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Verfasst am: So 11. Mai. 2008; 10:45 |
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| Alex |
| Forenveteran |
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| Anmeldungsdatum: 19.02.2005 |
| Beiträge: 1741 |
| Wohnort: Deutschland |
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| Zitat: | | gemeint ist eigentlich, dass wenn man Beispielsweise das Biopestizid, welches in BT Arten vorhanden ist, haben will, man nur dieses hat und nich noch beispielsweise Ären, die im dunkeln leuchten. Natürlich kann das Bio Pestizid selbst nebenwirkungen haben. | Nein. Die erhöhte Angreifbarkeit der BT-Baumwolle ergibt sich nicht direkt aus dem Pestizid! Es handelt sich um eine nicht vorgesehene Nebenwirkung. Möglicherweise schwächt die Einbindung der Gene des Bakteriums einfach die Pflanze im Allgemeinen. Aber genau kann man das nicht sagen. Man weiß es einfach nicht.
Du kannst doch nicht im Ernst glauben, man könne einzelne Eigenschaften verändern, ohne alles andere drumherum zu beeinflussen. So sieht die Realität nicht aus. Der Effekt der Veränderung mag nicht auffallen oder auch völlig unbedeutend sein. Aber Nebenwirkungen gibt es immer.
Stell' Dir vor, Du sitzt im Flugzeug. Du hast irgendwie nur einen Platz in der Mitte bekommen, aber am Fenster sind jede Menge Plätze frei. Die Stewardess erlaubt Dir auch, Dich ans Fenster zu setzen. Nun könnte man denken, dass damit alle gewonnen haben. Niemand musste sich vom Fenster wegsetzen, aber Du durftest Dich ans Fenster auf den besseren Platz bewegen. Scheinbar wurdest Du als einziges Element verändert, aber sonst ist alles gleich geblieben. Nein! Dadurch, dass Du jetzt am Fenster in Reihe 27 sitzt und Deinen Sitz ab und zu zurücklehnst, hat der Mensch auf dem Sitz hinter Dir weniger Platz. Das fällt aber auch nicht sofort auf, sondern erst, wenn das Abendessen abgeräumt ist, die Fenster geschlossen werden und Du ein Nickerchen machen willst. Vielleicht hat dieser Mensch hinter Dir sowieso kurze Beine und seine Knie bleiben unversehrt. Aber er muss die Zeitung, in der er liest, umständlicher zusammenfalten (er liest immer Zeitung, bevor er schlafen geht). Ihn beeinträchtigt das, auch wenn es ihn nicht so sehr stören mag. Seine Frau, die neben ihm sitzt, bekommt nun ständig die Ecken der Zeitung ins Gesicht, wenn der Herr hinter Dir von Seite 3 auf Seite 4 blättert und die Zeitung zusammenfalten will. Die Frau nervt das und steht öfter von ihrem Platz auf, um sich ein wenig die Beine zu vertreten. Vielleicht ist sie nicht einmal verärgert über die Ungeschicktheit ihres Mannes. Aber nun steht sie ständig von ihrem Sitz auf. Dadurch wird die empfindsame junge Frau auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges ständig wach, während der junge Mann, der hinter der immer aufstehende Ehefrau in seinem Notizblock eine Zeichnung macht, immer mit dem Stift verrutscht, weil ständig der Vordersitz wackelt. Und so weiter und so fort.
| Zitat: | | Das ist wie beispielsweise bei der Petrochemie: wenn man will, kann man Benzin herstellen. Das Benzin selber jedoch kann zu Nebeneffekten wie Klimawandel und u.U. saurem Regen führen. | Unsinn. Der Klimawandel ist kein Nebeneffekt der Benzinherstellung, sondern der Nutzung des sich aus der Herstellung ergebenden Produktes Benzin. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Das Risiko eines Chemieunfalles wäre ein Nebeneffekt der Benzinherstellung und auch die sich aus der Raffiniertung ergebende Umweltverschmutzung. Aber nicht die Umweltverschmutzung, die sich aus der Nutzung des Produktes ergibt.
Das wäre so, als würde man sagen, dass Übergewicht bei Menschen ein Nebeneffekt der Rindermast ist.
| Zitat: | | Stalder ist ein ziemlich stark auf dem Gebiet der Gentechnik polarisierender Mensch - daher hab ich auf ihn bezug genommen^^ | Den Namen habe ich leider vorher noch nie gehört. Möglicherweise ist er einfach nur in Schweiz eine Bekanntheit. Aber mein Namengedächtnis ist eh nicht so überragend.
| Zitat: |
Übrigens: Die Natur hätte theoretisch auch BT Mais hervor bringen können; wer weiss, vielleicht hätte der Mais in einigen Zehntausend Jahren selber einen ähnlichen Stoff in sich, um sich vor Schädlingen zu schützen...
Ich würde mich auch nicht bevorzugt von BT Mais ernähren - aber auch nicht von Mais, dem das selbe Pestizid von Aussen in entsprechend grösseren Mengen aufgetragen wurde. Aber der Punkt ist, dass man Beispielsweise die Tomaten gentechnisch derart verändern kann, dass sie grösser und schmackhafter sind - sie würden kein Pestizid enthalten und ich wüsste nicht, warum man eine solche Tomate nicht essen sollte. Man muss also grundsätzlich unterscheiden, was genau genetisch verändert wird. | Ich stimme Dir zu, dass man Gentechnik nicht per se verteufeln muss. Das tue ich auch gar nicht. Und es geht mir auch überhaupt nicht um das Pestizid. Die Natur hätte aber doch niemals Gene eines Bakteriums in eine Pflanze eingebaut. Darum geht es. Das muss nicht schlimm sein. Aber die Frage, was das bedeutet, ist nun mal noch so ziemlich unklar. Man weiß es nicht. Das ist das Problem.
Da könnte man natürlich sagen, dass die pharmakologische Forschung ähnlich problematisch ist. Da wird auch wild gemischt und die Nebenwirkungen zeigen sich erst nach und nach und damit vielleicht ziemlich spät. Aber Medikamente schädigen nur einige Menschen, die sie genommen haben. Wenn die Menschen tot sind und die Medikamente verboten, dass hat sich das Problem in Luft aufgelöst. Genetrische Schädigungen sind in der Masse nicht so schlimm, weil ein Medikament nicht von einem allzu großen Teil der Bevölkerung genommen wird. Und die Vererbung verläuft deutlich langsamer als bei Sonnenblumen. Bei gentechnisch manipulierten Pflanzen ist das schwerwiegender. Einmal ausgesetzt, verändern sie die Umwelt. Und ehrlich gesagt bin ich nicht so naiv zu glauben, dass das nicht schon längst geschieht. Die Einwirkung der Aussaat importierten US-Mais in Mexiko auf einheimische Arten lässt sich wohl nicht mehr aufhalten. Das ist jetzt nun einmal so. Aber man sollte doch sehr vorsichtig sein, weitere solcher Pflanzenarten in die Welt zu setzen, bevor man die Auswirkungen genauer einschätzen kann. Vielleicht wird man das nie können, aber vielleicht auch doch. Das ist mein Punkt.
Gruß,
Alex |
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