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Verfasst am: So 30. Jul. 2006; 10:12 |
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| Alex |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
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| Zitat: | Zitat:
Du meinst Steuererleichterung und solche Spässe? Keine Ahnung, ob es solche Massnahmen gibt oder nicht. Was meintest du mit: "wie es auch geschieht und eine ungleich geringere Freiheitseinbuße für die anderen bedeutet"? Das habe ich nicht so ganz verstanden.
Ich meinte, dass es gewisse Erleichterungen für Blinde auch gibt. So gibt es zum Beispiel das Blindengeld (http://www.blindengeld.de/). Diese "Last" wird der gesamten sehenden (und steuerzahlenden) Mehrheit auferlegt und damit ist die Last für jeden einzelnen ungefähr gleich und gering. Die Freiheitseinbuße durch die finanzielle Last ist gering.
Die Last des Blindenprivilegs wird nur den sehenden (potenziellen) Masseuren auferlegt. |
Das sollte ein Beispiel sein für wohltätige Unterstützungen von Blinden, die alle Mitglieder der Gesellschaft gleichermaßen tragen und damit gerechter sind. Ich weiß nicht, ob es in Korea ein Blindengeld tatsächlich gibt. Darum geht es nicht, sondern darum, dass es dieses Blindengeld geben sollte.
| Zitat: | | Naja, ich sehe hier aber schon sehr grosse Nachteile für die nicht Sehenden. Also, wenn die Sehenden nun auch Masseure werden dürfen, gibt es mehr Leute die Massieren. Also werden schon mal die ersten nicht Sehenden aus dem Job gedrängt. Dies ist aber noch nicht das Schlimmste.... Schlimmer wird dann sein, dass es einen grossen Preiszerfall geben wird und somit die Existenzangst kommt. |
Die Blinden werden nur aus dem Beruf gedrängt, wenn sie schlechter massieren.
Natürlich haben es die Blinden im Leben schwerer als die Sehenden. Aber die Tatsache, dass die Blinden blind sind, ist Schicksal oder Gottes Wille, wie man will. Unterstützende Nächstenliebe gegenüber den Blinden ist nicht nur mildtätig, sondern der Gesellschaft auch dadurch nützlich, dass die Blinden produktivere Teile der Gemeinschaft werden können. Man kann den Blinden das Leben erleichtern, aber man kann es niemals schaffen, ihr Leben gleichermaßen leicht/schwer zu gestalten wie das der Sehenden. Man kann doch nicht einen Teil der sehenden Gesellschaft (die Masseure) für die schicksalsbedingten Schwierigkeiten der Blinden bezahlen lassen.
Ich weiß nicht, welchen Beruf Du hast, aber stelle Dir mal vor, morgen würde im Bundestag ein Gesetz beschlossen, das bestimmt, dass dieser Berufsstand ab sofort aus Gründen der Nächstenlieben nur noch von Blinden ausgeführt werden dürfte. Den Menschen, die die übrigen Berufe ausüben, wird die Zustimmung nicht so schwerfallen, denn sie sind ja nicht betroffen. Aber Du wird das wohl kaum als gerecht empfinden, auch wenn den Blinden damit etwas geholfen wäre. Du müsstest dafür bezahlen, dass die Blinden blind sind.
Würde dagegen ein Gesetz beschlossen, das bestimmt, dass ein Prozent der Bundes-Steuereinnahmen als Unterstützung an die Blinden fließen, dann wäre der Betrag zwar vielleicht etwas hoch (und damit unverhältnismäßig) aber alle Bevölkerungsgruppen wären weitestgehend gleich belastet. Das wäre damit eher gerecht.
Oder ein Gesetz, das bestimmt, dass jedem Arbeitgeber, der einen Blinden beschäftigt, ein angemessener Lohnzuschuss gewährt wird. Da kann man diskutieren, ob das finanzierbar und verhältnismäßig ist, aber es ist sehr sparsam mit der Einschränkung individueller Freiheit und damit relativ gerecht.
| Zitat: | | Klar, ich kann auch dein Argument verstehen, dass man Freiheit nicht einschrenken Soll. Nur sehe ich Freiheit Global. In meinen Augen sind Minderheiten gleichgestellt mit dem Rest. |
Das sehe ich ja auch so.
Aber man kann die Gleichstellung nur im Rahmen der persönlichen Eigenschaften gestalten. Es ist ja auch nicht ungerecht, wenn ein Einarmiger bei einer Bewerbung nicht für die Stelle des Piloten eines Passagierflugzeugs erhält, denn er hat nun mal nur einen Arm. Man sollte ihn unterstützen, keine Frage, aber man kann ihm trotz dem nicht
... mmh... das Beispiel war vielleicht nicht perfekt.... Blinde dürften ja nun sogar die besseren Masseure sein... aber naja... ich wollte sagen, dass man Blinde zwar unterstützen kann, das Augenlicht und die damit verbundenen Möglichkeiten kann ihnen niemand zurückgeben. Daher muss man sehr vorsichtig sein in der Frage, welche Unterstützung noch verhältnismäßig ist. Denn die Unterstützung muss irgendjemand aufbringen. Und ich halte es zudem für nicht gerecht, wenn diese Unterstüztung allein einer Bevölkerungsgruppe aufgebürdet wird.
...langsam beginne ich, mich zu wiederholen...
Welche Höhe an Unterstüzung der Blinden angebracht ist, halte ich für eine Frage der persönlichen Meinung. Aber die Last dieser Unterstützung sollte doch schon möglichst allen Schultern gleichermaßen aufgelastet werden, wenn alle an dem Problem (der Blindheit) unschuldig sind. |
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Verfasst am: So 30. Jul. 2006; 10:23 |
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| Pantitlan |
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| Zitat: | Die Blinden werden nur aus dem Beruf gedrängt, wenn sie schlechter massieren.
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Das sehe ich eben nicht so. Schliesslich bestimmt nicht nur die Qualität der Massage über eine Anstellung - besonders deshalb nicht, weil diese Qualität ohnehin schwer objektivierbar ist. Blinde haben jedoch einen anderen schwerwiegenden Nachteile: der praktische Umgang mit ihnen ist einfach schwieriger. Sei das beim Ausfüllen vor Formularen oder anderen Sachen. Ich würde als Arbeitgeber zumindest bei sonst gleichen Qualifikationen keinen Blinden einstellen.
| Zitat: | | Oder ein Gesetz, das bestimmt, dass jedem Arbeitgeber, der einen Blinden beschäftigt, ein angemessener Lohnzuschuss gewährt wird. Da kann man diskutieren, ob das finanzierbar und verhältnismäßig ist, aber es ist sehr sparsam mit der Einschränkung individueller Freiheit und damit relativ gerecht. |
Daher halte ich dies auch für eine gute und gangbare Lösung, wenn man dieses Gesetz kippen möchte. Mit dem Lohnzuschuss wird der Blinde billiger und ich als Unternehmer kann dann auswählen, ob mir der Preis so wichtig ist. Allerdings wäre das faktisch dann wieder die gleiche Ungerechtigkeit: Sehende Masseure haben es bei der Jobsuche schwerer. Es würde also wieder nur eine Minderheit, nämlich die sehenden Masseure, diskriminiert. Oder nicht? |
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Verfasst am: So 30. Jul. 2006; 11:47 |
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| Alex |
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| Zitat: | Zitat:
Die Blinden werden nur aus dem Beruf gedrängt, wenn sie schlechter massieren.
Das sehe ich eben nicht so. Schliesslich bestimmt nicht nur die Qualität der Massage über eine Anstellung - besonders deshalb nicht, weil diese Qualität ohnehin schwer objektivierbar ist. Blinde haben jedoch einen anderen schwerwiegenden Nachteile: der praktische Umgang mit ihnen ist einfach schwieriger. Sei das beim Ausfüllen vor Formularen oder anderen Sachen. Ich würde als Arbeitgeber zumindest bei sonst gleichen Qualifikationen keinen Blinden einstellen. |
Ok, das stimmt. Aber den Nachteil müsste dann eben der Anreiz durch die staatliche finanzielle Förderung ausgleichen. Und außerdem würde ich schon mal davon ausgehen, dass Blinde im Durchschnitt weit besser massieren können als Nicht-Blinde.
| Zitat: | | Allerdings wäre das faktisch dann wieder die gleiche Ungerechtigkeit: Sehende Masseure haben es bei der Jobsuche schwerer. Es würde also wieder nur eine Minderheit, nämlich die sehenden Masseure, diskriminiert. Oder nicht? |
Mmhh... nein, eigentlich nicht. Man müsste den Lohnzuschuss eben bei der Beschäftigung von Blinden in jeder Branche gewähren.
Somit würden dann natürlich alle sehenden Arbeitnehmer gegenüber den blinden Arbeitnehmern "diskriminiert". Das wäre dann eben die Einschränkung der eigenen Freiheit zugunsten anderer. |
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Verfasst am: So 30. Jul. 2006; 12:09 |
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| Pantitlan |
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| Gut, einverstanden. Aber das Problem mit dem Schutz eines Kulturgutes bleibt trotzdem bestehen. |
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