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Tote Schweizer in Afgahnistan
BeitragVerfasst am: Mi 15. Sep. 2004; 20:12 Antworten mit Zitat
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Forenveteran
Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 236




Asienfan
Beitrag vom Montag, Mai 10, 2004 @ 13:44

Da haben sich doch tatsächlich zwei sogeannnte Abenteurtouristen nach Afgahnistan gewagt, und wurden prompt umgebracht. Mindestens einer soll ein Schweizer gewesen sein.
Das hat absolut nichts mehr mit Reisen zutun. Sondern nur noch mit Dummheit, dennen geht es doch nur darum um nachher zu prahlen wo sie überall waren. Ein Land kurz nach einem Krieg zu bereisen ist meistens gefährlicher als während dem Krieg. Die Tendenz immer an noch verrücktere Ort zu gehen, nimmt leider unter vielen Rucksacktouris immer mehr zu. Man ist nur noch wer, wenn man möglichst viele exotische Stempel im Pass nachweissen kann, und möglichst bei den ersten ist, die einen Ort besuchen.
Ich stelle auch immer wieder fest das bei vielen, die meinen sie müssten jeden Winkel der Erde besucht haben, eine völlig überdrehte Selbsteinschätzung vorhanden ist, sie wüssten nun wie die Welt funktioniere. Das Land wird nur noch konsumiert solange es möglichst "exotisch" ist, dann wird es fallen gelassen, mit der Begründung, es sei zu touristisch. Aber begriffen hat man in Wikrlichkeit nichts.
Ich bin der Meinung das man frühestens sagen darf, mann kein einbestimmtes Land, wenn man mindestens 4-5 mal in den letzen 3-4 Jahren für mehrere Wochen dort war, sich auch von zuhause aus mit Land und Leuten befasst, und vielleicht zu mindest versucht die Sprache zu lernen.
Ich finde dies auf jeden Fall viel spannender als Stempel zu sammeln, aber dies war auf meinen ersten längeren Reisen auch noch nicht so.


Pantitlan
Beitrag vom Montag, Mai 10, 2004 @ 14:18

Ich wäre vor einem Jahr auch fast nach Afghanistan gegangen. Meine Freundin ist dann alleine gegangen und ich habe sie danach interviewt und einen Artikel darüber geschrieben, der in etwa das gleiche sagt wie Du.

Aber ich finde, Du tust denn Leuten unrecht, wenn Du ihnen vorhältst, sie gingen nur aus Abenteuerlust oder schlimmer: zum Stempelsammeln hin. Du blendest da beispielsweise all die Leute aus, die eine Vision haben und was Gutes tun wollen. Du blendest all die Leute aus, die über ein Land berichten wollen. Von den 20 Leuten, die mit ihr im Hotel in Kabul waren, kann man etwa 15 davon als Idealisten bezeichnen. Professoren, die etwas genau untersuchen wollen, Menschenrechtler (aber nicht in Organisationen), Autoren und vor allem auch Leute, die Geld gesammelt haben, um Schulen zu gründen und ähnliches.

Natürlich interessiert man sich für immer exotischeres. Das ist auch natürlich und ja eigentlich der ureigene Antrieb zum Reisen. Denn würde man sich nur für das interessieren, was man kennt, bliebe man ja zu Hause.

Ausserdem finde ich es nicht unbedingt schlecht, wenn man viel versucht zu sehen. Das ist ja ein allgemeines Problem, das in allen Bereichen immer wieder auftaucht: Wissen in der Breite oder Wissen in der Tiefe. Ich persönlich möchte beides. Das heisst, ich interessiere mich hauptsächlich für (Nord-)Ostasien, aber ich will trotzdem wissen, was in Afghanistan läuft.

Uebrigens: Afghanistan ist bei weitem nicht so gefährlich wie du schreibst. Dort hat der internationale Tourismus schon seit über einem Jahr wieder angezogen und in Kabul gibt mit der Chicken Street sogar bereits eine Art Kho San Road...



swissgabe
Beitrag vom Montag, Mai 10, 2004 @ 16:57

Es wird spekuliert, dass die zwei im Drogenhandel tätig waren ...

Soweit ich weiss, wurde bis jetzt nur bestätigt, dass einer von den zwei ein Schweizer ist. Beim anderen soll es noch eine Vermutung sein.



Asienfan
Beitrag vom Montag, Mai 10, 2004 @ 17:38

Ich habe nichts gegen Leute, die nach Afganischtan gehen, sondern nur gegen die, die überall hin müssen wo noch niemand war, und es besonders gefährlich ist, und das ist Afghanistan auf jedenfall. Wenn sich jemand für Afghanistan interessiert, sich mit der Kultur und der Religion (gehört wohl dort eng zusammen) ausseinander setzt, ist dies auch völlig in Ordnung. Es gibt aber immer mehr bei dennen steht nur der Kick nach dem unmöglichsten Resieziel im Zentrum. Auch ist es anscheinend für viele auch noch eine Art Statussymbol. Um Storys zu haben, die man dann in der Khason Road bei einem Singha erzählen kann. Und stimmen tut dann doch nicht mal die Hälfe.
Ich kann dir auch sagen, warum ich weiss von was ich rede. Ich hatte auch mal so eine Phase. Wo ich unbedingt jeden Scheiss gesehen haben musste. Ich bin aber überzeugt, das du erst richtig mit Reisen beginnen kannst wenn du diese Phase mal überwunden hast.
Vielleicht tue ich den beiden die in Afghanistan umgekommen sind auch unrecht, und die gehören nicht in diese Gruppe, kann sein.



Pantitlan
Beitrag vom Dienstag, Mai 11, 2004 @ 00:07

Ich sage ja auch nicht, dass es die nicht gibt, von denen du sprichst. Aber ich glaube die, welche Du meinst, sind eher so ein bisschen Pantoffelhelden und trauen sich doch nicht. Eine Geschichte zu erfinden ist ja ungefährlicher als sie zu erleben... Ich mag solche Leute auch nicht wirklich. Einmal wollte ich in Bangkok einen Flug nach Tokyo buchen. Da kann ein junger deutscher rein und wollte eine Landkarte und sollte im Reisebüro grosskotzig damit angeben, dass er schon in 100 Staaten gewesen wäre und nun gar nicht so wirklich wisse, wo er noch hinkönne. Aber solche Erlebnisse hatte ich recht selten. Hängt vielleicht auch von der Destination ab.

Zurück zu Afghanistan: So wie es aber jetzt aussieht, sind diese beiden Schweizer auch recht dubiose Figuren. Gewiss sind sie illegal eingereist und verbindungen zum Drogenhandel werden ihnen nachgesagt.

Was ich übrigens bezüglich Sicherheit in Afghanistan noch interssant finde: offenbar sind die beiden die ersten ausländischen Zivilisten, die seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan getötet worden sind. So gefährlich kanns also nicht sein...!



Pantitlan
Beitrag vom Dienstag, Mai 11, 2004 @ 19:52

Nun heisst es plötzlich doch, dass es Touristen gewesen seien...


swissgabe
Beitrag vom Freitag, Mai 14, 2004 @ 19:03

Genau, und es war anscheinend nur ein Schweizer. Der zweite soll ein Norweger gewesen sein.
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