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| Ist der Yuan unterbewertet? |
| Ja, stark (über 25%) |
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66% |
[ 2 ] |
| Ja, etwas (0%-25%) |
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0% |
[ 0 ] |
| Nein, genau richtig |
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0% |
[ 0 ] |
| Nein, überbewertet |
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33% |
[ 1 ] |
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| Stimmen insgesamt : 3 |
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 | Chinesische Währungspolitik |  |
Verfasst am: So 06. Mai. 2007; 10:08 |
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| Aremonus |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
| Beiträge: 655 |
| Wohnort: Basel |
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Wie wir alle wissen, sind die meisten Güter in China günstiger als hier zu haben; vieles wird auch in China selbst produziert und kann daher - wegen den wegfallenden Transportkosten - auch günstiger angeboten werden.
Die US-Regierung ist der Überzeugung, dass der chinesische Yuan unterbewertet und somit zu einem guten Teil für das Handelsdefizit der USA verantwortlich ist. Sie fordert daher die Freigabe des Yuan, was die chinesische Regierung jedoch nicht durchführt, um das wirtschaftswachstum im Land zu erhalten.
Dem gegenüber stehen die chinesischen Anleger, welche zur Zeit gezwungen sind, ihr Geld im eigenen Land anzulegen und welche im Falle einer Freigabe mit hoher wahrscheinlichkeit eine Kapitalflucht aus China verursachen und somit zu einer Abwertung des Yuan führen könnten.
Ein weiterer Punkt ist die derzeitige Globale Firmenpolitik; viele Produzieren in China, gehören jedoch einer westlichen Holdinggesellschaft an und machen den meisten Gewinn in Europa und den Staaten, besonders gerne in Steuerparadiesen wie der Schweiz, was wiederum zu einer ziemlichen Überbewertung des Schweizerfranken (BigMac-Index: 140%) führt und den Yuan tief hält.
Meiner Meinung nach wollen die USA die Freigabe des Yuan, da China dann gezwungen wäre, ihre immensen Währungsreserven, welche grösstenteils in US-Dollar vorliegen, zu verkaufen. Somit würde der US-Dollar stark fallen und die US-Exporte umgekehrt proportional dazu steigen. China hätte plötzlich eine riesen Menge Yuan und der Yuan würde extrem verteuert und die chinesische Regierung müsste das freie Kapital wieder binden, da sie es garnicht verwenden kann. Selbstverständlich würde sie dann Euro und Japanische Yen kaufen und somit diese verteuern, was sich nochmal positiv auf die Amerikanische Handelsbilanz auswirkte.
Klarer Gewinner wäre die US-wirtschaft, verlierer wären Europa, Japan und, wegen den Einbussen im amerikanischen Markt, China.
Das scheint mir genau G.W. Bush's Handschrift zu sein; stärke USA, schwäche andere (er hat in seiner Amtszeit den Wert des Dollars um mehr als 30% gedrückt!).
Denkt ihr, dass der Yuan wirklich so stark unterbewertet ist, dass China internationale Regeln verletzt? Würden die USA überhaupt langfristig profitieren oder möchte Bush bloss fein 'raus sein? |
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 | Interessante Frage... |  |
Verfasst am: Di 08. Mai. 2007; 15:19 |
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| brioni |
| Pauschaltourist |
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| Anmeldungsdatum: 08.05.2007 |
| Beiträge: 3 |
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Also der Chinesische Yuan ist sicher unterbewertet, vor allem wenn man die ganzen Wachstumsprognosen einberechnet. Das Problem ist einfach, dass dies für China doch ein wichtige Stabilität bietet, welche in diesem Land wirklich nicht häufig zu finden ist.
Die Chinesen binden den Yuan an den $, an den Yen und an den Euro und decken somit praktisch alle grossen Abnehmer von chinesischen Gütern ab.
Und zu Bush muss man schon sagen, dass die Republikaner unter Druck sind bezüglich der Wahlen nächstes Jahr und somit wäre ein Wirtschaftlicher Aufschwung sicher hilfreich, wird er aber nicht erreichen und es wäre sowieso zu spät um noch etwas zu erreichen bis zu den Wahlen. |
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Verfasst am: Di 08. Mai. 2007; 15:47 |
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| Pantitlan |
| Site Admin |
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| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 4423 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
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| Zitat: | | Die Chinesen binden den Yuan an den $, an den Yen und an den Euro und decken somit praktisch alle grossen Abnehmer von chinesischen Gütern ab. |
Der Yuan ist nur an den Dollar gebunden. Alles andere wäre ja auch nicht möglich: Denn an welchem Wert sollte er sich orientieren, wenn der Dollar sinkt und der Euro steigt?
| Zitat: | | Das Problem ist einfach, dass dies für China doch ein wichtige Stabilität bietet, welche in diesem Land wirklich nicht häufig zu finden ist. |
Was meinst du konkret mit der fehlenden Stabilität?
| Zitat: | | Die US-Regierung ist der Überzeugung, dass der chinesische Yuan unterbewertet und somit zu einem guten Teil für das Handelsdefizit der USA verantwortlich ist. |
Das mit der Unterbewertung hört man immer wieder. Ich frage mich aber, wie man das so genau feststellen will. Ist das der Preis den die Währung vermutlich hätte, wenn sie frei handelbar wäre?
| Zitat: | | was die chinesische Regierung jedoch nicht durchführt, um das wirtschaftswachstum im Land zu erhalten |
Hier sehe ich eines der grossen Probleme der chinesischen Wirtschaft. Die Produkte sind nicht besonders gut noch besonders effizient gebaut. Die Dominanz der chin. Produkte ist darauf zurück zu führen, dass sie so billig sind. Und zwar wegen eines Exportfreundlichen Wechselkurses, also: Unterbewertung des Yuans. Egal, ob der Druck von Aussen da ist oder nicht. Früher oder später werden wohl auch Chinesen mehr ins Ausland reisen wollen, mehr importieren wollen. Spätestens dann, kommt der niedere Yuan auch vom Inland unter Druck, einen gefährlichen Druck.
Da ich glaube, dass die chinesische Wirtschaft grösstenteils auf dem billigen Yuan beruht, gehe ich davon aus, dass bei einer stärkeren Höherbewertung die ganze Wirtschaft ins Stocken geraten könnte und das ganze chinesische System ins Wanken gerate. Bei einer leichten Aufwertung dürfte nichts passieren, bei einer schlagartigen starken Aufwertung aber schon. Bei wievielen Prozent diese Schwelle liegt, kann ich nicht abschätzen.
| Zitat: | | Meiner Meinung nach wollen die USA die Freigabe des Yuan, da China dann gezwungen wäre, ihre immensen Währungsreserven, welche grösstenteils in US-Dollar vorliegen, zu verkaufen. |
Kapiere ich nicht. Wieso sollten die dann ausgerechnet die Dollar verkaufen? Sie haben ja auch Euro und Yen.
| Zitat: | | Denkt ihr, dass der Yuan wirklich so stark unterbewertet ist, dass China internationale Regeln verletzt? |
Gibt es da überhaupt internationale Regeln? China ist ja in der WTO, wenn es wirklich Regeln verletzen würde, müsste es doch zu Handelssanktionen kommen. Aber ich habe nie etwas von solchen gehört (vielleicht lese ich die Wirtschaftsteile der Zeitungen auch nicht genau genug), noch dass es solche Regeln überhaupt gibt.
Vielleicht weiss Alex dazu ein bisschen was genaueres? |
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Verfasst am: So 20. Mai. 2007; 00:26 |
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| sandsturm |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
| Beiträge: 546 |
| Wohnort: Bern |
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Heute in der Zeitung: "Die chinesische Zentralbank vergrösserte am Freitag die täglich zugelassene Handelsspanne für den Yuan gegenüber dem amerikanischen Dollar von 0,3 auf 0,5 Prozent. Damit wird die chinesische Währung deutlich schneller am Wert zulegen können als bisher."
Ich versuche das nun gerade einmal so ein bisschen einzuordnen. Wenn es also eine Handelsspanne gibt, dann ist der Yuan ja nicht fix an den Dollar gebunden, sondern nur "ziemlich fix". Ich kann aber nicht beurteilen, ob diese 0,5 Prozent nun viel oder wenig sind.
Was ich nicht verstehe: Was bedeutet das nun für die Unterbewertung? Eine halbfreihandelbare Währung sollte doch längerfristig sich bei ihrem eigentlichen Wert einpendeln, oder nicht? Das geht mit dieser Art der Halbkopplung eben einfach länger, als wenn sie ganz frei wäre. |
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Verfasst am: So 20. Mai. 2007; 08:47 |
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| Aremonus |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
| Beiträge: 655 |
| Wohnort: Basel |
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| wie genau das nun zusammenhängt, weiss ich auch nicht - da muss ich meinen Wirtschaftslehrer fragen, mach' ich gleich mal morgen^^ |
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Verfasst am: So 20. Mai. 2007; 13:37 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1815 |
| Wohnort: Deutschland |
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| Zitat: | | Das scheint mir genau G.W. Bush's Handschrift zu sein; stärke USA, schwäche andere (er hat in seiner Amtszeit den Wert des Dollars um mehr als 30% gedrückt!). | Die Geldpolitik wird von der Zentralbank bestimmt, nicht von der Regierung (die aber indirekt manchmal Einfluss ausüben kann). Es stimmt aber, dass die US-Regierung erheblichen Druck auf China ausübt. Aber das muss nicht unbedingt den Ausschlag gegeben haben.
| Zitat: | | Der Yuan ist nur an den Dollar gebunden. Alles andere wäre ja auch nicht möglich: Denn an welchem Wert sollte er sich orientieren, wenn der Dollar sinkt und der Euro steigt? | Es ist denkbar, dass ein Währungskorb gebildet wird, in den die drei Leitwährungen mit einem jeweils zu bestimmenden Anteil eingehen.
| Zitat: | Zitat:
Das Problem ist einfach, dass dies für China doch ein wichtige Stabilität bietet, welche in diesem Land wirklich nicht häufig zu finden ist.
Was meinst du konkret mit der fehlenden Stabilität? | Wirklich frei floaten nur die Währungen Dollar und Euro, wobei selbst diese oft durch Devisenmarktinterventionen der Zentralbanken beeinflusst werden.
Eine Politik stabiler Wechselkurse wird besonders von Entwicklungsländern verfolgt, in denen die Kapitalmärkte unterentwickelt sind. In diesem Fall können sich die Wirtschaftssubjekte nicht so leicht gegen Wechselkursrisiken absichern (das macht in gewissem Umfang, glaube ich, z.B. Daimler(-Benz?...) ). Zudem sinkt das Risiko für die chinesischen Auslandsguthaben.
| Zitat: | | Das mit der Unterbewertung hört man immer wieder. Ich frage mich aber, wie man das so genau feststellen will. Ist das der Preis den die Währung vermutlich hätte, wenn sie frei handelbar wäre? | Ja. Wenn chinesische (Privat-)Anleger ihre Yuan in Dollar tauschen (vielleicht, weil sie eine Aufwertung erwarten) oder einfach das Nationaleinkommen gestiegen ist und in dessen Folge die Nachfrage nach Geld (Yuan) zunimmt, würde der Yuan bei freien Wechselkurses eigentlich aufwerten. Das verhindert Peking bzw. die chinesische Zentralbank, indem es/sie ausländische Vermögenswerte ankauft (hauptsächlich US-Staatsanleihen in $US, man denke an die großen Devisenreserven Chinas) wodurch die inländische Geldmenge zunimmt, der Inlandszins konstant bleibt und somit i.d.R. auch der Wechselkurs.
| Zitat: | Meiner Meinung nach wollen die USA die Freigabe des Yuan, da China dann gezwungen wäre, ihre immensen Währungsreserven, welche grösstenteils in US-Dollar vorliegen, zu verkaufen.
Kapiere ich nicht. Wieso sollten die dann ausgerechnet die Dollar verkaufen? Sie haben ja auch Euro und Yen. | Da bin ich auch nicht so sicher. Warum meinst Du, dass China gezwungen wäre, seine Währungsreserven zu verkaufen?
| Zitat: | | Gibt es da überhaupt internationale Regeln? China ist ja in der WTO, wenn es wirklich Regeln verletzen würde, müsste es doch zu Handelssanktionen kommen. Aber ich habe nie etwas von solchen gehört (vielleicht lese ich die Wirtschaftsteile der Zeitungen auch nicht genau genug), noch dass es solche Regeln überhaupt gibt. | Ich wüsste nicht, dass es internationale Regeln zur Geld- und Währungspolitik gäbe. Fixe Wechselkurse haben ja auch bedeutende Nachteile. Erstens ist die Zentralbank stets gezwungen, das Entstehen von Nachfrage- und Angebotsüberschüssen der Heimatwährung dadurch zu verhindern, dass sie am Devisenmarkt interveniert. Zweitens kann sie keine eigene Geldpolitik (Beschäftigung, Inflation) mehr betreiben.
| Zitat: | | Ich versuche das nun gerade einmal so ein bisschen einzuordnen. Wenn es also eine Handelsspanne gibt, dann ist der Yuan ja nicht fix an den Dollar gebunden, sondern nur "ziemlich fix". Ich kann aber nicht beurteilen, ob diese 0,5 Prozent nun viel oder wenig sind. | Der Yuan war bereits im Juni 2005 von der strikt fixen Wechselkurspolitik befreit worden. Zuvor existierte ab 1994 ein Festkurs von 8,28 Yuan pro Dollar.
Aber ich bin jetzt auch nicht wirklich ein Spezialist für Geld- und Währungspolitik... also alles ohne Gewähr...
Gruß,
Alex |
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