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Weltreiseforum Foren-Übersicht » Nord- und Südkorea » Innerkoreanische Grenze: USA geben Kontrolle zum Teil ab
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Innerkoreanische Grenze: USA geben Kontrolle zum Teil ab
BeitragVerfasst am: Mo 01. Nov. 2004; 12:15 Antworten mit Zitat
sandsturm
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 17.10.2004
Beiträge: 527
Wohnort: Bern




Zitat:
Im Zuge ihrer weltweiten Truppenverlegungen haben die USA die Kontrolle über Teile der Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea abgegeben.

Das US-Militär übergab am Montag das Gebiet um den Ort Panmunjom an rund 500 südkoreanische Soldaten sowie den Grenzposten Oullette, wie ein Armeesprecher bestätigte.

Panmunjom liegt in der Mitte der vier Kilometer breiten und 248 Kilometer langen entmilitarisierten Zone, die 1953 nach dem Ende des Koreakriegs eingerichtet worden war. Ausserhalb von Panmunjom kontrollieren vorerst weiterhin US-Truppen die Grenze.

Die Demilitarisierte Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten ist die letzte Grenze aus der Ära des Kalten Krieges und gleichzeitig eines der am stärksten bewachten Gebiete der Welt.

Nordkorea und die UNO-Vertreter nutzen das Grenzgebiet zu gelegentlichen, vorwiegend militärischen Gesprächen. Um gelegentliche Spannungen rascher abbauen zu können, sind jedoch schnellere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme nötig.

US-Truppenabzug

Die USA hatten im vergangenen Monat angekündigt, bis 2008 ein Drittel ihrer Soldaten aus Südkorea abziehen zu wollen. Die ersten 5000 der insgesamt 12 500 Soldaten sollen bereits in diesem Jahr verlegt werden.

Washington hatte ursprünglich den Truppenabzug bereits im kommenden Jahr abschliessen wollen. Nachdem die südkoreanische Regierung starke Besorgnis geäussert hatte, einigten sich die beiden Länder auf einen etappenweisen Rückzug.

Quelle BaZ


Was meint ihr dazu? Ist das ein Anzeichen für eine Entschärfung des Konflikts?
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BeitragVerfasst am: Mo 01. Nov. 2004; 22:25 Antworten mit Zitat
Pantitlan
Site Admin
Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 4280
Wohnort: Beijing (Basel)




Wohl kaum. Es deutet eher daraufhin, dass auch der Militärmacht USA Grenzen gesetzt sind und sie nicht unbegrenzt andere Länder besetzt halten kann.

Mir ist was anderes nicht klar: Wieso können Amerikaner Panmunjom ans südkoreanische Militär übergeben? Ist es denn nicht gerade der Sinn dieser Zone, dass sie weder von Nord- noch von Südkorea kontrolliert wird?

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BeitragVerfasst am: Mo 01. Nov. 2004; 22:29 Antworten mit Zitat
Kimchi
Hardcoretraveller
Anmeldungsdatum: 17.10.2004
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin




grins, was da nicht drin steht, ist dass die kommunisten im norden gleich ma ausprobiert haben, ob die grenze noch dicht ist....kurz nach der übergabe in panmunjom sind 3 nordkoreanische patrouillenboote in die NLL eingedrungen und erst nach Warnschüssen der Daehan Haegun [Koreanische Marine] wieder abgedreht....


Ehm zu Pantitlan: Hu ? Von wem wird denn der Nordteil seit eh und je kontrolliert? Von NORDKOREA ! Also damit hat es wahrlich nichts zu tun...

es ist eher etwas anderes:

->> Interesse der Südkoreaner an "Unabhängigkeit und Souveränität"
->>>> wachsendes antiamerikanisches Potential in Südkorea
->>>>>>>>> USA wollen sich aus der Schusslinie bringen...

Keiner der Gründe allein hätte dazu geführt, aber alle drei zusammen haben diese, meiner Meinung nach sehr begrüßenswerte, Entwicklung bewirkt...

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BeitragVerfasst am: Mo 01. Nov. 2004; 22:46 Antworten mit Zitat
Pantitlan
Site Admin
Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 4280
Wohnort: Beijing (Basel)




Zitat:
Ehm zu Pantitlan: Hu ? Von wem wird denn der Nordteil seit eh und je kontrolliert? Von NORDKOREA ! Also damit hat es wahrlich nichts zu tun...


Das ist mir schon klar. Aber die DMZ ist ja bekanntlich der Streifen zwischen den beiden Ländern und dieser Streifen heisst ja genau deswegen demilitarisiert, weil dort eigentlich kein Militär sein sollte und wenn schon, dann von unabhängigen/neutralen Ländern. Laut dem Film Joint Security Area wären das Schweizer...

Zitat:
es ist eher etwas anderes:

->> Interesse der Südkoreaner an "Unabhängigkeit und Souveränität"
->>>> wachsendes antiamerikanisches Potential in Südkorea
->>>>>>>>> USA wollen sich aus der Schusslinie bringen...

Keiner der Gründe allein hätte dazu geführt, aber alle drei zusammen haben diese, meiner Meinung nach sehr begrüßenswerte, Entwicklung bewirkt...


Das antiamerikanische Potential nimmt ja weltweit zu und ich hege meine Befürchtungen, dass sich - egel wer morgen die Präsidentschaftswahl gewinnt - der Antiamerikanismus noch vergrössern wird. Im Falle Südkoreas hängt das ja wohl auch mit der Geschichte zusammen, als ein kleines Mädchen von einem Panzer überfahren wurde und das amerikanische Militärgericht den Unfallfahrer wider besseren Wissens freigesprochen hat. Das hat damals ja heftige Ausschreitungen ausgelöst.

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BeitragVerfasst am: Mi 03. Nov. 2004; 05:00 Antworten mit Zitat
Kimchi
Hardcoretraveller
Anmeldungsdatum: 17.10.2004
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin




ja, die beiden Mädchen, die überfahren wurden...Böse Geschichte...wurde aber von beiden Seiten nicht gut gemacht....
Im Endeffekt haben die Amis mit vielem selbst Schuld....Erst neulich hat wieder ein Soldat besoffen einen Jungen erstochen....

Deshalb ist in vielen Bars und Discos inzwischen ein "No American Military Personnel" Schild angebracht worden, bzw. die Eintrittspreise für Amerikaner sind erhöht worden, z.B. von 10.000 Won auf 50.000 etc.

Trotzdem ist ein großer Teil des antiamerikanischen Resentiments einfach mal "Mode" ohne Hintergrundwissen/gedanken.....

Die Studenten wollen modern und cool sein...Tragen ihre Levis-Jeans, gehen nach der Demo zu McDonalds aber scheißen ja total auf die amerikanische Kultur, die die Welt zerstört.....

Da sind noch mehr hohle Phrasen als in Europa dabei ^^

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BeitragVerfasst am: Mi 10. Nov. 2004; 23:35 Antworten mit Zitat
aristoteles
Gast




Zitat:
Trotzdem ist ein großer Teil des antiamerikanischen Resentiments einfach mal "Mode" ohne Hintergrundwissen/gedanken.....

Die Studenten wollen modern und cool sein...Tragen ihre Levis-Jeans, gehen nach der Demo zu McDonalds aber scheißen ja total auf die amerikanische Kultur, die die Welt zerstört.....


Das ist bei uns ja oft auch nicht anders. Antiamerikanismus ist ja weltweit in Mode und ich schätze mal, dass sich das in den nächsten 4 Jahren noch verstärken wird.

Du scheinst ja viel in Korea gewesen zu sein, Kimchi. Wie stark schätzt du denn den Amerikanismus wirklich ein? Ist das ein reales Problem und kann das zu einem politischen Schlagwort werden? Ich habe mal gelesen, dass der jetzige Präsident massgeblich deswegen an die Macht gekommen ist, weil er versprach, die Amis rauszuwerfen.

BeitragVerfasst am: Do 11. Nov. 2004; 19:18 Antworten mit Zitat
davrom
Holidayresort-Guru
Anmeldungsdatum: 06.11.2004
Beiträge: 11
Wohnort: Bern




Nun, es ist ja wirklich so, dass viele, vor allem junge Menschen, die Amerikaner lieber draussen hätten. Das kommt auch davon, dass viele der Meinung sind, die koreanische Politik werde zu stark von den Amis kontrolliert. Nun ist es ja tatsächlich so, dass die Amerikaner einen sehr, sehr starken und unüberschaubaren Einfluss auf Korea haben. zB dürfen die Soldaten tun und lassen was sie wollen; die koreansiche Polizei hat keine Erlaubis etwas gegen sie zu unternehmen.
Ausserdem ist die amerikanische Botschaft besser bewacht als jedes Gefängis und die amerikanischen Basen ebenfalls. Auf der anderen Seite gibt es viele, für die Amerika das ersehnte Land ist und die alles tun würden, um nach Amerika zu kommen.

Lustig ist auch, dass alle Ausländer wenn man sie sieht mit *MIGUG* betitel werden, was Amerikaner heisst. Wenn man ihnen das sagt, dass man kein Amerikaner sei, haben sie meistens grosse Freude.

Zur DMZ ist zu sagen, dass mit dem Waffenstillstand (einen Friedensvertrag gibt es ja immer noch nicht) 4 neutrale Mächte bestimmt wurden, dass keine zusätzlichen Waffen in die DMZ transportiert wurden. Für den Süden waren das die Schweden und die Schweizer, im Norden die Tschechoslowakey und Polen. Die Schweden und Schweizer sind immer noch dort (haben aber eigentlich nichts mehr zu sagen) die im Norden wurden rausgeworfen, resp. man ihnen den Strom für die Heizung abgestellt und sie sind dann freiwillig gegangen Smile

Es ist tasächlich so, dass die Amis in den meisten Clubs und Bars keinen Eintritt mehr haben; die Besitzer haben sehr schlechte Erfahrungen mit Schlägereinen gemacht.

Persönliche Bilder von der DMZ und JSA gibt es unter http://www.suedkorea.ch/fotogalerie/album12

Gruss
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Nov. 2004; 00:05 Antworten mit Zitat
Kimchi
Hardcoretraveller
Anmeldungsdatum: 17.10.2004
Beiträge: 85
Wohnort: Berlin




davrom: 너 한국에 갔다왔어 ?

Uber den amtierenden Praesidenten verliert man besser kein Wort...Wer als Praesident seine Kompetenzen an die Minister verteilt und selbst eigentlich nur zuhause rumsitzt oder in der Welt rumreist, hat in meinen Augen keine Berechtigung auf die Phoenixflagge.......

Viele Koreaner sind allgemein antiamerikanisch eingestellt, wobei bei den meisten kein wirklicher Hass (z.B. Ausschreitungen gg. Amerikaner) vorhanden ist, sondern nur starke Ressentiments, die immer wieder durch Zwischenfaelle angeheizt werden.

Davrom hat da Recht, denn es kam immer wieder zu Schlaegereien mit angetrunkenen GIs...egal, ob sie Schuld waren oder nicht..Sie werden jetzt alle nicht mehr reingelassen, um Stress zu vermeiden...

Gleichzeitig will aber auch kaum jemand, der klar denken kann, einen Komplettabzug der Truppen. Eine sehr vernuenftige Forderung war der Abzug der Truppen aus dem Herzen Seouls (Yongsan), wo jetzt ein grosser Zentralpark entsteht, den Seoul sehr noetig hat, jedenfalls noetig als das Hauptquartier der amerikanischen Streitkraefte an ausgerechnet dieser exponierten Stelle....
Aber allgemein sind die Amerikaner schon noch wichtig und vor allem auch ein nicht zu unterschaetzender Wirtschaftsfaktor...Sieht man ja in Deutschland auch...Erst haben alle geschrien, dass die Amis nach Hause sollen und nu, wo sie ihre Basen schliessen, stehen ganze Staedte vor dem finanziellen Ruin...

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