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zeitungsartikel über japan
BeitragVerfasst am: Di 15. Apr. 2008; 15:25 Antworten mit Zitat
bulu-bulu
Yetijäger
Anmeldungsdatum: 28.01.2007
Beiträge: 90
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da noch die einen oder anderen (reise-)artikel (bitte ergänzen) über tokyo:

tokyo - shinjuku
http://www.sueddeutsche.de/reise/artikel/796/138512/

tokyo - midtown
http://www.sueddeutsche.de/reise/artikel/832/107725/

tokyo - orientierung
http://www.sueddeutsche.de/reise/artikel/880/94786/

tokyo - reisebericht
http://www.sueddeutsche.de/reise/artikel/724/78646/

tokyo - erdbeben
http://www.sueddeutsche.de/reise/artikel/410/70340/
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BeitragVerfasst am: Di 15. Apr. 2008; 15:27 Antworten mit Zitat
bulu-bulu
Yetijäger
Anmeldungsdatum: 28.01.2007
Beiträge: 90
Wohnort: zürich




und noch zwei:

Wo Männerfantasien zu Plastik werden

Neidhart Christoph (nh)

Shopping zählt zu den liebsten Beschäftigungen der Japaner. In Tokio gibt es ganze Quartiere, die sich bestimmten Waren verschrieben haben. Auch für Touristen ein Erlebnis.
Von Christoph Neidhart

Akihabara ist ein Bubentraum. In Tokios so genannter Electric Town gibt es alles, was sich kleine und grosse Männer immer schon gewünscht, aber nie geleistet haben: Hochleistungsstationen für Amateurfunk, edelste Modelleisenbahnen. Oder Helikopter, so gross wie Velos, die ferngesteuert fliegen, und neuerdings auch Winzlinge, etwa der Heli-Q, der von der Handfläche starten kann. Nicht viel grösser als eine Hornisse. Und, wenn er einem um die Ohren fliegt, noch nerviger. Vor allem aber gibt es in Akihabara alle Arten Computer und dazu das neueste Zubehör.

Es begann als Schwarzmarkt

Das Viertel liegt im Osten von Tokio zwischen den beiden wichtigen Bahnhöfen Tokyo Station und Ueno. Die Ursprünge der Electric Town gehen auf einen Schwarzmarkt nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Später wurden hier die ersten Transistorradios, die ersten Fernseher und Waschautomaten verkauft. Das gibt es inzwischen überall, Akihabara richtet sich heute eher an Fachleute und Freaks als an den Normalnutzer. Es gibt etwa Läden, die nur Kabel verkaufen.

In den engen Gängen unter dem Bahnhof findet man auch alles, was ein Spion zum Leben so braucht: Wanzen, Abhörgeräte, winzige Bewegungssensoren, Überwachungskameras, so klein wie ein Hosenknopf, drahtlos und ferngesteuert.

Meist mit anderem Betriebssystem

Und viel Ramsch. Vor vielen Läden stehen Wühlkisten auf der Strasse. Darin findet man Computermäuse und -tastaturen, Webcams, Speicher- und gebrauchte Grafikkarten. Sogar LED-Bildschirme werden hier im Freien verkauft.

Wer sich auskennt, kann seine elektronischen Geräte hier günstig aufrüsten. Allerdings sind die japanischen Programm-CDs mit englischen oder gar schweizerischen Windows-Betriebssystemen oft nicht kompatibel, man muss die Treiber später vom Internet herunterladen. Einige Läden richten sich deshalb speziell an Touristen, sie führen englische Modelle, verkaufen diese allerdings etwas teurer. Und ihre Auswahl ist eher Mainstream.

Für weniger als 300 Franken kann man gebrauchte Laptops finden, die noch perfekt funktionieren, allerdings meist mit japanischem Betriebssystem.

Wer es wagt, seinen Laptop selber zu reparieren, oder wer einen Desktop selber bauen will, kauft sich hier vom Motherboard bis zum Spezialstecker alle Teile, oft spottbillig. Man muss nur suchen. Auch die nötigen Werkzeuge, vom Lötkolben bis zur Messanlage.

Spielzeug für notorisch scheue Jungs

Wenn Japaner ein Hobby haben, betreiben sie das konsequent. Oft fast radikal. Wer bloss einen Computer braucht, kommt dafür kaum eigens nach Akihabara. Computer-Enthusiasten, Touristen, russische Einkäufer (für die einige Läden, versteckt in den oberen Stockwerken, ihre Secondhandware auch russisch anschreiben) und andere einsame Männerseelen dagegen zieht das Viertel von weither an. Hier decken sich jene vielen jungen Japaner, die notorisch scheu sind, mit jenem Spielzeug ein, das ihnen das Sozialleben ersetzt. Und weil hier alles ein bisschen anders ist, gibt es in Akihabara sogar Döner-Kebab-Stände, sonst in Japan eine Rarität.

Allerdings ist auch Denki Town, wie es die Japaner nennen, nicht mehr, was es einmal war. Der Hauptteil des gemütlichen alten Bahnhofs glänzt inzwischen in Glas und Stahl, sein Vorplatz gähnt leer. Das kleinteilige Chaos verschwindet langsam, die schmalen Häuser mit den winzigen Läden werden abgerissen.

An ihre Stelle bauen japanische Elektronikketten ihre Warenhäuser. Und von jenen kleinen Läden, die bleiben, gehören mehr und mehr den grossen Firmen, besonders viele Sofmap, eine Kette, die selber aus einem winzigen Softwareladen in Akihabara entstanden ist.

Manche dieser Nischenläden sind spezialisiert auf interaktive Computerspiele. Zu mittelalterlichen Kriegs- und Spionagespielen oder Fussballturnieren und Zeichentrickpornos kann man hier immer neue Figuren erwerben, neue Mittelstürmer oder neue Gespielinnen. Hier verschmelzen die Männerfantasien von Technik, Sport und Sex zum virtuellen Rundumersatz, der sich per Mausklick zu Hause aufrufen lässt.

Auch wer nie eine Amateurfunkanlage oder ein Porno-Manga kaufen wird, spielt hier ein wenig mit den Funkgeräten herum. Oder ergötzt sich an den prallen Kurven und den geradezu akrobatischen Verrenkungen der Mangafiguren.

In Akihabara haben auch Alpträume ihren Anfang. Jüngst verlor ein bekannter Ökonomieprofessor, der oft im Fernsehen als Experte auftrat, seine Stelle, weil er wiederholt dabei erwischt wurde, mit einem Spazierstöckchen, auf das er eine Videokamera montiert hatte, jungen Mädchen in der S-Bahn unter die Röcke zu blinzeln.

Bier, das für immer frisch bleibt

Etwas östlich von Akihabara, drei Stationen mit der Ginza-Metro Richtung Asakusa, liegt Kappabashi, die Küchenstrasse. Ein Traum für alle, die gerne kochen. Die Läden hier sind auf Geschirr, Pfannen, Töpfe, Messer, Essstäbchen in Grosspackung für Restaurants, Servietten, Kneipenmöbel, Speisekarten und Leuchtschrift-Wirtshausschilder spezialisiert. Und ganz besonders auf jene Attrappen, mit denen japanische Restaurants ihr Menü in einer Vitrine zur Strasse ins Bild setzen.

Die frisch gezapften Biere verschiedener japanischer Brauereien zum Beispiel sehen nicht nur täuschend echt aus, ihr Schaum gibt auch nach, wenn man den Finger hineindrückt; nur feucht ist er nicht. Teller voller Spaghetti, Hamburger mit Ketchup und Pommes frites, Gemüse, dicke rohe Steaks, Brote, Croissants, Torten, Krebse, zwei frisch geköpfte Aale: In der Küchenstrasse findet man alles als Attrappe, was man in einer Küche finden kann. Natürlich auch viele Sorten Sushi.

Zweifellos verleiten die naturgetreuen Nachbildungen manche Touristen zu Bubenstreichen. Allerdings verderben einem ihre Preise hier den Spass. Ein kleines Plastiksushi kostet umgerechnet 12 bis 20 Franken, ein Hamburger 30 bis 50, ein ganzes Tellergericht oft mehr als hundert Franken.

Gut, gibt es die Sushi auch als Magnete für die Eisschranktür. Oder als Flashmemory für den Computer. So wird aus dem teuren Scherz ein nettes Souvenir.

TIPPS & INFOS

Allgemeine Infos

Gut beraten ist man bei Jalpak in Zürich, Tel. 043 344 72 95, www.jalpak.ch

Flüge: Direktflüge täglich mit Swiss nach Tokio ab rund 1700 Franken. Wer in Paris, Frankfurt oder London umsteigen mag, kommt günstiger hin, mit etwas Glück sogar unter 1000 Franken.

Shopping-Quartiere in Tokio

Shinjuku: Grosse Warenhäuser wie Takeshimaya, Keio, Odakyu, Yodobashi, aber auch die Buchhandlung Kinokuniya. Im Untergeschoss zwischen West-Exit und Yodobashi finden wechselnde Märkte statt; hier kann man, je nach Woche, Computertaschen, Koffer und Rucksäcke, Herrenschuhe und Anzüge, eingelegtes Gemüse oder Kopfkissen äusserst günstig finden. (Metro, JR: Shinshuku)

Ginza: Tokios Bahnhofstrasse mit vielen internationalen Geschäften. Besonders interessant: Ito-ya, Schreibwaren auf 11 Stockwerken. Mitsukoshi, die Lebensmittelabteilung in drei Untergeschossen, in denen es viele kleine Versucher gibt. (Metro: Ginza, JR: Tokyo Station) Omotesando: Harajuku, das Modedreieck Tokios, mit Läden fast aller bekannter und vieler unbekannter Mode-Labels. (Metro: Omotesando) Shibuya: Teenagermode, Kneipenviertel, Love-Hotels (Metro, JR: Shibuya) Jimbocho: Tokios Buchhandelsquartier mit vielen Antiquariaten, von denen einige auch fremdsprachige Bücher führen. (Metro: Jimbocho) Ikebukuro: Das lauteste, bunteste aller Einkaufsviertel mit chinesischen und koreanischen Läden und Restaurants. (Metro, JR: Ikebukuro). Elektronik und Kameras: Yodobashi Camera: Filialen in Shinjuku (West-Exit) und Akihabara. Bic Camera: Filialen in Yurakucho (nahe Ginza und Tokio Station), Ikebukuro (4 Filialen, für verschiedene Produktgruppen), Shinjuku.

Do-it-yourself, Papeterie, Reiseartikel: Stylish und praktisch: Tokyu-Hands: Filialen in Shinjuku, Shibuya, Ikebukuro. Loft: Filialen in Shibuya, Ikebukuro, Marunouchi ( Tokyo Station) Wohnen, Küche: Preiswertes japanisches Design. Muji: überall in der Stadt, u.a. in Yurakucho, Harajuku, Tokyo Midtown (Roppongi)

Kleider: UNIQLO: fast 100 Filialen überall in ganz Tokio. (nei)


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Tokios skurrilste Ecken sind Inseln

Wer eine Japanreise plant und Tokio besucht, sollte die künstlichen Inseln vor der Stadt nicht vergessen. Sie bieten spannende kleine Zeitreisen und eine Menge Unterhaltung.
Von Ruth Bossart

Die Tür des kleinen Holzhauses klemmt beim Schieben. Im Geschäft herrscht vornehme Dämmrigkeit. Drei Frauen in weissen Schürzen und Häubchen sitzen mit untergeschlagenen Beinen am Boden. Ein freundliches «Irasshai» - seien Sie willkommen - kommt im Chor. Es riecht ungewohnt. Die Frauen verschwinden hinter den roten Schalen mit schwarzem, orangefarbenem, hellbraunem, gelbem Inhalt. Handgeschriebene Preisschilder verraten, was drin ist: Babysardellen, Seetang, Tintenfische.

Hier werden nicht weniger als 18 verschiedene Tsukudani hergestellt und verkauft, gekochte Häppchen, deren Bezeichnung vom Namen der Insel abgeleitet ist, auf der wir uns befinden: Tsukudajima. Man kocht Meeresfrüchte oder Gemüse in einer Gewürz- und Sojasauce, wobei auch etwas Zucker nicht fehlen darf. Die so konservierten Fische, Muscheln oder Seegräser sind eine begehrte Delikatesse und werden mit einer Schale Reis gereicht. Das Rezept ist dasselbe wie im vorletzten Jahrhundert.

Die Frauen lächeln freundlich, alle drei beraten bei der Auswahl. Flink wird das Gewünschte in eine kleine Holzkiste gepackt, ein Papier darum gewickelt und mit einem Gummiband befestigt. Das Rückgeld fischt die Frau aus einem Korb, der von der Decke hängt. Wahrscheinlich war das schon 1837 so, als der Laden eröffnet wurde.

Fischerinsel aus dem 17. Jahrhundert

Damals war Tsukudajima noch eine regelrechte Insel, die von Festland-Tokio aus nur mit einer Fähre erreichbar war. Viele Bewohner der Insel fanden ihr Auskommen als Fischer. Die Insel hatte man im 17. Jahrhundert im Wattenmeer aufgeschüttet. Sie war der erste Stadtteil in der Tokioter Bucht, der dem Meer abgerungen worden war.

Tokio wuchs, und der Landhunger war unersättlich. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Tsukudajima massiv vergrössert. Das Neuland nannte man Mondland und baute darauf Maschinenfabriken und Lagerhäuser. Brücken verbanden nun die Insel fest mit Tokio. Die Fischer blieben auf Tsukudajima - bis zur Hochkonjunktur der 1960er- und 1970er-Jahre. Damals mussten viele aufgeben; das Wasser der Tokioter Bucht wurde immer dreckiger, die Fänge magerer, die Fischqualität schlechter. Die Fischer wurden Händler oder Gastwirte.

Lebendes Museum

Die meisten Einwohner leben in älteren Gebäuden, viele nicht höher als zwei oder drei Stockwerke. Über den engen Gassen trocknen Unterhosen, Strümpfe, Socken - festgeklammert an Eisenstangen. Auch die Futons werden gesonnt. Kein Haus, dass nicht Bonsaipflanzen und Blumen vor seiner Tür aufgebaut hätte und dazwischen ein Glas Goldfische.

Entlang den Strässchen zieht sich ein Kabelgewirr von Mast zu Mast. Im Falle eines Erdbebens ist die Reparatur von Strom- und Telefonkabeln natürlich einfacher, wenn sie nicht im Boden verlegt sind. Diese Insel hatte bisher allerdings Glück. Sie überstand das grosse Erdbeben von 1923 ziemlich schadlos. Und auch vor den Bomben des 2. Weltkriegs blieb sie verschont.

Ein offenes Fenster gibt den Blick frei in eine Restaurantküche, in der Monja-yaki zubereitet wird. Der neuere Teil der Fischerinsel ist bekannt für diese Speise. Auf gusseisernen Platten wird ein Teig aus Weizenmehl und Wasser gebraten, vermischt mit fein gehacktem Gemüse, Fleisch oder Meeresfrüchten.

Das Geschäft läuft sehr gut. Waren es 1954 gerade mal drei, so bieten heute über 60 Restaurants diese Spezialität an, die ursprünglich ein Bauchfüller für die Unterschicht war.

Eine Insel des Vergnügens

Das jüngste von Menschenhand geschaffene Landstück liegt keine drei Kilometer von Tsukudajima entfernt: Es heisst Odaiba und ist 448 Hektaren gross. Doch die beiden Inseln sind Welten auseinander: Auf Odaiba steht eines der grössten Riesenräder der Welt, futuristische Glitzergebäude säumen den Pier, Tausende von Touristen bevölkern täglich die vielen Spielhallen und Shoppingcenter, essen dort Burger, Crêpes oder Pizza. Undzum Dessert ordern sie Fruchtglace und Zuckerwatte - unkompliziert, vom Automaten ausgespuckt, für umgerechnet1.15 Franken.

Vom Festland her fährt eine Hochbahn nach Odaiba. Lautlos, vollautomatisch die Ticketausgabe, die Fahrausweiskontrolle, der Zug wird durch Computer gesteuert. Der Führerstand bleibt trotzdem nie leer. Die Plätze in der Nase des Zuges sind die beliebtesten: Männer blicken konzentriert geradeaus, fast so, als wären sie im Dienst, und eine ältere Dame im grauen Kimono sitzt kerzengerade auf dem Stuhl, den Haltegriff mit der linken Hand fest umschlossen.

Die Fahrt über die Bucht und die weisse «Regenbogenbrücke» eröffnet neue Perspektiven: die Silhouetten der Wolkenkratzer, ein unendliches Häusermeer, linkerhand die Dächer der Fischerinsel und schliesslich das Riesenrad, die Strandpromenade mit Beachbetrieb, die spiegelnde Fassade von Fuji-TV.

Hunde zu vermieten

Odaiba ist up to date. Filme laufen hier schon vor der offiziellen Premiere, hier amtet ein Astronaut als Museumsdirektor, und Spazierhunde werden per Stunde vermietet. Nicht immer sah Odaibas Zukunft so viel versprechend aus. In den boomenden 1980er-Jahren wollte sich ein grössenwahnsinniger Bürgermeister ein Denkmal setzten und plante eine gigantische Bebauung - mit staatlichem Geld. Der Stadtvater wurde abgewählt, sein Nachfolger stoppte das Projekt. Niemand glaubte mehr an den Erfolg, man wollte lediglich die angefangenen Gebäude fertig bauen.

Doch es kam anders: Die romantische Aussicht, Restaurants, Parks, der Strand und das Riesenrad zogen Menschen an. Vor allem unter Jungen wurde Odaiba zum beliebten Ort fürs Händchenhalten. Die Investoren zeigten wieder Interesse und bauten Hotels, Spielbetriebe, Einkaufszentren. Der neuste Schrei ist ein Thermalbadepark, dessen Erscheinungsbild perfekt auf gute alte Zeit getrimmt ist: Badehäuschen aus Bambus, Besucher im klassisch bedruckten Baumwollkimono, Sushi und Sake unter Papierlaternen in Strassenzügen aus dem vorletzten Jahrhundert.

Einen Laden mit den Tsukudani, den eingekochten Meeresfrüchten von der Fischerinsel, sucht man allerdings vergeblich.

BILDER JAMES WHITLOW DELANO/AGENTUR FOCUS; ANDREAS MEICHSNER/VISUM

Auf der Vergnügungsinsel kann man Hunde mieten, auf der Fischerinsel (unten) gibts Altes mitten im Neuen.

TIPPS & INFOS

Tsukudajima (Fischerinsel)

Tsukudani-Geschäft Tenyasu

Das älteste Geschäft auf der Insel, 1-3-14 Tsukuda, Chuo-ku. Anfahrt: Mit U-Bahn Yurakujo-Linie bis Station Tsukishima, Ausgang 6. Geöffnet Di-So 9-18 Uhr; www.furusato100.net/tenyasu (Website nur in Japanisch, aber mit Tsukudani-Bildern; Link unten links)

Spaziergang

Durch die gepflasterten Strässchen im Viereck Sumida-Fluss, Chuo-Brücke, Kiyosumi-Dori-Strasse und Tsukuda-Brücke. Bei der Brücke stehen der Sumiyoshi- Schrein, der den Fischern geweiht ist, und der Tsukuda-Namioke-Inari-Schrein. Die Steine hinter dem Eingangstor werden für Steinwerferwettkämpfe gebraucht. Anfahrt: gleich wie zum Tsukudani-Geschäft.

Monja-yaki essen

Im Restaurant Monja Maruyama, 1-4-10 Tsuki-shima, Chuo-ku. Anfahrt: Mit U-Bahn bis Station Tsukishima, Ausgang 5 oder 8. Geöffnet Di-So 17-22.30 Uhr. Keine Kreditkarten.

Odaiba (Vergnügungsinsel)

Zuckerwattenautomat/Museum

Den Automaten findet man beim Eingang der Spielhalle «Super Power Amusement», direkt unter dem Riesenrad. Anfahrt: Mit Hochbahn Yurikamome-Linie, Station Aomi. 24 Stunden offen. Interessant ist das Museum für Zukunftswissenschaften (Nihon Kagaku Miraikan). Anfahrt: Mit der Hochbahn Yurikamome, Station Telecomcenter oder Fune-no-kagakukan. Geöffnet Mi-Mo 10-17 Uhr; www.miraikan.jst.go.jp/e/guide/index.html (englisch)

Die Hochbahn

Die Hochbahn Yurikamome fährt von Station Shimbashi über die Regenbogenbrücke nach Daiba oder Ariake. Beste Zeit: Ca. von 19 Uhr an kann man die Aussicht auf die Lichter der Stadt geniessen.

Thermalpark

Der Park heisst Oedo Onsen. Anfahrt: Mit Yurikamome-Hochbahn bis Station Telecomcenter. Geöffnet 11 bis 9 Uhr, letzter Eintritt 2 Uhr, billiger am Morgen, Eintritt ca. 30 Fr., Kinder die Hälfte. (inkl. Badetuch und Bademantel).
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BeitragVerfasst am: Di 15. Apr. 2008; 17:30 Antworten mit Zitat
bulu-bulu
Yetijäger
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Tokios Luxushotels liefern einander einen unerbittlichen Konkurrenzkampf


In Japans Hauptstadt ist unter den Luxushotels ein regelrechter Kampf entbrannt. Eine Marke überbietet die andere. Gewinner sind Geschäftsreisende und Touristen, die wohl nirgends auf der Welt besser umsorgt werden.
Bernhard Sutter, Tokio

Einst war es klar: In Tokio steigt man im «Imperial» ab, dem einzigen Haus westlichen Zuschnitts. 1890 in Holz an bester Lage neben dem Kaiserpalast erstellt, 1923 durch Frank Lloyd Wright in Stein spektakulär neu erfunden, 1976 als Hochhaus erneuert, strahlt es mittlerweile ältlichen Charme aus.

Sonst ist alles anders. Dutzende internationale Ketten überbieten sich mit Wolkenkratzern und Luxuszimmern. Das Angebot wächst jährlich um 100 Prozent. Die japanische Presse spricht vom « Tokyo Hotel War» und wartet darauf, welches Haus zuerst aufgeben muss.

Dem «Imperial» folgten «New Otani» und «Okura». Trotzdem musste das «Imperial» ständig mit hässlichen Annexbauten erweitern. Das rief internationale Ketten auf den Plan. «Four Seasons» folgte, Mitte der 90er-Jahre eröffneten «Westin» und «Park Hyatt».

Bar als Touristenattraktion

Letzteres erlangte durch Sofia Coppolas Film «Lost in Translation» Berühmtheit. Die New-York-Bar im 52. Stock, in der sich Bill Murray und Scarlett Johanson trafen, ist heute eine Touristenattraktion. Ein «Hyatt»-Manager zum «Bund»: «Wir wollten erst ablehnen. Weil Coppola darauf beharrte, erlaubten wir den Dreh – aber nur nachts zwischen zwei und vier Uhr. Heute sind wir heilfroh. Werbung erübrigt sich.»

Jahrelang teilten sich diese Häuser den Markt von Geschäftsleuten und gut situierten Touristen. Doch vor drei Jahren tauchte Hilton mit «Conrad» auf. Und dann kam eine Luxusmarke nach der anderen: zweites «Hyatt», «Mandarin Oriental», «Ritz Carlton», «Peninsula». Im Bau sind «Shangri-La» und «W Yokohama».

Nun spricht die Branche selbst von Krieg. Denn ohne Rücksicht auf Verluste wird der Markteintritt erzwungen, werden Milliarden investiert, Überkapazitäten geschaffen. Alle überbieten sich gegenseitig: «Imperial» investierte, «Westin» baute einen Spa, «New Otani» eröffnete ein «Hotel im Hotel», sogar Dreisternehäuser rüsten auf – Kosten egal. Dabei kommt es regelmässig zu Investitionsauswüchsen. So will jedes Hotel einen noch höheren Wolkenkratzer. Der Luxus geht ins Lächerliche: TV breiter als das Bett, Butler-Service, Toilette mit Gesundheitsanalyse.

Über die Gründe der Explosion wird gerätselt. Presse und Öffentlichkeit ereifern sich über verbaute Milliarden und Überkapazitäten. Nüchterner analysieren Experten. Emi Takahashi vom Online-Dienst «Travel Vision» schreibt: «Vor drei Jahren hatte diese reiche Geschäftsstadt noch kein einziges 6-Sterne-Haus. Investitionen sind nur logisch.» Sie verweist auf den Ausbau des Stadtflughafens Haneda bis 2010, der 37 Prozent mehr Besucher aus Asien bringen dürfte. Asiaten haben Markenbewusstsein. «Deshalb kommen asiatische Marken wie ,Peninsula‘, ,Mandarin‘, ,Shangri-La‘», so Takahashi.

Auslastung bleibt geheim

Bloss Gerüchte gibt es zur mangelnden Auslastung. Die Manager sitzen auf den Zahlen. Hingegen stehen die vorläufigen Sieger fest: Das «Ritz-Carlton» hat die trendigste Lage in Midtown, dafür ist die Einrichtung nicht so geschmackssicher; das «Peninsula», dessen GM vom «Park Hyatt» überlief, wirkt sehr modern, dafür sind Lobby und Banketträume klein; das «Mandarin Oriental» liegt im Geschäftsviertel, stattete sich so üppig aus, dass es als Erstes sechs Sterne erhielt (von Hotelbewertern, Japan kennt kein Sternesystem), und es hat die beste Aussicht. So kann General-Manager Christian A. Hassing sagen: «Wir sind immer voll.» Und Kommunikations-Chefin Chie Hayakawa: «Wir sind bei Schweizern sehr beliebt.»

Eine Frage des Status

Viele der anderen Häuser versuchen ausserhalb des Kern-Geschäfts Geld zu verdienen: als trendige Business-Meeting-Location, mit Banketten, Produkte-Launches, Spa-Besuchern – gar mit Tagesgästen; böse Zungen nennen das zu bauende «W» ein Luxus-Love-Hotel mit überbreiten Betten und Zimmer-Spa. Andere verfügen über kleine Kapellen und spezialisieren sich aufs lukrative Hochzeitsgeschäft. Im Top-Hotel heiraten, ist in Japan ein Statussymbol.

Um Status geht es auch bei den Geschäftsreisenden. Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen in Interlaken und langjähriger Asienkenner, sagt: «Wer nicht im bestem Hotel absteigen kann, wird von japanischen Geschäftspartnern nicht ernst genommen.» 800 Franken pro Nacht lohnen sich also.

Zuvorkommend umsorgt

Die ausgewiesenen Preise liegen trotz Überangebot immer noch bei 700 Franken. Doch im Internet oder per Deal kommt man heute viel günstiger zum Zimmer. Der schwächelnde Yen senkt den Preis weiter. Zudem ist in Tokio auch 3-Sterne-Komfort nicht billig. So stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis in den neuen Häusern. Und nirgends auf der Welt werden Gäste dermassen zuvorkommend umsorgt.

Derweil geht der «Krieg» weiter. Nun renovieren auch bestehende Häuser, andere ziehen sich zurück. Die Reisebüro-Vereinigung kommentiert, es gebe zu viele Hotels im Raum Tokio, sie begrüsst das aber, weil es die Qualität hebe: «Der Tourist findet bessere Hotels denn je.»

Der Ausbau der Bahnen bringt zudem neue Binnengäste, der schwache Yen mehr Ausländer – zehn Prozent mehr pro Jahr. 2010 will Japan 10 Millionen ausländische Gäste empfangen. Auch immer mehr Schweizer kommen: Seit 2004 sind ihre Ankünfte von 17000 auf 20000 gewachsen. So könnte die Rechnung der internationalen Hotelketten doch noch aufgehen.

Nüchterne Zahlen unterstützen diese Sicht: Von 10000 Hotels in Japan stehen nur 690 in der Hauptstadt, auf 30000 Hotelzimmer in Tokio gibt es erst 2000 mit fünf Sternen. Das «Mandarin» jedenfalls ist seiner Sache sicher: «Unser Vertrag mit der Hochhausbesitzerin hat 30 Jahre Kündigungsfrist.»

TOKYO

Das «Mandarin Oriental»

Tokios trendigstes Hotel, oft ausgebucht und damit vorläufiger Gewinner, ist das «Mandarin Oriental». Es ist vor zwei Jahren nach Tokio gekommen und hat Zeichen gesetzt: Es zog ins neuste Wahrzeichen der Stadt, den Mitsui Tower in bestem Geschäftsviertel. Es legte die Lobby nicht in den Eingang, sondern ins Penthouse im 38. Stock. Es stattete sich so üppig aus, dass es von der Academy of Hospitality Sciences als erstes Hotel 6 Sterne erhielt.

Ein Augenschein im Luxushaus unweit von Tokyo -Station, Bank of Japan und Mitsukoshi-Kaufhaus bestätigt es: Zimmer sind schwer zu bekommen; die neun Restaurants und Bars sind voll mit Leuten in Businesskleidung. Es ist schick, Geschäftspartner ins «MO» einzuladen.

Beim Nachmittags-Tee in der «Oriental Lounge» – von der man den 100 Kilometer entfernten Fujiyama sieht – fällt auf: Das «Mandarin» ist nicht nur Businesshotel. Tokios Ladys erholen sich hier vom Shopping, Touristen vom Sightseeing.

Eben wurde das «MO» fürs TV entdeckt: Das japanische Remake von «Lost in Translation» wurde hier gedreht.

www.mandarinoriental.com/ tokyo

Die übrigen Luxushotels

www.imperialhotel.co.jp

http:// tokyo .park.hyatt.com

http:// tokyo .grand.hyatt.com

www.ritzcarlton.com/en/Properties/ Tokyo

http:// tokyo .peninsula.com

www.conradhotels.com

www.Westin.com/ Tokyo

www.fourseasons.com/ tokyo

www.newotani.co.jp/en/ tokyo /

www.okura.com/ tokyo

www.princejapan.com

Anreise

Mit Swiss ab Zürich direkt.

www.swiss.ch

Wer schon im Flugzeug die japanische Gastfreundschaft erleben will: mit ANA via Frankfurt.

www.ana.airline-direct.de

Informationen

JNTO Frankfurt, 0049 69 20353

oder fra@jnto.de.

www.jnto.go.jp
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BeitragVerfasst am: Di 22. Apr. 2008; 06:43 Antworten mit Zitat
sandsturm
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 17.10.2004
Beiträge: 507
Wohnort: Bern




Ist das nicht urheberrechtlich heikel, ganze Beiträge ins Forum zu kopieren, auch wenn sie zweifellos sehr interessant sind?

_________________
Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
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BeitragVerfasst am: Di 22. Apr. 2008; 11:56 Antworten mit Zitat
bulu-bulu
Yetijäger
Anmeldungsdatum: 28.01.2007
Beiträge: 90
Wohnort: zürich




@admin: kannst es gerne löschen - es war sicherlich nicht meine absicht das gesamte forumsleben in bedrängnis zu bringen...

ps. falls jemand interessiert ist, ich hab das ganze auch als pdf zum ausdrucken
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BeitragVerfasst am: Mi 23. Apr. 2008; 07:31 Antworten mit Zitat
gabe
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 1532
Wohnort: Tokyo, Cape Town und Zürich




Ich bin kein Urheberrechtsspezialist. Ich bin der Meinung dass das keine grosse Probleme geben soll solang die Quelle dabei angegeben wird. Aber um sicher zu gehen könnte man natürlich auch das ganze verlinken und auf die entsprechende Seite hinweisen.

_________________
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gabe @ www.tokyo.ch
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http://grand-hirafu.myminicity.com
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