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Südossetien will Teil Russlands werden
BeitragVerfasst am: Do 11. Sep. 2008; 09:34 Antworten mit Zitat
Alex
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 19.02.2005
Beiträge: 1793
Wohnort: Deutschland




Gerade lese ich eine Eilmeldung auf Tagesschau.de:

"Südossetien will Teil Russlands werden"
http://www.tagesschau.de/

EDIT: http://www.tagesschau.de/ausland/suedossetien228.html

Das ist ja mal ein echter Alptraum... Sad
Wahrscheinlich werden die Russen der Bitte stattgeben, um Südossetien "noch besser vor Georgien schützen zu können". Rolling Eyes

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Do 11. Sep. 2008; 15:08 Antworten mit Zitat
madmax
Holidayresort-Guru
Anmeldungsdatum: 10.06.2008
Beiträge: 11
Wohnort: CH




das ist ja nicht so neu...
gerade weil die Russen dies nicht wollen, haben sie ja die Unabhängigkeit akzeptiert.
gute Infos gibts hier (ARTE-Doku über Georgien etc.).

Generell ist die hiesige Presse Georgien-gläubig.
->nicht immer alles glauben, das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.

mfg m*
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BeitragVerfasst am: Do 11. Sep. 2008; 15:59 Antworten mit Zitat
Alex
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 19.02.2005
Beiträge: 1793
Wohnort: Deutschland




Also warum sollte Russland den "Anschluss" Südossetiens nicht wollen? Das ist mir nicht klar.

Ich denke nicht, dass die deutsche Presse (dazu zähle ich für mich erstmal nur Tagesschau, FAZ, Handelsblatt und Spiegel) georgien-gläubig ist.
Jedem mit etwas Verständnis für die Entwicklungen ist bewusst, dass es die Regierung Georgiens war, die den Krieg ausgelöst hat ("ausgelöst", nicht "verursacht"). Hinter dem Konflikt stand eine russische Führung, die erwartungsfroh auf diese Stunde gewartet hat und eine Bush-Regierung mit einem unheimlichen Cheney, die im besten Falle Saakaschwili nur zu viel Selbstbewusstsein eingeflößt haben. Aber die Georigen-Nähe der "hiesigen Presse" (wie auch der übrigen weltweiten seriösen, nicht-russischen Presse) ergibt aus der Tatsache, dass da eine Mini-Armee Georgiens innerhalb von Tagen von mehr russischen Panzern überfahren worden ist, als sie selbst je besessen hat. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass Saakaschwili ein gefährlicher Mensch ist, der ohne zu Zögern den Dritten Weltkrieg heraufbeschwört, nur um sich selbst ins Rampenlicht zu rücken (wie auch geschehen). Und möglicherweise hat die georgische Armee auch gewisse Kriegsverbrechen begangen, allerdings sicher nicht annähernd in dem von den gleichgeschalteten russischen Medien kolportierten Umfang und Grausamkeit. Da wurde vom staatlichen russischen Fernsehen berichtet (genauer gesagt, wurde einer "Augenzeugin" zu bester Sendezeit erstaunlich viel Redezeit für solche Details gegeben), dass Frauen und Kinder in Tschinwali auf der Straße aufgereiht und hintereinander von georgischen Panzern überrollt worden sein sollen. Nicht einmal Fox-News würde sich ein solch dickes Prpaganda-Ding leisten... Jedenfalls haben die Russen in Folge das Begehen von viel größerem Unrecht durch die südossetischen Milizen zugelassen (wie z.B. von HumanRightsWatch berichtet) und zehntausende Georgier aus ihrer Heimat (in Südossetien) vertrieben. Und die Bombardierung von Gori und die Zerstörung etlicher Militärbasen bis tief im georgischen Kernland ist auch eine Sache, die man Russland schwer anlasten muss.

Die Krux der derzeitigen Umstände ist, dass die von der georgischen Regierung begangenen Übel von den durch die russische Seite ausgelösten internationalen Verwicklungen unbedeutend geworden sind. Es ist die Tragik der Geschichte, dass man aufgrund der Arroganz der russischen Seite nun die georgischen Regierung unter Saakaschwili in ihrer ganzen Unhaltbarkeit vorerst akzeptiert werden muss, um die Region nicht in völliges Chaos zu stürzen.

ARTE-Videos können nur in Deutschland und Frankreich gesehen werden.

Hier Artikel und Videos der ARD:
http://www.tagesschau.de/ausland/kaukasuskonflikt/index.html

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Do 11. Sep. 2008; 16:17 Antworten mit Zitat
Alex
Forenveteran
Anmeldungsdatum: 19.02.2005
Beiträge: 1793
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http://www.tagesschau.de/ausland/suedossetien230.html

Scheint ein "Missverständnis" gewesen zu sein. Jetzt wird das Ganze wieder dementiert. Naja...

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 09:13 Antworten mit Zitat
Leftwing
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Südossetien strebte eigentlich schon immer den Anschluss an Russland an, gab ja auch schon ein Referendum dazu, wie in Transnistrien, anders ist die Sache bei Abachsien gelagert.

Sehe die hiesige Presse aber dochj schon eher als Georgien-gläubig. So oder so haben sich bei dem Konflikt mal wieder die Grossmächte als Lügenbarone geziegt und so unverfroren das es einem den Hut lupft.
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 09:30 Antworten mit Zitat
Alex
Forenveteran
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Beiträge: 1793
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Zitat:
Südossetien strebte eigentlich schon immer den Anschluss an Russland an, gab ja auch schon ein Referendum dazu, wie in Transnistrien, anders ist die Sache bei Abachsien gelagert.
Die Bevölkerung Südossetiens bestand bis vor kurzem noch zu einem Drittel aus Georgiern. Solche Referenden (zumindest mit einfachem Mehrheitsbeschluss) zum Anschluss an Russland sind schon allein deshalb undemokratisch, weil die Interessen der Minderheiten dabei unter den Tisch fallen. Und ein Kernbestandteil von Demokratie ist Minderheitenschutz bzw. Demokratie ist keine Diktatur der Mehrheit.

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 10:17 Antworten mit Zitat
Pantitlan
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Beiträge: 4280
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Ich bin kein Kenner der Materie. Mich würde deswegen eigentlich ziemlich interessieren, wo den die Georgien-Gläubigkeit ist?

_________________
www.zipr.ch/oliboli
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 12:02 Antworten mit Zitat
Leftwing
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Beiträge: 152
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Das Referendum ist so glaubhaft wie jenes, das von der Südossetischen Gegenregierung abgehalten wurde mit der Frage nach dem Anschluss an Georgien.

Genau die Minderheitenfrage spricht ja auch gegen einen Verbleib in Georgien. Das ist überall dasselbe Problem: Ob im Kosovo, Abchasien, Kraijna, Pridnestrovien oder eben Südossetien.

Annahme 1: Verbleib von Südossetien in Georgien: Südosseten sind eine Minderheit. Anschluss von Südossetien an Russland: Südosseten in der RF eine Minderheit, Georgier eine Minderheit in Südossetien oder einem Vereinigtem Ossetien. Das geht eben auf beide Seiten.

Punkt ist doch folgender: eine Abspaltung wird goutiert wenn sie einem passt! Die Unabhängigkeit von Georgien von der SU wird begrüsst. Abchasien udn Südossetien sind mit diesem Schritt nicht einverstanden und erklären sich im Gegenzug unabhängig bzw. fordern Autonomie, die ihnen aber nicht gestattet wird, im Gegenteil, man marschiert in den Gebieten ein mit all den tragischen Folgen, vor allem für die georgische Bevölkerung in diesen Gebieten.

Gleiches gilt für Pridnestrovien: Moldawien erklärt sich unabhängig, es werden Stimmen laut, die einen Anschluss an Rumänien fordern, die Stimmung ist nationalistisch aufgeheizt. Pridnestrovien udn Gagausien erklären sich unabhängig, Moldawien marschiert ein, bekommt aber auf die Mütze - wieder so eine komische Situation.

etc. etc. etc.

Die Midnerheitenfrage ist somit sehr heikel, irgendwo gibt es immer eine Minderheit und das ist auch gut so, fragt sich wie sie behandelt wird. Es ist aber falsch, dies als Argument für den Verbleib in Georgien,Moldawien etc, anzuführen weil die Argumentation immer auch genau für die Gegenseite gilt.


Panti, vielleicht ist das nur meine subjektive Wahrnehmung, aber die Meldungen der georgischen Regierung wurden meiner Meinung nach in der Presse oft einfach übernommen, während die Angaben der Russen immer mit dem Attribut "angeblich" versehen wurden. Gelogen haben schlussendlich beide. Auch wurde mit Bildern vom bösen Ivan gespielt, siehe Spiegel, aber derist ja mittlerweile eh Boulevard.
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 12:50 Antworten mit Zitat
Alex
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Anmeldungsdatum: 19.02.2005
Beiträge: 1793
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Zitat:
Das Referendum ist so glaubhaft wie jenes, das von der Südossetischen Gegenregierung abgehalten wurde mit der Frage nach dem Anschluss an Georgien.
Also?

Zitat:
Genau die Minderheitenfrage spricht ja auch gegen einen Verbleib in Georgien. Das ist überall dasselbe Problem: Ob im Kosovo, Abchasien, Kraijna, Pridnestrovien oder eben Südossetien.

Annahme 1: Verbleib von Südossetien in Georgien: Südosseten sind eine Minderheit. Anschluss von Südossetien an Russland: Südosseten in der RF eine Minderheit, Georgier eine Minderheit in Südossetien oder einem Vereinigtem Ossetien. Das geht eben auf beide Seiten.
Ich kann Deiner Argumentation nicht folgen. Was willst Du damit sagen???

Davon mal abgesehen... Ethnische Minderheiten gibt es überall. Ein moderner Staat baut nicht auf ethnischer Homogenität auf. Nur Populisten suchen immer wieder nach diesem Argument. Bevölkerungszusammensetzungen verändern sich außerdem ständig.

Zitat:
Die Unabhängigkeit von Georgien von der SU wird begrüsst. Abchasien udn Südossetien sind mit diesem Schritt nicht einverstanden und erklären sich im Gegenzug unabhängig bzw. fordern Autonomie, die ihnen aber nicht gestattet wird, im Gegenteil, man marschiert in den Gebieten ein mit all den tragischen Folgen, vor allem für die georgische Bevölkerung in diesen Gebieten.
Wer ist denn "Abchasien" und "Südossetien"? Wer genau hat denn die Unabhängigkeit gefordert? Ein Teil der abchasischen Bevölkerung wollte das und ein Teil der südossetischen Bevölkerung. Es gab separatistische Bestrebungen, die militärisch von Moskau unterstützt wurden. Georgien hat den Fehler gemacht, den Regionen keine teilweise Autonomie anzubieten. Eine teilweise Autonomie wäre sowohl der Bevölkerungsmehrheit wie auch den Minderheiten zugute gekommen. Die Kriege und Vertreibungen haben die Sache nun fast unmöglich gemacht.

Die Grenzen wurden nun einmal so gezogen. Und sie wurden auch im Grund gar nicht mal schlecht gezogen. Das Staatsgebiet von Georgien wird (oder wurde) von einem Zug hoher Berge im Norden geschützt. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, dass das Land von vielen Völkerschaft bewohnt wird. Ein stabiler Staat Georgiens hätte erreicht werden können, wenn die georgische Führung nicht immer so sehr georgisch-nationalistischen Tendenz ausgesetzt gewesen wäre, wenn die russische Führung es unterlassen hätte, separatistische Bestrebungen innerhalb des Staatsgebietes Georgiens zu unterstützen.
Die Bevölkerung Abchasiens bestand noch 1990 zu 50 % (!!!) aus ethnischen Georgiern. Diese 250.000 Menschen wurden dann in Folge des Krieges aus Abchasien vertrieben.

Zitat:
Gleiches gilt für Pridnestrovien: Moldawien erklärt sich unabhängig, es werden Stimmen laut, die einen Anschluss an Rumänien fordern, die Stimmung ist nationalistisch aufgeheizt. Pridnestrovien udn Gagausien erklären sich unabhängig, Moldawien marschiert ein, bekommt aber auf die Mütze - wieder so eine komische Situation
Das gleiche Problem. WER hat sich da für unabhängig erklärt? Selbst wenn es eine Mehrheit war, ist das nicht akzeptabel. Ein Staat muss seinen Bestand auch schützen. Ansonsten kommen immer wieder irgendwelche regionalen Machthaber auf, die behaupten, sie wollten das Beste für die eigene Region (wollen aber eigentlich nur die eigene Macht stärken), und dann die Region für unabhängig erklären.

Zitat:
Die Midnerheitenfrage ist somit sehr heikel, irgendwo gibt es immer eine Minderheit und das ist auch gut so, fragt sich wie sie behandelt wird. Es ist aber falsch, dies als Argument für den Verbleib in Georgien,Moldawien etc, anzuführen weil die Argumentation immer auch genau für die Gegenseite gilt.
Unsinn. Es ist ein Argument für den Status Quo!

Zitat:
Panti, vielleicht ist das nur meine subjektive Wahrnehmung, aber die Meldungen der georgischen Regierung wurden meiner Meinung nach in der Presse oft einfach übernommen, während die Angaben der Russen immer mit dem Attribut "angeblich" versehen wurden. Gelogen haben schlussendlich beide. Auch wurde mit Bildern vom bösen Ivan gespielt, siehe Spiegel, aber derist ja mittlerweile eh Boulevar
Dann bist Du aber nicht gut informiert. Das georgische Fernsehen ist natürlich gleich zu Beginn des Krieges in eine Propagandamaschine umfunktioniert worden, ebenso die russische Presse. Der Grund, warum das Elend der südossetischen Bevölkerung anfangs unterrepräsentiert war, ist, dass zu Beginn des Konfliktes die russische Seite keine unabhängigen Beobachter in Südossetien zugelassen hat. Somit mussten sich die meisten Berichterstatter erst einmal auf Gori und Co. konzentrieren.

Wer sich allein schon einmal die zusammengestellten Artikel und Videos auf Tagesschau.de ansieht, kann danach kaum noch von einseitiger Berichterstattung reden:
http://www.tagesschau.de/ausland/kaukasuskonflikt/index.html
Ich halte diese Nachrichten für in hohem Maße ausgeglichen, gerade auch weil es einen perfekten Gleichgewichtspunkt in diesem Zusammenhang gar nicht gibt.

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 13:43 Antworten mit Zitat
Leftwing
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Ich präzisiere das mit dem Referendum: meine Aussage ist im Zusammenhang mit der Meldung zu sehen, dass sich Südossetien an Russland anschliessen will. Ich meine es ist der logische nächste Schritt weil di eBestrebungen schon immer in diese Richtugn zielten, unter anderem mit einem Referendum.

Ich fasse es nochmals zusammen: du argumentierst gegen eine Loslösung von Georgien, weil die Georgier danach eine Minderheit sind. Mit dieser Argumentation kann man ja eben genau so für die Loslösung von Südossetien sprechen, weil die Osseten im unabhängigen Georgien eine Minderheit darstellen und unter Umständen gegen Ihren willen nun unter der Kontrolle von Tiflis anstatt unter jener von Moskau stehen. Was die Mehrheit der Bevölkerung wirklich meint, bzw. meinte wissen wir beide nicht.

Natürlich darf ein moderner Staat auf keinen Fall auf ethnischer Homogenität basieren, um Himmels willen! Wie aber erwähnt verursachte der auflammende Nationalismus in den neuen Staaten bei den Minderheiten für Angst, ob berechtigt oder nicht. Du siehst die Ursache in dem Nationalismus in Georgien etc. in Russland wegen der Unterstützung der Sezessionswilligen, meiner Meinung nach sind Ursache und Wirkung hier aber anders gelagert.

Schlussendlich gelangt man zur Frage, was eine Unabhängigkeitsbstrebung einer Region rechtfertigt und was nicht. Fakt ist, das immer mit ungleichen Ellen gemessen wird und nur unterstützt wird, was zum eigenen Vorteil ist, und das ist in letzter Zeit so unverhohlen das es einem schlecht werden kann.

Schaue praktisch nie Deutsche Tagesschau und begrüssenswert wenn es dort ausgewogen war, ich werde zuhause mal reinschauen.
Ein Beispiel ist nun mal z.B. dass in Schweizer Tageszeitungen überall dasselbe Bild von einem weinenden Mann in Gori zu sehen war, aber keines von gleichen Bildern, die absolut vorhanden waren, aus Zinchwali. Du kannst mir nicht sagen, dass davon kein Material vorhanden war. Die Stimmung war so entsprechend antirussisch bei den Leuten.
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 14:08 Antworten mit Zitat
Alex
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Sehr gute, kurze Videos über die Opfer in Südossetien (beider Ethnien):
http://www.tagesschau.de/ausland/reportagekaukasus100.html

Zitat:
Ich fasse es nochmals zusammen: du argumentierst gegen eine Loslösung von Georgien, weil die Georgier danach eine Minderheit sind.
Nein. Das habe ich nicht gesagt. Die Georgier sind sowieso längst vertrieben. Meine Aussage war, dass es kein Argument für eine Sezession ist, dass die Mehrheit einer anderen Ethnie angehört.
Ich wäre für einen teilweisen Autonomie-Status Südossetiens gewesen. Offensichtlich ist dieses Gebilde von 50.000 Einwohnern (die meisten ethnischen Georgier sind ja mittlerweile von den südossetischen Milizen in Zusammenarbeit mit dem russischen Militär "entfernt" worden) nicht als Staat überlebensfähig. Das ist auch den Russen klar, die diese Situation herbeigeführt haben, um über Südossetien strategische Kontrolle über die georgischen Ebenen ausüben zu können. Ob Südossetien faktisch zu Russland gehört und unabhängig bleibt aber wirtschaftlich völlig von Russland abhängig gemacht wird, macht auch keinen großen Unterschied mehr.

Zitat:
Schaue praktisch nie Deutsche Tagesschau und begrüssenswert wenn es dort ausgewogen war, ich werde zuhause mal reinschauen.
Ein Beispiel ist nun mal z.B. dass in Schweizer Tageszeitungen überall dasselbe Bild von einem weinenden Mann in Gori zu sehen war, aber keines von gleichen Bildern, die absolut vorhanden waren, aus Zinchwali. Du kannst mir nicht sagen, dass davon kein Material vorhanden war. Die Stimmung war so entsprechend antirussisch bei den Leuten.
Es ist wahr, dass die Stimmung von Beginn an eher antirussisch war. Da will ich Dir auch gar nicht widersprechen. Und natürlich wurde anfangs mehr über georgische Opfer gesprochen als über südossetische. Aber das halte ich nicht für eine Resultat von Voreingenommenheit, sondern für die Folge der einseitigen Verfügbarkeit von Informationen. Das haben sich die Russen auch selbst zuzuschreiben. Die Berichterstattung des russischen Fernsehens (insbesondere) war dermaßen verzerrt, dass kein internationales Presseorgan damit etwas anfangen konnte. Ich persönlich bin überzeugt, dass die Regierung um Saakaschwili in gewissem Umfang Verbrechen begangen hat. Aber die Untaten eines kleinen Georgiens treten völlig in den Hintergrund, wenn eine Großmacht wie Russland, von der man ein intelligenteres und besonneneres Kalkül erwarten müsste, dermaßen reagiert und die Taten der georgischen Regierung als Blankoscheck zur Durchsetzung eigener Interessen sieht. Nun geht es eben nicht mehr um den Konflikt um Südossetien, sondern im Grunde darum, wie sich der Charakter des etwas wiedererstarkten Russland darstellt.

Zitat:
Du siehst die Ursache in dem Nationalismus in Georgien etc. in Russland wegen der Unterstützung der Sezessionswilligen, meiner Meinung nach sind Ursache und Wirkung hier aber anders gelagert.
Du findest überall Leute mit sezessionistischen Bestrebungen. Das ist völlig normal. Daher muss ein Staat auch so wehrhaft sein, gegen diese Bestrebungen anzugehen.
Sicher haben die Russen die abspalterischen Bewegungen nicht gegründet. Aber durch die Unterstützung von Sezessionisten mit Waffen kann man einer Sezessionsbewegung einen völlig veränderten Charakter geben. Wären die abchasischen Separatisten nicht mit Waffen und Geld aus Moskau versorgt worden, dann wäre kaum das Streben nach einem eigenen Staat aufgekommen. Denn welches Interesse hatte die normale Bevölkerung ursprünglich (nach einem Krieg ist das natürlich wieder anders, da entstehen Feindschaften) an einem unabhängigen Abchasien? Keines! Eine teilweise, kulturelle Autonomie wäre viel eher im Interesse der Bevölkerung gewesen! Aber die bewaffneten Separatisten streben per se nach Unabhängigkeit, weil sie sonst ihren Selbstzweck verlieren.
Daher finde ich immer, dass man nicht so einfach davon reden sollte, dass "Abchasien" unabhängig werden wollte. Die Frage ist immer wer in Abchasien unabhängig werden wollte und warum.

Gruß,
Alex
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BeitragVerfasst am: Fr 12. Sep. 2008; 14:15 Antworten mit Zitat
Alex
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Nehmen wir mal an, Deutschland wäre ein schwaches Land (dabei Bayern ein besonders armes Bundesland) und Österreich eine Großmacht. Was würde passieren, wenn Österreich die Bayernpartei mit Waffen und Geld versorgen würde?

http://de.wikipedia.org/wiki/Bayernpartei

Gruß,
Alex
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