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 | Erfahrungsbericht BLCU in Peking |  |
Verfasst am: Mi 21. Nov. 2007; 08:34 |
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| Pantitlan |
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Erfahrungsbericht über die 北京语言大学 (Peking Kultur und Sprach Uni)
Ich habe mich für ein Semster bei der BLCU (Beijing Culture and Language University) eingeschrieben und bin seit rund zwei Monaten am Chinesisch lernen. Für alle, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, hier in Peking Chinesisch zu lernen möchte ich hier einen kleinen Erfahrungsbericht liefern. Er kann vielleicht bei der Entscheidung helfen.
Kurz vorweg. Vor ein paar Tagen nach etwas mehr als zwei Monaten Unterricht wollte ich mit dem Taxi nach hause fahren. Ich versuchte dem Taxifahrer den Weg zu erklären. Das ging aber nicht, so musste ich dann halt mit dem Finger zeigen, wohin es gehen soll. Das ist ja an sich nicht tragisch, aber es ist ein Sinnbild für die Qualität der Schule, die ich besuche.
Wir haben jeden Vormittag vier Lektionen. Der Unterricht funktioniert so: Die Lehrerin schreibt ein paar Zeichen an die Wandtafel. Wir müssen diese dann aussprechen, wenn sie darauf zeigt. Die Bedeutung lernen wir aber nicht. Gut, kann man im Lehrbuch nachschlagen. Das Problem dieser Methode ist aber ein dreifaches: erstens verschwenden wir auf diese Weise wertvolle Zeit des Unterrichts, zweitens motiviert es nicht zum Vokabeln selber lernen, wenn man sie sowieso (wenn auch schlecht um Unterricht durchnimmt) und drittens wiegt man sich im falschen Wissen, denn bei diesem System lernt man eigentlich mehr die Position des Worts auf der Wandtafel als die Aussprache.) Gut, das ist alles noch nicht so ein wirkliches Problem - gute und sehr motivierte Studenten können einfach mehr selber lernen.
Der Unterricht ist auf chinesisch. Dies ist nicht unbedingt Teil der Didaktik sondern liegt einfach daran, dass zwei von unseren drei Lehrerinnen simple Fragen auf English bereits nicht verstehen. Dazu sind sie schlecht ausgebildet. In der ersten Stunde habe ich gefragt, ob es eine Regel gibt, auf welche Vokale man im Pinyin die Zeichen macht. Es gibt da so eine einfach Regel, dass a for dem Rest kommt und so weiter. Die Lehrerin wusste das nicht - eine normale Chinesin hat mir das später erklärt. Im ähnlichen Stil lassen sich noch weitere Beispiele finden. Fragen sind aber auch in Chinesisch nicht erwünscht.
Ein weiteres Problem sind die Unterrichtsmaterialien. Ein Teil der Uebungen macht unsere Lehrerin selber. Das ist ja toll, weil diese Uebungen an sich besser sind. Nur: Sie hat keinen Computer und schmiert alles auf ein Papier. Dann sind ein paar Zeichen durchgestrichen, korrigiert alles mit ein paar Pfeilen nochmals in eine andere Reihenfolge gebracht, so dass ich am Schluss überhaupt keine Lust mehr habe, mich überhaupt erst auf die Übungen einzulassen.
Das Lehrbuch ist wenigstens gedruckt, aber richtige Infos fehlen. So steht beispielsweise bei 位 einfach "measure word" in der Vokabelliste, nicht aber wofür. Man muss also auf den 10 Seiten vorher suchen, was mit diesem Wort gemessen wird und dann hat man einfach einen Beispielssatz und weiss halt nicht, was das Wort sonst noch messen könnte. In ähnlichem Stil gehts weiter mit "Modalpartikeln" oder sonst was...
Im Unterricht ist die Lernmethode gany einfach die, dass wir Sätze auswendig lernen müssen, egal ob wir die Grammatik verstehen. Mag sein, dass diese Methode für fleissige Chinesen funktioniert. Ich bin aber ein bisschen faul und habe keine Lust, einfach Sachen in der Hoffnung auswendig zu lernen, dass ich sie irgendwann einmal verstehe. Bisher war ich immer der Auffassung, dass man alles, was man versteht, nicht mehr lernen muss und somit verstehen im Grunde eine bessere Methode als auswendig lernen ist.
Nimmt man dies alles zusammen, ist es nicht verwunderlich, dass bereits mehrere Schüler aus unserer Klasse Chinesisch aufgeben haben oder mit dem Gedanken spielen an eine andere Schule zu wechseln oder in einen privaten Lehrer zu investieren.
Damit kommen wir schon zu einem anderen Problem. Mein Kurs hat etwa 12000 Yuan gekostet. Also etwa 2000 Franken. Für den gleichen Preis bekommt man bei einer privaten Schule Einzelunterricht. Die Schule weiss wohl, dass ihr Unterricht schlecht und überteuert ist. Dies dürfte auch der Grund sein, wieso man am Anfang unterschreiben muss, dass man das Geld auf gar keinen Fall rückerstattet bekommen kann.
Hier noch eine ältere Diskussion über die Wahl des Standorts von einer Sprachschule:
http://www.traveltalk.weltreiseforum.com/ftopic451.html |
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Verfasst am: Mi 21. Nov. 2007; 13:42 |
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| Aremonus |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
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hmm... also ich hab' Praktische Chinesisch I + II als buch und auch deren Übungsbücher (von der Pekinger Uni). Die sind vielleicht nicht die modernsten (so 20. Jahre alt...) aber eigentlich nicht schlecht.
Zum lernen benutze ich oft noch das tool Xuexizhongwen von http://www.xuexizhongwen.de/index.htm?index1.htm&0. Da gibt es auch ein Wörterbuch dazu und man kann alles in sekundenschnelle nachgucken. Unterwegs benutze ich das Wörterbuch auf meinem PDA.
Bei mir sind es ja nachwievor Trockenübungen, ich geh erst in nem jahr nach China, voraussichtlich an die Südwestchinesische Jiaotong Uni in Chengdu (das ist die, welche eine chinesische Version des Transrapids entwickelt). Der Grund für die Wahl ist, dass ich einen Professor von dort kenne und dass sie in der Nähe der Uni meiner Freundin liegt.
Wenn ich das hier so lese, bin ich mir ziemlich sicher, dass es gut ist, wenn ich schon jetzt möglichst viel lerne^^
Abbrechen würd' ich nicht; versuch' lieber, das beste 'rauszuholen und halt eben so viel wie möglich noch im Selbststudium zu lernen. Du könntest ja auch noch einen Studenten als Nachhilifelehrer engagieren; wenn der nicht Englisch kann, ist das nur gut für dich!  |
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Verfasst am: Mo 26. Nov. 2007; 08:35 |
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| Pantitlan |
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| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
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Das ist dieses rote Buch, oder? Naja... das ist wohl schon ein bisschen besser als das was wir verwenden, aber übersichtlich und benutzerfreundlich ist auch dieses nicht, oder?
Ja, das mit dem Nachhilfelehrer stimmt schon. Nur frage ich mich dann, wieso ich überhaupt so eine teure Uni zahle, wenn ich am Schluss mit einem einfach Nachhilfelehrer alles lerne. Das bringt dann ja doch nicht so viel am Ende...
Uebrigens: Obwohl wir gehalten worden sind, darüber möglichst nichts zu erzählen, tue ich es trotzdem: Am Freitag gabs im Auditorium (vermutlich) eine Gasexplosion und das ganze Gebäude brannte bis auf die Mauern aus. Die Feuerwehr war übrigens erst nach etwa einer halben Stunde dort... |
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Verfasst am: Mo 26. Nov. 2007; 14:04 |
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| Aremonus |
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| Anmeldungsdatum: 07.10.2005 |
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| Zitat: | | Das ist dieses rote Buch, oder? Naja... das ist wohl schon ein bisschen besser als das was wir verwenden, aber übersichtlich und benutzerfreundlich ist auch dieses nicht, oder? |
Naja, auf jedenfall ist es viel besser als die Bücher die ich im Französischunterricht durcharbeiten muss^^
Der Nachteil (oder auch Vorteil, je nach Standpunkt) ist, dass man die Zeichen lernen muss, da man sonst nicht mehr gut vorwärts kommt (da braucht man das dazugehörige Zeichenlernbuch) und die Übungen sind auch nicht so wahnsinnig spannend, aber ich bin eigentlich ganz zufrieden damit...
| Zitat: | | Die Feuerwehr war übrigens erst nach etwa einer halben Stunde dort... |
haha, die sind wohl im Stau stecken geblieben^^
Warum verbieten die dir das Maul? An deiner Stelle würd' ich gleich einen Artikel darüber schreiben
Naja, Gasexplosionen und Kohlenmonoxidvergiftungen sind dort halt an der Tagesordnung; nicht alle Installationen sind so sicher und repariert wirds erst, wenn es wirklich sein muss - Geld zahlen ist halt nicht so angenehm... |
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Verfasst am: Mo 26. Nov. 2007; 17:46 |
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| Pantitlan |
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| Zitat: | | haha, die sind wohl im Stau stecken geblieben^^ |
Angeblich sind sie tatsächlich vorm Bahnübergang stecken geblieben. |
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