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 | Ausländer in Japan |  |
Verfasst am: Mi 15. Sep. 2004; 21:18 |
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| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
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kita
Beitrag vom Mittwoch, November 26, 2003 @ 17:35
Das Thema wurde wohl schon öfters mal durchgekaut, aber mich würden eure Meinungen interessieren. Gibt es so etwas wie Ausländerfeindlichkeit, wenn ja in welchem Mass und wie zeigt sich das? Also eher versteckt, oder doch sehr offensichtlich?
Und kennt sich jemand näher mit den Uyoku aus? (Zu erkennen an grossen, schwarzen Automobilen, die dröhnende Nationalhymne, viel lautes Geschrei der Mitfahrenden, und dann 'ne nette Frauenstimme, die sich für den Lärm entschuldigt.)
Ich habe selbst keine besonders schlechten Erfahrungen gemacht, aber manchmal schien es mir, als sei man ziemlich zurückhaltend. Vorallem im Dienstleistungsbereich. (Dass man sonst schnell Freunde findet ist klar, irgendwer ist ja meistens weltoffener als sein Umfeld.)
swissgabe
Beitrag vom Mittwoch, November 26, 2003 @ 22:56
Das ist auch immer wieder ein interessantes Thema!
Ausländerfindlichkeit? Dass es das in Japan gibt ist wohl kaum zu bestreiten. Ich möchte auf meine negativen Erfahrungen nicht wirklich tiefer eingehen bzw. diese im Detail erwähnen. Was ich dazu noch sagen möchte ist, dass ich das Gefühl habe, dass vieles in Japan "versteckt" ist und die Japaner somit westlichen Besuchern so zu sagen nicht mal die Möglichkeit geben, etwas besser zu machen. Ich habe viele Erfahrungen gemacht und das Wichtigste sind immer die positiven, ich bin mir auch sicher, dass Ausländer nicht nur immer positive Erfahrungen in der Schweiz machen!
Das mit Uyoku lasse ich mir gerne noch ein wenig genauer erklären
kita
Beitrag vom Donnerstag, November 27, 2003 @ 06:32
Solltest du tatsächlich noch nicht Bekanntschaft mit Uyoku gemacht haben? Naja, es wird eben auch nie etwas über die geschrieben hier. Sind wohl die Ultrarechten Japans, haben immer was zu protestieren und geben sich gerne trotzdem japanisch. Für Letzteres fehlt es ihnen aber eindeutig an guten Manieren. In südlicheren Teilen Japans sollen sie eng mit der Yakuza zusammenarbeiten. Ich hab sie jedoch -soweit ich mich erinnern kann- nur im Norden angetroffen, als sie die Kurilen zurückforderten. Und das jeden Tag und praktisch überall. (Dafür dass man in Japan sagt, die machen nur 1% aus, machen die ganz schön Lärm.) Viel genauer kenn ich sie eben auch nicht. Hast du den Film "Die Kunst der Bestechung" Juzo Itami (oder nun doch Ichizo?) gesehen? Da kriegst du 'ne Ahnung wie die sich aufführen.
Wenn Ausländer in der Schweiz nur gute Erfahrungen machen würden, müsste mir das aufgefallen sein.
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, November 30, 2003 @ 13:10
Was heisst denn hier Bekanntschaft mit den Uyoku? Also gesehen habe ich sie auch schon: sie sind mit ihren lärmigen Wagen durch Kyoto gezogen und haben mich geärgert. Meinem Begleiter war das ziemlich peinlich und er wollte lange nicht rausrücken, worum es geht. Ich hatte nämlich zuerst gedacht, dass das irgend eine faschistische Partei sei, die auf Wählerfang sei. Aber kennen tue ich sie deswegen noch lange nicht.
Ja, ich halte Japan auch für latent rassistisch und das im wörtlichen Sinn und nicht einfach xenophob, was wohl hier in der Schweiz eher auf die Leute zu treffe. Ich habe das Gefühl, dass in Japan viele Leute mit irgendwelchen Rassentheorien argumentieren und in Diskussionen von DEM JAPANER oder DEM SCHWEIZER sprechen, der jedoch nicht als ein Fremdkonstrukt der eigenen Kulturverstand wird (was er natürlich zweifellos ist), sondern als ein real gegebener Unterschied. Das muss nicht unbedingt immer negativ sein - ich habe nämlich mit dem, was ich Japanischen Rassismus bezeichne, auchh durchaus gute Erfahrungen gemacht. Nur: man hat als Ausländer halt keine Chance wirklich in die Gesellschaft reinzukommen, denn man gehört halt eben nicht zur auserwählten Rasse.
Das finde ich halt ziemlich nervig und dieser Wesenszug ist mir soweit noch bei jedem Japaner und jeder Japanerin aufgefallen, den/die ich besser kennengelernt habe, egal wie weltoffen und tolerant sie/er sich gibt.
Pantitlan
Beitrag vom Mittwoch, Dezember 10, 2003 @ 12:02
Was haltet ihr eigentlich vom japanischen Antiamerikanismus?
Ich glaube der ist ein bisschen ambivalent: ich habe viele junge Mädchen gesehen, die Amerikaner unheimlich sexy finden und mit ihnen schlafen wollen; aber ältere Leute (also vielleicht so ab 25) scheinen doch eher Amerika als Besatzermacht zu empfinden. Ich habe allerdings keine repräsentativen Umfragen gemacht, das ist nur so mein Gefühl.
Yokohama
Beitrag vom Mittwoch, Dezember 10, 2003 @ 20:59
Dein Gefühl scheint ziemlich richtig zu sein. Viele Girls stehen extrem auf Amerikaner. Viele Kolleginen meiner Freundin gehen oft in "Amerikanische" Bars nahe des Hafen von Yokohama um Army-Männer und auch andere Ausländer kennenzulernen. Unter den jungen ist es glaub auch "In" wenn man Ausländer kennt...
Andererseits habe ich aber auch schon gehört das es sogar Restaurants/Bars gibt die Schilder wie "no americans" an der Türe hängen haben. Habe das jedoch nie Live gesehen.
swissgabe
Beitrag vom Donnerstag, Dezember 11, 2003 @ 15:22
Gibt es überhaupt noch ein Land ohne Antiamerikanismus?
Der westliche (und vorallem amerikanische) Einfluss ist ja wohl reichlich vorhanden in Japan und nicht zu übersehen. Es gibt je genügen Fastfood stores (7eleven und viele andere) und ich habe auch genügend US Fastfoodoutlets gesehen. Wie an vielen Orten gibt es Pro's und Kontra's.
Die US Armee ist wohl schon seit längerer Zeit weniger als Besatzer zu bezeichnen (obwohl sie sich so aufführt). Tatsächlich handelt es sich dabei eher um "Beschützer". Gemäss der japanischen Verfassung darf Japan ja keine Streitkräfte besitzen. Die japanische "Armee" nennt sich deshalb auch lediglich "Japanese Self Defense Force" und ausser dem Namen ist eigentlich alles wie eine Armee. Japan bezahlt Millionen pro Jahr, damit die USA diese Beschützerrolle übernehmen. Japan ist wohl militärisch gesehen eine Marionette der USA und ich weiss nicht, ob sich Koizumi richtig entschieden hat, als kürzlich beschlossen würde, "Soldaten" der JSDF in den Irak zu schicken (auch wenn ohne Waffen). Die Mehrheit der Japaner unterstütz diese Entscheidung bekanntlich nicht.
kita
Beitrag vom Freitag, Dezember 12, 2003 @ 21:10
Zunächst scheint es doch so, als könne niemand in Japan Amerikaner von anderen Ausländern unterscheiden. Und tatsächlich sind schon viele allgemein an Ausländern interessiert, wenn auch nur mal so zum "Testen".
Antiamerikanismus setzt dann tatsächlich meist erst ein bisschen später ein, aber man macht da schon Unterschiede zwischen der amerikanischen Bevölkerung und der Regierung. (Obwohl ich das nicht unbedingt immer als notwendig empfinde, wenn man sich mal die vielen Leute ansieht, die hinter Bush stehen..)
Ein Freund von mir muss im Januar auch in den Irak, ist aber mehr der Typ Japaner, der ganz an Amerika glaubt. Aber langsam kommen auch ihm Zweifel.. denke ich.
Aber viel wichtiger: Seven Eleven ist nicht japanisch? Zu Hilfe! Mann wäre das schade. Ich finde übrigens gar nicht, dass die Fastfood verkaufen. Ganz im Gegenteil, die haben die besten und frischesten Onigiri überhaupt!
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 17:05
kita: ich weiss nicht, ob 7 Eleven Japanisch ist oder nicht, viele Leute sagen das. Aber es gibt ihn auch in Thailand, Malaysia, Singapur und (angeblich) Kanada. Ob es 7 Eleven auch in den USA gibt weiss ich nicht - war ja noch nie dort. Aber vielleicht kann das Gabriel beantworten.
Übrigens finde ich es schon wichtig, dass man zwischen der Politik und den Menschen unterscheidet. Erstens ist ja Bush nicht einmal legitimer Präsident, sondern nur mit Wahlbetrug an die Macht gekommen. Zweitens wäre es mir auch nicht recht, wenn man mich mit allen Bundesräte der Schweiz in Verbindung brächte (jetzt noch mehr als früher).
Aber bezüglich Japan habe ich schon den Eindruck, dass die Leute Amerikaner von anderen Ausländern unterscheiden können - vielleicht nicht vom Aussehen (aber wir haben es ja auch nicht ganz leicht, zwischen Chinesen, Japanern, Koreanern usw. zu unterscheiden). Aber ich hatte durchaus den Eindruck, dass viele sich recht gut im Ausland auskannten. Ich habe ja viele getroffen, die sogar wussten, wo die Schweiz liegt. (Das ist keine Selbstverständlichkeit - in Indien meinte jemand, dass das in Asien sei (und ich vermutlich ein Napali... hm...) und in Südamerika wurde ich regelmässig zum Skandinavier.) Und überdies: ich hatte auch den Eindruck, dass die Leute viele schöne Clischées über all die verschiedenen Völker kennen. Dazu dient vielleicht auch die Verbreitung von Themenparks wie z.B Little World bei Nagoya.
Was ich übrigens noch spannend finde: Japan war das einzige Land, dass von sich aus in Hochschulen ein Institut für Auslandsforschungen hatten, und das bereits zu einer Zeit, als die Asienforschung in Europa noch in den Kinderschuhen steckte. Japan hat also, trotz seiner historischen Schliessung gegen aussen, immer einen wissenschaftlichen Zugang zur Aussenwelt gesucht. Das hat mich dann eben doch sehr erstaunt, aber hilft zu verstehen, wieso die Meiji-Restauration so erfolgreich sein konnte...
Yokohama
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 17:19
7Eleven gibts zur Genüge in Amerika. Aber meine Freundin sagt auch er komme ursprünglin aus Japan.
swissgabe
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 18:34
Ich glaube ich war noch nie in den USA in einem 7eleven aber diese kommen nicht aus Japan, sondern wurden in Texas gegründet. Nicht dass ich das einfach so gewusst hätte: http://www.7-eleven.com/about/history.asp
Kein Fastfood? Auch wenn es japanisches Essen ist, Fastfood gibt es in jedem "Convenient"-Store, egal ob 7eleven, Laswson oder was auch immer.
Was ich im Ausland so bin? Also meistens Amerikaner oder Engländer, langweilige Sache. Ich denke das mit dem Amerikaner in Japan liegt auch daran, dass der grösste Teil der Kaukasier wirklich US Bürger sind (egal als ob Tourist oder dort wohnhaft).
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 19:04
Oh, danke Gabriel! Das ist wirklich ein guter Link, denn viele Japaner behaupten ja, dass 7 Eleven japanisch sei.
Aber ich finde auch, dass 7 Eleven eher fastfood verkauft, wenngleich das nicht unbedingt negativ sein muss. Ich wäre zum Beispiel froh, wenn man irgendwo in der Schweiz so geile Onigiri kaufen könnte. Ich finde das nämlich viel leckerer, als öde Sandwiches...
übrigens: auf der website stand, dass es auch 7 Elevens in China gebe. Dort habe ich aber noch nie einen gesehen, obwohl ich fast überall in China war, wo man einen convenient store vermuten könnte. Hat jemand eine Ahnung, wo die in China sind?
Swissgabe: Ich hatte eher das Gefühl, dass sich vor allem Kanadier nach Japan begeben (und sich dort dann an die schönen Japanerinnen dran machen. Habe jedenfalls ein paar Japanerinnnen kennengelernt, die sich schon irgend einen Kanadier "reingezogen" oder die Kita es sagen würde "getestet" haben.)
kita
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 20:58
Da macht 7-Eleven ja fast keinen Spass mehr. Was ist nun mit Lawson, Sunkus, Family Mart, etc.? Auch amerikanisch? (Nun bleibt da die Frage, wer hat's erfunden..?)
Scheinbar definieren wir Fastfood wohl etwas unterschiedlich. Mal abgesehen, dass man das Essen schnell zu sich nehmen kann, sind Bentou-Boxen ja mit gesünderem Essen gefüllt, als ein Mc Donald's-HappyMeal.^^
Hm, also vielleicht liegt's ja an deinem (gescheiten) Umfeld, Panti. Bei mir hatte niemand eine Idee, wo die Schweiz liegen könnte. Aber egal, wie oft ich Erklärungen abgab, ich blieb eine Amerikanerin. Oder Russin. (Was das zu bedeuten hat, sparen wir uns hier..) Oder eben Schwedin. Obwohl ich denke, ich bin nicht zu blöd "suisu" richtig auszusprechen. Ist ja keine grosse Herausforderung.
Asiaten voneinander zu unterscheiden, ist doch machbar. Aber bei mir hätten sich Japaner da eh die Zähne ausgebissen. Mit meinen fünf Nationalitäten unter einem Hut.
swissgabe
Beitrag vom Sonntag, Dezember 14, 2003 @ 22:00
Naja, der 7-eleven ist hald praktisch und halb so teuer wie die Tankstellen bei uns. Auch egal obs von den USA oder Japan kommt. Das Ding läuft sowieso unter franchising und es werden lokale Arbeitsplätze gesichert (das ist zB ein Grund warum ich den McDonalds nicht boykottiere - soll aber nicht heissen ich gehe gerne bzw. oft dort hin).
Diese Suisu sache ist auch so ein Ding, entweder waren die schon dort (und mit etwas Glück wissen sie es auch noch zu zu ordnen) oder man versuchts hald mal mit "Europa". Wäre ich eine Frau dann möchte ich keine Russin sein, egal wo, ausser vielleicht in Russland selbst.
China, vielleicht meinen die Hongkong? Aber vielleicht gibts die auch schon in Peking, Shanghai oder wo auch immer.
Ich "teste" von heute 7-eleven's
Pantitlan
Beitrag vom Sonntag, Dezember 21, 2003 @ 06:09
Also ich finde 7 Eleven schon ein bisschen teuer, so verglichen mit einem normalen Supermarket. Ich bin deswegen zu normalen öffnungszeiten dann auch immer in die günstigeren Läden gegangen...
Ja, das habe ich auch erlebt, Swissgabe, dass viele Leute schon ein einmal in der Schweiz waren. Ich habe mir sogar mehrmals die Fotoalben dann angeschaut. Das ist ganz lustig. Zum Beispiel die Mutter, wo ich wohnte, war vor 25 Jahren in der Schweiz und hat ganz viele lustige Dinge aufbewahrt. Zum Beispiel ein 10er Nötli, ein Zugticket der SBB (weisst Du noch, wie die früher aussahen? So ein Kartonding...) und auf einem Bild war im Hintergrund ein Coop mit dem superalten Design. Das war recht lustig und kann ich empfehlen...
Nein... nicht Hongkong! Das ist separat aufgezählt. Und in Peking gibts ziemlich sicher keinen und Shanghai vermutlich auch nicht. Die wären dann ja an prominenter Stelle verteilt und dann auch irgendwie über all.
Kita:
ich glaube, Fastfood muss nicht unbedingt nur McDonals sein. Fertigsalate im Coop würde ich eigentlich auch als Fastfood bezeichnen. Die Frage ist eigentlich eher, ob man Fastfood einfach als ein negatives Wort benutzen will und meint: schnell und scheisse. Aber für mich steckt das nicht im wort drin. Wie es allgemein verwendet wird, weiss ich allerdings auch nciht so genau...
Siegfried
Beitrag vom Samstag, Juli 31, 2004 @ 11:49
Ich denke, Ausländerfeindlichkeit gibt es überall
Pantitlan
Beitrag vom Samstag, Juli 31, 2004 @ 18:15
Das dürfte leider wahr sein.
Ich glaube, aber schon, dass Japan eine spezielle Form der Ausländerfeindlichkeit entwickelt hat. Eine übrigens sehr frendliche Form...
kita
Beitrag vom Mittwoch, August 4, 2004 @ 08:23
Eine freundliche Form der Ausländerfeindlichkeit! Süss! Aber so komisch es klingt, es scheint so zu sein. Zumal es sich um eine Mischung aus Neugier und tatsächlicher Abneigung handelt. Interessant ist die Grenze zwischen beidem. |
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