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 | Religion in Japan |  |
Verfasst am: Di 19. Feb. 2008; 14:59 |
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| jkgu2002 |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 06.10.2007 |
| Beiträge: 38 |
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Hallo Leute!
Ich würde gerne mal wissen, wie das so mit der Religion in Japan ist. Ich weiß, dass Japaner Buddhisten und Shintoisten sind, aber wie fest glauben sie wirklich daran? Vorallem interessiert mich der Shintoismus. Glauben Japaner wirklich immer noch an die vielen Götter und das der Kaiser göttlichen Urspungs sei? |
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Verfasst am: Di 19. Feb. 2008; 16:34 |
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| swissgabe |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
| Beiträge: 1229 |
| Wohnort: Tokyo, Cape Town und Zürich |
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Mit dem Thema Religion in Japan habe ich mich bis jetzt nicht gross auseinander gesetzt. Das was ich bis jetzt gehört und gesehen habe fasziniert mich jedoch sehr. Zusammenfassend würde ich sagen, dass viele Japaner durchaus als religiös bezeichnet werden können. Ich empfinde jedoch, dass die Religion als solche im Alltag eingebunden ist und total anderst gelebt wird als andere Religionen wie das Christentum oder den Islam. Vielleicht fallen mir als Ausländer die Unterschiede zwischen Shintoismus.und dem Buddhismus auch nicht so auf. Es ist doch beim Shintoismus so das wenn man ein Shinto Tempel besucht man Shinto ist?
Andere können zu diesem Thema bestimmt noch mehr beitragen als ich. |
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Verfasst am: Di 19. Feb. 2008; 22:46 |
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| Agarwaen |
| Fullmoonpartyjäger |
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| Anmeldungsdatum: 28.12.2007 |
| Beiträge: 20 |
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soweit ich weiß, wird jeder japaner als shintoist geboren bzw wird die geburt shintoistisch gefeiert und jeder japaner stirbt als buddhist. japaner werden immer angeben zu beiden religionen zu gehören (es soll natürlich auch ausnahmen geben). aber shinto ist eine lebensbejahende religion, deshalb stehen die meisten feste, bei denen man das leben feiert zB geburt, volljährig werden, hochzeit..etc im zeichen des shinto. buddhismus is ja lebensverneinend..man soll alles schlechte ertragen und sich so verhalten, dass das nächste leben besser wird.
allerdings glaubt man im shintoismus an ein schlechtes jenseits, also mit sowas wie hölle. und im buddhismus glaubt man, dass man wiedergeboren wird. deshalb wird der tod buddhistisch begangen. zb erhält man nach dem tod einen buddhistischen namen (gegen geld), unter dem man dann auf urnenfriedhöfen zu finden ist.
in japan ist das "zu einer religion zu gehören" nicht so streng reglementiert wie bei uns. ausnahme ist wohl nur der kleine prozentsatz an christlichen japanern. natürlich kann man auch zu einem schrein gehören, vorallem bei den ganzen sekten.
wie fest japaner an religion glauben hängt wohl - wie bei uns auch - von generation und erziehung ab. |
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Verfasst am: Mi 20. Feb. 2008; 01:58 |
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| Pantitlan |
| Site Admin |
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| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 3818 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
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Ich habe in Japan nie so fundamentalistische Menschen kennengelernt, wie es sie bei uns oder im Islam gibt. Die Religionen sind auch offener, so dass es leichter ist, gleichzeitig mehreren Religionen zuzugehören. Dies hängt meiner Meinung nach auch mit einer asiatischen Logik zusammen, welche scheinbar traditionelerweise den Satz vom ausgeschlossenen Dritten nicht kennt. Witzig finde ich die Beschreibung von Agrarwaen. Es sieht so ein bisschen aus, als würden sich die Japaner so eine Art Best-of-Religion zusammenstellen.
Oben genanntes gilt übrigens auch in China. |
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Verfasst am: Mi 20. Feb. 2008; 19:56 |
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| jkgu2002 |
| Rastloser |
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| Anmeldungsdatum: 06.10.2007 |
| Beiträge: 38 |
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Das versteh ich nicht ganz. Glauben die jetzt an eine Hölle und an eine Wiedergeburt?
Und wie, man erhält einen buddhistischen Namen gegen Geld???  |
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Verfasst am: Mi 20. Feb. 2008; 23:09 |
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| Agarwaen |
| Fullmoonpartyjäger |
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| Anmeldungsdatum: 28.12.2007 |
| Beiträge: 20 |
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also nach dem tod kann die familie einen buddhistischen namen für den verstorbenen erwerben. den namen sucht ein priester/mönch (wie auch immer) aus. dafür muss man diesen bezahlen. dieser neue name soll dem verstorbenen glück für sein nächstes leben bringen.
das problem am thema religion in japan ist, dass sie sich nicht auf eine religion festlegen müssen. zb bei uns ist man christ oder moslem (oder sonst was) aber man kann nicht beides haben. dh wir müssen uns zu einer religion bekennen. in japan muss man das nicht. deshalb wird man auch verständnislos angeschaut, wenn man einen japaner fragt ob er shintoist oder buddhist ist. in japan haben diese beiden religionen schon immer in harmonie nebeneinander existiert. es passt nicht zur japanischen mentalität sich für eine religion entscheiden zu müssen.
also der shinto lehrt die existenz einer hölle bzw eines schlechten jenseits wo man qualen erleiden muss. buddhismus sagt, dass man so lange wiedergeboren wird, bis man sündenfrei bzw frei von sämtlichen bedürfnissen (besitz, liebe, streit, hunger, durst...) lebt dh also erleuchtet ist. und dann kann man ins nirvana, man wird nicht mehr wiedergeboren. soll jetzt nicht heißen, dass ein erleuchteter keinen hunger mehr spürt, nur der hunger besitzt ihn nicht und hat somit als sehnsucht/bedürfnis kein gewicht mehr hat.
und deshalb haben japaner die freiheit sich die religion so zurecht zulegen, dass es positiv ist. warum sollte man an die shintoistische hölle glauben, wenn man nicht muss? sie feiern zb den tod buddhistisch, weil dieser somit positiv für den verstorbenen wird.
bei diesem thema sollte man "glaube" nicht mit europäischer oder westlicher gewohnheit definieren.
es soll natürlich auch ausnahmen geben, dass jemand "nur" buddhist oder shinto ist. |
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Verfasst am: Mi 20. Feb. 2008; 23:17 |
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| Agarwaen |
| Fullmoonpartyjäger |
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| Anmeldungsdatum: 28.12.2007 |
| Beiträge: 20 |
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was ich noch vergessen habe: wegen den göttern.
ja, japaner glauben dass nicht nur der kaiser sondern sie alle göttlichen ursprungs sind. einer der gründe warum japaner meinen anders zu sein als alle anderen menschen auf der welt. shinto lehrt, dass japaner direkte nachfahren der götter sind. und der kaiser wird natürlich am göttlichsten verehrt. deshalb hören japaner auch auf den kaiser.
bsp: im zweiten weltkrieg waren die japaner unerbittliche kämpfer ohne rücksicht auf verluste. als klar wurden, dass sie gegen amerika keine chance haben und dass sie bald unter amerikanischer besatzung stehen werden, passierte etwas einmaliges. der kaiser hat direkt in einer rede das volk angesprochen, was bis dahin noch nie passiert war. und der kaiser forderte die menschen auf die amerikanische besatzung still zu ertragen. die amerikaner kamen und machte sich auf schlimmste unruhen gefasst. aber nichts passierte. warum? weil die japaner auf ihren kaiser gehören, der noch viel direkter von den göttern abstammt. |
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Verfasst am: Mi 16. Jul. 2008; 12:04 |
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| Kodo |
| Pauschaltourist |
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| Anmeldungsdatum: 16.07.2008 |
| Beiträge: 3 |
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| Agarwaen hat folgendes geschrieben: | soweit ich weiß, wird jeder japaner als shintoist geboren bzw wird die geburt shintoistisch gefeiert und jeder japaner stirbt als buddhist. japaner werden immer angeben zu beiden religionen zu gehören (es soll natürlich auch ausnahmen geben). aber shinto ist eine lebensbejahende religion, deshalb stehen die meisten feste, bei denen man das leben feiert zB geburt, volljährig werden, hochzeit..etc im zeichen des shinto. buddhismus is ja lebensverneinend..man soll alles schlechte ertragen und sich so verhalten, dass das nächste leben besser wird.
allerdings glaubt man im shintoismus an ein schlechtes jenseits, also mit sowas wie hölle. und im buddhismus glaubt man, dass man wiedergeboren wird. deshalb wird der tod buddhistisch begangen. zb erhält man nach dem tod einen buddhistischen namen (gegen geld), unter dem man dann auf urnenfriedhöfen zu finden ist.
in japan ist das "zu einer religion zu gehören" nicht so streng reglementiert wie bei uns. ausnahme ist wohl nur der kleine prozentsatz an christlichen japanern. natürlich kann man auch zu einem schrein gehören, vorallem bei den ganzen sekten.
wie fest japaner an religion glauben hängt wohl - wie bei uns auch - von generation und erziehung ab. |
Warum sollte Buddhismus "lebensverneinend" sein?
Buddhismus, insbesondere Zen-Buddhismus, wie er in Japan, aber auch in USA und Europa praktiziert ist, hat weniger was mit Religion, als mit Erfahrung und Praxis zu tun.
Glaube spielt da keine Rolle.
Brav-sein hat auch nichts mit Buddhismus zu tun. |
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_________________ Eines Morgens habe ich einen Elefanten in meinem Schlafanzug erschossen.
Wie er in meinen Schlafanzug gekommen kist, werde ich wohl nie erfahren.
Groucho Marx |
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Verfasst am: Do 17. Jul. 2008; 10:45 |
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| Shopgirl_66 |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 26.01.2007 |
| Beiträge: 171 |
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[quote="Kodo"] | Agarwaen hat folgendes geschrieben: |
Warum sollte Buddhismus "lebensverneinend" sein? |
Für Buddhisten bedeutet Leben = Leiden. Jeder Genuß, wie z.B. ein gutes Essen ist nicht von Dauer oder kann sogar negative Folgen haben. Wirkliches Glück wird erst erreicht, wenn man es schafft, diesem Kreislauf aus - geboren werden, leben, sterben - zu entrinnen und ins "Nirvana" einzugehen ...
Für mich klingt sowas auch nicht gerade lebensbejahend ...
Zur Religiösität von Japanern: Die Tempel und Schreine, die ich in Japan besucht habe, waren immer ziemlich voll, jedenfalls viel voller als unsere christlichen Kirchen (Weihnachten ausgenommen) ... |
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Verfasst am: Do 17. Jul. 2008; 14:02 |
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| Kodo |
| Pauschaltourist |
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| Anmeldungsdatum: 16.07.2008 |
| Beiträge: 3 |
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[quote="Shopgirl_66"] | Kodo hat folgendes geschrieben: | | Agarwaen hat folgendes geschrieben: |
Warum sollte Buddhismus "lebensverneinend" sein? |
Für Buddhisten bedeutet Leben = Leiden. Jeder Genuß, wie z.B. ein gutes Essen ist nicht von Dauer oder kann sogar negative Folgen haben. Wirkliches Glück wird erst erreicht, wenn man es schafft, diesem Kreislauf aus - geboren werden, leben, sterben - zu entrinnen und ins "Nirvana" einzugehen ...
Für mich klingt sowas auch nicht gerade lebensbejahend ...
Zur Religiösität von Japanern: Die Tempel und Schreine, die ich in Japan besucht habe, waren immer ziemlich voll, jedenfalls viel voller als unsere christlichen Kirchen (Weihnachten ausgenommen) ... |
Dann wäre der Buddhismus ja was für Masochisten.
Aber mal im Ernst:
Genuß existiert nicht ohne sein Gegenteil.
Im Gegenteil sind das Christentum oder der Islam jenseitig orientiert.
Christen und Moslems warten im irdischen Jammertal auf das Paradies.
Übrigens kennt der Buddhismus keine Seelenwanderung.
Und keinen Schöpfergott.
Und keine Erbsünde.
Natürlich leiden die Menschen.
Mehr oder weniger.
Aber sie leiden.
PS: Der Shintoismus ist stark von dem Buddhismus beeinflusst, beinhaltet aber auch animistische Elemente.
Das Leben Leidet bedeutet, hat sogar Karl Marx erkannt.
Und der war kein Buddhist. |
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_________________ Eines Morgens habe ich einen Elefanten in meinem Schlafanzug erschossen.
Wie er in meinen Schlafanzug gekommen kist, werde ich wohl nie erfahren.
Groucho Marx |
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Verfasst am: Do 17. Jul. 2008; 19:49 |
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| dresden71 |
| Holidayresort-Guru |
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| Anmeldungsdatum: 05.07.2007 |
| Beiträge: 10 |
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Hallo,
der Shintoismus lehrt nicht unbedingt die Existenz einer Hölle oder eines schlechten Jenseits. Genaugenommen ist im Shinto das Jenseits egal, da Tod ja ohnehin ein Tabu ist. Deshalb trifft man sowohl auf die Vorstellung, dass das Jenseits ganz nett ist und sowieso alle dahin kommen, als auch das das Jenseits eine ziemlich schmutzige Angelegenheit ist und sowieso auch alle dorthin kommen. Vermutlich kann man im Shinto auf so ziemlich jede Jenseitsvorstellung treffen, bis hin, das böse Mensche dort bestraft und gute Menschen dort belohnt werden. Warum auch nicht, der Religion an sich ist es völlig schnuppe, da eh tabu.
Dass mit der Göttlichkeit des Kaisers sollte man relativieren. Der Kaiser ist kami, aber das können Bäume, Felsen, Wasserfälle, irgendwelche ehemaligen Menschen auch sein. Kami sollte nicht mit "Gott" übersetzt werden, es bedeutet eher mehr "über den Menschen stehend". Unser (christlich geprägter) Begriff von Göttern passt nicht so recht in die Glaubensvorstellung der Japaner. Ich stelle mir kami lieber so wie die griechischen Götter vor - sehr naturverbunden, ein bißchen gut, ein bißchen mies, manchmal gelangweilt und gelegentlich zu Schabernack aufgelegt. Es sind halt keine Menschen, aber ein wenig sind sie uns schon ähnlich.
Buddhismus als "lebensfeindlich" zu bezeichnen ist - denke ich - ein Mißverständnis. Es stimmt, dass Leben als leidvoll angesehen wird, aber deshalb lebt man nach bestimmten Regeln, um das Leid (für sich und andere) zu mildern.
Um mal beim Essen zu bleiben - kein paktizierender Buddhist würde einen Einladung zu einem guten Essen ablehnen, denke ich. Es ist ein Genuss, gut zu essen und es wäre nicht nett, ein zubereitetes Essen zu verschwenden, sonst wäre ja ein Tier vielleicht umsonst gestorben.
Im Sinne des Buddhismus ist es, in diesem Fall den Drang nach gutem Essen nicht das Leben dominieren zu lassen. Einfacher Reisbrei und Gemüse hält einen Menschen auch ziemlich gut am Leben, da muss kein Kobe-Rind für sterben. Es geht um das Bemühen seine Bedürfnisse im Griff zu haben, sei es Appetit, Besitzstreben, Machtstreben oder egal was.
Zumindest erkläre ich mir so, dass die praktizierenden Buddhisten, die ich kennengelernt habe, in vielen Dingen sehr entspannt und ausgeglichen wirken (nicht immer zugegebenermaßen, aber es geht ja ums Bemühen).
Aber ich vermute mal, dass dies schon für einen großen Anteil von Japanern ziemlich weit geht. Ich hatte eher das Gefühl, das es im Shinto und auch im Buddhismus in Japan eher um die Rituale geht und weniger um den festen Glauben an bestimmte religiöse Vorgaben (im Buddismus ja eh nicht - ich weiß nicht, warum man das als Religion bezeichnet, ist ja doch eher eine Lebensanschauung).
So, das war vielleicht ein wenig umfangreich und deshalb dürfte ich auch den einen oder anderen Tappfehler übersehen haben.
In diesem Sinne
Kerstin |
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Verfasst am: Fr 18. Jul. 2008; 01:29 |
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| Pantitlan |
| Site Admin |
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| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 3818 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
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| Zitat: | | Um mal beim Essen zu bleiben - kein paktizierender Buddhist würde einen Einladung zu einem guten Essen ablehnen, denke ich. Es ist ein Genuss, gut zu essen und es wäre nicht nett, ein zubereitetes Essen zu verschwenden, sonst wäre ja ein Tier vielleicht umsonst gestorben. |
Ich bin hier kein Experte, aber ist es nicht so, dass gerade die praktizierenden Mönche nur sehr wenig essen und auch nur Reis? Ich habe das schon mehrmals gelesen, dass es in den Klöster in Japan nur Reis gibt und man nur sehr wenig schlafen kann. Weswegen solche Medidationssachen sehr hart sind.
PS: Apropos Klosteraufenthalte in Japan. Dazu hatten wir hier einmal eine Diskussion:
http://www.traveltalk.weltreiseforum.com/ftopic2905.html |
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