 |
|
 |
 | Hooliganszene in der Mongolei |  |
Verfasst am: Sa 05. Jul. 2008; 13:33 |
|
|
| Pantitlan |
| Site Admin |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 5363 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
|
|
 |
 |
 |
|
Monrise hat in einem anderen Beitrag geschrieben, dass es in der Mongolei eine wachsende Hooliganszene gebe. Sind das einfach frustierte Schläger oder hat das irgend einen politischen Hintergrund? Als wie problematisch, vor allem auch für Reisende, ist diese Szene? In dem Beitrag klang es ein bischen wie ein Sicherheitsproblem, das allmählich immer schlimmer wird.
Wer weiss etwas dazu? |
|
|
|
|
Verfasst am: So 06. Jul. 2008; 12:20 |
|
|
| gabe |
| Forenveteran |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 15.09.2004 |
| Beiträge: 2403 |
| Wohnort: Zurich & Tokyo |
|
|
 |
 |
 |
|
| Nicht mal durch etwas (wie z.B. Fussball) "motiviert"? Bist Du sicher, dass Hooligan hier der richtige Ausdruck ist und es sich nicht eher um Vandalismus handelt? Sofern ich weiss gehen Hooligans eher auf andere Hooligans los um sich zu prügeln. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: So 06. Jul. 2008; 12:45 |
|
|
| Monrise |
| Yetijäger |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 11.02.2007 |
| Beiträge: 105 |
| Wohnort: Ulaanbaatar/Lichtenau |
|
|
 |
 |
 |
|
Vielleicht schreibe ich gleich mal meine Beobachtungen dazu. Die Mongolei ist ein offenes Land, damit kann man nicht verhindern, dass dort auch Dinge hinschwappen, die man sicher nicht will, die aber anderswo existieren. Ich denke bei den Jugendlichen in der Mongolei spielen die internationalen Medien eine enorm große Rolle, man sieht dort auch oft Dinge ohne Zusammenhang und übernimmt sehr viel bewußt und unbewußt.
Seit vielen Jahren existiert in Ulaanbaatar und einigen weiteren Städten auch eine ausgeprägte jugendliche Subkultur, die oft auf recht gefährlichen Wellen schwimmt. Es gibt Rockbands mit hoher Medienpräsenz, die sehr weit rechts agieren, was in der Mongolei generell ein sehr schwieriges Abgrenzungsproblem ist. Nationalismus ist gefördert, da man ja gerade auch als schwacher Staat eine Indentifikation braucht, nun schwingen solche Rockbands teilweise den Bogen von Dschingis Khan zu Adolf Hitler und verwenden das Hakenkreuz als Symbol, was wiederum in der Mongolei eine Gratwanderung ist, denn dieses Symbol hat dort historische Tradition und findet sich in vielen historischen Darstellungen. Eine weitere Strömung in der Musikkultur sind Rapper, die offen zum "Chinesen aufklatschen" aufrufen.
Man dreht dort auch sehr gern irgendwelche Endzeitstimmungsclips, die kommen da gut an.
Das alles führt natürlich noch nicht unweigerlich zu einer Gewaltszene, bzw. ist es nicht der Beweis dafür, es kommen aber noch ganz wesentliche Dinge hinzu, da sind die sozialen Spannungen, da ist die Droge Nummer 1, der Alkhohol. Generell muss man sagen, das Alkhohol bei Mongolen die totale Bewußtseinsänderung bewirkt, da können aus Freunden am Ende einer Familienfeier auf einmal sich auf Leben und Tod prügelnde Feinde werden.
Was man auch nicht unterschätzen darf, gerade bei Jugendlichen, die ihre Kindheit noch in Viehzüchterfamilien auf dem Lande zugebracht haben, die sind unglaublich hart, die befördern ein Schaf in zwei Minuten mit einem kleinen Taschenmesser vom Leben zum Tode, die haben 40 Grad minus draußen erlebt, Verletzungen und selbst schwere Unfälle muss man da draußen selbst wegstecken. Auch die, die selbst nicht draußen gelebt haben sind in den Jurtenvierten, gerade dort wo die Neuankömmlinge wohnen in einer Umgebung, wo man nicht zimperlich ist.
Ich könnte mir noch einen Grund vorstellen, dass ist die absolute Autorität der Eltern und älterer Familienangehöriger, zu Hause wird wirklich kein Widerwort gesprochen, dann haut man eben von zu Hause ab oder lässt seinen Frust dort ab, wo man anonym ist.
Das waren mal aus meiner Sicht die Gründe und die bestehen auch weiter fort und somit bin ich der Meinung, ein daraus resultierendes spezielles Sicherheitsproblem kann es schon geben, allerdings weniger für den Touristen, ich würde aber heute nicht mehr in eine Stadtranddisko gehen, in der der Eintritt frei und das Bier billig ist und wenn es auch verlockend ist, auf einem Hinterhofrockkonzert oder in einem alternativen Club würde ich mich auch nicht blicken lassen. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: So 06. Jul. 2008; 15:29 |
|
|
| Monrise |
| Yetijäger |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 11.02.2007 |
| Beiträge: 105 |
| Wohnort: Ulaanbaatar/Lichtenau |
|
|
 |
 |
 |
|
Wenn es Vandalismus ist, dann muss man die Leute ja Vandalen nennen, ich weis nicht ob das geht. Es gibt kein Fußball, das ist richtig, aber viele Hooligans gehen ja auch garnicht zum Spiel oder wenn dann nur um den Anlass geliefert zu bekommen.
Bei den aktuellen Auschreitungen ging es ja auch gezielt gegen Polizisten, also man hat die richtig gezielt attakiert, eingekesselt und dann versucht möglichst schwer zu verletzen.
Ich denke schon es sind gewaltbereite Jugendliche, die da das bewußt machen, und da spielen auch mit Sicherheit Bilder von G 8, Paris oder Fussballspielen in Europa eine Rolle. Als Vandalismus bezeichnet man ja auch auschließlich Gewalt gegen Dinge und die läuft in der Regel auch heimlich ab, also man demoliert was und "freut" sich dann, wenn am nächsten Tag über das Ergebnis. Hier ging man ja ganz bewußt in die Öffentlichkeit, da waren Fernsehkameras von nt und sonstwem dabei, da haben tausende Handys mitgefilmt und mitfotografiert also den Leuten war bewußt, jetzt sieht man mich womöglich in der ganzen Welt. Es ist auch bewiesen, dass man völlig harmlosen Personen die man in den Gebäuden angetroffen hat, gesagt hat, dass man sie kalt macht, man hat sie dann doch laufen lassen aber erst nachdem die schon mit Gott abgeschlossen hatten.
Das typische an einer Hooligan Aktion ist meiner Meinung nicht unbedingt an den Fußball gebunden, ich denke es ist das planen und agieren aus einer großen Masse heraus, die eigentlich dazu benutzt wird, die den Anlass liefert und die die Anonymität garantiert.
Zu den weiter oben geschilderten Beobachtungen mal ein Link auf ein ganz normales fast alltägliches mongolisches Musikvideo, die Sachen wo es dann gegen Chinesen geht spare ich mir.
www.youtube.com/watch?v=FaUmvoCIMU0&mode=related&search= |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: So 06. Jul. 2008; 18:03 |
|
|
| stephan |
| Hardcoretraveller |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 18.05.2008 |
| Beiträge: 79 |
| Wohnort: Raum Stuttgart |
|
|
 |
 |
 |
|
Danke für die Einführung in die mongolische Jugendkultur.
Das Video, oder sagen wir besser: die Mucke ist ja absolut genial!  |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Mo 07. Jul. 2008; 02:41 |
|
|
| Pantitlan |
| Site Admin |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 5363 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
|
|
 |
 |
 |
|
http://de.wikipedia.org/wiki/Hooligan
Hier noch der Link zu Hooligan in Wikipedia. Vielleicht ist der Begriff hier nicht ganz richtig. Zumal es beim Hooliganismus ein gegenseitiges Agreement zum sich verprügeln gibt. Bei der Polizei sollte dies aber eigentlich nicht der Fall sein.
| Zitat: | | nun schwingen solche Rockbands teilweise den Bogen von Dschingis Khan zu Adolf Hitler |
Da muss nicht so viel bedeuten. Meine Beobachtung ist, dass die Leute in solchen Ländern eigentlich ein eher schlechtes Bewusstsein haben, was während des Zweiten Weltkrieges passiert ist. Muss es ja auch nicht, dann Mongolen haben ja auch nicht diese, wie soll man sagen?, "deutsche Erbschuld"? In Japan und Korea gab/gibt es beispielsweise auch jeweils ein Hitler-Café. In China verwenden Punks Nazi-Symbole, weil sie die Aesthetisch finden aber betonen gleichzeitig Gewaltfreiheit. Wie das allerdings in der Mongolei aussieht, weiss ich natürlich nicht.
| Zitat: |
Eine weitere Strömung in der Musikkultur sind Rapper, die offen zum "Chinesen aufklatschen" aufrufen |
Dies finde ich allerdings tatsächlich problematisch. Ich nehme aber an, dass es dabei eher um Untergrundmusik geht und man solche Songs nicht im Fernsehen hört. Kann mir kaum vorstellen, dass die Rechtsordnung in der Mongolei den Aufruf zur Gewalt zulässt - und wenn solche Videos ausgestrahlt werden, lässt sich der Urheber ja recht leicht zurückverfolgen.
Für mich bleibt trotzdem ein bisschen unklar wie sehr dies ein Randphänomen ist, oder doch eher ein breites Vorortsproblem ist. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Mi 09. Jul. 2008; 20:40 |
|
|
| Monrise |
| Yetijäger |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 11.02.2007 |
| Beiträge: 105 |
| Wohnort: Ulaanbaatar/Lichtenau |
|
|
 |
 |
 |
|
| stephan hat folgendes geschrieben: | Danke für die Einführung in die mongolische Jugendkultur.
Das Video, oder sagen wir besser: die Mucke ist ja absolut genial!  |
Naja, so positiv optimistisch finde ich die Bilder doch nicht.
Was die Anti-Chinesen Rapper anbetrifft, sicher ist das irgendwie Untergrund, aber Nazi Bands agieren hier noch versteckter und wirken trotzdem.
Es gibt aber dort natürlich nicht nur böse Jungs und Gewaltvideos, damit das Bild nicht ganz so düster rüberkommt, noch was anderes:
www.youtube.com/watch?v=L-stTT7ouIg&feature=related |
|
|
|
|
Verfasst am: So 24. Aug. 2008; 15:20 |
|
|
| dudin |
| Holidayresort-Guru |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 06.05.2008 |
| Beiträge: 14 |
|
|
|
 |
 |
 |
|
|
|
|
|
Verfasst am: So 24. Aug. 2008; 22:32 |
|
|
| Malapascua2 |
| Fullmoonpartyjäger |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 04.08.2008 |
| Beiträge: 32 |
|
|
|
 |
 |
 |
|
Hat jetzt auch nix mit der Mongolei zu tun:
Gewaktexzesse nach/wärend Fussballspielen sind in vielen Ländern normal. In Indonesien hätte ich noch kein Fussballspiel gesehen das nicht in einer wüsten Schlägerei geendet hätte.
Ist ehrlich gesagt der einzige Grund gewesen warum ich mir das überhaupt reingezogen habe. War irgendwie lustig wie die abgegangen sind. |
|
|
|
|
 | |  |
Verfasst am: Mo 25. Aug. 2008; 11:20 |
|
|
| Leftwing |
| Forenveteran |
|
 |
| Anmeldungsdatum: 22.09.2004 |
| Beiträge: 196 |
| Wohnort: Vitudurum |
|
|
 |
 |
 |
|
| Hooligans sind schon mit Sport verbunden, in der Mongolei wird hier wohl eine Begrifflichkeit aus russland übernommen. Dort zählt Vandalismus oder andere gewalttätige Übergriffe als Hooliganismus. So werden z.B. rechtsextreme Übergriffe als Hooliganismus bezeichnet, das ist sieht dann in der statistik besser aus und man redet das Problem des Rechtsextremismus in Ru klein. So wird der Begriff dann in der Mongolei auch für irgendwelche Gewalttaten von Gruppen übernommen, hat aber ncihts mit dem eigentlich Begriff Hooligan zu tun. Zumal ich in der Mongolei keine einzige Person gefunden habe, die weiss wann udn wo die nationale Liga ihre Spiele hat, kann mir also nicht vorstellen das im Zusammenhang mit Fussballspielen zu Ausschreitungen kommt. |
|
|
|
|
Verfasst am: Do 15. Jan. 2009; 06:19 |
|
|
| Pantitlan |
| Site Admin |
 |
 |
| Anmeldungsdatum: 13.09.2004 |
| Beiträge: 5363 |
| Wohnort: Beijing (Basel) |
|
|
 |
 |
 |
|
|
|
|
|
| Weltreiseforum Foren-Übersicht » Zentralasien, Sibirien und Mongolei |
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1
|
|
|
|
|
Hier sind weitere Links im Reiseforum: Redaktionelle Seiten für Reisevorbereitungen,
Reisezubehör, Reiseberichte von Forenmitgliedern, Nachrichten rund ums Reisen (NEU)
|