflikt Ottomanisches Reich/Zarenreich). Was aber wirklich geschehen ist, ist irgendwie schwer nachzuvollziehen. In Gesprächen mit eher nationalstisch eingestellten Türken war zu erkennen das man gar nciht darüber Bescheid wusste oder man davon gehört hat aber das Geschehene vehement abstreitet bis zum Vorwurf, die Armenier hätten Türken abgeschlachtet und nicht umgekehrt.
Das es passiert ist, da bin ich mir ziemlich sicher so was ich alles schon aufgeschnappt habe, kein Zweifel, und das diese Thema wie auch die Kurdenfrage ein rotes Tuch ist auch. Die Reaktion der Leute aus der Gegend lässt eben darauf schliessen das man eigentlich Angst vor diesem thema hat und einiges dahinter steckt. So gesehen muss das türkische Volk (wenn mn das jetzt so Zusammenfassen darf) viel mit lernen was die Aufarbeitung der Geschichte angeht. Es ist schmerzhaft aber muss wohl sein um Lehren zu ziehen. Die Beteiligung Atatürks Kemal an diesen Massakern macht die Sache natürlich nicht einfacher, es würde die nationale Vaterfigur und somit die Grundlage des heutigen türkischen Staates in Frage stellen....
Pantitlan
Beitrag vom Montag, Mai 10, 2004 @ 14:24
"Bei den Armeniern hat auch niemand was gesagt". Ich habe mich gerade mit dieser Aussage beschäftigt und offenbar ist sie sehr umstritten. Denn gemäss überlieferung soll er dies bei einer Rede gesagt haben, von der es vier (steno-)mitschriften gibt, aber nur eine erwähnt es. Kann also auch falsch sein...
Ja, der Personenkult um Attatürk ist ein grosses Problem bei der Aufarbeitung der Geschichte und auch, dass fast alle türkischen Historiker in einem speziellen Verband sind, der die Geschichte gleichsam vorschreibt, es also keine freie Wissenschaft geben kann...
Pantitlan
Beitrag vom Freitag, August 13, 2004 @ 13:30
Ich habe ja meine Liz.-Arbeit zum Thema hier geschrieben und ins Internet gestellt. Falls sich jemand dafür interessieren sollte:
www.zipr.ch/armenien
Es geht um den Völkermord und um die Gründe für seine Anerkennung in der Schweiz. |
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Verfasst am: So 26. Sep. 2004; 02:21 |
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Hab mir Deine Arbeit durchgelesen.
Danke.
iminhokis. |
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 | Re: Völkermord an den Armeniern 1915 |  |
Verfasst am: So 03. Okt. 2004; 08:18 |
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| Altes-Forum hat folgendes geschrieben: |
In Gesprächen mit eher nationalstisch eingestellten Türken war zu erkennen das man gar nciht darüber Bescheid wusste oder man davon gehört hat aber das Geschehene vehement abstreitet bis zum Vorwurf, die Armenier hätten Türken abgeschlachtet und nicht umgekehrt.
So gesehen muss das türkische Volk (wenn mn das jetzt so Zusammenfassen darf) viel mit lernen was die Aufarbeitung der Geschichte angeht. Es ist schmerzhaft aber muss wohl sein um Lehren zu ziehen. Die Beteiligung Atatürks Kemal an diesen Massakern macht die Sache natürlich nicht einfacher, es würde die nationale Vaterfigur und somit die Grundlage des heutigen türkischen Staates in Frage stellen....
Ja, der Personenkult um Attatürk ist ein grosses Problem bei der Aufarbeitung der Geschichte und auch, dass fast alle türkischen Historiker in einem speziellen Verband sind, der die Geschichte gleichsam vorschreibt, es also keine freie Wissenschaft geben kann...
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War im Juni 2004 als Pauschaltourist mal wieder eine Woche in der Türkei. Da mir Strandbraterei eh zu langweilig ist, habe ich eine 2 tägige Bustour mit kleiner Gruppe mitgemacht. Abends kam es dann beim Übernachtungshotel zu interessanten Gesprächen mit dem Reiseführer. Ein sehr netter Mensch, fachlich sehr gut, aber extremer Nationalismus. Deren Blick auf den Völkermord an den Armeniern (der Ararat ist ja noch heute DAS Symbol Armeniens und auf vielen Flaschenetiketten drauf) oder auch deren Blick auf die Vertreibungen, Umsiedlungen und Massenabschlachtungen 1920-1923 ist ja geradezu grotesk. Einer der vielen Gründe, warum ich die Türkei nicht mag.
Im September 2003 hat übrigens bei einer ähnlichen Tour der Reiseführer uns in einem größeren Bus noch direkt gesagt, das er über die Bergtürken nicht mit uns diskutieren möchte, da gibt es ein spezielles Staatssicherheitsgesetz.
Die Bustour 2004 führte uns natürlich auch in so eine Teppichweberei:-). Einer vom Management war jahrelang in Deutschland und sehr gebildet. Der hat dann beim Tee sich mit mir allein mal in einem abgeschlossenen Stübchen unterhalten. Das wurden äußerst lehrreiche 30 Minuten über Denkweise von Türken. Leute wie dieser Mann sind zwar derzeit noch eine absolute Ausnahme, lassen aber Hoffnung keimen.
Ein Schulfreund von mir (ist schon Jahre tod) hat 1972 bis 1977 in Jerewan Mathe und IT studiert (und später dann in Moskau seinen Doktor gemacht). Die Armenier haben natürlich auch ihren eigenen Blick auf die Geschichte.
In der DDR-Schule gehörte zumindest zu meiner Schulzeit (1960 bis 1972) auch dieser Völkermord zum Lehrplan. Es wurde im Rahmen des Thema 1. Weltkrieg mal kurz darauf eingegangen. Und es gab in der DDR auch einige Bücher dazu, inklusive Leihexemplare in den größeren Biblio. |
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 | Völkermord an den Armeniern 1915 |  |
Verfasst am: So 06. März. 2005; 17:39 |
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Ich bin Türkin und recherchiere gerade für meine Übersetzerprüfung die Ereignisse bezüglich des Themas "Völkermord an den Armeniern".
Natürlich verstehe ich die Entäuschung und die Wut des armenischen Volkes: ein so grausames Ereignis wird geleugnet...
Ich verstehe aber auch meine Landsleute. Es muss schwer sein einzugestehen über Generationen hinweg vom eigenen Staat, was
dieses Thema angeht belogen worden zu sein.
In der Türkei wurde es in den Schulen halt so gelehrt, das es eigentlich keinen Völkermord gab. Mein Mann wuchs in der Türkei auf und studierte dort. Er wusste bisher gar nicht, dass die Zahl der getöteten Armenier bei 1 Mill. lag.
Nun, ich hoffe das Experten die Geschichte klären und auch in der Türkei die Wahrheit pupliziert wird und dann ist eine Entschuldigung seitens des Staates fällig.
Den Armeniern würde ich sagen, in der Vergebung liegt die Grösse.
Cigdem |
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 | Völkermord! |  |
Verfasst am: Do 14. Apr. 2005; 22:15 |
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Die Türkei ist für den Tod von ca. 1.500.000 Armeniern verantwortlich!!!
Es gibt schon seit Jahrzehnten handfeste Belege dafür, dass die türkische-nationalistische-Regierung in den Jahren 1915 die Vernichtung bzw. Ausrottung ihrer christlichen Bevölkerung (der Armenier) plante und auch ausführten.
Es ist eine große Schande für Deutschland, weil sie bis heute diesen Völkermord nicht anerkennt um die Beziehungen beider Länder nicht zu gefährden.
Und die Türken nutzen diese Position der Deutschen und verstecken sich dahinter.
Länder wie Frankreich haben das Verbrechen der Türken an den Armeniern als Völkermord tituliert und per Gesetz fest geschrieben (im jahre 2001). Darauf hin entzog die Türkei Frankreich jegliche Rüstungsaufträge.
Ich bin weder Türke, Deutscher, Armenier noch Franzose.
Doch ich weiß was falsch oder was richtig ist.
Warum wissen es die Politiker nicht??? |
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 | die 40 tage des musa dagh |  |
Verfasst am: Di 24. Mai. 2005; 18:11 |
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| Es gibt dazu einen fantastischen Roman von Franz Werfel, "Die vierzieg Tage des Musa Dagh". Wurde Anfang der 30er geschrieben und erzählt den Genozid an den Armeniern in einer unglaublich spannenenden und tragischen Geschichte verpackt. Der Musa Dagh ist ein Berg in der Türkei (in der Nähe zur syrischen Grenze), auf dem einige Armenier Widerstand gegen die Türken geleistet haben, um ihrem grausamen Schicksal zu entgehen. |
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 | Re: Völkermord an den Armeniern 1915 |  |
Verfasst am: Do 14. Jul. 2005; 10:12 |
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| Cigdem1 hat folgendes geschrieben: | Ich bin Türkin und recherchiere gerade für meine Übersetzerprüfung die Ereignisse bezüglich des Themas "Völkermord an den Armeniern".
Natürlich verstehe ich die Entäuschung und die Wut des armenischen Volkes: ein so grausames Ereignis wird geleugnet...
Ich verstehe aber auch meine Landsleute. Es muss schwer sein einzugestehen über Generationen hinweg vom eigenen Staat, was
dieses Thema angeht belogen worden zu sein.
In der Türkei wurde es in den Schulen halt so gelehrt, das es eigentlich keinen Völkermord gab. Mein Mann wuchs in der Türkei auf und studierte dort. Er wusste bisher gar nicht, dass die Zahl der getöteten Armenier bei 1 Mill. lag.
Nun, ich hoffe das Experten die Geschichte klären und auch in der Türkei die Wahrheit pupliziert wird und dann ist eine Entschuldigung seitens des Staates fällig.
Den Armeniern würde ich sagen, in der Vergebung liegt die Grösse.
Cigdem |
falsch!!!!
im Eingeständnis liegt die wahre Größe |
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Verfasst am: Do 14. Jul. 2005; 10:41 |
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| sandsturm |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 497 |
| Wohnort: Bern |
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| ich würde sagen: im aufeinanderzugehen liegt die Grösse. und das aufeinanderzugehen beinhaltet: ein türkisches eingeständnis UND ein armenisches Vergeben. |
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Verfasst am: Fr 05. Aug. 2005; 20:38 |
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| Dersimsoleurmaschien |
| Gast |
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Hallo zusammen,
hier reden manche von Vergebung,wie kann man vergeben wenn es in der heutigen Türkei immer noch so ist, dass schpurlos Menschen verschwinden, dass die Minderheiten kein würdiges Leben führen können und sie immer noch unterdrück werden,
dass alles, wir leider immer noch in der Türkei praktiziert. Immer noch werden Kurden ,Armenier,Assyrer und andere Minderheiten die nicht des gleichen sind wie die Türken punkto Glauben,Nationalität,Sprache,Kultur,usw. misshandelt.
Ausserdem waren es weit mehr als eine Million Armenier, mann
vermutet das es bis zu anderthalb millionen gewesen sind ,
nicht zu vergessen das von den Türken bis zu eine Milion Kurden und eine halbe Million Assyrer getötet worden sind.
Und auch die Griechen und andere minderheiten mussten mit ihrem Leben bezahlen .
Diese Leute wurden weder beschädigt noch haben Sie irgentwie eine Entschuldigung von der Türkischen regierung erhalten.
es scheint mir fast so ,dass die Türkei und Ihre Regierung noch über die toten lachen würden.
Keine anzeichen von Reue oder Respekt, wird Ihrer seits geleistet.
mfG.
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