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 | Nordkorea Doku |  |
Verfasst am: Mi 15. Sep. 2004; 21:29 |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
| Beiträge: 236 |
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Pantitlan
Beitrag vom Montag, Januar 19, 2004 @ 17:55
"Spannende Inneneinsichten in ein unbekanntes Land. Themenabend mit Film und Diskussion"
Di, 27.01.2004, 20h40 auf ARTE
swissgabe
Beitrag vom Dienstag, Januar 20, 2004 @ 22:34
Inneneinsichten? Hört sich spannend an, aber ich frage mich, ob die Inneneinsicht auch von Nordkorea selbst ist. Ich hoffe, dass ich das nicht verpasse, habe recht viel los in letzter Zeit.
Ach ja, ich soll viele liebe Grüsse von Kim bestellen
swissgabe
Beitrag vom Donnerstag, Januar 29, 2004 @ 09:50
Ich habe diese Sendung per Zufall gesehen, also ich selbst hätte das vergessen, aber meine Freundin hat mir darauf aufmerksam gemacht.
Der Bericht war sehr spannend und es gibt hauptsächlich um die wirtschaftlichen Beziehungen von Nordkorea zu Südkorea und umgekehrt. Es gibt auch um die Sunshine policy von Südkorea und umd Betriebe wie Hyundai die im Interesse von der Regierung in Nordkorea unwirtschaftliche Projekte betreiben.
Hat das sonst noch jemand gesehen?
Pantitlan
Beitrag vom Donnerstag, Januar 29, 2004 @ 10:15
scheisse, ich habe es verpasst... dabei habe ich mir extra noch eine erinnerung mailen lassen... wie war es denn mit den "Innenansichten"?
swissgabe
Beitrag vom Donnerstag, Januar 29, 2004 @ 10:32
Na das mit den "Innenansichten" war so eine Sache. Ich denke die haben vermutlich die Bilder gemeint die sie aus Nordkore gezeigt haben. Sehr eindrücklich waren diese Gepsräche zwischen Kim und dem südkoreanischen Präsidenten in Pyongyang die gezeigt wurden. Kim hat frei gesprochen und er erschient mir überhaupt nicht irgendwie unsympatisch. Ich kenne ihn nicht selbst, aber das was er gesagt hat war nicht falsch, er hat viel über die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea gesprochen und er hat sich auch kurz über seinen abgeschiedenen Lebensstil geäussert.
Die restlichen Kommentare waren hauptsächlich von US- und Südkoreanischen-"Nordkoreakenner".
kita
Beitrag vom Mittwoch, Februar 18, 2004 @ 11:07
Kürzlich kam auch auf ARD ein sehr spannender Bericht.
Wundert mich übrigens gar nicht, dass Kim Vernünftiges von sich gibt. Die Ideologie ist nicht falsch, nur umgesetzt wird sie halt anders. Das ist meiner Meinung nach das Problem. Es hat ja zum Beispiel auch nirgends auf der Welt wirklich Kommunismus gegeben, weil den Menschen wirklich soziales Verhalten nicht ganz so 'liegt'.
Janny
Beitrag vom Donnerstag, Juli 8, 2004 @ 15:11
Auch die Ideologie ist menschenverachtend.
Die Juche-Ideologie ist nämlich kein politisches Konzept oder Programm, sondern eine Art Bibel für eine abstruse Religion.
Und überlegt mal, woran es liegen könnte, dass bisher JEDER sozialistische Staat so ausgeartet ist, wie wir es gesehen haben?!
In Nordkorea sind Klassenunterschiede und Ungleichheit schlimmer als in JEDEM westlichen Land.
Pantitlan
Beitrag vom Donnerstag, Juli 8, 2004 @ 16:11
Ich würde die Aussage, nicht unterstreichen, dass JEDER sozialistische Staat derart "ausgeartet" ist. Diese Ausartung ist eher typisch für totalitäre Staaten, aller Kritik am Totalitarismusbegriff zum Trotz. Dennoch sehe ich, dass sich der Sozialismus leicht in einen Totalitarismus wandeln kann.
Dennoch gibt/gab es eine Menge von sozialistischen Staaten, die nie solche Ausartungen hatte. Damit meine ich nicht solche kurzen Projekte wie in Münster in der frühen Neuzeit oder die Pariser Kommune im vorletzten Jahrhundert, sondern zum Beispiel Tanzania, dessen früherer Machthaber einmal als Schlüsselfigur für einen afrikatypischen Sozialismus gilt. Ebenso muss man meiner Meinung nach auch innerhalb von soz. Staaten die Phasen unterscheiden. Da gibt Chruschtschows Sowjetuntion natürlich ganz ein andeses Bild als die zu Stalins Zeiten. China sieht es ähnlich auch, wenn man Jiang mit Mao vergleicht.
Um noch was zum Totalitarismus nachzutragen: am meisten macht mir momentan die USA Sorgen. Meiner Meinung nach befindet sie sich auf dem besten Weg in einem Unrechtsstaat. Sorgen bereitet es mir deswegen, weil es eine Demokratie ist.
Was ist denn die Juche-Ideologie? Das würde mich seht interessieren. Was sind denn dort die theoretischen Werke? Gibt es Uebersetzungen? Was sind so die Kernpunkte und wie hängen die mit anderen sozialistischen "Klassikern" zusammen. z.B. Marx, Lenin, Mao, Trotzki...?
Janny
Beitrag vom Donnerstag, Juli 8, 2004 @ 18:07
Bin ehrlich gesagt kein Sozialismus-Experte, daher fällt mir der Vergleich sehr schwer ^^
Nordkorea stellt es als "Freiheit des Menschen" dar...D.h. absolute Unabhängigkeit von Ausland, bösen bösen Kapitalisten etc...
Auf einer neutraleren Ebene kann man sagen, dass die Juche-Ideologie eine Philosophie ist, die den Menschen und seine Macht in den Vordergrund stellt. Der Mensch hat das Recht die Natur so zu verändern, wie er es benötigt und wie es für seine Freiheit am Besten ist. Man sieht es in Nordkorea, wozu das geführt hat als sie noch Geld hatten die Natur zu verändern....Rücksichtsloser Raubbau an Natur und eigenem Lebensraum, der Industrienationen und ihre Naturzerstörung blass aussehen lässt.
Es ist jedoch mehr als interessant zu sehen, dass Juche auf der einen Seite "Selbstverantwortung, Freiheit des Volkes" etc. vorsieht, andererseits aber die Aufgabe des Volkes im vorgesehenen Staat als "Loyalität gegenüber dem Führer" beschreibt (expressis verbis in den Veröffentlichungen Kim Il Sungs!), während dieser das Land absolutistisch lenkt. Hier spielt die Vergangenheit Koreas als konfuzianistisch geprägter Staat mit rein, doch jetz auch das noch zu erklären, würde zu weit führen.
Zu dieser Prägung gehört eben auch, dass keine klassenlose Gesellschaft angestrebt wird, sondern nur eine "Freundschaft und ewige Verbundenheit der Klassen"...EIn klares Zugeständnis an das kastenhafte System des Konfuzianismus, das Korea für viele hundert Jahre prägte.
Wichtig zu erwähnen ist außerdem der Widerspruch, dass sich Juche einerseits als "marxistisch-leninistische" Programmatik bezeichnet, Kim Il Sung aber gleichzeitig bei der Formulierung der Juche-Ideologie behauptete, dass der Marxismus in "historischen Grenzen" gefangen sei, d.h. endlich sei und vergänglich, während die Juche-Ideologie ein ewiges Konstrukt sei, um den Sozialismus beständig fortschreiben zu können (man bemerke: Kim Il Sung spricht nie von Kommunismus, sondern nur von einem sich immer weiter entwickelnden Sozialismus, der also nie in der Endstufe ankommt)
Kim Il Sung hat seine Ideologie auch als "Wissenschaftlichen Sozialismus" bezeichnet und seine Behauptungen mit allerlei erfundenen Forschungsberichten zu stützen versucht.
Interessant ist auch ein Punkt, der wiederum schmunzeln lässt: Damit das Volk die Freiheit und Selbstbestimmung genießen kann, muss es vom Führer transformiert wird. Kim Il Sung versucht also gar nicht erst Gehirnwäsche zu umschreiben und zu verklausulieren, sondern spricht offen von Umerziehung...
Insofern ist Nordkorea - abgesehen von der Abhängigkeit von Hilfsmitteln aus dem Ausland - relativ konsequent in der Durchsetzung der eigenen Ideologie.
Hier würde ich auch die Atomkrise einordnen. Die Juche-Ideologie befiehlt gewissermaßen sich in Wirtschaft und VERTEIDIGUNG (!) unabhängig zu machen von äußeren Einflüssen und was könnte unabhängiger sein und abschreckender als eine Atombombe...
So..ist ja trotz meiner wenigen Kenntnisse ordentlich was zusammengekommen |
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