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 | Reisen und ökologie |  |
Verfasst am: Di 16. Nov. 2004; 00:36 |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
| Beiträge: 236 |
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Leftwing
Beitrag vom Freitag, November 14, 2003 @ 16:29
Also dann mal los
Mich nimmt eure Meinung zu diesem Thema wunder. Ich bin hier immer ein bisschen im Zwist, ich bemühe mich einigermasse ökologisch verträglich zu leben, so gut das halt hierzulande möglich ist.
Dies soll auch bei den Reisen sein, ich will mich eigentlich auf die Wahl der Verkehrsmittel beschränken.
Ich handle das so: wenn ich in einem zeitlich verträglichen Rahmen an einen Ort gehen kann, nehme ich den Zug. Sprich, nach Prag, Hamburg oder Budapest zu fliegen find ich pervers, weil man innert einer Nacht an einen solchen Ort gelangt. Bei längeren Distanzen hängt es davon ab wie lange man sich am Zielort aufhält, z.B. finde ich es okay nach...mh...Moskau zu fliegen wenn man dort dann auch 2 Wochen oder mehr verbringt (bzw. ab Moskau mit dem Zug rumtourt). Wegen den billigen Flugpreisen wird das je länger je mehr zu einem Problem, schliesslich mag ich es nicht alleine zu reisen und muss dann mühsame Überzeugungsarbeit bei den geliebten Mitreisenden vornehmen. Ich komm mir dann so vor wie ein oller Moralapostel, was ich eigentlich nicht mag (es gibt für mich auch noch andere als ökologische Argumente aber die sind dann wirklich völlige Geschmackssache).
Nun eben nimmt es mich Wunder ob auch ihr einen ökologischen Ehrenkodex habt was das Reisen betrifft und wie der aussieht?
swissgabe
Beitrag vom Samstag, November 15, 2003 @ 08:46
Nach Budapest zu fliegen ist pervers und mit dem Auto jeden Tag zur Arbeit zu fahren ok?
Ökologisch verträglich zu leben finde ich tip top und ich bin auch bemüht. Fliegen jedoch gehört zu meinem "Hobby" und ich versuche das wo anderst ein wenig aus zu gleichen. Mein rumgejette rechtfertige ich jedoch damit, das ich meistens mit Angestellten Tickets untewegs bin und dann auf dem Flugzeug mitkomme wenn Plätze vorhanden sind. Gehöre ich jetzt trotzdem zu der perversen Zielgruppe?
Pantitlan
Beitrag vom Samstag, November 15, 2003 @ 13:52
Ich glaube, wir müssen hier bei diesem Thema ein bisschen aufpassen, dass es nicht zu einem ideologischen Grabenkampf wird. Es ist natürlich jedem klar, dass Ökologie eines der wichtigsten Anliegen unserer Zeit sein muss, nur nicht ganz klar ist, wie man sie gestalten muss.
Zweifellos ist beides unökologisch: mit dem Auto zur Arbeit oder mit dem Flugzeug nach Budapest. Aber da wir nunmal nicht überall zu Fuss hingehen können, müssen wir uns fragen, wo dürfen wir unser Anliegen zur Ökologie durchbrechen. Das ist natürlich bei jedem individuel verschieden. Für mich heisst die Regel daher: Flugfernreisen nur, wenn ich auch genügend Zeit habe, in der Ferne zu bleiben. Für nur eine Woche muss ich nicht nach Fernost jetten. Kann aber sein, dass ich diese Einstellung einmal den Gegenheiten anpassen muss, wenn ich fertig studiert habe.
Wenn wir schon bei ökologischen Problem sind: ich glaube schlimmer als Reisen ist sowieso die Zersiedlung der Natur. Das heisst, dass überall Häuser und Strassen gebaut werden. Insofern kann in wenig besiedelten Gebieten ein FLugzeug sogar eine wahrlich ökologisch sinnvolle Alternative sein.
Yokohama
Beitrag vom Samstag, November 15, 2003 @ 22:50
Grundsätzlich habt Ihr völlig recht. Ich persönlich ziehe jedoch meine persönlichen Interessen vor. Habe vier Wochen Ferien pro Jahr und die möchte ich geniessen wie ich will. Klar ist es vielleicht Blödsinn für 2 Wochen nach Japan oder sonst wohin zu fliegen. Aber ich Reise gerne, bequem und so schnell wie möglich. Benutze sicher auch mein Auto mehr als es nötig wäre....
@Leftwing: Das mit den billigen Preisen für Kurzstrecken ist wirklich so eine Sache. Muss beruflich ab und zu nach Hamburg. Früher bin ich noch mit dem Nachtzug gefahren. Da hat es mich auch nicht gestört dass ich 10 Stunden unterwegs war. Wenn mich das dann aber auch noch 3-4 mal mehr kostet als mit dem Flieger, dann ist mir die Oekologie dann nicht mehr so wichtig.
Bin Oekolgisch gesehen sicher ein schlechtes Beispiel
Pantitlan
Beitrag vom Samstag, November 15, 2003 @ 23:35
(Philosophisch gesprochen ist das Problem ja eigentlich das, dass Rousseau nicht recht hatte, wenn in seinem Buch zum Gesellschaftsvertrag sagt, dass das Einzelinteresse der Menschen per se dem Gemeinwillen des Gesellschaftskörpers untergeordnet sei. Wäre das nämlich so, würden wir alle uns viel ökologischen verhalten...)
Aber das nur so in Klammern...
Lionel
Beitrag vom Sonntag, November 16, 2003 @ 20:50
Ich denke neben Rousseaus sind auch Darwins Gedanken passend. Wer es sich leisten kann, verbraucht die natürlichen Ressourcen, entgegen dem Prinzip der Nachhaltigkeit, auf Kosten derer, die es sich nicht leisten können.
Mein ehemaliger Wirtschaftsgeografie-Dozent, doktoriert und grün, hat uns mit einem, für Weltreisende doch sehr erstaunlichen und nachdenklichen Vergleich beglückt, den ich hier ohne Wertung wiedergeben möchte:
Eine aus Kalifornien eingeflogene Weinflasche produziert dieselben Umweltschäden, wie eine 40-kilometrige Autofahrt mit einem neueren Model.
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, November 16, 2003 @ 21:29
Also, ich muss vorwegschicken, dass ich Darwin nie selber gelesen habe und ihn nur vom Hörensagen kenne. Aber soweit ich das sehe, ist ja die Hauptaussage, dass es zwischen den Individuen ständige Wettstreite gibt, die darin resultieren, dass der stärkste sein Erbgut weitergeben kann. Das heisst dann "natürliche Zuchtwahl", was ja auch im Titel des bekannten Buches Darwins drin steht.
Nun denke ich aber, dass man diesen Darwinismus nicht unbedingt auf das Reisen übertragen kann, dass es sich hier also um eine unzulässige Analogie handelt. Zweifellos setzt der stärkere seinen Willen durch, aber ich glaube nicht, dass das der Hauptpunkt des Darwinismus ist. Vielmehr geht es doch eben darum, dass das Stärkersein eben seinen Effekt auf die Nachkommenschaft hat. Was aber bei diesem Beispiel kaum der Fall ist. Aber vielleicht beziehst du dich ja auf einen anderen Gedanken.
Übrigens der Vergleich Deines Lehrers finde ich auch sehr erstaunlich. hätte allerdings der Flasche mehr Verschmutzung gegeben, und du?
Lionel
Beitrag vom Sonntag, November 16, 2003 @ 21:44
Als er an sein Beispiel noch angehängt hatte, dass aufgrund der natürlichen Verträglichkeit (weiss der Geier wie berechnet) jeder Mensch pro Leben den Anspruch auf einen (EINEN) Langstreckenflug habe, musste ich doch erst mal leer schlucken. Glücklicherweise hat er nicht gefragt wer sein "Pensum" schon überschritten hat. Der hätte mich bestimmt von seinem Unterricht ausgeschlossen.
Pantitlan
Beitrag vom Montag, November 17, 2003 @ 01:14
Also wie diese Rechnung funktionieren sollte und wie der gute Mann auf so ein Resultat gekommen ist, würde mich schon noch interessieren...
Lionel
Beitrag vom Montag, November 17, 2003 @ 07:05
Wie gesagt. Ich habe keine Ahnung. Man muss vielleicht auch wissen, dass es in der Schweiz Schulen gibt, die vom Bund Geld bekommen,wenn sie nachweislich ökologisches Denken vermitteln.
Eigentlich finde ich es ja nicht einmal so schlecht wenn man auf die Gefahren der Flugreisen aufmerksam gemacht wird. Er hat ja nicht gesagt, dass man nur einmal fliegen dürfe, sondern dass man nur einen Flug zugute hätte. Er selbst fliegt meines Wissens aus beruflichen Gründen auch ziemlich oft.
Pantitlan
Beitrag vom Montag, November 17, 2003 @ 14:02
Es spricht ja auch nichts gegen ökologischen Denken. Ausser vielleicht, dass es für die Wirtschaft schlecht sein könnte. Ich persönlich glaube das allerdings nicht, sondern denke viel eher, dass sich die wirtschaftlichen Aktivitäten einfach verändern und dass sich die Wirtschaft an die neuen Strukturen anpassen müsste. Aber dann ists kein Problem.
Dass die Schulen Geld speziell dafür bekommen, wusste ich nicht.
Leftwing
Beitrag vom Montag, November 17, 2003 @ 17:41
Hui, da ist ja schon einiges gelaufen.
Also, zurück zum "mit dem Auto" zur Arbeit fahren. Auch dort gilt meiner Ansicht nach: komme ich einer vernünftigen Zeit zu meinem Arbeitsplatz mit "ökologischeren" Transportmitteln (sprich ÖV)? Falls ja, ÖV nehmen, falls nein halt das Auto. Es ist an sich dasselbe. Wollte übrigens nicht beleidigend wirken, aber ja, ich finde es nach wie vor irgendwie pervers (naja wohl eine ziemlich falsche Wortwahl) kurz für ein Wochenende um die Ecke zu fliegen. Wenn man natürlich eh immer gratis kan ist das was anders.
Yokohama sprichst was wichtiges an, ich "rechtfertige" (mir gegenüber) das fliegen in meinem Falle nach Osteuropa auch mit der Zeit. Ich habe 3 Wochen Ferien und da kann ich nicht noch 4 Tage für Hin- und Rückreise brauchen und das Geld ist ein weiterer Faktor. Fragt sich halt wie radikal man seine Ansichten durchziehen will oder nicht. Ich bemerke bei mir einfach eine immer tiefer fallende Hemmschwelle, gegen die eigenen Prinzipien zu verstossen, ist sicher auch eine Altersfrage. Mit dem Alter wird man bequem
Noch was zu den Fakten, weiss jemand eine gute Quelle in der man rauslesen kann wie es um den Verbrauch von Flugzeugen steht? Die Dinger werden ja schliesslich wie Autos auch immer umweltverträglicher, Problem is halt immer noch der Schadstoff-Ausstoss in in oberen Sphären...einfach Infos rund um dieses Thema. Besteht immer das Risiko das man bei alten Vorurteilen stecken bleibt...
Pantitlan
Beitrag vom Montag, November 17, 2003 @ 17:50
Das mit der "Rechtfertigung" ist so eine Sache. Ansich zeigt sie jedoch, dass wir den ökologischen Gedanken bereits als eine Form von ethischem Imperativ erinnerlicht haben, sonst würden wir uns auch nicht "rechtfertigen" müssen, wenn wir gegen die Umweltethik verstossen. Daraus lässt sich meiner Meinung nach auch leichter verstehen, wieso das Thema oft sehr schnell persönlich genommen wird: wirfst du mir nämlich Umweltsünden vor und ich eigentlich weiss, dass das was ich tue an sich schlecht ist (ich es aber trotzdem wegen meiner durchaus verstänlichen und überdies ausgesprochen menschlichen Bequemheit tue), bleibt mir nichts anders übrig, als darin einen persönlichen Angriff auch mich zu sehen. Oder?
im Lufthansamagazin steht immer, wieviel Verbrauch die Flotte im Schnitt pro Sitz und 100km hat. Das sind im Moment um die 4 Liter. Allerdings kann ich mir der Zahl nicht wirklich viel anfangen, denn Kerosin ist ja nicht das gleiche wie Benzin und so weiter...
davey
Beitrag vom Dienstag, November 18, 2003 @ 18:03
Na wenn das mal kin aktuelles Thema für mich ist
Ich bin letztes Wochenende von meinem 4-wöchigen Australientrip nachhause gekommen, und der Flugweg nach Down Under ist ja bekanntermassen nicht eben gerade ein Katzensprung.
Ich persönlich versuche mein Leben auch gewissen ökologischen Spielregeln zu unterordnen, da ich der Meinung bin, dass jedes Indivduum Verantwortung für den Lebensraum in dem er lebt(in unsrem Falle der Planet Erde) trägt und auch eine Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen hat - will heissen: man soll seinen Kindern und Enkeln eine möglichst lebenswerte Erde hinterlassen. Das nur als allgemeiner Hinweis meinerseits.
Jetzt ist es ja so: um die Erdatmossphäre im Gleichgewicht zu halten,darf es nicht mehr C02Emissionen geben, als die Pflanzenwelt etc. aufnehmen kann, das sonst ja der Treibhauseffekt entsteht. Kurz vor meiner Australienreise habe ich jedoch gelesen, dass wenn man mit dem Flugi eben nach Australien fliegt seinen CO2-Emissionsguthaben für 8 Jahre ausgelastet hat. D.h. ich dürfte wohl die nächsten 8 Jahre nicht einmal mehr ausatmen, damit ich gesamthaft nicht mehr Treibhausgase erzeuge, als die Umwelt aufnehmen kann. Diese Tatsache hat mich dann doch etwas erschreckt und mein ökologisches Gewissen hat sich zu Wort gemeldet.
Mit einem Flug in die Ferien werden also nahezu alle meine Bemühungen ein ökonomisch vernünftiges Leben zu führen über den Haufen geworfen.
Ich bin bislang noch nicht zu einem Schluss gekommen, ob es gesellschaftlich zu verantworten ist, dass ich zu meinem persönlichen Plausch so viel Umweltverschmutzung erzeugen darf. Denn von meiner Reise profitiert die Gesellschaft nicht, die erzeugte Umweltverschmutzung belastet sie jedoch sehr wohl.
Vielleicht ist diese Zahl auch falsch berechnet, mit den 8 Jahren. Aber ein Flugzeug ist ja nicht eben gerade sparsam was seinen Kerosinverbrauch betrifft.
Wenn man jedoch deine Zahl in Betracht zieht, Pantitlan, dann erzeugt ein Flug nach Australien (ca. 16'000km) kaum mehr Benziverbrauch als ein paar Mal nachtanken mit dem Auto.
Ich werde mich nochmal auf die Suche machen, nach dem Artikel in dem diese 8 Jahre erwähnt sind...
soxa
Beitrag vom Freitag, November 21, 2003 @ 13:29
gut.. die frage ist an und für sich berechtigt, nur: es kommt wohl ganz auf die person an.
bei mir zum beispiel.. ich würde niemals auf die idee kommen ein ferienziel mit dem flugzeug zu erreichen wenn das auch mit dem zug geht.. da ICH ein eingefleischter zugliebhaber bin.
die vorteile der zugfahrt sehe ich darin das die reise bis zum spiel schon verdammt spannend ist.. wenn man mehr als ein land durchquert.. all die verschiedenen landschaften, verschiedene sprachen, verschiedene menschen die ein und aussteigen und die verschiedenen züge. ich fliege gerne, das ist klar.. ich bin bisher auch oft mit dem flugzeug gereist, weil ich viel von der welt, jedoch relativ wenig von europa gesehen habe.
die zukünftigen reisen werden allerdings allesamt mit dem zug gemacht sofern dies möglich ist.
ich meine klar, mit dem flugzeug fliegt man vielleicht 4 oder 5 stunden, mit dem zug reist man 3 oder 4 tage, aber ist die zugfahrt nicht auch schon ein erlebnis?
Pantitlan
Beitrag vom Samstag, November 22, 2003 @ 13:38
Also das mit den vier Litern ist pro 100 Kilometer und pro Sitz. Dabei ist natürlich klar, dass diese Zahl so gerechnet worden ist, dass sie suggerieren soll, dass das Flugzeug umweltfreundlicher als das Auto sei. Ich weiss nicht, ob diese Suggestion stimmt und ob es wirklich umweltfreundlicher ist, wenn ein Jumbo nach Australien fährt als wenn 400 Autos die gleiche Strecke zurücklegen würden. Ich denke, da kommen noch andere Faktoren in Betracht.
Das was Soxa sagt, macht eigentlich schon Sinn. Es ist sicherlich auch ein Traum von mir, einmal ohne zu fliegen nach (sagen wir mal) Japan zu reisen. Aber ich glaube, nachdem ich das einmal (und allenfalls noch einmal zurück) gemacht habe, kommt dann doch irgendwann der Punkt, wo ich halt doch lieber fliege. Immer die gleiche Strecke ist ja auch nicht spannend und gerade der Teil in Europa reizt mich leider nicht so sehr (abgesehen davon, dass er ein bisschen teuer ist). Ausserdem bin ich schon so oft wirklich lange Strecken im Zug und im Bus gefahren (in China: 30 Stunden und mehr hat man schnell mal zusammen) und mittlerweile finde ich das doch auch schon ein bisschen repetitiv. Bleibe nun also lieber länger an einem Ort und hänge weniger in den Verkehrsmittel rum. Aber das kommt vielleicht auch mit dem Alter...
kita
Beitrag vom Dienstag, November 25, 2003 @ 06:07
Ich würde von mir schon behaupten, dass ich auch nach ökologischen Gesichtspunkten handle. Aber nun zur Verteidigung für alle, denen es -wie mir- nicht immer gelingt eine Einsicht auch in die Tat umzuwandeln: Wir haben die Welt so gestalten, dass wir sie irgendwie auch wieder kaputtmachen. Auf Grund der kurzen Ferienzeiten ist man halt gezwungen für gewisse Distanzen ein Flugzeug zu nehmen. Andererseits liegen auch viele Gehälter nicht gerade so hoch, dass man sich ökologisches Denken jederzeit leisten kann.
So kommt es dann, dass ich eher eine Stunde Fussmarsch zu meinem Arbeitsplatz auf mich nehme, als mir ein Anschlussbilett zu holen, aber meistens den Bus nehme, wenn ich mein Jahresabo gebrauchen kann. Und wenn ein Flug teurer ist als der Zug, dann nehme ich den Zug. (Bei meinen Reisezielen innerhalb Europas der Fall.)
Leftwing
Beitrag vom Freitag, November 28, 2003 @ 14:36
Panti, das mit den Litern is ja eben so eine Sache, spielt ja auch eine Rolle in welche Sphäre die Abgase ausgestossen werden und hoch oben ists scheinbar schädlicher...
Kita, ist man denn unbedingt gezwungen das Flugzeug zu nehmen weil man wenig Zeit hat? Wäre der korrekte Ansatz nicht, das man eben die Zieldestination anders wählt? Wir gehen hier wohl alle davon aus: Ich will nach XY wie komme ich am okölogischsten dort hin? Und merken dann das man aufgrund der begrentzten Ressourcen Zeit/Geld halt doch den Flieger nehmen müssen. So rechtfertigen wir unser Öko-Gewissen, aber es ist eine billige Rechtfertigung. Geht es halt eben nach Italien mit dem Zug statt nach Südafrika mit dem Flieger. Was meint ihr zu dem Gedanken?
Natürlich ist es philosphisch. Es st schwer in einer Gesellschaft die von einem Machbarkeitswahn befallen ist einen anderen Weg zu gehen. Scheitere auch andauernd.
kita
Beitrag vom Samstag, November 29, 2003 @ 08:08
Leftwing, im Prinzip stimmt das. Natürlich kann ich ein Ziel wählen, das ich zeitlich auch mit dem Zug bewältigen kann. Aber mir scheint das dann doch ein recht utopischer Plan. Denn warum gehen wir denn in so ferne Länder? Ich zähle mal ein paar Gründe auf: Geschäftsreise, Besuche von Verwandten und Freunden, Kulturaustausch, etc.
Bei Letzterem siehst du sicher auch, dass er für unsere Gesellschaft ziemlich ist. In der Geschichte hätten wir wohl so einiges an Problemen vermeiden können, wenn wir nur ein reales Bild von der Aussenwelt gehabt hätten.
Besuche sind dann wohl eher Ansichtssache, aber wenn z.B. deine Freundin weiss ich nicht wie weit weg wohnt, dann gehst du bestimmt nicht mit dem Zug nach Italien, sondern zu ihr, nicht?
Geschäftsreisen sind so eine Sache. Wir müssten dann wahrscheinlich unser ganzes Gewinnstreben über Bord werfen. (Wäre nicht schlecht.) Aber abgesehen davon behindert das natürlich dann auch den Austausch an Ideen, wenn wir nur auf dem Binnenmarkt tätig sind. Aber tatsächlich liegt hier wohl noch Potenzial.
Wo wir aber sicher noch Ressourcen sparen könnten, ist der Import und Export von Lebensmitteln, etc. Jedoch auch hier wieder die Frage: Kann sich jeder schweizer Obst leisten? (Und es geht mir da jetzt nicht nur um Obst.)
Ja, und was fordert mein Geschichtslehrer da immer? Vermögens- und Einkommensumverteilung! Wenn du willst, das wir alle wieder ein friedliches Zugfahrerleben führen (und vielleicht nicht mal das), dann sollten wir erstmal dafür sorgen, dass niemand mehr Geld für ökologischen Unfug hat.
Leftwing
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 4, 2003 @ 11:20
Kita, ich finde das gar nicht utopisch, es ist ja ziemlich simpel, will ich Wärme geh ich nach Italien an den Strand usw.
Wieso man in ferne Länder geht ist wohl eine sehr unterschiedliche Motivation und ich bezweifle das die Mehrheit der Leute die auf die Malediven, Sri Lanka, Thailand, Dom. Rep. gehen den Kulturaustausch im Herzen tragen (ich hoffe ist klar auf was für eine Toursiten-Klientel ich anspreche).
Zur Sache mit der Freundin willich mich nicht äussern, weil wie gesagt will ich das Thema auf die persönlichen Ferien beschränken, deren Motivation schlichtwegs das Amüsement, erleben, ausspannen was auch immer sind...Ferien halt. Freundin besuchen ist sowieso was anderes wie auch Geschäftsreise oder Besuch von Verwandten. Das sind "höhere" Motivationen (ich bin z.B. für 2 Wochen nach Kanada geflogen zu meiner Freudin, ökologischer Wahnsinn, aber das ist mir in dem Moment egal, weil ich eben zur Freundin will, ob sie in Schaffhausen, auf Kiribati oder eben in ugly Canada ist)...
Import/Export ist auch wieder ein anderes Thema. Ist nicht in Ordnung, aber eben, es gibt noch andere Sachen die viel schlimmer sind als unsinnige Flüge, aber so kommen wir nirgendwo hin.
Ob eben das rumjetten mit Kulturaustausch zu rechtfertigen ist, mh, das wär eigentlich auch ein Thema wert. Fördert das Reisen wirklich den (gegenseitigen) Kulturaustausch? Ich bin mir da ehrlich gesagt nicht immer schlüssig. Ist enorm vom Reisenden abhängig (womit wir wieder bei den Klientel wären die ich am Anfang angesprochen habe)...
Pantitlan
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 4, 2003 @ 11:34
Freundin besuchen ist etwas anderes? Ich überlege mir, ob wir noch ein Thread zur Ökologie von Fernbeziehungen aufmachen sollten... es scheint, als hätten wir alle schon Freundinnen auf anderen Kontinenten gehabt... Was macht denn den Reiz davon aus? Also, ich muss nun gehen, aber wenn das jemand von Euch aufmachen will, würde ich (so als Administor) das Thema nicht löschen...
Leftwing
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 4, 2003 @ 12:03
Nana ist nicht so das ich sie in Kanada kennen gelernt habe, sondern das sie für ein Jahr rüber ging, Fernbeziehung war keine Abischt sondern ist leider einfach passiert
oh hoppla, Off-Topic...ja kann ja jemand ein Thread dazu aufmachen...hehe
kita
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 4, 2003 @ 14:24
Leftwing, ich bin mir da durchaus im Klaren, dass man Unterschiede unter den einzelnen Touristen ausmachen kann. Wenn jemand keine spezielle Motivation für eine lange Reise hat, kann er ruhig zu Hause bleiben. Aber ich bin mal davon ausgegangen, dass wir hier nicht über solche Touristen reden.
Ob und wie sehr wir Kulturaustausch betreiben indem wir einfach wegfahren, weiss ich nicht. Aber wir könnten es auch gar nicht vermeiden. Mal abgesehen von Pauschalreisen, bei denen du null auf dich selbst gestellt bist und du deine Kultur gleich mitbringen kannst, wirst du immer mit der neuen Umgebung konfrontiert sein. Vielleicht ist das dann noch kein Austausch, aber immerhin Kulturaufnahme. Und mir fielen da spontan genug Leute ein, bei denen sich 'ne Reise in ferne Länder richtig lohnen würde, egal wie sehr die Umwelt leidet..!
Pantitlan
Beitrag vom Freitag, Dezember 5, 2003 @ 04:41
Du scheist mir ja recht hoffnungsvoll zu sein, kita, was den kulturaustausch betrifft. ich bin da ein bisschen skeptischer, auch aus eigener erfahrung, weil ich gesehen habe, dass mein eigentlicher anspruch und ei wirklichkeit nicht immer dem vergleich standhielten. wirkliche austausche sind mir bis jetzt erst in china und japan gelungen, in einem begrenzten mass vielleicht auch noch im iran. aber zum beispiel in ganz südostasien (ausnahme malaysia) habe ich nie den zugang zur kultur und zu den menschen gefunden, auch wenn ich viele leute kennengelernt habe. ich weiss nicht, ob das am land, an mir, am zufall, an einer kombination der ersten beiden oder an einer kombination aller drei liegt, aber das hat mich schon ernüchtert. dies vor allem deshalb, weil ich mich eigentlich auf meine reisen schon gut vorbereite, mich immer mit geschichte und sprache zumindest ein bisschen auseinandersetze und mir für die einzelnen ziele auch zeit nehme.
fremdwahrnehmung ist eben so eine sache. es gibt dazu in der ethnologie schon seit längerem einen spannenden diskurs, vor allem auch hinsichtlich der reiseberichtsschreibung seit der frühen neuzeit. dabei scheinen vor allem zwei positionen vertreten zu werden: die ersten sagen, dass bisher die, welche fremde beschrieben, sich nie die mühe genommen haben, sie wertfrei (nicht wertlos, das haben sie schon manchmal getan) zu betrachten; wenn sie jedoch ihr Denken dem Postulat der Wertfreiheit (das ja so eigentlich erst Anfang des 20. Jrh. von Max Weber so formuliert worden ist) unterstellt hätten, sie das Fremde tatsächlich in seiner kulturellen Eigenheit hätten erfassen können. Die andere Position meint, dass eine kulturelle Wertfreiheit gar nicht möglich sei, da wir, um überhaupt verstehen zu können, immer auf ein kulturell geprägtes Vorwissen referieren müssen. dieses vorwissen würde sich jedoch per se von demjenigen der fremden unterscheiden, so dass ein gegenseitiges verstehen durch die natur der sache gar nicht möglich sei. (vgl. Osterhammel, Jürgen: die Entzauberung Asiens, München 1999 glaube ich)
Wie ich mich selbst zu diesem Diskurs positionieren muss, ist mir noch nicht ganz klar. Aber ich glaube schon, dass Kulturaustausch und Völkerverständigung sehr viel schwerer sind, als wir gemeinhin anzunehmen pflegen. Aber, ich glaube, eine Freundin, oder einen Freund, aus einem fernen Land zu haben ist bestimmt ein guter Grund, um sich wirklich mit dem Fremden auseinander zu setzen. Doch auch hier müssen wir aufpassen, dass wir nicht einfach das uns Bekannte über das fremde rüberstülpen, um das fremde zu inkorporieren und es damit zwar zu ent-gefährlichen, aber eben es auch zu ent-fremden...
Okay, ich höre mal auf, sonst schreibe ich hier noch die ganze Nacht...
Leftwing: ich habe nun den Offtopic einmal eröffnet. Siehe hier
i
xena
Beitrag vom Dienstag, Dezember 23, 2003 @ 04:39
Ich finde nicht unbedingt, dass es ein grosser Unterschied macht, ob man einmal für eine Woche 10 Stunden fliegt oder gerade für ein halbes Jahr. Es sollten einfach gleich lange Stricke sein. Problematischer finde ich es, wenn jemand jedes Wochenende wegfliegt. Dann denke ich schon, dass man es besser bündeln soll. Aber viele Leute können sich halt nicht den Luxus von so superlangen Ferien leisten und ich finde es dann nicht nett, wenn diejenigen, die eh schon diesen Vorteil haben, noch weiter privilegiert werden.
Pantitlan
Beitrag vom Montag, Februar 16, 2004 @ 23:20
Ja, das ist natürlich auch ein Argument...
opodia
Beitrag vom Dienstag, Februar 17, 2004 @ 13:35
Und zum Thema Ökologie und öffentliche Verkehrsmittel:
Zumindest Ende der Neunziger wurden im Rhein/Main Gebiet in den Regionalbahnen um die 6,5 Liter je 100km und Passagier verbraucht. Perverse Schlußfolgerung: Es wäre ökologisch sinnvoller, wenn jeder alleine mit einem VW-Polo oder so zur Arbeit fahren würde.
Die Auslastungen der Züge müssten sich massiv verbessern, um ökologisch sinnvolle Werte zu erreichen.
Pantitlan
Beitrag vom Dienstag, Februar 17, 2004 @ 14:45
Ist das tatsächlich so, Opodia? Wenn dem so wäre, liesse sich Dein Schluss wohl schon ziehen. Wobei bei uns fahren zum Beispiel die Busse mit umweltfreundlicherem Erdgas oder Strom und wir haben keine Dieselzüge. Ich nehme mal an, dass sich seither auch beim Verbrauch was gemacht hat. In den 90ern hat vielleicht auch ein Polo mehr geschluckt... |
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Verfasst am: Di 26. Jul. 2005; 19:57 |
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| Helen |
| Fullmoonpartyjäger |
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| Anmeldungsdatum: 26.07.2005 |
| Beiträge: 18 |
| Wohnort: Tübingen |
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Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, wenn ich das Topic nicht durchgelesen habe. Ihr bekommt trotzdem meine Reise-Links:
Forum Anders Reisen
Fliegen mit "Emissionsgutscheinen"
Was mich betrifft ... Auch wenn ich nicht ernsthaft damit rechne, mein ganzes Leben lang ohne Führerschein auszukommen - meine ökologischen Ansprüche möchte ich doch irgendwie in's gutbürgerliche Leben hinüber retten. Wenn schon leben, dann bitte richtig!
Peace!
Helen
P.S.:
@Lionel, ich habe in Sachen CO2-Guthaben andere Informationen. Eigentlich dürfte jeder Mensch nur 3000 Kilogramm CO2 pro Jahr "ausstoßen", während mein Japan-Flug auf eine "pro Kopf Erwärmungswirkung" kommt, die 6800 Kilogramm CO2 entspricht. Diese Info ist allerdings von Atmosfair (Link siehe oben), das mir mit seinen großzügigen Zahlen irgendwie komisch vorkommt. (Ich verbuche es nur deshalb unter seriös, weil es prominente Schutzpatronen aufweisen kann.)
Die Frage ist allerdings, um wie viel diese 3000 Kilo Jahresguthaben in unserem Alltag überschritten werden; vielleicht hat dein Prof (ich mag ihn, grüß ihn von mir ) eine Berechnung, die das mit einbezieht. Keine Ahnung. |
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