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 | "Skyscraper Index": Wolkenkratzer gefährden Wirtsc |  |
Verfasst am: Mi 27. Feb. 2008; 02:26 |
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| flickerich |
| Holidayresort-Guru |
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| Anmeldungsdatum: 25.01.2008 |
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Glaubt man dem "Skyscraper Index", den ein Volkswirt von der Bank Dresdner Kleinwort Benson entwickelt hat, sind die Türme der Neuzeit die Vorboten des wirtschaftlichen Kollaps. Je höher die Neubauten in den Himmel ragen, desto größer sei die Krisengefahr, lautet seine Analyse. Dafür zieht er historische Beispiele heran. So wurde etwa das Chrysler Building in New York wurde 1930 fertiggestellt, also kurz vor der grossen Depression. Die Petronas Towers in Kuala Lumpur katapultierte Malaysia im Jahre 1998 zum Land mit dem höchsten Wolkenkratzer. Im gleichen Jahr brach die Asienkrise aus, die von den Tigerstaaten ausging.
Heute haben wir ähnliche Bauprojekte in der Vereinigten Arabischen Emiraten, aber auch in China. Wenn das stimmen würde, dann müssste dort bald auch eine Wirtschaftskrise ausbrechen? Ich bin kein Experte für solche Fragen, aber ich finde den Zusammenhang interessant. Kennt jemand die Lage in den Emiraten und China oder kann was zu dieser Theorie sagen? |
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Verfasst am: Mi 27. Feb. 2008; 12:55 |
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| swissgabe |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
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Den direkten Zusammenhang gibts wohl kaum. Aber es trifft sehr wohl zu, dass die Investitionen in solche Gebäuden wohl eher in der Konjunkturphase getätigt wird und darauf meist eine Rezession folgen wird. Das scheint übrigens nicht nur der Fall bei Hochhäuser zu sein sondern betrifft wohl viele Branchen im allgemeinen.
Ähnliche Fehler werden übrigens im vielen anderen Wirtschtszweigen gemacht, wie z.B. in der Luftfahrtbranche. Investitionen in neues Fluggerät geschehen meistens in der Hochphase der Wirtschaftsschwankung. Darauf folgt irgendwann wieder eine Rezession. Da die Auslieferung des bestellten Fluggerätes ähnlich lang dauert wie der Bau eines Hochhauses werden die Flugzeuge dann oft in der Rezession ausgeliefert und es besteht das Risiko einer massiven Überkapazität. |
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Verfasst am: Mo 03. März. 2008; 07:51 |
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| flickerich |
| Holidayresort-Guru |
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| Anmeldungsdatum: 25.01.2008 |
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Nein, so ist es eben nicht gemeint, mit diesem Index von Andrew Lawrence. Natürlich brauchen solche Gebäude eine Weile vom Auftrag bis zur Fertigstellung. Aber die Frage ist ja vor allem: Was macht es, dass eine Nation das höchste Gebäude der Welt haben muss. Wir wissen ja schon lange, dass Gebäude ab einer bestimmten Höhe wirtschaftlicher Schwachsinn sind. Je höher ein Gebäude wird, desto weniger Platz bleibt pro Etage für Bürogebäude, weil es immer mehr Platz für Liftschächte und andere Infrastuktur braucht. Ein Höchstes-Gebäude-der-Welt wird wohl immer aus Prestigegründen gebaut und nicht aus wirtschaftlichem Kalkül.
Gemäss Lawence sind solche Gebäude eine Ausgeburt von Prahlsucht und wilder Spekulation. Und zwar in einem Ausmass, dass man zurecht davon ausgehen kann, dass wir es mit einer Blase zu tun haben, die bald einmal platzt.
Wie gesagt, ich bin kein Experte, aber ich habe den Eindruck, dass wir genau dieses Problem derzeit auch in den Emiraten haben, wo die Wohnpreise unglaublich in die Höhe schiessen und ich glaube auch in China. |
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Verfasst am: Mo 03. März. 2008; 08:47 |
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| swissgabe |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
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Verfasst am: Mi 05. März. 2008; 02:12 |
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| sandsturm |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 17.10.2004 |
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| Ich finde den Verweis zwar richtig, aber ich finde, es geht hier schon um ein eigenständiges Thema. Wir haben es hier mit einer Theorie zu tun, welche den Gigantismus als eine Art des wirtschaftlichen Abstiegs sieht. Beim Gigantismus geht es hingegen eher um die nationale Einheit. Man müsste also dort am meisten Superlativ-Hochhäuser erwarten, wo der Nationalismus mit sonst nichts gespiesen werde könnte. In Malaysia ist das sicherlich der Fall. In China wohl eher nicht - es sei denn, man würde hier den Taiwan-Konflikt mit einbeziehen. Bei den Emiraten kann das wiederum so sein. Interessant ist indes, dass ja sowohl Malaysia wie auch die Emirate die gleiche Staatskonstitution haben mit einer Vereinigung von verschiedenen Sultanaten/Emiraten. |
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_________________ Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas. |
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Verfasst am: Mi 05. März. 2008; 22:04 |
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| Aremonus |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
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1. die Krise brach 1929, nicht 1930 aus.
2. Unternehmen investieren tatsächlich, wenn das Geld da ist - investiertes Geld muss nicht versteuert werden. Also nehmen wir an, wir haben 1 Milliarde, unser Unternehmen boomt und wir müssen bekannter werden, um schneller wachsen zu können. Mit einem Prestigebau wie beispielsweise Petronas in Malaysia tätigte, kann man da sehr viel erreichen - alle kennen Petronas nun, und nicht nur, weil sie der Hauptsponsor vom F1 Team der Schweiz waren.
Also, wir brauchen Platz für Büros, Präsenz im Kern einer Stadt und Prestige: wir bauen einen Wolkenkratzer.
Bei staatlichen Gebäuden siehts jedoch anders aus: die werden geplant, wenn die Zinsen tief sind, wie alle staatlichen Grossprojekte. Gebaut werden sie 5 - 10 Jahre später. Es ist also relativ wahrscheinlich, dass um die Zeit der Fertigstellung herum auch gleich die Krise kommt. Genauer gesagt ist es sogar gewollt, da der Staat dann wieder tiefe Zinsen hat und nicht die hohen Zinsen einer Boom-Zeit bezahlen muss.
Der Grund, warum ein Staat überhaupt ein solches Gebäude baut, ist aber auch wieder ausschliesslich Prestige. |
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_________________ QQ: 545426093 |
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Verfasst am: Fr 04. Apr. 2008; 13:55 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
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Im Moment überlege ich noch...
Aber:
| Zitat: | | Wenn das stimmen würde, dann müssste dort bald auch eine Wirtschaftskrise ausbrechen? | Ein solche Vorhersage halte ich für fragwürdig. Viele der Großprojekte im Nahen Osten werden von staatlichen oder semi-staatlichen Unternehmen in Auftrag gegeben. Das muss also nicht unbedingt Zeichen einer Hybris in der Finanzbranche sein.
@Aremonus:
| Zitat: | | Bei staatlichen Gebäuden siehts jedoch anders aus: die werden geplant, wenn die Zinsen tief sind, wie alle staatlichen Grossprojekte. Gebaut werden sie 5 - 10 Jahre später. | Achja? Meinst Du, das mache der Staat jeweils zur Anregung der Binnenkonjunktur in einer Rezession (in der die Zinsen niedrig sind)? Praktisch glaube ich aber nicht an einen solchen Zusammenhang.
Gruß,
Alex
EDIT: Wen es interessiert (Google sei Dank... :
http://www.mises.org/journals/scholar/Thornton4.pdf
[41 Seiten, aber großzügige Paper-Form (LaTeX...)] |
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Verfasst am: Fr 04. Apr. 2008; 15:08 |
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| Aremonus |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
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| Zitat: | | Meinst Du, das mache der Staat jeweils zur Anregung der Binnenkonjunktur in einer Rezession (in der die Zinsen niedrig sind)? Praktisch glaube ich aber nicht an einen solchen Zusammenhang. |
Das ist sogar eine eigene Wirtschaftstheorie (wenn gleich sie heute auch alles andere als Unumstritten ist.) Nennt sich Keynesianismus. Diese Wirtschaftstheorie des Engländers John Maynard Keynes konnte in den 30ern die Probleme, welche sich 1929 offenbarten, lösen.
Wir haben sogar hier in der Schweiz noch Politiker, welche diese (meiner Meinung nach) falsche Theorie propagieren - die Bush-berater scheinen auch Fan davon zu sein - sie wollte durch sie die Suprimekriese verhindern (was aber nicht gelang). |
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_________________ QQ: 545426093 |
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Verfasst am: Fr 04. Apr. 2008; 15:37 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
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| Zitat: | Das ist sogar eine eigene Wirtschaftstheorie (wenn gleich sie heute auch alles andere als Unumstritten ist.) Nennt sich Keynesianismus. Diese Wirtschaftstheorie des Engländers John Maynard Keynes konnte in den 30ern die Probleme, welche sich 1929 offenbarten, lösen.
Wir haben sogar hier in der Schweiz noch Politiker, welche diese (meiner Meinung nach) falsche Theorie propagieren - die Bush-berater scheinen auch Fan davon zu sein - sie wollte durch sie die Suprimekriese verhindern (was aber nicht gelang). |
Ich dachte, Du weißt, dass ich VWLer bin. Entschuldige also, dass ich Dich da korrigieren muss.
Es ist eine normative Theorie, die eine Emfehlung dafür abgibt, wie man mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Konjunkturzyklen dämpfen kann. Sie geht davon aus, dass der Staat aktiv in das Wirtschaftsgeschehen eingreifen sollte (was nicht heißt, dass er das auch immer tut, deswegen normativ).
Und zwar kenne ich mich mit der Wirtschaftsgeschichte der 30er nicht wirklich im Detail aus, aber die unmittelbare Verbindung von keynesischer Wirtschaftspolitik und den 30er-Jahren sehe ich irgendwie unmittelbar.
Übrigens ist die Theorie von Keynes und Keynesianismus nicht dasselbe.
Die Theorie (Keynesianismus) würde ich nicht als falsch oder richtig bezeichnen. Sozialismus (hier aber eine ganz andere Geschichte) ist irgendwo auch eine schöne Idee, nur leider völlig realitätsfern.
Die praktische Handlungsempfehlung des Keynesianismus ist es, dass der Staat in Boomphasen seine Ausgaben drosselt, um die Wirtschaft nicht noch weiter zu befeuern und dabei Rücklagen bilden soll. In einer Rezession dagegen soll er den Staatskonsum (d.h. die Staatsausgaben) mithilfe dieser Rücklagen erhöhen. Somit sollen die Höhen und Tiefen der Konjunkturachterbahn ausgeglichen werden.
Das Problem an der Sache ist jedoch, dass die Wirtschaftspolitik sich in guten Zeiten in der Regel nicht dazu durchringen kann, Maßnahmen zu ergreifen, die dem Aufschwung bremsen und die eigenen Ausgaben drosseln. Somit hat die praktische keynesianische Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahrzehnte zwar in Rezessionen kräftig Geld ausgegeben, wollte aber in Boomphasen nichts zurücklegen und musste daher Staatsschulden aufhäufen.
Das grundlegende Problem nennt man "time consistency problem" oder Problem der Zeitinkonsistenz. Das Konzept der Zeitinkonsistenz ist echt spannend. Findet man in der Realität überall.
http://en.wikipedia.org/wiki/Time_inconsistency
Die eine wahre Theorie der Wirtschaftspolitik wurde leider noch nicht gefunden..
Wie wollten die Neocons die Subprime-Krise verhindern?
Gruß,
Alex |
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Verfasst am: Fr 04. Apr. 2008; 15:58 |
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| Aremonus |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
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| Zitat: | | Ich dachte, Du weißt, dass ich VWLer bin. Entschuldige also, dass ich Dich da korrigieren muss. Aber mein Respekt, dass Du das prinzipiell so schon weißt. |
nein wusste ich nicht - ich mach das Wirtschaftsgym, studium kommt erst im Sommer 200^^
| Zitat: | | Wirtschaftspolitik sich in guten Zeiten in der Regel nicht dazu durchringen kann |
das ist sicher ein wichtiger Punkt, weswegen das ganze nicht klappt. Ich denke der Keynesianismus widerlegt sich mit dem Multiplikator selber - der Staat muss ja theoretisch immer mehr Steuern verlangenum eine stabile wirtschaftsentwicklung zu Gewährleisten. Und irgendwann ist das Mass voll... |
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_________________ QQ: 545426093 |
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