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 | Sicherheitssituation in Tobago – Erfahrungsbericht |  |
Verfasst am: Di 17. Apr. 2007; 19:33 |
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| Joachim |
| Pauschaltourist |
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| Anmeldungsdatum: 17.04.2007 |
| Beiträge: 2 |
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Ich habe mir lange überlegt, ob ich zu diesem Thema überhaupt etwas schreiben soll. Ich will auch zugeben, dass ich lange auf eine Verbesserung der Lage gehofft habe und ich nicht der Sprachschule in Tobago mit einem offenen Brief schaden wollte, die ich bis April 2005 mit aufgebaut habe und die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Es war am Ende für mich eine menschliche Entscheidung, weil ich der Meinung bin, dass die Leute, die sich für Tobago als Reiseziel entscheiden, zumindest objektive Informationen bekommen sollten.
Ich habe die meisten der Einträge in diesem Forum gelesen und wenn man versucht die unterschiedlichen Meinungen und Interpretationen im Gesamten zu betrachten, dann kommt man der tatsächlichen Situation sehr nahe. In diesem Brief möchte ich versuchen meine Sicht der Dinge klarzustellen und auch zu erläutern, wie sich meiner Meinung nach Tobago in den letzten Jahren verändert hat. Erfahrungen mit diesem Thema habe ich ganz sicher persönlich gemacht, da einige meiner Freunde beraubt wurden, ich insgesamt sechs Mal die Betroffenen glimpflicher und schwerwiegender Überfälle betreut habe und in diesem Zusammenhang mit fast allen Stellen (Botschaften, Tourist Office, Agenturen, Polizei, Tobago House of Assembly, Unterkunftbetreibern und natürlich den Opfern selbst) zu tun hatte.
Ich stimme auch den vielen positiven Einträgen in diesem Forum zu und ich habe Tobago auch in sehr schöner Erinnerung. Die Insel ist herrlich, ich habe sehr viele nette, hilfsbereite oder einfach nur angenehme Menschen in Tobago kennengelernt. Als die Schule in Tobago im Januar 2003 begonnen hatte, gab es außer mir zwei Lehrerinnen aus Trinidad und Tobago, einen Handyman (oder Mann für alles) und eine Putzfrau aus Tobago.
Innerhalb kurzer Zeit wurde aus uns ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt hat. Zu beweisen, dass Trinidad mehr zu bieten hat als die typischen Charakteristika der Karibik: Nämlich zumindest im Kleinen zu zeigen, dass es in Tobago sehr wohl möglich ist einen angenehmen Urlaub zu verbringen, gleichzeitig einen qualitativen hochwertigen Englischunterricht zu bekommen und die Geschichte und Kultur Trinidad und Tobago’s kennenzulernen. Dieses Konzept ging dank der Mitarbeiter auf. Die Teilnehmer hatten in den Lehrern gesprächsbereite und kompetente Ansprechpartner, die die schönen Seiten ihres Landes sehr gut vermitteln konnten und auch aufgrund ihres Intellekts in der Lage waren die Probleme ihres Landes objektiv zu diskutieren. Andere Mitarbeiter der Schule hatten wiederum die Fähigkeiten das von vielen Touristen so gern gesehene Caribbean Feeling zu verbreiten. Und das ging auch ohne Marihuana oder irgendwelchem Balzgehaben. Einfach durch Freundlichkeit, Unkompliziertheit und eine Spur Lässigkeit.
Ich bin nach wie vor stolz zu dieser Zeit für die Schule gearbeitet zu haben und mich beeindruckt noch heute der Arbeitsethos und die Begeisterung meiner ehemaligen Mitarbeiter. Es war für mich und auch für die Teilnehmer ein sehr befriedigendes Gefühl Anerkennung bei Einheimischen zu finden für die Arbeit die man macht. Ich spreche hier von Menschen, die in der Lage sind Tourismus nicht als nur einen Begriff zu sehen, sondern zu unterscheiden zwischen positiven Aspekten und auch schädigenden Einflüssen von Tourismus. Wenn ich im späteren Verlauf dieses Briefes Kritik äußere, möchte ich hier klarstellen, dass sie nicht als Rundumschlag eines Besserwessis zu sehen ist, sondern ich sehr wohl Individuen auseinanderhalten kann.
Als der Tourismus fast schlagartig in Tobago im November 2004 eingesetzt hat, sah ich dem mit gemischten Gefühlen entgegen und trug einige Befürchtungen mit mir rum, die sich leider im Laufe der Zeit auch bestätigt haben. Ich war und bin immer noch der Meinung, dass es nicht genügt, nur die Tatsache eine neue Airline gewonnen zu haben als Erfolg zu feiern. Ich muss auch die Infrastruktur dafür schaffen. Nur um zwei Beispiele zu nennen:
- Die Bevölkerung sollte über Tourismus aufgeklärt werden, damit sie am Tourismus und auch am Gewinn teilhaben kann. Tourismus war zu der Zeit der große Hype und sehr viele haben angefangen zu bauen bzw. anzubauen. Einige haben schlicht nicht gewusst, dass dazu mehr gehört als nur ein schnell etwas hochzuziehen, was dann nicht den durchschnittlichen Erwartungen eines Touristen entspricht. Ich bin mir sicher, dass es da sehr viele Meinungen gibt. Aber es gab und gibt sicher noch Leute, die mit zu großen Erwartungen an die Sache herangingen.
- Sicherheit: Bis zu diesem Zeitpunkt war Sicherheit eigentlich kein großes Thema und ich hatte mir nie Gedanken gemacht die Autoschlüssel abzuziehen oder das Haus abzusperren. D.h. die Polizei hatte eigentlich keine Arbeit und war auf die neuen Herausforderungen schlicht nicht vorbereitet. Für mich ein großes Versäumnis und ich finde es umso bedauerlicher, dass sich meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig geändert hat.
Die Entwicklung begann eigentlich schleichend oder zumindest habe ich sie so in Erinnerung. An dieser Stelle möchte ich einige der Behauptungen in diesem Forum kommentieren:
1. Es wird immer wieder behauptet, dass Trinidad sehr viel gefährlicher als Tobago sein soll. Dem wage ich zu widersprechen. Als erfolgreicher Geschäftsmann oder als Mitglied einer Gang ist Trinidad definitiv ein extrem heißes Pflaster und ich möchte keiner dieser beiden Gruppen angehören. Die erste Entführung eines Geschäftsmannes in Trinidad überhaupt war im August 2002 und über Tage auf Seite 1 in der Tagespresse. Seitdem gehören Entführungen fast zur Tagesordnung und sind (wenn es nicht ein prominenter Bürger ist) gerade noch einen Platz auf Seite 3 wert. Aber als Tourist gehört man eigentlich nicht dieser Gruppe an. Auch ich weiß von vereinzelten Überfällen, aber im Vergleich zu Tobago ist dies marginal. Wer nach Tobago geht muss sich bewusst sein, dass dort der Tourist das Target ist. Vielleicht nicht mit so großer Brutalität, aber die Entwicklung stimmt mich besorgniserregend.
Zitat eines Bekannten aus Tobago vom 20.3.2007:
> Hier noch ein kleines update: Diese 3 Jungs, die den Überfall getan
> haben, sind wohl nicht das erste Mal in der gegend unterwegs.
> Vor kurzem haben sie wohl einen Schweizer überfallen,
> der nach der Sunday School mit seinem Auto an der Buccoo
> Junction anhielt um nach dem Verkehr zu schaun. Plötzlich
> standen die Kerle da, hielten ihm durchs offene Fenster eine Knarre
> ins Gesicht, zwangen ihn auszusteigen, raubten ihn aus und der eine
> sagte, er habe AIDS und er sollte doch bitte die Hosen runterlassen,
> und sich übers Auto beugen. Dann hat der Typ aber wohl keinen
> hoch gekriegt und sie liessen den Schweizer liegen und klauten auch
> ihm das Auto. Es hört sich sehr danach an als könnte dieses Profil,
> auf "unsere" Taeter passen und wenn das wirklich alles stimmt, ist das
> Maedl vielleicht noch zum Glück einem viel schlimmeren Schicksal
> entgangen. Ansonsten scheinen Waffen wohl allgemein der "neue Renner"
> zu sein und werden heiss gehandelt. Eine durchaus beunruhigende Entwicklung
2. Es heißt immer, dass die Kriminellen aus Trinidad kommen. Das beliebte Argument vieler Leute aus Tobago. Ich hatte im Juli 2005 mit einem Überfall zu tun, wo mir auch gleich gesagt wurde, dass es GANZ sicher Trinis waren. Am Ende waren es doch drei Jungen aus Tobago und dann war es eine Ausnahme. Aber eigentlich ist es mir egal, ob ich von einem Trini oder einem Tobagonier oder von einem anderen Touristen (was glaube ich wirklich sehr selten vorkommt) überfallen werde. Das Entscheidende ist, dass ich überfallen wurde und dass ich Hilfe erwarte. Hier liegt das Problem. Und das liegt eindeutig in den Händen von den Tobago-Verantwortlichen. Zitat einer anderen Quelle:
> Laut Auskunft unseres Kunden xxx ist das auch kein
> Einzelfall und es soll in den letzten Wochen vermehrt
> zu solchen Überfällen gekommen sein ... Auch wurde
> eine Vergewaltigung erwähnt und dass die Polizei
> die Anzeige des Überfalls nicht ernst nahmen,
> darüber lachten und während der Aufnahme
> des Protokolls Fernseh sahen.
Meine Meinung zu dem Thema ist: Ich bedauere einen Überfall aber ich klage unterlassene Hilfeleistung an. Die britische Botschaft verwendet in ihrer Sicherheitswarnung eine „diplomatischere“ Sprache, indem sie schreibt:
„… British nationals have been victims of violent attacks, particularly in Tobago where law enforcement is weak. … Most of our consular assistance … in Tobago is directed towards victims of crime … Crime against tourists in Tobago and the inability of the Tobago authorities to apprehend and prosecute the perpetrators is a serious concern….”
www.fco.gov.uk und dann Travel advice -> Travel Advice by Country
In diesem Abschnitt kritisiere ich nicht einmal die einzelnen Polizisten. Ich habe schon einige Jahre Berufserfahrung und unabhängig von der Branche und der Industrie hat sich eines immer bewahrheitet: „Der Fisch fängt immer beim Kopf zu stinken an.“ Wenn in diesem Brief jemand kritisiert wird, dann ein kleiner Kreis von Personen in Tobago, die entweder dem Peter-Prinzip ( sehr interessanter volkswirtschaftlicher Begriff http://private.freepage.de/hame/peter.htm) unterliegen, oder denen es schlicht egal ist. Ich wünsche und hoffe Ersteres.
3. Mal heißt es, dass die Touristen selbst schuld sind, wenn sie sich mit den falschen Leuten einlassen. Meine Meinung ist: Jein. Hier geht es auch um das Thema, inwieweit der Staat lenken sollte, welche Art von Touristen gewünscht sind und wo die persönliche Entfaltung des Einzelnen aufhört. Wenn ich die UN-Statistiken als Grundlage nehme und die Definition von Sextourismus entsprechend des Artikels im link definiere, gibt es für mich (zusätzlich zu meiner persönlichen Überzeugung) definitionsgemäß Sextourismus in Tobago.
http://www.canada.com/ottawacitizen/story.html?id=2bdb148d-66df-4f8a-918f-ffe59d617b90&k=17066
http://www.catwinternational.org/factbook/Trinidad.php
Diesem Thema bin ich sehr kritisch gegenüber eingestellt. Und ich habe immer dagegen anzukämpfen gehabt, dass alleinreisende weibliche Teilnehmerinnen von einigen automatisch in die gleiche Kategorie gesteckt wurden. Ich will auch nicht verschweigen, dass wir solche Besucher auch an unserer Schule hatten und ich habe deswegen auch einmal eine gute Gastfamilie verloren und mir einige Diskussionen mit Unterkunftseigentümern anhören dürfen. Um es auf einen Nenner zu bringen: Sextourismus schadet jedem. Es verändert auch die Gesellschaft in Tobago.
Aber auch hier wäre es einseitig einer Partei den schwarzen Peter zuzuschieben. Das Prinzip der Nachfrage und des Angebots gilt auch für diesen Bereich und ein Staat hat immer die Möglichkeit der Regulierung. Falls es gewünscht ist.
4. Das Argument, dass Tobago gar nicht den Tourismus braucht, weil Trinidad und Tobago sehr viele Einnahmen durch Öl macht. Ich denke, auch das muss man differenzierter sehen. Es herrscht eine gewisse Rivalität zwischen Trinidad und Tobago und ich glaube Tourismus ist für das Selbstwertgefühl der kleineren Schwester wichtig. Früher wurde in Tobago Landwirtschaft betrieben, mittlerweile setzt man nur noch auf das Pferd Tourismus. Für den Tourismus würde ich mir wünschen, dass es kein Öl gäbe, dann wäre Tobago mit Barbados zu vergleichen, die vom Tourismus wirtschaftlich abhängig sind und diese Industrie ernsthaft und mit Erfolg praktizieren. Tobago (oder besser gesagt THA) bekommt enorm viel Geld von Trinidad. Nagelt mich nicht an der genauen Summe fest, aber ich glaube es war zuletzt ein immens hoher Betrag. Mit solch einer finanziellen Basis müsste Tobago entwicklungstechnisch eigentlich sehr viel weiter sein. Akademisch betrachtet sehe ich Tobago bzw. THA als klassisches Beispiel von sogenannten X-Ineffizienzen öffentlicher Unternehmen (http://www.iww.uni-karlsruhe.de/downloads/lehre/WS0607/26204/WettbewerbSkript.pdf). Man will Tourismus, ist aber nicht gezwungen, die Wirtschaftlichkeit seiner Leistungen zu kontrollieren. Ich denke mit diesem Statement mache ich mir sicher nicht viele Freunde, aber ich stehe zu dieser Meinung.
Ich habe lange genug in Tobago gelebt und mit genügend Leuten gesprochen und deren Meinungen gehört. Es gibt in Tobago sehr viele Kleinunternehmer, die sehr gute Arbeit leisten und direkt vom Tourismus abhängen. Kriminalität ist seit 2005 eigentlich ein Dauerbrenner und ich kenne eigentlich fast keine Person mehr, die nicht mindestens einmal direkt oder deren Kunden betroffen waren. Diese Personen stecken in einem Dilemma. Es ist nicht immer ratsam das öffentlich zu sagen. Erstens haben viele Angst wegen ihres Work Permits. Es lässt sich halt schlecht eine Firma leiten, wenn man keine Arbeitsgenehmigung hat. Berechtigt oder nicht kann ich nicht beurteilen. Ich habe nie eine Diskriminierung in dieser Beziehung erlebt außer dass es recht langwierig ist. Aber das lag in der Natur der Sache und betraf jeden gleich. Zweitens sägt man nicht am Ast auf dem man sitzt. Viele dieser kleinen Firmen brauchen jeden einzelnen Kunden und können Umsatzeinbußen auf Dauer schlecht verkraften. Sie existieren oft nur deshalb, weil die Eigentümer sehr viel unbezahlte Energie in die Firma hineinstecken.
Ich schließe diesen Brief nun damit ab, wie sich die Sicherheit auf die Schule ausgewirkt hat und welche negativen wirtschaftlichen Auswirkungen davon für eine Firma ausgehen, wenn das existenzielle wichtige Gut Sicherheitsempfinden vom Staat nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Die Schule hatte einen prächtigen Start hingelegt und hatte sowohl vom Klima wie von der fachlichen Kompetenz einen ausgezeichneten Ruf. Die Agenturen hatten bis ca. Juli 2005 quasi eine 100%-igeGarantie, dass ihre Teilnehmer zufrieden nach Hause zurück kehren. Bis auf ein paar kleinere Zwischenfälle wie Taschendiebstahl gab es nichts Größeres zu berichten. Das Einzige, was damals bereits irritierte, war die Gleichgültigkeit, mit der seitens der Polizei solche Bagatell-Delikte gehandhabt wurden. Wobei man dies damals noch mit Humor gesehen hat, da man viele Sachen noch privat regeln konnte. Im Juli 2005 gab es dann mehrere direkte Treffer, als im 2-Wochen-Abstand Schüler überfallen wurden. Das erste Problem war, dass man nicht mehr sicher sagen konnte, welche Apartments nun sicher sind und welche nicht. Dies hatte enorme Auswirkungen auf die Schule:
1. Erstens gab es sofortige Umsatzeinbußen durch Stornos und abreisende Teilnehmer
2. Zweitens mussten von heute auf morgen bewährte Apartments aufgegeben werden und neue ab sofort gefunden werden. Da war das Problem, dass wir zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr wussten, wo die Täter als nächstes zuschlagen würden.
3. Da sich die Teilnehmer von der örtlichen Exekutive im Stich gelassen fühlten, wurde von der Schule die Garantie der Sicherheit verlangt. Auf einmal besaß die Schule Security. An dem Punkt begann es, dass ich die ganze Idee in Frage stellte. Eine Sprachschule lebt vom Kulturaustausch und dem offenen Miteinander. Und irgendwie passen da Alarmanlagen und Security persons vor den Apartments schlecht zusammen.
Das war eine neue Herausforderung und im Jahresbudget eigentlich nicht vorgesehen. Punkt 1-3 verschlang am Ende ca. 30% der Einnahmen. Geld, das in anderen Bereichen gekürzt werden musste. Das ist kein Jammern, sondern nur um zu verdeutlichen welcher enorme wirtschaftliche Schaden mangelnde Sicherheit verursachen kann.
Die größte Ernüchterung für mich war die absolut fehlende Unterstützung seitens Verantwortlicher in Tobago. Die deutsche Botschaft war in dieser Zeit eine sehr große Hilfe, private Menschen in Tobago haben Anteil genommen und von deren Seite haben wir auch Unterstützung erfahren. Auch das damalige Trinidad & Tobago Office in Deutschland (welches mittlerweile nicht mehr T&T vertritt) war engagiert dabei. Um den Sachverhalt am kürzesten und am Treffendsten zu beschreiben, möchte ich jemanden von T&T Deutschland zitieren: „Ich habe es bereits mehrmals gemeldet. Wenn in Tobago niemand reagiert, sind mir auch die Hände gebunden.“ Oder war es doch jemand anderes, der mir das gesagt hat? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Eigentlich auch egal. Nach dem Sommer 2005 wußte ich, dass seitens der Tobago Authorities nichts zu erwarten ist und wenn Übergriffe auf Touristen so behandelt werden wie ich es mitbekommen habe, hatte ich die schlimmsten Befürchtungen bezüglich Nachahmern.
Um es kurz zu machen: Nach August 2005 war erstmal wieder Ruhe, aber das Paradies hatte einen schalen Beigeschmack bekommen. Als meine Frau dann nach Deutschland zurück kehrte, war ich irgendwie erleichtert. Da im Sprachensektor sehr viele weibliche Menschen arbeiten, verlor die Schule im Laufe der Zeit weitere Leistungsträger, was sich hauptsächlich auf den akademischen Bereich auswirkte. Ich selber verließ die Schule dann vor über einem Jahr ebenfalls, weil die Vision eines Kulturaustausches für mich gescheitert war.
Ich möchte mich an der Stelle bei dem jetzigen Schulmanagement entschuldigen. Ich wünsche der Schule weiterhin alles Gute und mir ist das Wohlergehen einiger lokaler Mitarbeiter nach wie vor sehr wichtig. Aber nachdem ich nun von den neuen an Intensität zunehmenden Überfällen gehört habe, konnte ich es mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren länger zu schweigen.
Mein Rat an jeden der nach Tobago gehen will: Tobago ist schön, aber niemand wird Euch eine Garantie für Eure Sicherheit geben. Früher hätte ich es gemacht. Aber die Wahrscheinlichkeit eines Überfalls hat definitiv signifikant zugenommen.
Den Schlüssel zur Lösung hat THA in der Hand und ich würde mir wünschen eine Verbesserung zu sehen. Wie heißt es doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Joachim Fuchsluger
Weitere Infos zu diesem Thema:
• Deutsche Botschaft:
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/TrinidadUndTobago/Sicherheitshinweise.html
• Amerikanische Botschaft:
http://travel.state.gov/travel/cis_pa_tw/cis/cis_1043.html
• Kanadische Botschaft:
http://www.canadiancontent.net/profiles/Trinidad-and-Tobago.html
• So empfinden es locals:
http://www.knowprose.com/node/175
• http://www.soca-warriors.de/index.php?blog=3&title=blick_ins_paradies_getrubt&more=1&c=1&tb=1&pb=1#comments
• http://www.laender-und-kulturen.de/article.php3?id_article=166 |
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Verfasst am: Di 17. Apr. 2007; 22:00 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1793 |
| Wohnort: Deutschland |
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Hallo Joachim,
wie kommt es, dass dies Dein erster Beitrag ist?
Ich betone eingangs noch einmal. Ich bin der Ansicht, dass das Sicherheitsproblem eigentlich nur in den Lowlands besteht. Frauen sollten aber nirgendwo bei Dunkelheit alleine unterwegs sein.
Prinzipiell sehe ich die Basis der Probleme in der Substitution britisch angehauchter Mentalität durch Pseudo-Ghetto-Coolness, die dazu geführt hat, dass die Hemmschwelle für Gewalt jeglicher Art stark gesunken ist.
Aber ist es in der Dominikanischen Republik außerhalb der Touristenghettos nicht noch schlimmer?
| Zitat: | | Sicherheit: Bis zu diesem Zeitpunkt war Sicherheit eigentlich kein großes Thema und ich hatte mir nie Gedanken gemacht die Autoschlüssel abzuziehen oder das Haus abzusperren. | Die Art Sicherheit hat es noch nie gegeben. Wenn Du in einem offenen Auto einen Hunderter offen liegen lässt, dann wäre der auch vor zwanzig Jahren schon geklaut worden.
| Zitat: | | Es wird immer wieder behauptet, dass Trinidad sehr viel gefährlicher als Tobago sein soll. Dem wage ich zu widersprechen. Als erfolgreicher Geschäftsmann oder als Mitglied einer Gang ist Trinidad definitiv ein extrem heißes Pflaster und ich möchte keiner dieser beiden Gruppen angehören. | Vielleicht sind die "Kriminalitätsmuster" der beiden Schwesterinseln auch verschieden. In Trinidad dürfte die organisierte Kriminalität (Drogen) größer sein, während auf Tobago eher die Kleinkriminalität (mit Touristen als Opfern) bedeutsam ist.
| Zitat: | | Es heißt immer, dass die Kriminellen aus Trinidad kommen. Das beliebte Argument vieler Leute aus Tobago. Ich hatte im Juli 2005 mit einem Überfall zu tun, wo mir auch gleich gesagt wurde, dass es GANZ sicher Trinis waren. Am Ende waren es doch drei Jungen aus Tobago und dann war es eine Ausnahme. | Dabei ist aber zu unterscheiden, was "aus Trinidad" oder "aus Tobago" bedeutet. "Aus Trinidad" muss in diesem Fall natürlich bedeuten, dass die Leute in Trinidad wohnen und/oder dort kriminell geworden sind.
Ich denke, dass auf Tobago die dörflichen Strukturen durch den starken Tourismus gelitten haben und die Ordnungsmacht es verpasst hat, die Sicherheitslücke, die sich daraus ergeben hat, zu schließen.
Halte ich für ein sinnloses, völlig realitätsfernes Konstrukt.
Ein "Karrierist" steigt auf, wenn er sich in seiner bisherigen Position bewährt hat. Derjenige, der befördert wird, müsste unter allen Anwärtern der beste Kandidat für den Posten sein, also der beste aus der Menge der Beförderungswilligen einer Beförderungsstufe. Ein Aufstieg bedeutet in einer funktionsfähigen Hierarchie, dass der Aufgaben- und Verantwortungsbereich, den er bisher erfolgreich übernommen hat, sich erweitert. Solange nicht automatisiert befördert wird, müssten schon an der zweiten Beförderungsstufe die völlig Unfähigen herausgefallen (d.h. gefeuert worden) sein. Völlig inkompetent kann der Beförderte damit überhaupt nicht sein. Mit jeder Beförderungsstufe nehmen außerdem die Qualifikationsanforderungen zu, sodass es in der Abfolge von Beförderungsstufen zu einem natürlichen Selektionsprozess kommt.
Es ist durchaus anzunehmen, dass ein Karrierist auf einer Stufe stehen bleibt, auf der er seinen Aufgaben nicht perfekt nachkommen kann.
Was aber am bedeutendsten ist: Die Theorie vernachlässigt, dass es in der Aufgabenerfüllung nicht digital zugeht. Es gibt nicht nur das Erfüllenkönnen und das Nichterfüllenkönnen, sondern eine Bandbreite von meist nicht quantifizierbaren bis nicht einmal qualifizierbaren Leistungserfüllungswerten. Kein Kandidat könnte jede der Aufgaben, die an ihn gestellt werden, perfekt erfüllen. Er wird einige Aufgaben besser erfüllen und andere schlechter. Derjenige, dessen "Gesamtbild" an Leistungserfüllung dem Vorgesetzten am besten erscheint, wird befördert und nicht derjenige, der in einer Liste mit den Anforderungen an seinen Posten überall ein "das kann ich" setzen kann.
Meiner Ansicht nach ist das Modell also für den Ar***. Aber danke, dass Du das Thema gebracht hast. Solche Antworten machen immer besondere Freude. Aber zurück zum Thema...
| Zitat: | | Mal heißt es, dass die Touristen selbst schuld sind, wenn sie sich mit den falschen Leuten einlassen. | Ich finde auch nicht, dass man die Schuld den Touristen geben kann. Das gilt vielleicht für Einzelfälle, aber wenn die Kriminalitätsrate relativ hoch ist, dann können nicht immer unbedarfte Touris Schuld gehabt haben.
| Zitat: | | Für den Tourismus würde ich mir wünschen, dass es kein Öl gäbe, dann wäre Tobago mit Barbados zu vergleichen, die vom Tourismus wirtschaftlich abhängig sind und diese Industrie ernsthaft und mit Erfolg praktizieren. | Wenn das Öl (heutzutage: Gas) nicht wäre, dann wäre Tobago wohl eher so arm wie Grenada...
| Zitat: | | Früher wurde in Tobago Landwirtschaft betrieben | Wo nicht? Wettbewerbsfähiger Anbau von landwirtschaftlicher Exportware ist auf Tobago aufgrund der geologischen Bedingungen (Berge) wahrscheinlich eh nicht möglich.
| Zitat: | | Akademisch betrachtet sehe ich Tobago bzw. THA als klassisches Beispiel von sogenannten X-Ineffizienzen öffentlicher Unternehmen | Was daran "klassisch" sein soll ist mir nicht wirklich klar... alle Körperschaften öffentlichen Rechts und deren Organe (d.h. sowas wie die Inselverwaltung THA) auf der ganzen Welt und zu allen Zeiten sind ineffizient, waren ineffizient und werden immer ineffizient bleiben. Das ist jetzt keine Weisheit. Außerdem ist die THA kein öffentliches Unternehmen, welches nämlich privatrechtlich organisiert wäre (nur eben in öffentlicher Hand befindlich). Aber super, dass Du den Begriff mal hast fallen lassen.
| Zitat: | | Agenturen hatten bis ca. Juli 2005 quasi eine 100%-igeGarantie, dass ihre Teilnehmer zufrieden nach Hause zurück kehren. | Also ich habe dazu keine Kriminalitätsstatistiken verfolgt. Aber ich hätte von dem, was man so hört, eher auf ein langwieriges Zunehmen der Kriminalität geschlossen. Was soll den Mitte 2005 passiert sein?
| Zitat: | | Die größte Ernüchterung für mich war die absolut fehlende Unterstützung seitens Verantwortlicher in Tobago | Es gibt Verantwortliche? Wer soll das denn sein?
Die Schattenseite des "Easy Goin'", würde ich mal sagen...
| Zitat: | | Mein Rat an jeden der nach Tobago gehen will: Tobago ist schön, aber niemand wird Euch eine Garantie für Eure Sicherheit geben. Früher hätte ich es gemacht. Aber die Wahrscheinlichkeit eines Überfalls hat definitiv signifikant zugenommen. | Partyurlaub im Süden ist nicht ungefährlich. Relaxurlaub im Norden ist ungefährlich.
Die Eintracht hat 4:0 verloren... so'n Dreck. Sch*** Nürnberg.
Gruß,
Alex |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 11:28 |
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| acqua112 |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 17.09.2006 |
| Beiträge: 53 |
| Wohnort: Jetzt wieder Düsseldorf, war mal Trinidad |
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Hallo Joachim,
du hast da einen sehr langen und sehr detailgefüllten Beitrag geschrieben, den man aber doch nicht soooo ganz objektiv nennen kann. Es ist dein Erfahrungsbericht und somit ist er subjektiv. Ich finde es aber klasse, dass du dir die Zeit genommen hast ihn zu schreiben und ich finde keineswegs, dass du damit der Sprachenschule in Tobago schadest.
Nun schreibst du hier in einem Forum in dem sich nicht nur Touristen tummeln, sondern auch Leute, die in T&T leben oder gelebt haben oder/und mit einem 'Local' zusammen oder verheiratet sind.
Dein Bericht enthält eine ganze Reihe von Dingen, die ich nicht ganz 'verstehe' oder die ich so nicht stehen lassen würde.
Sehr geärgert hat mich ja, dass du in deinem Bericht auf 'Sextourismus' kommst in Bezug auf Teilnehmerinnen der Schule. Auf der einen Seite verurteilst du, dass alleinreisende Frauen gleich in diese Kategorie gepackt werden, du selber hast dieses Argument aber auch gleich zur Hand, wenn es zu Problemen kommt/kam.
Ich frage mich eher, ob Teilnehmer aufgeklärt wurden, dass sie privat untergebracht werden und 'Besuche' welchen Geschlechts auch immer, eher unerwünscht sind? Das scheint mir hier die Wurzel des Problems zu sein. Leute sehen es nämlich gar nicht gerne, wenn sich Fremde unangemeldet auf ihrem Grund aufhalten. Du selber würdest nämlich auch gerne wissen wollen, wer sich in deinem Haus aufhält. Das mag im einem Guesthouse nicht so wichtig zu sein, aber bei Privatleuten ist das eine wichtige Verhaltensregel die man Teilnehmern mitteilen sollte. Das sie zuerst zu dir kommen und nicht mit dem/der Mieter/in sprechen ist für mich auch normal.
Woran machst du eigentlich fest, dass du auch solche 'Besucher' hattest? Wenn meine Oma in die Kur fährt und einen Kurschatten hat spricht auch nicht jeder gleich von Sextourismus. Deine Links fand ich übrigens sehr amüsant. Mir hat ja besonders der 'Rent-a-Rasta' gefallen. Mein Mann ist auch Rasta. Muss ich ihm nachher noch erzählen. *hehe*
Mich wundert dann auch noch deine Ausführungen über die vielen Kleinunternehmer die um ihre 'Work Permits' fürchten müssen und deshalb Übergriffe nicht der Polizei melden. Für mich heißt das a) du redest da von Ausländern, die auf Tobago leben und arbeiten und b) anscheinden stimmt das was mit den 'Work Permits' nicht. Warum haben sie sonst so eine Angst? Nun, es liegt in der Natur der Dinge, dass wenn man Selbstständig ist, man viele, viele Stunden investiert, ohne dafür bezahlt zu werden. Dafür ist man dann ja sein eigener Chef!
Du sagst, dass deine Vision vom Kulturaustausch gescheitert ist. Hast du dich schon mal gefragt, ob dass nicht vielleicht an deiner eigenen Erwartungshaltung gelegen hat?
Ein bisschen von mir. Ich selber habe ein halbes Jahr auf Tobago gelebt und mehr als vier Jahre auf Trinidad. Ich war selbstständig auf Trinidad. Habe immer mit locals bei locals gelebt und mehr oder weniger immer nur mit locals zu tun gehabt. Bin mit einem local verheiratet. Passiert ist mir nie was, bin auch nie Zeuge eines gewaltsamen Übergriffs geworden.
Ich bin jetzt nicht auf alles eingegangen, sondern habe nur aufgegriffen, was mich am meisten 'gestört' hat.
@Alex
Tobago galt mal als der 'Fruit Basket' der Karibik! Die haben fleißig auf die anderen Inseln exportiert. Hat wohl andere Gründe als die Berge, dass das nicht mehr so ist. Finde es eigentlich traurig, dass man z.B. nur noch Cassava aus St. Vincent auf dem Markt kriegt (soll angeblich besser sein als der eigene ).
Ich finde, dass das hier ein spannender Thread ist und freue mich, wenn sich die anderen hier auch melden.  |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 14:13 |
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| Penguin |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 31.01.2006 |
| Beiträge: 1194 |
| Wohnort: Hamburg |
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| acqua112 hat folgendes geschrieben: | Hallo Joachim,
du hast da einen sehr langen und sehr detailgefüllten Beitrag geschrieben.....
Ohne Wertung: Beifall dass Du es überhaupt getan hast.
Und "Subjektiv" ist doch völlig OK ! Es wurde ja niemandem was unterstellt - auser gewissen Institutionen Untätigkeit und/oder Blauäugigkeit
Ich finde, dass das hier ein spannender Thread ist und freue mich, wenn sich die anderen hier auch melden.  |
Das finde ich auch. Ich muss/möchte mich aber etwas zurückhalten, da ich als voreingenommen kritisiert wurde, sobald es um Bewohner der Karibik oder Lateinamerikas geht. Auch wenn ich nur versuche, einfache Missverständnisse aufzuklären, oder auch nur anzudeuten.
z.B. Thema: "Körpersprache"
ich kenne Tobago seit 1966 (möglicherweise war ich einer der ersten "Sextouristen" : wir sind übers Wochenende mit dem Fischerboot von der Northcoast rübergefahren wegen "Party"
Hintergrund: Wenn wir auch nur mit einem anderen Girl z.B. aus dem Nachbardorf ein bisschen "liming" praktizierten - auch wenns nur Minuten waren, zog man sich den Groll der gesamten Sippe inclusive Dorfgemeinschaft zu. Tobago dagegen war ein ferner Kontinent, und es gab - DAMALS - keinerlei Austausch von Nachrichten zwichen den Inseln.
Also konnten wir auf Tobago, mit seinem damals unglaublichen Frauenüberschuss - angeblich 33 zu 1 - ungehemmt was auch immer...... - wobei Sextourimus für mich EINEN ganz wichtigen Aspekt beinhaltet: Eine Seite BEZAHLT für etwas, was ohne Bezahlung nie zustandekommen würde, und die andere Seite stellt sich GEGEN Bezahlung zur Verfügung, was OHNE diese Bezahlung auch nicht passieren würde. Ganz einfache Unterscheidung: Selbst ein "one night stand" einfach aus Bock oder was auch immer "just for Fun" , OHNE Bezahlung hat mit Sextourismus nicht wirklich was zu tun.
Der Vergleich mit dem "Kurschatten" hinkt nicht nur gewaltig....
Oder gibt es Kurschatten, die sich bezahlen lassen ?
Wie auch immer:
Und ich habe..... leider... die Veränderungen auf BEIDEN Inseln zur Kenntniss nehmen müssen. Vieles kommt aber einfach durch internationale Globalisierung: Mode-Erscheinungen, Konsumzwang usw
und daraus resultierenden Kettenraktionen.
Der Tourismus tut nur sein übriges dazu und gibt dem Ganzen noch einen Extra Schub.
Ich kenne Länder, und/oder Territorien, in denen NULL Tourimus existiert, und dennoch sind die Folgen des Globalisierungsprozesses, dort - zeitversetzt und etwas verzögert - genauso zu registrieren.
Zum Thema Sicherheit könnte ich auch einiges beitragen, aber da begebe ich mich endgültig auf "glitschiges" Territorium HIER !
Penguin |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 15:07 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1793 |
| Wohnort: Deutschland |
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| Zitat: | @Alex
Tobago galt mal als der 'Fruit Basket' der Karibik! Die haben fleißig auf die anderen Inseln exportiert. Hat wohl andere Gründe als die Berge, dass das nicht mehr so ist. Finde es eigentlich traurig, dass man z.B. nur noch Cassava aus St. Vincent auf dem Markt kriegt (soll angeblich besser sein als der eigene ). |
Ist Cassava diese ein bisschen wie Kartoffel schmeckende Frucht mit dem weißen Fleisch? Oder ist das die mit dem gelben Fruchtfleisch?
Die Geschichte von der fruit basket Tobago kannte ich tatsächlich noch nicht. Ich dachte, auf Tobago sei früher (zu Kolonialzeiten) hauptsächlich Kakao, Kaffee und Zuckerrohr angebaut worden.
Ich kenne die historischen Gründe nicht, aber ich denke, dass sich Plantagen zum Anbau von Früchten in abschüssigem Gelände heutzutage nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen. Durch die gesunkenen Transportkosten ist die Konkurrenz von Plantagen anderswo, die auf flacherem Gelände bestehen, wohl zu groß geworden.
Wahrscheinlich müssten die Plantagen auch zeitweilig (in der Trockenzeit) bewässert werden, was aufgrund der durch den Wasserverbrauch der Hotelanlagen etc. gestiegenen Wasserpreise zu teuer wäre.
Aber die Stände an der Straße (nicht in den Lowlands) bieten, denke ich, immer noch heimische Früchte, meist aus eigenen Gärten, an.
| Zitat: | | Mich wundert dann auch noch deine Ausführungen über die vielen Kleinunternehmer die um ihre 'Work Permits' fürchten müssen und deshalb Übergriffe nicht der Polizei melden. | Das wundert mich auch und ich verstehe es nicht so recht. Was genau meinst Du denn mit "öffentlich zu sagen". In der Presse?
| Zitat: | | Ich kenne Länder, und/oder Territorien, in denen NULL Tourimus existiert, und dennoch sind die Folgen des Globalisierungsprozesses, dort - zeitversetzt und etwas verzögert - genauso zu registrieren. | Ich finde, wir sollten hier aber nicht allzu oft den "Hülsenbegriff" der Globalisierung benutzen, hinter dem sich alles mögliche verbergen kann. In diesem Fall meinst Du die Tendenz einer Uniformierung der Kulturen bzw. das Aufgeben kultureller Eigenarten zugunsten kultureller Merkmale der "westlichen Welt". Denn die Verbindung von "Globalisierung" und Kriminalität finde ich doch etwas ungerecht.
Gruß,
Alex |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 15:39 |
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| acqua112 |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 17.09.2006 |
| Beiträge: 53 |
| Wohnort: Jetzt wieder Düsseldorf, war mal Trinidad |
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| Penguin hat folgendes geschrieben: | Der Vergleich mit dem "Kurschatten" hinkt nicht nur gewaltig....
Oder gibt es Kurschatten, die sich bezahlen lassen ?
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Vielleicht habe ich ja was nicht verstanden, aber ging es nicht um Kursteilnehmer, die bei Privatleuten Unterkunft hatten und es da irgendwie zu Problemen kam? Bei einer Kur ist der Hauptgrund ja die 'Kur' und der 'Schatten' ist die Unterhaltung in der Freizeit. So dachte ich halt auch, dass jemand einen Sprachkurs bucht, weil er Unterricht nehmen will und eine amouröse Unternehmung passiert dann halt auch in der Freizeit, wie beim Kurschatten halt. Mehr dazu hier: Kurschatten Man kann es ja auch Urlaubsbekanntschaft nennen. Verwirrt vielleicht nicht so sehr und bezahlen tut man die auch nicht.
Hier ein Link zu Cassava (mit Foto): Cassava sieht aus wie längliche Wurzeln. Und ist weiß und hat so was wie einen holzigen Stängel in der Mitte. Schmeckt super lecker als 'Oil Down'. |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 16:27 |
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| Penguin |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 31.01.2006 |
| Beiträge: 1194 |
| Wohnort: Hamburg |
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| acqua112 hat folgendes geschrieben: | | Penguin hat folgendes geschrieben: | Der Vergleich mit dem "Kurschatten" hinkt nicht nur gewaltig....
Oder gibt es Kurschatten, die sich bezahlen lassen ?
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Vielleicht habe ich ja was nicht verstanden, aber ging es nicht um Kursteilnehmer, die bei Privatleuten Unterkunft hatten und es da irgendwie zu Problemen kam? Bei einer Kur ist der Hauptgrund ja die 'Kur' und der 'Schatten' ist die Unterhaltung in der Freizeit. So dachte ich halt auch, dass jemand einen Sprachkurs bucht, weil er Unterricht nehmen will und eine amouröse Unternehmung passiert dann halt auch in der Freizeit, wie beim Kurschatten halt. |
Nun ja. Ich habs eher auf das allgemein auftretende Phänomen der
bezahlten Urlaubs-Liebesdienste durch Einheimische bezogen.
Am Anfang fanden es die Boys von Tobago ja spannend, wenn so "Exotische-Blondies" angewackelt kommen, bereitwillig "a liddle ding" anbieten, und dann sogar noch mit nem kleinen "Geschenk" rüberkommen. Inzwischen wurde aber auch das zum knallharten "Bussiness" Ich erinnere mich an einige gezwungenermassen mitgelauschte "Abschlussgespräche" am Flughafen Tobago.
Will aber das Thema nicht noch weiter ausbreiten. Richtig Sextourismus kenne ich - aus dem Reisebüro - hauptsächlich Richtung Jamaika und Gambia. Dagegen ist Tobago ja - immer noch - ein Klacks.
Penguin |
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Verfasst am: Do 19. Apr. 2007; 19:10 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1793 |
| Wohnort: Deutschland |
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Verfasst am: Sa 21. Apr. 2007; 08:27 |
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| Rüdiger |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 20.08.2006 |
| Beiträge: 58 |
| Wohnort: Bremen |
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Wenn wir über ein (Schwellenland?) diskutieren, dann möchte ich die Frage stellen, was empfehlen wir Trinis, die einmal unser - ach so sicheres Land - besuchen möchten. Frankfurt: Statisch 16,5% aller Einwohner sind straffällig, in Bremen immerhin 14%. Höchste Aufklärungsrate liegt zwar in Stuttgart bei 64%, jedoch im Bereich Diebstähle von Fahrzeugen etc. Taschendiebstählen, Einbrüchen bei Nahe 0%.
Wenn der Trini dunkelhäutig ist, wird empfohlen, nicht die neuen Bundesländer zu bereisen, da ihm Gefahr für Leib und Leben droht. (USA-Empfehlungen)
Die Jugend- und Beschaffungskriminalität hat sich von 2005/2006 um 20% erhöht.
Seit Öffnung der EU in Richtung Osten haben sich die Einbruchs- und Raubdelikte lt. Kriminalstatistik auch auf dem flachen Land dramatisch erhöht. Nach meinem Kenntnisstand werden die genauen Zahlen im Mai veröffentlicht. |
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_________________ Liebe Grüße,
Rüdiger |
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Verfasst am: Sa 21. Apr. 2007; 09:39 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1793 |
| Wohnort: Deutschland |
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| Zitat: | | Statisch 16,5% aller Einwohner sind straffällig, in Bremen immerhin 14%. |
Auch wenn ich Dir grundsätzlich nicht widersprechen möchte, sind solche Zahlen völlig irreführend und falsch hergeleitet. Ich nehme mal an, dass da die Anzahl der Delikte zur Bevölkerungszahl in Beziehung gesetzt wurde. Dann zu sagen, dass "also" x% straffällig sind, ist nicht korrekt. Das hat mit ehrenhafter Statistik wenig zu tun.
Außerdem werden da Straftataten jeder Art in einen Topf geworfen, egal ob Mord oder Steuerhinterziehung.
Falls ich mich hinsichtlich der Grundlage irre, nehme ich das natürlich wieder zurück.
| Zitat: | Die Jugend- und Beschaffungskriminalität hat sich von 2005/2006 um 20% erhöht.
Seit Öffnung der EU in Richtung Osten haben sich die Einbruchs- und Raubdelikte lt. Kriminalstatistik auch auf dem flachen Land dramatisch erhöht. Nach meinem Kenntnisstand werden die genauen Zahlen im Mai veröffentlicht. |
Ich weiß nicht, was es soll, hier solche "Informationen" zu geben. Wenn man in Deutschland alleine in irgendeinem Wald wandern geht, dann muss man keine Sorge haben, dass man überfallen und ausgeraubt wird. Die Zahlen beziehen sich zum überwiegenden Großteil auf Dinge wie Handtaschendiebstahl, Autoknackerei und Ähnliches. Man muss nicht wie in Trinidad (auch wenn es hier um Tobago geht) auf der Straße zum Flughafen oder in gewissen Stadtteilen Angst haben, dass man angehalten und ausgeraubt wird. Oder an einigen einsamen Stränden in den Lowlands fürchten, dass ein paar Typen mit Messern aus dem Busch springen. Der Charakter der Kriminalität ist ein völlig anderer.
Auch wenn ich jeden Versuch unterstütze, die Vorstellung von Tobago als einem Ort hoher Kriminalität zu entkräften, finde ich eine solche Methodik nicht korrekt. Man beruhigt die Leute doch nicht, indem man ihnen erzählt, zuhause sei es "ja auch" gefährlich.
Dass ich Deutschland für sehr ungefährlich halte, kommt noch dazu. Es dürfte wenige Staaten in der Welt (außerhalb der EU) geben, in dem es sicher ist als in Deutschland(/Schweiz/Österreich). Dafür, dass Deutschland in einem solch hohen Maße urbanisiert ist, ist die Sicherheit doch enorm. Und auf dem Land ist es weiterhin so sicher, dass ich es fast als "völlig sicher" bezeichnen würde. Dass einige Bundesländer im Osten ihre ganz eigenen Probleme haben, die sich in rassistischen Straftaten äußern, ist eine andere Sache.
Gruß,
Alex |
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Verfasst am: Sa 21. Apr. 2007; 11:11 |
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| Rüdiger |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 20.08.2006 |
| Beiträge: 58 |
| Wohnort: Bremen |
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Ich habe lediglich aus einer Zeitung zitiert, die Auszüge aus der im Mai erscheinenden Kriminalstatistik veröffentlicht hat. Es ist richtig, dass nicht der prozentuale Ansatz genannt wurde, sondern 16.500 von 100.000 Einwohnern 2006 in Frankfurt statistisch straffällig sind.
Ich will damit auch nicht mit dem Finger auf unser Land, in dem ich mich sehr wohl fühle, zeigen, sondern ein wenig darauf aufmerksam machen, dass wir nicht zu sehr Kritik an angeblichen oder tatsächlichen Missständen in einem kleinen Land üben sollten, wenn es um Erscheinungen geht, die leider überall auf der Welt anzutreffen sind. Auch Tobago ist nicht die Insel der Glückseligen.
Meine Frau und ich haben uns, wie schon an anderer Stelle erwähnt, 5 Wochen sehr wohl auf Tobago und Trinidad gefühlt. Wir haben sehr selten so gastfreundliche und nette Menschen getroffen und auch persönliche Freundschaften geschlossen. Vielleicht sollten die, welche Negativerlebnisse hatten, auch einmal über ihr eigenes Verhalten nachdenken. |
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_________________ Liebe Grüße,
Rüdiger |
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Verfasst am: Sa 21. Apr. 2007; 14:22 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1793 |
| Wohnort: Deutschland |
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Endlich mal jemand, der nicht gleich beleidigt ist, wenn man Kritik übt. Mein Respekt.
| Zitat: | | Es ist richtig, dass nicht der prozentuale Ansatz genannt wurde, sondern 16.500 von 100.000 Einwohnern 2006 in Frankfurt statistisch straffällig sind. | Ich ich würde davon ausgehen, dass die Zeitung eben diese fragwürdige Beziehung gewählt hat. Dass mehr als jeder Zehnte in Frankfurt in 2006 eine Straftat begangen hat, würde ich als ziemlich unwahrscheinlich ausschließen. Vielmehr wurden wohl sounssoviel Straftaten registriert, die dann auf die gesamte Bevölkerungszahl Frankfurts bezogen wurde. Aber genau weiß ich das natürlich nicht.
| Zitat: | | Wir haben sehr selten so gastfreundliche und nette Menschen getroffen und auch persönliche Freundschaften geschlossen. Vielleicht sollten die, welche Negativerlebnisse hatten, auch einmal über ihr eigenes Verhalten nachdenken. | Genauso habe ich es auch erlebt. Ich würde noch nie beraubt, bestohlen, angegriffen o.Ä. Wobei aber immer fast paranoid in der Hinsicht bin und nie etwas herumliegen lasse. Allerdings habe ich dennoch die Erfahrung gemacht, dass das Unrechtsbewusstsein bei einem Diebstahl eher gering ausgeprägt ist. Man sagt sich: Die Weißen haben sowieso genug Geld.
| Zitat: | | Auch Tobago ist nicht die Insel der Glückseligen | Es gibt eben doch immer wieder diese unerfahrenen Touristen, die "das Paradies" suchen. Man muss sich jedoch bewusst machen, dass es das Paradies auf der Welt nicht gibt, schon gar nicht an Orten, an denen Menschen leben.
Gruß,
Alex |
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