 |
|
 |
 | Nord- und Südkoreaner |  |
Verfasst am: Fr 05. Nov. 2004; 15:31 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
Wieso tut sich Südkorea eigentlich so schwer damit, Flüchtlinge aus Nordkorea zu integrieren, oder sie sogar ins Land zu lassen? Wenn es stimmt, daß laut südkoreanischer Verfassung die Landsleute aus dem Norden automatisch auch Bürger der ROK sind, wieso mußte dann im Juli ein nicht namentlich genanntes südostasiatisches Land erst mit der Abschiebung von 400 nordkoreanischen Flüchtlingen drohen, bevor Südkorea bereit war, sie aufzunehmen?
Ist Solidarität mit eigenen Landsleuten in Korea einfach nicht so stark ausgeprägt, will man die Nordkoreaner nicht, weil man vor 50 Jahren gegeneinander Krieg geführt hat, oder hat die Regierung vielleicht einfach nur Angst, den geliebten dicken Führer böse zu machen? |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Fr 05. Nov. 2004; 21:55 |
|
|
| mesheel |
| Forenveteran |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 01.11.2004 |
| Beiträge: 180 |
|
|
|
 |
 |
 |
|
| Ich denke wohl Letzters. Andererseits ist es bestimmt auch eine grosse wirtschaftliche Belastung. |
|
|
|
|
Verfasst am: Sa 06. Nov. 2004; 14:05 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
| mesheel hat folgendes geschrieben: | | Andererseits ist es bestimmt auch eine grosse wirtschaftliche Belastung. | Ein paar hundert Leute pro Jahr (vor 2004 waren es glaube ich nicht mal ein paar Dutzend im Jahr) sollte die koreanische Volkswirtschaft wohl verkraften können. Wenn man das ganze mal mit Deutschland vergleicht, sind die Flüchtlingszahlen wirklich nicht besonders groß (sogar wenn man es mit Deutschland zwischen 1961 und 1989 vergleicht). |
|
|
|
|
Verfasst am: Sa 06. Nov. 2004; 14:26 |
|
|
|
| ich bin mir recht sicher, dass es das letztere ist. südkorea nimmt normalerweise die nördler problemlos auf, allerdings ist das ganze nicht nur eine emotionale sonder auch eine politische sache. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Sa 06. Nov. 2004; 16:51 |
|
|
| Kimchi |
| Hardcoretraveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 85 |
| Wohnort: Berlin |
|
|
 |
 |
 |
|
Seufz...Von NICHT WOLLEN kann keine Rede sein
Aus Deutschland betrachtet sieht alles so einfach aus, aber die Spannungen da sind gaaaar nicht lustig...
Die Flüchtlingszahlen sind dieses Jahr verdammt angestiegen...
Die hat sich nämlich zum Vorjahr (!) mehr als verdoppelt, fast verdreifacht....Dementsprechend ist es politisch sehr heikel.
Im Übrigen: Die Integration, die ihr ansprecht...Da sollten wir Deutschen uns mal and ie eigene Nase fassen. Das Problem ist doch:
Wie sollst du jemanden zeitnah und gut in die Gesellschaft integrieren, wenn dieser eine Dorfschule in NK besucht hat, Wurzeln und Gras zum Überleben gegessen hat und ideologisch so ´beeinträchtigt wurde...
Im Gegensatz dazu hast du im Süden eine Gesellschaft, wo man sich die Führung selbst wählt, Handies hat jeder, Internet und Computer sowieso, Glitzerfassaden, 16-spurige Straßen auf denen sogar Autos fahren....
Und eben...Leider....Das Problem, dass ein kapitalistischer Staat den Bürgern so viel Freiheit lässt, dass sie selbst Initiative ergreifen müssen und sich selbst um ihr Leben kümmern müssen.
Es gibt in Korea ja inzwischen eine Schule, in der sie den Alltag bewältigen lernen (die Flüchtlinge ^^)...Einfache Übungen wie Einkaufen gehen ohne gleich zu viel zu kaufen, Rechnungen bezahlen, Jobsuche, Behördengänge etc.
Die müssen praktisch ALLES neu lernen...ohne Freunde und meist auch ohne lebende Verwandte im Süden...
Es gibt wenige, die haben den Sprung geschafft (Regierungsberater, weil sie einfach die wichtigen Insider-Informationen über NK haben)...
Darüber hinaus einige, die sich gute Mittelklasse-Existenzen aufgebaut haben, nachdem sie erst einmal studiert haben oder eine vernünftige Ausbildung gemacht haben..Das sind Leute, die "Nordkorea-Restaurants" aufmachen, Autoreparatur-Werkstätten (kenne da selber jemanden), Schönheitssalons etc.
Die meisten leben aber von speziellen Zahlungen der südkoreanischen Regierung...
Aber mal ehrlich: Was ist besser: In NK mit Führerkult kurz vorm Verhungern zu sein oder im Süden von Sozialhilfe leben zu müssen ? |
|
_________________ C.O.R.E.A - Can One Really Experience All ? |
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Sa 06. Nov. 2004; 22:36 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
Natürlich ist es im Süden besser.
Aber ich verstehe einfach nicht, daß fünf- oder sechshundert Leute in diesem Jahr so eine Belastung darstellen sollen, selbst wenn es im Jahr davor nur 300 waren. In Deutschland sind zwischen 1949 und 1961 etwa zwei Millionen Menschen in den Westen gegangen, im Sommer und Herbst 1989 mindestens ein paar Zehntausend, dazwischen waren es m.W. auch immer mindestens 1000 Leute im Jahr. Dazu kamen dann noch die ganzen (deutschsprachigen) Aussiedler aus Polen, Rumänien, der SU etc. Sicher waren die Unterschiede nicht ganz so extrem wie zwischen Nord- und Südkorea.
Aber m.W. hat die BRD in der ganzen Zeit auch nie deutsche Flüchtlinge in anderen Ländern jahrelang versauern lassen.
Ich glaube auch nicht wirklich, daß die Nordkoreaner erst eine Anleitung brauchen, wie man Lichtschalter bedient. Mit Behördengängen dürften sie als ehemalige Bürger eines sozialistischen Staates auch ein paar Erfahrungen gemacht haben. Wahrscheinlich wäre es wesentlich wichtiger, für sozialen Anschluss zu sorgen. Dann würden sich auch die anderen Dinge, z.B. wie man ein Handy bedient, mehr von alleine lösen. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: So 07. Nov. 2004; 01:49 |
|
|
| Kimchi |
| Hardcoretraveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 85 |
| Wohnort: Berlin |
|
|
 |
 |
 |
|
Eine "Belastung" sind sie ja nicht finanziell, sondern politisch...das ist ein sehr wichtiger Unterschied!
Theoretisch könnte der Süden natürlich mehrere Tausend, Zehntausend + x Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen, doch die Lage in Ostasien ist mehr als kompliziert. Jeder Flüchtling ist eine gewaltige Provokation für den Norden.
Mit dem sozialen Anschluss hast du natürlich Recht, aber es ist ziemlich einfach: Die Mentalitäten sind nun einmal sehr sehr sehr sehr verschieden...
Ein im Anti-Kommunismus erzogener Südkoreaner wird nun einmal kein Verständnis haben, wenn der Nordkoreaner zuhause nordkoreanische Propagandalieder hört.....Und so ist das nun einmal, da es keine andere gibt und man an dieser Musik seine Erinnerungen haftet....Sowas ist ein ganz kleines Beispiel....
Und jetzt sag mir mal bitte, dass wir Deutschen das besser hinbekommen hätten! Bei uns waren die Unterschiede geringer, aber man nimmt doch heute noch einen Herren mit sächsischem Akzent nicht für voll und man hat sie nach der Wiedervereinigung genauso wenig ernst genommen....
Ich finde es zwar schade, aber leider sehr natürlich, dass man Angst vor dem Fremden hat... |
|
_________________ C.O.R.E.A - Can One Really Experience All ? |
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: So 07. Nov. 2004; 18:12 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
| Kimchi hat folgendes geschrieben: | Eine "Belastung" sind sie ja nicht finanziell, sondern politisch...das ist ein sehr wichtiger Unterschied!
Theoretisch könnte der Süden natürlich mehrere Tausend, Zehntausend + x Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen, doch die Lage in Ostasien ist mehr als kompliziert. Jeder Flüchtling ist eine gewaltige Provokation für den Norden. | Warum sollte der Süden darauf Rücksicht nehmen, daß die nordkoreanische Regierung ihr Scheitern nicht einsehen möchte? Immerhin dürfte Nordkorea durch seinen Eintritt in die UN doch auch Artikel 13 der Menschenrechtsdeklaration anerkannt haben, oder?
| Zitat: |
Und jetzt sag mir mal bitte, dass wir Deutschen das besser hinbekommen hätten! Bei uns waren die Unterschiede geringer, aber man nimmt doch heute noch einen Herren mit sächsischem Akzent nicht für voll und man hat sie nach der Wiedervereinigung genauso wenig ernst genommen....
|
Über die Sachsen hat man sich doch schon vor dem Zweiten Weltkrieg lustig gemacht. Ulbricht hat das ganze vielleicht noch ein bißchen befördert, aber meiner Meinung nach gibt es gerade bei den unterschwelligen Empfindungen über den sächsischen Akzent kaum Ost (außerhalb von Sachsen)-West-Unterschiede.
Der Unterschied zu Korea ist meiner Meinung, daß die BRD in der Zeit der deutschen Teilung die Integration der DDR-Übersiedler wesentlich besser in den Griff bekommen hat. Und daß politische Rücksichtnahme auf die DDR nie den Vorrang vor der Hilfe für die Flüchtling hatte. Wenigstens hat man sich, auch als die DDR schon finanziell fast am Tropf des Westens hing, nicht auch noch in den Umgang mit den Landsleuten aus dem Osten hereinreden lassen. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Mo 08. Nov. 2004; 23:06 |
|
|
| Kimchi |
| Hardcoretraveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 85 |
| Wohnort: Berlin |
|
|
 |
 |
 |
|
Mhhh...gute Frage...warum sollte man auf einen aggressiven Nachbarn mit Atomwaffen Rücksicht nehmen, der deine Hauptstadt (=12 Millionen Einwohner) in 10 Minuten in Schutt und Asche legen kann..................
Bevor du hier anfängst mit "Nordkorea is keine Bedrohung, Kalter Krieg in Europa war viel schlimmer", überleg dir mal warum der gute Herr Bush nicht in Nordkorea einmarschiert ist, sondern dort auf 6(!)-Parteien-Gespräche setzt... |
|
_________________ C.O.R.E.A - Can One Really Experience All ? |
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Di 09. Nov. 2004; 16:30 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
| Kimchi hat folgendes geschrieben: | Mhhh...gute Frage...warum sollte man auf einen aggressiven Nachbarn mit Atomwaffen Rücksicht nehmen, der deine Hauptstadt (=12 Millionen Einwohner) in 10 Minuten in Schutt und Asche legen kann..................
| Bei wie vielen vom Süden aufgenommenen Flüchtlingen fängt denn Kim Yong Il an zu schießen?
Rücksichtnahme ist ja durchaus wichtig. Aber wenn der Süden dem Norden schon mehr oder weniger offen Hilfs- und Bestechungsgelder überweist, sollte er sich nicht auch noch in humanitäre Fragen reinreden lassen, die den Norden einfach nur wenig angehen. Wenn die Nordkoreaner nicht im Reich ihres Geliebten Führers bleiben wollen, ist das die Schuld der nordkoreanischen Regierung, nicht die der südkoreanischen. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Di 09. Nov. 2004; 20:21 |
|
|
| Kimchi |
| Hardcoretraveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 85 |
| Wohnort: Berlin |
|
|
 |
 |
 |
|
Erklaere diese offensichtliche und wahre Aussage mal den Herren Machthabern in Nordkorea, die inzwischen wahrscheinlich selbst glauben, dass sie von der ganzen Welt bedroht werden in ihrem "Arbeiterparadies"....
Im Übrigen ist genau das, das Problem der südkoreanischen Regierung unter Führung der sozialliberalen Uridang....Sie sehen sich ihren Blutsbrüdern im Norden sehr verbunden......So ist übrigens ironischerweise das Wiedervereinigungsministerium eben jenes, das verzweifelt versucht die Wiedervereinigung möglichst weit herauszuschieben.... |
|
_________________ C.O.R.E.A - Can One Really Experience All ? |
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Di 04. Jan. 2005; 17:47 |
|
|
| yan |
| Traveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 31.10.2004 |
| Beiträge: 67 |
| Wohnort: zuhause |
|
|
 |
 |
 |
|
| Kimchi hat folgendes geschrieben: | Erklaere diese offensichtliche und wahre Aussage mal den Herren Machthabern in Nordkorea, die inzwischen wahrscheinlich selbst glauben, dass sie von der ganzen Welt bedroht werden in ihrem "Arbeiterparadies"....
Im Übrigen ist genau das, das Problem der südkoreanischen Regierung unter Führung der sozialliberalen Uridang....Sie sehen sich ihren Blutsbrüdern im Norden sehr verbunden......So ist übrigens ironischerweise das Wiedervereinigungsministerium eben jenes, das verzweifelt versucht die Wiedervereinigung möglichst weit herauszuschieben.... | Scheinbar fühlen sie sich ihren Brüdern aber nicht einmal mehr verbunden genug, um sie in ihr Land zu lassen: http://times.hankooki.com/lpage/nation/200501/kt2005010417081510510.htm
(gefunden auf http://blog.marmot.cc/) |
|
|
|
|
| Weltreiseforum Foren-Übersicht » Nord- und Südkorea |
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 2
Gehe zu Seite 1, 2 Weiter
|
|
|
|
|
Hier sind weitere Links im Reiseforum: Redaktionelle Seiten für Reisevorbereitungen,
Reisezubehör, Reiseberichte von Forenmitgliedern, Nachrichten rund ums Reisen (NEU)
|