Saisombun Spezialzone in Laos - was ist dort?

Französischkurs in den ehemaligen französischen Kolonien (Laos, Vietnam und Kambodscha) gefällig? Oder doch lieber auf der Road to Mandalay pilgern und ein Beer Lao trinken?

Saisombun Spezialzone in Laos - was ist dort?

Beitragvon Attapeu » Samstag 18. Februar 2006, 17:56

Habe gerade in meinem Reiseführer gelesen, dass man in die Saisombun Spezialzone nicht gehen kann. Das ist offenbar ein grösseres Gebiet, nicht weit von Vientianne, das für Touristen gesperrt ist. Das deutet dann ja wohl drauf hin, dass dort etwas nicht ganz sauberes läuft. Hat da jemand eine Ahnung? Würde mich interessieren. War nämlich schon mehrmals in Laos und habe von solchen Zonen noch nie etwas gehört, geschwiege denn, dass es überhaupt grosse Probleme im Land gibt.
Attapeu
 

Beitragvon dokbua » Montag 6. März 2006, 14:15

Diese Sonderzone wurde/wird als Rebellengebiet der Hmong bezeichnet. Das Volk der Hmong kämpft seit etwa 30 Jahren um die Unabhängigkeit. Um das im Griff zu bekommen, hat das Miitär vor vielen Jahren einfach daraus eine militärische Sonderzone gemacht. So sollte davon ausgegangen werden, das diese Zone keineswegs als befriedigt gilt. Eher kann man von einem Belagerungszustand im Land sprechen.

Hierzu gibt es aber auch genauere Infos:

http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege/300ak_laos_hmong.htm
dokbua
Fullmoonpartyjäger
 
Beiträge: 24
Registriert: Montag 6. März 2006, 07:51

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 8. März 2006, 23:01

Hmong werden allerdings nicht nur in Laos verfolgt, sondern auch in Thailand. So schreibt Amnesty international: "Die 6500 laotischen Angehörigen der ethnischen Minderheit der Hmong, die derzeit in der thailändischen Provinz Phetchabun leben, werden nach eigenen Angaben in Laos politisch verfolgt, da sie mit den Rebellengruppierungen in Verbindung gebracht werden, die seit langem einen bewaffneten Konflikt mit der laotischen Armee führen."

Eine Webseite einer anderen Menschenrechtsorganisation erklärt, die es zum Konflitk kam: " Die ethnische Minderheit der Hmong in Laos war während des Vietnamkrieges ein Verbündeter der US-Streitkräfte sowohl in Vietnam als auch in Laos und Kambodscha. Weil die Hmong nach Unabhängigkeit streben, werden von sie der laotischen Regierung öffentlich als "Banditen" bezeichnet. Mehrere hundert Rebellen der Hmong sind zusammen mit ihren Familien im Bezirk Phoukout der Provinz Xieng Khouang nordöstlich der Hauptstadt Viangchan (Vientiane) von laotischen und möglicherweise auch von vietnamesischen Streitkräften umzingelt. Die Hmong weigern sich, ihre - veralteten, leichten - Waffen abzugeben, da sie Vergeltungsschläge befürchten." (Kleine Frage: weiss jemand, was vietnamesische Streitkräfte zu suchen haben?) "Die Gruppe lebt unter ständiger Belagerung in einem Dschungelversteck. Schon durch die chronische Unterversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten kommt es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen."

Allerdings scheint sich die Situation ein bisschen zu besser. So haben nach einem taz-Artikel mehrere Hmong aufgegeben und seit Time-Magazine Jounalisten mit den Hmong Kontakt aufnahmen, sind sie überhaupt erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Samstag 11. März 2006, 01:10

Hier habe ich noch einen Artikel gefunden, der mir recht interessant erscheint: http://www.amnesty-seamran.de/laos/hint ... hmong.html

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon gabe » Sonntag 19. März 2006, 01:26

Es besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit, gewisse Ausflüge in die Saisombun Spezialzone zu unternehmen. Es handelt sich dabei um 1-3 Tagesausflüge von Vang Vieng an den Nam Ngum Stausee und von dort Trekking, Kanu und River Rafting Ausflüge.

Mal abgesehen von dem Hmong Problem ist die Saisombun Spezialzone noch geschichtlich recht interessant. So befinden sich in dieser Provinz die grosse Anzahl von "geheimen" CIA Flugplätzen wärend des Vietnam Krieges.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Pantitlan » Sonntag 19. März 2006, 13:30

Hast Du solche Ausflüge mal gemacht, Gabe? Was erzählen denn die Guides dort so darüber, wieso die Gegend abgeriegelt ist?

Ich glaube, als ich 2000 in Vang Vieng war, wollten wir auch dorthin gehen. Wusste damals allerdings nocht nicht, dass es diese Spezialzone gibt und bin deswegen auch nicht mehr ganz sicher, ob es wirklich dorthin gewesen wäre. Auf jeden Fall gab es schon damals die Möglichkeit es Trekkings in das Hmonggebiet. Da diese aber gerade aufständisch seien, wurde uns damals davon abgeraten.

Eine anderer Platz, den man besuchen kann, ist ein Nationalpark in Süden der Spezialzone.

Ansonsten: Was ist denn das Problem mit den geheimen Flugplätzen der USA? Mittlerweile wissen ja alle davon und dass sie die USA nicht ans Völkerrecht und Menschenrechte haltet, ist ja auch nichts Neues. Es gibt dort ja in der Zone ja sogar eine grössere Stadt: Long Chen oder Saisombun. Weisst du, was dort los ist? Die darf man nämlich auch nicht besuchen.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 4. Mai 2006, 10:15

Habe gerade von einem Reisegefaehrten, der einen hoeheren laotischen Regierungsbeamten kennt, folgende Infos bekommen. Ich denke, die duerften fuer die Diskussion hier recht hilfreich sein:

Habe heute erfahren, dass die Spezialzone SAISOMBUN am 17. Januar 2006 aufgehoben
wurde und nun wieder bereist werden kann. 2001 versuchten 2 Deutsche den
Widerstandskaempfern in der Zone 200'000 USD von Amerikan. Hmong-Organisationen
zu ueberbringen. Ihr Schlauchboot wurde von der Armee durchloechert und nebst
dem Geld fand man bei ihnen eine Karte und eine Namensliste.
2003 haben 3 Journalisten (F, BE, ?) Filmmaterial in der Zone gesammelt und
Hmong-Leader interviewt (war in der internationalen Presse). Sie wurden festgenommen
und das Filmmaterial beschlagnahmt. Die 15 Jahre Gefaengnisstrafe mussten
sie Dank diplomatischer Bemuehungen nicht absitzten.

Dafuer hatte die Regierung nun eine Namensliste plus die Gesichter auf Band!
Die betreffenden Leute (Hmong) leben jetzt nicht mehr und die Spezialzone
konnte aufgehoben werden.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 2. August 2006, 11:51

Noch ein kleiner Nachtrag. Offenbar bietet ein deutscher Entwicklungshilfen nun eco-tourist Touren in einem Nationalpark im Süden dieses Gebiets an. Ich denke, das könnte interessant sein:

http://www.trekkingcentrallaos.com/

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 23. August 2006, 11:18

"Sie jagen uns wie Tiere!"

Bericht und Filmaufnahmen über Verbrechen an Hmong-Bevölkerung in Laos


Bern/Genf, 2. August 2006

Im Rahmen der diesjährigen UNO-Arbeitsgruppe für indigene Bevölkerungen, die von 31. Juli bis 4. August in Genf stattfindet, veröffentlicht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) morgen Donnerstag einen dramatischen Bericht über Verbrechen laotischer und vietnamesischer Sicherheitskräfte an Angehörigen der indigenen Gruppe der Hmong in Laos.

Ausserdem zeigt dort Rebecca Sommer, GfbV-Repräsentantin für indigene Völker bei den UNO in New York, erstmals vor kurzem aus Laos herausgeschmuggelte Filmaufnahmen über Gräueltaten. Zusätzlich werden zwei in den USA im Exil lebende Hmong-Experten über die verheerende aktuelle Situation der Hmong in Laos, wo sich mehrere Tausend von ihnen im Regenwald verstecken, und in Flüchtlingslagern in Thailand berichten.

Augenzeugenberichten zufolge machen tausende Soldaten in der Sperrzone Xaysomboun im Norden von Laos seit Monaten Jagd auf die in den unzugänglichen Wäldern versteckten Hmong-Gruppen, die zum grossen Teil aus Frauen und Kindern bestehen. In der Regel werden die Gruppen zuerst von Kampfflugzeugen und Hubschraubern aus lokalisiert und dann mit chemischen Kampfstoffen und Granaten bombardiert. Danach greifen Bodentruppen die Fliehenden an. Hmong, die in Gefangenschaft geraten, werden gefoltert, grausam verstümmelt, vergewaltigt und danach ermordet. Auch Kinder werden nicht verschont.

In dem umfangreichen GfbV-Bericht, der auf den Aussagen Hunderter Flüchtlinge beruht, werden furchtbare Szenen geschildert: Babys wurden gegen Bäume geschlagen, und vietnamesische Soldaten schlitzten Kindern den Bauch auf. Eines der jüngsten Massaker fand am 6. April 2006 nahe der Stadt Vang Vieng statt: Dabei wurden mindestens 26 Frauen und Kinder der Hmong - darunter zwölf Kinder unter zehn Jahren - von Soldaten niedergemetzelt.

"Trotz der Gräueltaten wurden 26 Hmong-Flüchtlinge im Dezember 2005 zwangsweise von Thailand nach Laos zurückgeführt", kritisiert die GfbV in ihrem Bericht. In dieser Gruppe waren 20 Mädchen im Alter von zwölf bis16 Jahren, die bis heute an verschiedenen Orten ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten werden. Es wird befürchtet, dass sie schwer misshandelt und vergewaltigt wurden. Die männlichen Mitglieder der Gruppe sollen in ein entlegenes Gefängnis im Norden von Laos gebracht worden sein - Berichten zufolge wurden zwei Jungen zu Tode geprügelt.

Seit 1960 wurden Hmong systematisch vom US-Geheimdienst CIA angeworben, um gegen die kommunistische Pathet Lao zu kämpfen. Bis zu 40’000 Hmong standen zeitweise im Sold der USA. Bis zu 30’000 Hmong wurden getötet, bis die Pathet Lao schliesslich die Kontrolle über das gesamte Land erlangte und 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos ausrief. Bis zu 300’000 Hmong ergriffen die Flucht. Heute leben Hunderttausende von ihnen in den USA im Exil.


Das ist eine Medienmitteilung der Gesellschaft für Bedrohte Völker. Ich denke, dass das auch im Sinne dieser Organisation ist, wenn ich diesen Text hierhin kopiere.

Was ich persönlich besonders schlimm finde: ein paar Tage nach den Massaker war ich dort, auch in Vangviang und kein Mensch wusste davon.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Sonntag 10. Juni 2007, 23:59

Offenbar gärt es noch immer. So sollen Hmong aus den USA einen Umsturzversuch geplant haben. Sie nahmen einen Amerikaner und neun Angehörige des laotischen Hmong-Volkes in Kalifornien fest, teilten die Justizbehörden in Sacramento mit. Darunter war auch General Vang Pao (77), den der US-Geheimdienst CIA zu Zeiten des Vietnamkriegs als Kämpfer gegen die Kommunisten rekrutiert hatte, schreibt die ARD auf ihrer Onlineseite. Die Männer hätten vorgehabt, die Regierungsgebäude in Vientiane dem Erdboden gleichzumachen. Allerdings ist mir nicht klar wie das hätte funktionieren sollen. Schliesslich waren das nur ein paar Leute und die Waffen hätten sie ja auch erst noch ins Land schmuggeln müssen...

Quelle:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... 08,00.html

EDIT:

Hier habe ich gerade noch eine kleine Sammlung von Dokus gefunden, die über das Leiden der Hmong gedreht wurden.

http://www.rebeccasommer.org/documentar ... /index.php

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Mittwoch 19. März 2008, 07:56

Die Gesellschaft für Bedrohte Völker hat wieder auf die Missstände in Laos hingewiesen. Diesmal geht es darum, dass Thailand einen Teil seiner Hmong-Asylanten abschieben will. Da offenbar jeder Tote Hmong Geld wert ist, ist diese Abschiebung tatsächlich ein Skandal.

Wie oben erlaube ich es mir, den Text in ganzer Länge hier hereinzukopieren:

Dramatischer Appell an Thailand zur Rettung von 8'000 Hmong-Flüchtlingen

Mit einem dramatischen Appell zur Rettung von rund 8'000 Hmong-Flüchtlingen hat sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag an die thailändische Regierung gewandt. Der thailändische Premierminister Samak Sundaravej wird am Freitag in der laotischen Hauptstadt Vientiane unter anderem zu Gesprächen über das Schicksal der Flüchtlinge erwartet. Unmittelbar danach könnten erste Deportationswellen beginnen.

Im Schreiben der GfbV International an die thailändische Regierung, heisst es: "Das Leben und die Gesundheit dieser verzweifelten Menschen liegt in Ihrer Hand, bitte liefern Sie diese Menschen nicht in das totalitär regierte Laos aus". Die GfbV, der Augenzeugenberichte über zahlreiche Morde, Misshandlungen und Vergewaltigungen hilfloser Hmong durch laotische Sicherheitskräfte vorliegen, fürchtet, dass Abgeschobene ein ähnliches Schicksal erleiden werden.

Weil Hmong in den 1960-er und 1970-er Jahren von den USA angeworben wurden, um gegen die kommunistische Pathet Lao zu kämpfen, werden auch ihre Nachkommen bis heute gnadenlos vom Militär gejagt. Jüngsten Berichten zufolge belohnt Laos seine Soldaten für jeden ermordeten Hmong mit sechs Millionen Kip (ca. CHF 750). Noch bis zu 15'000 Hmong leben unter elenden Umständen versteckt in abgelegenen Bergwäldern von Laos. Viele hungern, ernähren sich von Wurzeln oder wilden Früchten.
Eine medizinische Versorgung gibt es für sie nicht. Immer wieder versuchen Hmong, sich nach Thailand zu retten. Doch auch dort finden sie keine Sicherheit.

Bisher hat Laos darauf bestanden, dass die Flüchtlinge ausgeliefert werden, und Thailand hat Angebote von Drittländern, die Hmong aufzunehmen, nicht angenommen. "Beide Länder bezeichnen die politisch Verfolgten als "Wirtschaftsmigranten", um so die Deportationen rechtfertigen zu können", berichtete die GfbV. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit entscheidet das Militär willkürlich darüber, ob einzelnen Hmong der Flüchtlingsstatus gewährt wird. Die Repräsentantin der GfbV für indigene Völker bei den UNO in New York, Rebecca Sommer, kritisiert, dass das UNHCR nicht einmal Zugang zu dem Flüchtlingslager nahe der Grenze zu Laos hat.

Seit November 2006 wurden insgesamt 448 Hmong-Flüchtlinge nach Laos deportiert, obwohl sich viele in Todesangst wehrten. Die Sicherheitskräfte mussten die Menschen mit Tränengas und Elektroschockern in die Fahrzeuge zwingen. Im Januar 2007 konnte die Zwangsabschiebung einer Gruppe von 153 Hmong - die meisten von ihnen Kinder - aufgrund scharfer Kritik der internationalen Staatengemeinschaft in letzter Sekunde gestoppt werden. Jetzt hat die GfbV International erneut den UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, das UNHCR, die Vertretung der EU-Kommission in Bangkok, Botschafter der EU-Länder sowie der USA, Kanadas und Australiens alarmiert.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon gabe » Mittwoch 19. März 2008, 09:41

Nachdem Du dich hier eher mit Dir selber beschäftigen musstest trage ich auch wieder etwas kleines dazu bei.

Leider habe ich nie an so einer Saisombun Spezialzone Tour teilgenommen. Auf der einen Seite würde mich das schon reizen. Andererseits wurde die Tour in Vang Vieng angeboten und da gehts vermutlich eh primär um Fun und Action, das restliche zählt vermutlich weniger. Im weiteren wollten wir von Vang Vieng so schnell weg wie möglich und da war Vientiane die Alternative.

Genau aus den genannten Gründen finde ich es eigenartig, wenn behauptet wird, dass diese Spezialzone nun bereisbar sei. Der Grund, dass man diese Zone gesperrt hat sind genau die Aufständischen in dieser Gegend, ähnlich wie in gewissen Gebieten von Myanmar. Die Armee bekämpft diese dort offensichtlich und hat kein interesse an externen Einflüssen.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon sandsturm » Freitag 11. April 2008, 08:34

Scheinbar läuft nun gerade wieder etwas in der Sonderzone. Die Berliner Rundschau hat einen Beitrag von Al Jazeera aufgegriffen. Gemäss diesem bestreitet die Regierung von Laos, dass Tausende von ethnischen Hmong in den Urwäldern des Landes von den Sicherheitskräften eingekesselt worden sind und nicht versorgt werden.

http://www.berlinerumschau.com/index.ph ... ikHornuss1

Dass aber trotzdem etwas im Gang ist, findet sich bei Jesus.de (keine Ahnung, was das ist). Dort heisst es: "Am 23. Februar wurden neun Leiter von Hausgemeinden zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie waren im Juli 2007 bei einer brutalen Polizei - und Militäraktion gefangen genommen worden." Und dann folgt ein etwas abstruser Satz: "Die Hmong-Christen wollten eigentlich nur Reich Gottes bauen." Mal von grammatikalischen Unlänglichkeiten abgesehen, ist es schon ein recht starkerTubak, in Laos ein Reich Gottes bauen zu wollen. Das wäre ja eine offene Sezession - und darauf sind die meisten Staaten sehr empfindlich. Dieses verharmlosende "eigentlich nur" finde ich doch seltsam. Ausserdem wusste ich nicht, dass Hmong Christen sein sollen. Ich dachte immer, das seinen Animisten.

http://www.jesus.ch/index.php/D/article/476/41624/

Bitte keine PN. Ich beantworte gerne jede Frage. Aber nur solche, die im Forum gepostet sind, sonsts bringt das ja nicht allesn etwas.
sandsturm
Forenveteran
 
Beiträge: 1068
Registriert: Sonntag 17. Oktober 2004, 16:57
Wohnort: Bern

Beitragvon gabe » Freitag 11. April 2008, 09:41

Den ersten Bericht finde ich ein vielfaches besser, er erzählt aber nicht viel neues. Leider ist es tatsächlich so, dass die Hmong seit langem von der laotischen Regierung unterdrückt werden und in einer gewissen Weise auch Aufständig sind. Sie werden ja bekanntlich von Auslandlaoten unterstützt und vor 3-4 Jahren gab es ja in Vientiane sogar mal einen Bombenanschlag welcher von der laotischen Regierung den Hmong zulasten gelegt worden ist. Als wir 2002/2003 in der Nähe von Phonsavane waren sahen wir verschiedene Militärhubschrauber die gemäss einem Laoten in den Bergen nach Hmongs gesucht haben.

Bei der Jesus.ch Seite sehe ich auch ein paar Fragezeichen. Vielleicht gibt es ein paar Hmongs welche sich dem christlichen Glauben angeschlossen haben. Es handelt sich da aber eher um eine Minderheit, dementsprechend finde ich das mit dem Reich Gottes nicht mehr als christliche Propaganda.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Pantitlan » Sonntag 8. März 2009, 09:36

Mal wieder was zur endlosen Geschichte mit den Hmong. Scheinbar sollen nun viele von ihnen aus Thailand abgeschoben werden. Siehe hier:
http://www.tagesschau.de/ausland/thailand520.html

Weiss jemand, was inzwischen in Laos passiert ist, dass die Militärs nun plötzlich die "Sicherheit der Hmong gewährleisten können"? Ich bin da ein bisschen skeptisch.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon Pantitlan » Freitag 8. Mai 2009, 07:31

Nun gibt es zum Thema einen Dokumentarfilm, der demnächst ins Kino kommt. Hier mal der Link...
http://www.zweitausendeins.de/display/?d=8239

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon gabe » Freitag 8. Mai 2009, 09:02

Pantitlan hat geschrieben:Nun gibt es zum Thema einen Dokumentarfilm, der demnächst ins Kino kommt. Hier mal der Link...
http://www.zweitausendeins.de/display/?d=8239


Der Film scheint sehr eindrücklich zu sein. Es ist gut wenn das Thema immer wieder aufgefrischt wird und vorallem erwähnt wird dass die US Regierung all diese Fakten noch nicht zugegeben hat. Es ist traurig wenn ein Laos wie Laos noch immer darunter leidet.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Pantitlan » Freitag 8. Mai 2009, 10:21

Ja. Ich würde den Film eigentlich sehr gerne sehen. Mit interessiert darüberhinaus auch, wie der Reporter es in diese geheime Stadt mit dem Flughafen geschafft hat. Die ist nämlich noch immer Militärsperrgebiet.

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Beitragvon gabe » Freitag 8. Mai 2009, 12:58

Pantitlan hat geschrieben:Ja. Ich würde den Film eigentlich sehr gerne sehen. Mit interessiert darüberhinaus auch, wie der Reporter es in diese geheime Stadt mit dem Flughafen geschafft hat. Die ist nämlich noch immer Militärsperrgebiet.

Ich denke mit Geld ist in Laos ja (fast) alles möglich. Warum die laotische Regierung diese Gegend noch immer so absperrt verstehe ich noch immer nicht ganz, die Sache mit den Hmongs alleine kann es ja wohl kaum sein und die Interessen dass dort niemand hinkommt sind auf US Seite wohl noch um ein vielfaches Grösser als bei den Laoten selber.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Indrid Cold » Samstag 20. Februar 2010, 13:39

Hallo

Ich war Ende letztes Jahr fast einen Monat in Kambodscha und möchte – wahrscheinlich nächstes Jahr – nach Laos fahren (ähnlich lange). Mein Reiseführer von Know-How ist nicht mehr aktuell, in ihm wird die Spezialzone noch erwähnt. Aber in Kambodscha habe ich in einem aktuelleren Reiseführer von Stefan Loose gelesen, dass dieses Sperrgebiet jetzt öffentlich sei.

Und letzte Woche hat ARTE eine sehr interessante Dokumentation gezeigt:

-----------------------------------------

Amerikas geheimer Krieg in Laos
Regie: Marc Eberle

Der Vietnamkrieg fand vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt, dagegen waren die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nachbarland Laos eine der größten Geheimoperationen in der Geschichte des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Bis heute ist ungeklärt, wie vielen Menschen er das Leben gekostet hat, und bis heute dauern seine Nachwehen an. Denn 30 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges liefern Überbleibsel der geheimen CIA-Armee sich noch immer vereinzelte Gefechte mit den kommunistischen laotischen Regierungstruppen.
Zwar war Laos 1954 und ein zweites Mal 1962 auf den Genfer Konferenzen für neutral erklärt worden, doch lag das Land mit seinen langen Grenzen zum kommunistischen China und Nordvietnam an einem wichtigen geostrategischen Platz und wurde von den USA zum Puffer gegen den sich ausbreitenden Kommunismus auserkoren. Als dann der Ho-Chi-Minh-Pfad - die zentrale Versorgungsroute der Nordvietnamesen von Nord- nach Südvietnam - durch Teile von Laos führte, lieferten sich die laotischen Kommunisten der Pathet Lao und die Nordvietnamesen einen Guerillakrieg mit den USA.
Hauptquartier der CIA und der von ihr rekrutierten geheimen Hmong Armee war Long Cheng. Hier errichtete die CIA ab 1962 eine Luftbasis mit 40.000 Einwohnern. Von hier aus wurde der Krieg koordiniert und von hier starteten und landeten täglich über 400 Flugzeuge. Für einige Jahre war Long Cheng die zweitgrößte Stadt in Laos und der meist beflogenste Flugplatz der Welt. Doch der Ort war auf keiner Landkarte verzeichnet und nicht einmal der US-Kongress wusste von seiner Existenz.
Filmemacher Marc Eberle dokumentiert mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial die Genese und unglaubliche Geschichte dieses Krieges, der in vielen Merkmalen zum Vorläufer für die heutige amerikanische Kriegsführung wurde. Ehemalige CIA-Offiziere, Piloten, Journalisten und laotische Zeitzeugen erzählen von der grausamen Surrealität eines Krieges und seiner skandalösen Verflechtungen.

--------------------------------------

In dieser Dokumentation kommen die Dokumentarfilmer über Beziehungen in die Spezialzone bis zum Tal, dass von der CIA als Basis genutzt wurde. Ihr Führer sagte im Film, dass man plane, die Zone zu öffnen und den Tourismus zu fördern und vor allem die CIA-Basis als Touristenattraktion verwenden möchte.

Die Dokumentation zeigt sehr viele Bilder und Videoszenen vom Krieg, von der CIA gefilmt und auch die Ebene der Tonkrüge, die Hmong-Kultur usw.

Die Dokumentation wird am 23.02.2010 um 10:25 wiederholt.

Von den Hmong selber habe ich kurioserweise erst durch
Clint Eastwood’s Film Gran Torino erfahren (in die USA gesiedelte Hmong nach dem Krieg in Laos).
Indrid Cold
Forenveteran
 
Beiträge: 150
Registriert: Samstag 26. November 2005, 22:47
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Indrid Cold » Sonntag 27. Februar 2011, 17:17

Im Lonely Planet von August 2007 beschreiben die Autoren, wie sie nur mit Motorrädern endlich in die geöffnete Spezialzone gefahren sind (von Vang Vieng aus) am Ende aber bei der geheimen, ehemaligen US-Basis von einem Militär verscheucht wurden. Immerhin seien sie aber rein gekommen, was jedoch mehr als einen Tag in Anspruch nehme.

Die ARTE-Dokumentation Amerikas geheimer Krieg in Laos habe ich mir auf DVD aufgezeichnet, auch die andere damals gezeigte Dokumentation Das Mädchen und das Foto über die im Vietnamkrieg schwer verwundete Kim Phuc war sehr sehenswert (ebenfalls aufgezeichnet). Darin habe ich von Long Cheng erfahren, die im Krieg Laos zweitgrösste Stadt war und mehr Flugzeuge starteten und landeten als auf manch amerikanischem Flughafen. Im Lonely Planet-Reieseführer gibt es Informationen zu Long Cheng, im Reise Know-How nicht (Stand 2006).

Ich erinnere mich mal gelesen zu haben, dass ehemalige Hmong-Kämpfer ab und zu Überfälle auf Touristenbusse durchführten und auch Touristen erschossen haben sollen. Ist das ein Märchen der laotischen Führung um ihre Militärpräsenz in der ehemaligen Spezialzone aktiv zu halten? Oder gibt es noch aktive Kämpfer im Dschungel, die aktiv gegen die Regierung kämpfen?

Deren ehemaliger General in den USA ist ja jetzt verstorben.

Wie dem auch sei, ich möchte während den fünf Wochen Laos Ende Jahr auf jeden Fall die Spezialzone bereisen und es bis Long Cheng schaffen. Auch Sam Thong – ebenfalls in der Spezialzone – findet sich nicht im Reiseführer.
Indrid Cold
Forenveteran
 
Beiträge: 150
Registriert: Samstag 26. November 2005, 22:47
Wohnort: Schweiz

Beitragvon gabe » Montag 28. Februar 2011, 17:06

Indrid Cold hat geschrieben:Im Lonely Planet von August 2007 beschreiben die Autoren, wie sie nur mit Motorrädern endlich in die geöffnete Spezialzone gefahren sind (von Vang Vieng aus) am Ende aber bei der geheimen, ehemaligen US-Basis von einem Militär verscheucht wurden. Immerhin seien sie aber rein gekommen, was jedoch mehr als einen Tag in Anspruch nehme.

Die ARTE-Dokumentation Amerikas geheimer Krieg in Laos habe ich mir auf DVD aufgezeichnet, auch die andere damals gezeigte Dokumentation Das Mädchen und das Foto über die im Vietnamkrieg schwer verwundete Kim Phuc war sehr sehenswert (ebenfalls aufgezeichnet). Darin habe ich von Long Cheng erfahren, die im Krieg Laos zweitgrösste Stadt war und mehr Flugzeuge starteten und landeten als auf manch amerikanischem Flughafen. Im Lonely Planet-Reieseführer gibt es Informationen zu Long Cheng, im Reise Know-How nicht (Stand 2006).

Ich erinnere mich mal gelesen zu haben, dass ehemalige Hmong-Kämpfer ab und zu Überfälle auf Touristenbusse durchführten und auch Touristen erschossen haben sollen. Ist das ein Märchen der laotischen Führung um ihre Militärpräsenz in der ehemaligen Spezialzone aktiv zu halten? Oder gibt es noch aktive Kämpfer im Dschungel, die aktiv gegen die Regierung kämpfen?

Deren ehemaliger General in den USA ist ja jetzt verstorben.

Wie dem auch sei, ich möchte während den fünf Wochen Laos Ende Jahr auf jeden Fall die Spezialzone bereisen und es bis Long Cheng schaffen. Auch Sam Thong – ebenfalls in der Spezialzone – findet sich nicht im Reiseführer.
Es gibt Möglichkeiten aber wie man dort hin kommt weiss ich nicht genau. Ich kann mich erinnern, dass ein paar Reisebüros in Vang Vieng verschiedene Ausflüge in die Zone angeboten haben und das war schon 2005. Also gibt es jetzt bestimmt mehr Möglichkeiten. Am besten vielleicht bei Reisebüros in Vientiane schauen die sich mit dem Papierkram auskennen, hier lohnt es sich vermutlich ein paar USD mehr aufzuwenden.

gabe @ http://www.gotoasia.ch - Reisen nach Korea, Japan und Taiwan

Bild
Benutzeravatar
gabe
Forenveteran
 
Beiträge: 2732
Registriert: Mittwoch 15. September 2004, 18:14
Wohnort: Zurich, Seoul & Bangkok

Beitragvon Indrid Cold » Mittwoch 4. Januar 2012, 19:05

Pantitlan hat geschrieben:Ja. Ich würde den Film eigentlich sehr gerne sehen. Mit interessiert darüberhinaus auch, wie der Reporter es in diese geheime Stadt mit dem Flughafen geschafft hat. Die ist nämlich noch immer Militärsperrgebiet.


Mr. Nouds Phetrasy von Sousath Travel in Phonsavan (Ebene der Tonkruege) bietet Touren nach Long Cheng an. Als einziger, da er Verbindungen zum Militaer hat. Er bietet auch ganz normale Touren zur Ebene der Tonkruege an, aber laut Visitenkarte auch Abenteuertouren zu LS108, LS 32, LS 85 und LS 20A (Long Cheng bzw. Long Tieng). Das Sousath Travel Touren nach Long Tieng anbietet, steht auch im neusten digitalen Lonely Planet (Google Buecher). Aber kurioserweise wird dort der Preis nicht angegeben (was schon seine Gruende hat).

Auf lightstalkers.org hat Nouds Phetrasy auf jeden Fall ein Profil, in dem er angibt, Touren auch nach Ls 20A zu organisieren.
http://www.lightstalkers.org/nouds-phetrasy

Die Japan Times ( http://www.japantimes.co.jp/text/fv20000705a3.html ) schreibt ueber einen gewissen Sousath Phetrasy, der in Phonsavan Touren anbietet, einen Laden voller Waffen besitzt und bei der Suche nach vermissten US-Soldaten mithalf.

Im Text 'Sousath Phetrasy – Child of a Secret War' ( http://www.tomvater.com/laos/966/ ) wird mehr ueber Sousath Phetrasy berichtet. Er half Marc Eberle, Long Cheng zu bereisen. Die Kommentare unten zeigen, dass er auch anderen geholfen hat.

Auch auf dieser Seite wird von hollaendischen Touristen erwaehnt, dass Sousath Phetrasy die Ebene der Tonkruege fuer Touristen zugaenglich gemacht hat und gestorben sei.
http://www.dearchitect.nl/blogs/2010/03 ... os+II.html

Weitere Infos zu Sousath Phetrasy:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 33,00.html
http://vinceynzunza-thisweekinwar.blogs ... usath.html
http://www.youtube.com/watch?v=leU2NFRmsp8 (part 1)

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sousath Phetrasy der Vater von Nouds Phetrasy ist.

Nouds Phetrasy zeigt auch die Dokumentation von Marc Eberle in seinem Buero. Ueberall haengen zudem Waffen, Fotos von Long Tieng und Kriegsschrott.

Als ich in Phonsavan angekommen bin und etwas die Fahrer und Hotelangestellten wegen Long Tieng gefragt habe, hiess es nur, dass dieser Ort fuer Touristen illegal sei usw. Ich denke, der Normallaote hat gar nicht mitbekommen, das die Sonderzone aufgehoben wurde. Im Norden wissen die Loaten nicht einmal, was oder wo Long Tieng ist.

Nach der Besichtigung der Site 1, 2 und 3 der Tonkruege sah ich eine Reiseagentur mit der weiter oben erwaehnten Dokumentation. Zum Spass habe ich bei Sousath Travel, als zwei Touristen dort ein Ticket kauften, gefragt, ob er auch Tickets nach Long Tieng haette. Das verneinte der Herr, dies sei eine Sonderzone. Ich sagte ihm dann, dass die Sonderzone doch aufgehoben worden sei und das er sogar eine Dokumentation zeige von einem deutschen Filmemacher, der es zur Basis geschafft hat und ich dies im deutschen TV gesehen habe.

Das war der Zeitpunkt, an dem er mir sagte, das Touren moeglich waeren, fuer Presse o. aehnliches, da diese viel Geld haetten.

Am naechsten Tag habe ich ihn direkt gefragt, ob ich als Tourist an einer solchen Tour teilnehmen koenne und er sagte, das sei moeglich. Es gaebe aber keine anderen Anbieter und es koste sehr viel (einen vierstelligen US Dollar-Betrag). Er habe auch dafuer gesorgt, dass Marc Eberle und seine Crew zur Basis kommen bzw. diese eskortiert. Er sagte, Fotos und Videos machen waere moeglich, auch die Basis wuerde selbstverstaendlich angeschaut werden koennen. Von Phonsavan koenne man mit 4x4 Fahrzeugen ca. in sechs Stunden dort sein. Ev. muesse man nicht einmal dort uebernachten. Und wenn doch, waere das im Preis inbegriffen. Er wuerde auch mitkommen. Es sei aber nicht moeglich, danach nach Sueden weiterzureisen, da ein Gebiet geflutet worden ist (was ich in anderen Berichten zu Long Cheng auch gelesen habe). Man muesse nach Phonsavan zurueckkehren.

Wir machten ab, dass ich die Tour machen wuerde, aber da es Samstag war, mussten wir bis am Wochenanfang warten, weil die Banken am Wochenende zu haben (und der von ihm verlangte Betrag in Dollar nicht beim ATM bezogen werden kann) und auch die Militaers nicht arbeiten (Kreditkarten wuerden nicht akzeptiert). Leider war dann nach dem Wochenende auch noch Neujahr und bis am 3. Januar alles geschlossen. Als ich ihn fragte, ob es moeglich waere, nur die Haelfte des Preises zu zahlen sagte er nur, dass das kein Markt sei sondern speziell und die Erlaubnis des Militaers beduerfe. Sein Onkel ist beim Militaer. Der Mann, der am Ende von Marc Eberles Dokumentation auf dem Rollfeld steht und erzaehlt, sei ein Verwandter von ihm, wenn ich mich recht erinnere (ev. Sousath Phetrasy?).

Ich fragte ihn auch, ob er denke, dass in einigen Jahren aus Long Tieng eine Touristenattraktion wuerde und er sagte, das werde nicht der Fall sein. Die Strassen koenne man doch ausbauen, entgegnete ich und er sagte, dass das nicht das Problem ware. Auch die Basis sei nicht das Problem, sondern die Sicherheitslage. Da seien immer noch Reste der Rebellen.

Nachdem ich bei Phonsavan die alte Hauptstadt besucht habe, reiste ich nach Vang Vieng (weil ich nicht noch laenger in Phonsavan rumsitzen wollte) um von dort von Sueden her nach Long Tieng zu reisen. Das wuerde 200 Dollar mehr kosten. Nach dem Dorf Tha Heua passiert man den Fluss Ngum. Doch dort ist alles geflutet (Kraftwerk). Er haette mir jemanden geschickt, der mich dort hinbringt, ein Boot organisiert und er und die anderen hatten auf der anderen Seite gewartet. Bei dieser Varianten waere eine Uebernachtung in Long Tieng noetig gewesen.

Er sagte, er wurde mir am 2. Januar am Abend Bescheid geben koennen, ob es wirklich losgehen kann oder nicht (und es blieb immer die Frage, wann es losgehen koenne, da meine Anfrage doch sehr kurzfristig erfolgte). Ich erhielt jedoch keine Mail und als ich ihn anrief sagte er, er koenne das erst am 3. Januar abends abklaeren. Ich hatte da so meine Zweifel, ob ich dann bei positivem Bescheid wirklich am 3. Januar die Tour haetten starten koennen oder erst spaeter (es war nie meine Absicht, nach Vang Vieng zu gehen und dort lange zu bleiben). Als ich am naechsten Tag zur Bank ging sagte man mir, man koenne mit Pass und Kreditkarte nur 1000 US-Dollar pro Tag beantragen. Also eine weitere Huerde.

Daraufhin rief ich ihn an und sagte ihm, dass ich die Tour nicht machen wolle. Naechstes mal.

Am besten, man kontaktiert ihn schon einige Wochen oder Monate vorher und plant alles. Geld in Cash von zu Hause mitnehmen und als einer der wenigen Long Tieng bereisen.

Wie man nach Long Tieng gelangt, ist eigentlich gar kein Geheimnis mehr. Denn man findet zu diesen Personen viele Informationen. Wer also die Basis besuchen moechte und auch bereit ist viel Geld dafuer zu zahlen, der kann nach Phonsavan reisen und den Trip durchziehen. Fuer mich war es leider zu kurzfristig. Haette ich doch das alles vorher schon gewusst.








Hier einige Infos, die ich zusammen gesucht habe:
...............................................

Einestages (SPIEGEL)
Die Stadt, die keiner kennen durfte
http://einestages.spiegel.de/static/top ... urfte.html

Die sind in die Naehe der Basis gelangt. Von Sueden her. Anscheinend bevor der Damm fertig gestellt wurde.


TAZ
Die größte Militäroperation der CIA
http://www.taz.de/!48459/

Ueber die Dokumentation "Amerikas geheimer Krieg in Laos" als diese auf ARTE lief.


Golden Triangle Rider Forum
My attempt to the Secret City of Long Tieng
http://www.gt-rider.com/thailand-motorc ... Long-Tieng

auch hier nochmals: http://www.gt-rider.com/thailand-motorc ... Long-Tieng

Der Motorradfahrer hat es auch sehr nahe an die Basis geschafft (von Sueden her). Noch nicht geflutet. Und der User mactbkk war angeblich schon auf der Basis... Er erwaehnt die Mine, die auch im Stefain Loose-Buch erwaehnt wird. Auch schreibt er davon, dass Dam Nr. 2 fertig ist und die Strasse geflutet wird.


Alternate 20A Today
http://aircommandoman.tripod.com/id38.html

Mac hat es angeblich schon mehrmals zur Basis geschafft... Auch spreche er Laotisch. Fotos.


The Road to Long Cheng
http://www.newroadtour.com/stories/The_ ... _Cheng.htm

Von Andrew Burke, wurde im Lonely Planet Reisefuehrer abgedruckt. Schafften es beide bis zur Basis, wurden dort aber zurueckgeschickt. Fuhren von Sueden her, Damm war noch nicht geflutet. Sprechen etwas Laotisch.


Phonsavan und (fast) Long Cheng
http://markussbg.wordpress.com/2010/06/ ... ong-cheng/

Auch ein deutschsprachiger Abenteurer hat versucht, Long Tieng zu erreichen, jedoch von Norden (Phonsavan) her. Wurde bei einem Dorf zurueckgeschickt.


Thailand Forum
Banditen erschiessen Schweizer Touristen in Laos
http://www.nittaya.de/thailand-news-17/ ... laos-3168/

Ich kann keine anderen Infos dazu finden, auch beim EDA steht nichts davon (Sicherheitshinweise). Zur Sonderzone oder zu Long Cheng steht gar nichts. Im Reisefuehrer steht zwar, das mal Touristen erschossen wurden, aber nicht mehr. Es steht auch (im Reisefuehrer), das in Vientiane auch mal selber gebastelte Bomben hoch gegangen sind. Aber verlaessliche Infos sind rar...

Ich weiss nur, dass eine organisierte Tour von Intrepid von Luang Prabang nach Vintiane fliegt, weil die Strasse zu gefaehrlich sei... Und ein Deutscher, den ich hier in Laos getroffen habe, fuhr vor Jahren schonmal von Luang Prabang nach Vintiane und sagte, dass Militaers den Bus damals begleitet haetten.
Indrid Cold
Forenveteran
 
Beiträge: 150
Registriert: Samstag 26. November 2005, 22:47
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Pantitlan » Donnerstag 5. Januar 2012, 04:10

Wow. Vielen Dank für den super spannenden Beitrag. Schade, dass es nicht geklappt hat. Kleine Frage noch: Wie lange hätte diese Tour denn gedauert?

Mein neuer China-Reiseblog.
Benutzeravatar
Pantitlan
Site Admin
 
Beiträge: 8091
Registriert: Montag 13. September 2004, 23:14
Wohnort: Beijing (Basel)

Nächste

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste